- Die US-Börsen kommen aktuell am besten durch die Iran-Krise.
- Beim Ende der Blockade ist eine asiatische Erholungsrally möglich.
- Sparpläne sollten trotz Schwankungen an den Märkten durchgehalten werden.
Alle Jahre wieder taucht sie auf – die Börsenweisheit „Sell in May and go away“. Viele saisonale Strategien empfehlen den temporären Ausstieg aus den Aktienmärkten in den Sommermonaten. In der Tat beginnt mit dem Mai das – im langjährigen Durchschnitt – schwächere Börsenhalbjahr. Allein: Nur der Monat September bescherte im Durchschnitt negative Zahlen. Alle anderen Monate schnitten mehr oder weniger positiv ab – in den vergangenen 7 Jahren ganz besonders. Da traf die Mai-Regel nur 2-mal zu. In 5 Perioden, etwa im Corona-Sommer 2020 oder auch 2024 und 2025, verpassten Anlegerinnen und Anleger einen teilweise goldenen Börsensommer. Daher raten Anlageprofis vom saisonalen Timing ab: „Die Zeiten haben sich geändert. Es gibt keine ausgeprägten Wellenbewegungen in der Konjunktur mehr wie in vergangenen Jahrzehnten“, erklärt Robert Beer, Gründer und Geschäftsführer bei Robert Beer Investment. „Ebenso wenig lässt sich das Anlegerverhalten heute noch in starre saisonale Muster pressen.“ Das bedeutet: Kurse können in den vermeintlich schwachen Sommermonaten steil steigen, während sie in den traditionell starken Wintermonaten einbrechen können.
Starker Jahresstart trotz Hormus-Blockade
Technologische Sprünge und politische Faktoren beeinflussen die Marktteilnehmer inzwischen viel stärker als saisonale Muster. Entsprechend ist ein guter Sommer auch in diesem Jahr möglich. Entscheidend für den weiteren Verlauf des Börsenjahres ist für die meisten Expertinnen und Experten die Dauer der Auseinandersetzungen im Iran und um den Golf von Hormus. „Kein Beteiligter hat ein großes Interesse an einer Fortsetzung, da ein politischer und militärischer Sieg aktuell für beide Seiten nicht möglich erscheint“, erklärt Lars Murek, Chief Investment Officer und Mitglied der Geschäftsführung bei der Kölner Vermögensverwaltung Portfolio Concept. „Wenn die Blockade bis zum Sommer endet, bleiben die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum der Staaten und das Gewinnwachstum der Unternehmen begrenzt.“ Dafür sprechen auch jüngste Konjunkturschätzungen. Zwar hat der Internationale Währungsfonds IWF in seinem aktuellen Economic Outlook Anfang Mai seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum von 3,3 % auf 3,1 % gesenkt. „Wäre der Nahostkonflikt nicht eskaliert, hätte der IWF jedoch seine globale Wachstumsprognose auf 3,4 % angehoben“, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank. „Dies unterstreicht die Robustheit der zugrunde liegenden makroökonomischen Fundamentaldaten.“
US-Märkte am wenigsten betroffen
Am stabilsten scheinen zurzeit die Vereinigten Staaten. Zwar leidet auch Amerika unter hohen Energiepreisen – zumindest aber ist Öl und Gas aus eigenen Quellen reichlich vorhanden. Diese Energieunabhängigkeit schützt Land und Unternehmen für den Fall eines länger andauernden Konflikts. „Die Attraktivität der US-Titel ergibt sich auch über ihren großen Binnenmarkt, der das Land unabhängiger von der Weltkonjunktur macht“, erklärt Robert Halver, Kapitalmarktstratege der Baader Bank: Vor allem aber hebt der starke Hightech-Sektor die Produktivität der gesamten US-Wirtschaft. Tatsächlich hat die KI-Fantasie nach den starken Gewinnsteigerungen der US-Unternehmen wie Alphabet, Apple, Broadcom und vor allem NVIDIA im 1. Quartal 2026 wieder stark Fahrt aufgenommen. Der S&P 500 legte in den vergangenen 12 Monaten 25 % zu, die Technologiebörse NASDAQ sogar 36 %. Davon profitieren auch europäische Anleger, weil sich der Kurs des Dollars zum Euro stabilisiert hat.
Europa wartet auf das Kriegsende
Europa und Asien wurden von der Blockade der Straße von Hormus stärker getroffen. Der ursprünglich positive Konjunkturausblick in Deutschland bröckelte. Statt 1 % Wachstum erwartet die Bundesregierung nur noch 0,5 %. Insbesondere die konjunkturabhängigen Unternehmen aus der Chemiebranche, dem Maschinen- und Automobilbau müssen damit weiter auf Besserung warten. Insgesamt aber bleibt das Gewinnniveau gut. Siemens punktet weiterhin durch seine führende Rolle bei der Digitalisierung der Industrie und Siemens Energy setzt seine Aufholjagd an der Börse fort: „Dank prall gefüllter Auftragsbücher im Bereich der Stromnetze und einer Stabilisierung im Windgeschäft wurde Siemens Energy zum Sinnbild für die Chancen der globalen Energiewende“, erklärt Experte Beer. Auch die Banken in Deutschland (Commerzbank, Deutsche Bank) und in Europa (BBVA, BNP Paribas und Unicredit) liefen sehr ordentlich an der Börse.
Emerging Markets mit Aufholpotenzial
Asiatische Länder werden weitgehend mit Öl und Gas über Hormus beliefert. Entsprechend kam es zu Engpässen bei der Versorgung und zu Einschränkungen. Auch die Börsen der wachstumsstarken Schwellenländer mussten nach einer zuvor hervorragenden Bilanz zwischenzeitliche Einbußen verkraften. Inzwischen stehen die Zeichen in Korea oder Taiwan auf Erholung, denn die wichtigsten Player wie Samsung Electronics oder TSCM profitieren weiterhin von der KI-Euphorie. Allein das besonders hart getroffene Indien bleibt noch etwas zurück, obwohl das Land mit Wachstumsraten über 6 % am stärksten prosperiert. Die Bewertungen in Asien liegen ebenso wie in Europa deutlich unter den US-Märkten: „Entsprechend ist bei einer zeitnahen Lösung in Europa und vor allem in Asien eine Erholungsrally möglich“, erklärt Lars Murek. Deutlich weniger leidet hingegen Lateinamerika unter der globalen Sicherheitslage. Im Gegenteil: Der Rohstoffreichtum, die strukturellen Verschiebungen in globalen Lieferketten und neue geopolitische Partnerschaften steigern die Bedeutung der Region.
Investiert bleiben mit ETFs und Fonds
Der Ausblick für die kommenden Monate bleibt trotz der relativen Ruhe an den Märkten mit Unsicherheit behaftet. Er hängt entscheidend ab von der Dauer des Krieges im Iran und seinen Auswirkungen auf die Energiepreise, von der Entwicklung der Inflation und der Reaktion der Zentralbanken. „Sparpläne sollten in jedem Fall fortgesetzt werden“, erklärt Robert Halver von der Baader Bank. Dafür stehen bei comdirect über 2.000 kostengünstige ETFs von renommierten Anbietern zur Verfügung. Dazu gehören ETFs auf alle gängigen globalen Indizes und ihre nachhaltigen Pendants, etwa den MSCI World Index von MSCI World All World Index oder den in diesem Jahr aufgelegten comdirect S&P All World State Street UCITS ETF ACC. Anlegerinnen und Anleger können aber auch ETFs wählen, die auf Branchen, Länder oder Regionen setzen. Zu den erfolgreichsten gehörte in jüngerer Vergangenheit in Europa der iShares Edge MSCI Europe Momentum Factor UCITS ETF – EUR ACC. Auch Produkte für den japanischen Markt, etwa der Amundi Japan TOPIX II UCITS ETF – EUR DIS, erzielten gute Performances. Mit Blick auf die Wachstumschancen in den Emerging Markets bieten sich Schwellenländer-ETFs an. Die asiatischen Märkte können Anlegende etwa über den Amundi MSCI Pacific ESG Broad Transition – USD DIS abdecken, der Amundi Amundi MSCI Em Latin America spiegelt die Wertentwicklung des MSCI Emerging Markets Latin America Index wider.
Auf breite Märkte oder einzelne Anlagesegmente können Anlegerinnen und Anleger auch mit aktiv gemanagten Fonds setzen. Der Fidelity Global Technology und der JPMorgan Investment Funds-Global Dividend Fund – A gehören zu den Fonds, die sich regelmäßig unter den Top Ten im comdirect Umsatzranking befinden. Ihre Schwerpunkte sind Technologiewerte beziehungsweise dividendenstarke Aktien. In Europa haben auf Sicht der vergangenen 5 Jahre der Alken Fund European Opportunities – EU1 EUR ACC und der M&G (Lux) European Strategic Value Fund – A USD ACC besonders gut abgeschnitten. Der JPMorgan Funds-Pacific Equity Fund – A USD und der Invesco Asian Equity Fund – A EUR konzentrieren sich auf asiatische Werte, der Amundi Latin America Equity A USD gehört zu den erfolgreichsten Lateinamerika-Fonds der vergangenen Jahre.

Über den Ursprung und den heutigen Nutzen der Börsenweisheit „Sell in May“ sprechen auch Martin Kerscher und Volker Schilling von Greiff Capital Management im comdirect Investment-Talk. Am besten gleich reinschauen.
Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 18.05.2026; Quelle: comdirect.de

