USA Börsen: Beflügelt dank US-Politik

Das weiße Haus
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Die US-Wirtschaft hat unter Joe Biden Schwung aufgenommen. Der Ausblick für Dow und NASDAQ bleibt positiv.

Die Börsianer waren mit Joe Bidens Wahl zum 46. US-Präsidenten durchaus zufrieden. Versprach er doch nach den erratischen Trump-Jahren mehr Stabilität und außenpolitische Kontrolle. Alle Hoffnungen wurden zwar nicht erfüllt. Aber mit einem zweistelligen Plus im Dow Jones und noch höheren Zuwächsen im Technologieindex NASDAQ 100 wurden die Erwartungen nicht enttäuscht. Das liegt vor allem an der zügigen Erholung der amerikanischen Wirtschaft, die deutlich schneller aufgeholt hat als etwa die europäische. Schon jetzt liegt das amerikanische Bruttoinlandsprodukt über dem Vorkrisenniveau. Und auch die Aussichten für das kommende Jahr bleiben gut. „Für 2022 erwarten wir ein Wachstum von 3,5 %“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Präsident musste Abstriche am Programm machen

In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit hat Biden, der von Trump im Wahlkampf als „Sleepy Joe“ verunglimpft worden war, viele Kritiker überzeugt. Er kämpfte engagiert für die Bekämpfung der Corona-Virus-Krise und kündigte ambitionierte Reformen an. Außenpolitisch setzte er auf Verbindlichkeit im Ton, aber durchaus Härte in der Sache gegenüber Russland, China und selbst der Europäischen Union. Das kam gut an: Bis in den Sommer hinein lagen die Zustimmungswerte zu seiner Amtsführung in den Gallup-Umfragen konstant über 50 %. Nach dem Desaster beim Abzug aus Afghanistan rutschten sie jedoch ab. Im September 2021 befürworteten 43 % der Befragten die politische Arbeit der Biden-Administration. Die Ablehnungsrate lag zum gleichen Zeitpunkt bei 53 %.

Zur nachlassenden Popularität des Präsidenten trug neben dem verunglückten Abzug aus Afghanistan vor allem der innerparteiliche Streit um das Infrastruktur-, Konjunktur- und Klimaschutzprogramm bei. Anfang November wurde zumindest das Infrastrukturprogramm über 550 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Das Konjunktur- und Klimaprogramm schmolz von 3,5 auf 1,75 Billionen US-Dollar zusammen. Diese Kürzung kommt bei Experten gut an. „Weniger ist mehr“, resümiert Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Hamburger Berenberg Bank. „Notwendig sind Investitionen in Klimaschutz, Infrastruktur und Bildung, nicht aber weitere Sozialschecks.“ Auch Vermögensverwalter Thomas Grüner hält eine langsame Gangart für angemessen: „Bei noch größten Summen gäbe es anhaltenden Streit um die Refinanzierung und um Steuererhöhungen.“

Gute Aussichten für 2022

Geldspritzen für Konsumausgaben sind kaum nötig. Denn die US-Verbraucher haben mehr Geld unter der Matratze oder auf dem Konto als vor der Krise. Die Regierung Trump tat nämlich alles, um die Bevölkerung trotz Pandemie im Wahljahr bei Laune zu halten. So lag im Jahr 2020 das Durchschnittseinkommen der Amerikaner dank der großzügigen Schecks der Regierung um 6 % über dem Vorjahr. Die Sparquote betrug im ersten Quartal 2021 sogar 21 % des verfügbaren Einkommens. Einiges von diesem Geld wurde im zweiten Quartal ausgegeben, als das US-Wachstum auf das Jahr hochgerechnet 6,7 % betrug. Der Rückgang auf 2 % im dritten Quartal ist für Schmieding zum einen auf das Ausbleiben weiterer Schecks im Sommer zurückzuführen. Gleichzeitig traf die Delta-Variante vor allem in den Südstaaten die USA weit stärker als andere Nationen.

Gleichwohl rechnet er für 2022 mit einem deutlichen Schub: „Wir erwarten ein Jahr mit mehr Wachstum und weniger Inflation.“ Dazu beitragen dürfte auch die weiterhin lockere Geldpolitik. Auf ihrer letzten Sitzung hat die US-Notenbank zwar die Drosselung ihrer Anleihenkäufe ab November angekündigt. Aber erst im kommenden Sommer wird die zusätzliche Liquidität auslaufen. Der Leitzins dürfte unter diesen Umständen erst gegen Jahresende 2022 erhöht werden – trotz einer Inflationsquote von aktuell über 5 %. Die Unternehmen haben Spielräume, um ihre Preise zu erhöhen. Diese Aussicht trägt zur aktuell positiven Einschätzung der Wirtschaftslage bei. So lagen die ISM-Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor zuletzt nahe an ihren Zehnjahres-Höchstständen.

Sehr gute Quartalszahlen

Chartanalyse Geyer
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Supermarktriese Walmart: Gekauft wird immer

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Von der lockeren Geldpolitik haben die amerikanischen Unternehmen trotz des schwächeren Wirtschaftswachstums auch im dritten Quartal profitiert. Rund 80 % der börsennotierten Aktiengesellschaften übertrafen mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen. Dazu gehören klassische zyklische Industrieunternehmen wie der Baumaschinenhersteller Caterpillar (WKN 850598), aber auch Konsumwerte wie Walmart (WKN 860853), das umsatzstärkste Unternehmen der Welt. Die günstige Liquiditätslage spricht zudem weiterhin für die starken Technologieunternehmen. Die Technologiebörse NASDAQ hat in den vergangenen Jahren vor allem dank der Performance der sogenannten FAANG-Aktien (Facebook/Meta (WKN A1JWVX), Amazon (WKN 906866), Apple (WKN 865985), Netflix (WKN 552484) und Google/Alphabet (WKN A14Y6F) noch stärker zugelegt als der Dow-Jones-Index. Und aktuell scheint der Trend anzuhalten, wie die Performance der FAANG-Aktien, aber auch die Kursanstiege von Aktien wie Tesla (WKN A1CX3T) oder Microsoft (WKN 870747) zeigen. „Die jüngsten Kapitalzuflüsse gingen größtenteils in große Indizes mit starkem Anteil an Growth-Aktien oder direkt in den Technologiesektor“, bestätigt Olivier de Berranger, Chief Investment Officer bei der französischen Fondsgesellschaft LFDE.

Breit investieren mit ETF und Fonds

Wer das Einzelrisiko vor allem bei hoch bewerteten Technologietiteln meiden und geballt in den amerikanischen Aktienmarkt investieren will, kann auf Investmentfonds und ETF-Indexfonds zurückgreifen. Unter den 25 Top‐Preis Fonds von comdirect, die ohne Ausgabeaufschlag im Sparplan oder in der Einmalanlage angeboten werden (alle Konditionen zu den Top-Preis Fonds finden Sie hier), gibt es einige mit US-Schwerpunkt. So setzen der AB SICAV I American Growth Portfolio – A (WKN 986838) und der Franklin U.S. Opportunities Fund – A USD ACC (WKN 937448) vorrangig auf amerikanische Wachstumswerte wie Amazon, Apple und Visa. Auch die global ausgerichteten Fonds Pictet-Global Megatrend Selection – P (WKN A0X8JZ) und Allianz Thematica (WKN A2AQF1) sind mit mehr als 50 % ihres Portfolios in den USA investiert.

Besonders kostengünstig können Anleger auch mit einigen der 140 Top-Preis ETFs von den sechs renommierten Partnern Amundi, Franklin Templeton, iShares, Lyxor, VanEck und Xtrackers weltweit in US-Indizes investieren. Bei den Top-Preis ETFs fällt im Sparplan ab 25 Euro kein Orderentgelt an (alle Konditionen zu den Top-Preis ETFs finden Sie hier). Zur Auswahl stehen u. a. der NASDAQ-ETF Amundi Index Solutions NASDAQ 100 (WKN A2H577), der Lyxor S&P 500 UCITS ETF (WKN LYX0FZ) und der besonders breit anlegende Amundi Index Solutions Russell 2000 UCITS ETF – EUR ACC (WKN A2H582). Auf nachhaltige Aktien können Anleger mit dem Lyxor MSCI USA ESG Leaders Extra (WKN LYX0YK) setzen.

Aktien, ETF und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 01.12.2021; Quelle: comdirect.de