USA und Schwellenländer Konjunkturlokomotive unter Dampf?

Dank billiger Energie und stabileren Immobilienpreisen kehren die USA auf den Wachstumspfad zurück. Auch die Emerging Markets könnten 2014 der Weltwirtschaft wieder mehr Schwung verleihen
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Dank billiger Energie und stabileren Immobilienpreisen kehren die USA auf den Wachstumspfad zurück. Auch die Emerging Markets könnten 2014 der Weltwirtschaft wieder mehr Schwung verleihen.

Die US-Wirtschaft hat wieder Fahrt aufgenommen. Das Haushaltsdefizit ist deutlich geschrumpft, Konsolidierungsmaßnahmen, die das Wachstum im vergangenen Jahr belastet haben, sind nach Einschätzung von Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, kaum noch notwendig. „Für ein deutlich höheres Wachstum als 2013 spricht auch, dass die privaten Haushalte ihre Schulden auf ein tragfähiges Niveau gesenkt haben und das Überangebot am Häusermarkt abgebaut ist“, sagt Krämer. Die Konjunkturerholung erlaube es der Fed, ihre Anleihenkäufe bis zum Herbst schrittweise einzustellen und ihre Leitzinsen ab Mitte 2015 zu erhöhen.

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Bringen China und die anderen Emerging Markets wieder Rendite?

Wachstum ohne Ende? Der Traum ist zumindest kurzfristig ausgeträumt. Investments in den aufstrebenden Schwellenländern wie China oder Brasilien haben Anlegern zuletzt wenig Freude beschert. Rückläufige Wachstumsraten und steigende längerfristige US-Zinsen haben zu kräftigen Kapitalabflüssen geführt, Aktienmärkte und Währungen sind unter Druck geraten. An den Börsen werden Schwellenländeraktien mit Abschlag gehandelt. „Nach unserer Auffassung haben die Emerging Markets absolut und relativ zu den Märkten in den Industriestaaten ein attraktives Bewertungsniveau erreicht, das nach der Underperformance in diesem Jahr wieder ordentliche Renditen erwarten lässt“, sagt Michael Keppler, Chef der Keppler Asset Management und Berater des Keppler Emerging Markets LBB Invest.

Allerdings bieten nicht alle Länder der Emerging Markets gleichermaßen ­Potenzial. Vor allem durch den im Januar beginnenden Einstieg in den Ausstieg der expansiven Geldpolitik der USA dürfte sich die Spreu vom Weizen trennen, befürchtet Erdinc ­Benli, Leiter Emerging Market Equities und Manager des JB Global Emerging Markets Stock Fund. Länder wie die Türkei, Südafrika oder Brasilien, die in hohem Maße von ausländischem Kapital abhängig seien, könne eine Liquiditätsverknappung erheblich treffen, so Benli. „Länder mit soliden Finanzen wie China oder Russland dürften sich dagegen weiter erholen.“

China auf Kurs

Südkorea, Malaysia, Russland und China gehören für Michael Keppler zu den aussichtsreichsten Märkten. „China ist mit seinem Reformkurs auf gutem Weg. Die Unternehmen sind mit dem Zehnfachen des Jahresgewinnes günstig bewertet und zahlen eine Dividendenrendite von 3,2 %.“

Marktbreite Investments sind nach Einschätzung von Fondsmanager Benli in diesem Umfeld allerdings nicht erste Wahl. „Anleger müssen genauer hinsehen, denn die Kurskorrektur hat nicht alle Sektoren gleichermaßen getroffen.“ Zyklischer Konsum etwa sei ähnlich profitabel wie in den Industrienationen, aber deutlich günstiger. Nicht zyklischer Konsum dagegen sei höher bewertet – trotz schwächerer Margen.

Auf ganz andere Treiber setzt Alexander Mozer, Head of Portfoliomanagement beim auf Nachhaltigkeit spezialisierten Assetmanager Ökoworld. „In vielen aufstrebenden Ländern gibt es sehr dringliche Probleme wie Armut, Hunger, Versorgung mit Wasser sowie Umweltschutz“, so Mozer, der auch den Fonds Ökoworld ­Growing Markets 2.0 managt. Er richtet den Fokus auf Unternehmen, die Lösungen für diese Probleme bieten und deshalb unabhängig vom Markt wachsen. „Als Stock Picker der zweiten Investitionswelle empfinden wir die Emerging Markets als Investmentparadies.“Aktienfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Investitionen außerhalb des Euroraum bestehen zudem Währungsrisiken. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Allein verbindliche Grundlage des Kaufes eines Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen, die in deutscher und/oder englischer Sprache vorliegen, erhalten Sie auf der Wertpapier-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Es handelt sich nicht um Kaufempfehlungen von comdirect. Stand 26.03.2014; Quelle: comdirect.de