Getränke Bier als schmackhaftes Investment

Close-Up: Ein Glas Bier wird gezapft
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Bars und Restaurants öffnen ihre Terrassen. Das bietet Chancen für börsennotierte Brauereien wie AB InBev oder Heineken.

Die Biergärten in Deutschland sind endlich wieder geöffnet. Die Normalität kehrt zurück. Dr. Jörg Lehmann, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes, hofft, dass für die deutsche Brauwirtschaft „eine der längsten Durststrecken ihrer Geschichte“ zu Ende geht. Von der neuen Normalität sollten kleine lokale Anbieter ebenso profitieren wie die großen börsennotierten Brauereien und ihre Aktien. Bier ist ein einfaches Produkt mit weltweit stabilem Absatz. In Deutschland lässt zwar seit der Jahrtausendwende der Bierdurst nach. Von rund 125 Litern pro Kopf und Jahr in der Spitze ist der Absatz im Corona-Jahr 2020 auf weniger als 95 Liter pro Kopf abgesunken. „Die Corona-Pandemie hinterlässt bei allen 1.500 Brauereien in Deutschland deutliche Spuren“, erklärt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes (DBB). Nach der Pandemie soll es 2022 wieder aufwärtsgehen. Und weltweit ist der Pro-Kopf-Verbrauch ohnehin tendenziell steigend.

AB InBev führt den Weltmarkt an

Aus Investorensicht ist der lokale Spezialist wenig interessant. Trotz großer Braukultur gibt es in Deutschland hauptsächlich Familienbetriebe und nur wenige börsennotierte Bierkonzerne. Am bekanntesten sind noch die Allgäuer-Brauhaus-Aktie (WKN 503550), die zu 90 % vom Oetker-Konzern kontrolliert wird, sowie die Kulmbacher Brauerei AG (WKN 700700), von der nur 4 % der Aktien im Streubesitz sind. International gilt das Motto „Big is beautiful“. Der weltweite Biermarkt wird von Konzernen wie AB InBev (WKN A2ASUV), Heineken (WKN A0CA0G) oder Carlsberg (WKN 861061) dominiert.

Der größte Brauereikonzern ist AB InBev aus Belgien mit einem Bierausstoß von rund 580 Millionen Hektolitern im Jahr 2020. Das entspricht einem Weltmarktanteil von rund 29 %. Der Konzernname ist weit weniger bekannt als die Produkte, die AB InBev verkauft: Beck’s ist die wichtigste deutsche Marke des Konzerns und wird weltweit in 110 Ländern vertrieben. Insgesamt umfasst das Portfolio rund 400 verschiedene Biermarken. In Deutschland ist AB InBev auch mit Corona, Pilsner Urquell, Stella Artois oder den Spezialitäten-Bieren der belgischen Leffe Brauerei vertreten. Laut der globalen Marktstudie BrandZ gehören acht der zehn wertvollsten Biermarken zum AB-InBev-Konzern, allen voran Budweiser mit einem kalkulierten Markenwert von allein 14,6 Milliarden Dollar.

Große Brauereikonzerne wie AB InBev erzielen zwei Drittel der Umsätze im Handel. Dieser Geschäftszweig war deutlich weniger von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen als der Absatz in Restaurants und Bars. Ausgehend vom schwachen Corona-Jahr 2020 erwarten Experten im Durchschnitt für AB InBev in den kommenden drei Jahren ein Umsatzwachstum von rund 7 % pro Jahr. Dabei soll der Gewinn sogar überdurchschnittlich um mehr als 20 % pro Jahr zulegen. Neben dem Fokus auf den Handel profitiert AB InBev von seinem starken Standbein in den Emerging Markets. Regional werden mehr als 60 % des Umsatzes in Schwellenländern erwirtschaftet.

Heineken bietet mehr als die Stammmarke

Die weltweite Nummer zwei unter den Brauereikonzernen ist Heineken (WKN A0CA0G). Der niederländische Konzern ist in mehr als 80 Ländern vertreten und erreicht mit einem Ausstoß von gut 220 Millionen Hektolitern pro Jahr einen Weltmarktanteil von 12 %. Neben der bekannten Marke Heineken gehören 300 weitere Biermarken zum Konzern, darunter in Deutschland Amstel Lager, Desperados oder auch Sol. Die Corona-Beschränkungen haben auch bei Heineken Spuren hinterlassen: Laut der Analystenschätzungen von FactSet wird Heineken wohl erst 2023 beim Umsatz wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Für den Gewinn sollte das schon 2022 gelingen.

Auf dem dritten Platz der europäischen Rangliste folgt Carlsberg (WKN 861061). Mit einem jährlichen Ausstoß von 112 Millionen Hektolitern liegt der dänische Brauereikonzern nach der in Deutschland kaum an der Börse gehandelten China Resources Breweries (WKN 884684) weltweit auf Platz vier. Der Weltmarktanteil macht immerhin noch fast 6 % aus. Bekannte Marken des Konzerns sind neben Carlsberg auch Astra, Holsten und Grimbergen.

Breit in Essen und Trinken investieren

Neben den Einzeltiteln ist auch ein breiter Einstieg in das Thema Getränke möglich. Im Lyxor Euro STOXX 600 Food & Beverages ETF (WKN LYX02J) ist das Lebensmittelunternehmen Nestlé (WKN A0Q4DC) ebenso vertreten wie der Getränkeproduzent Diageo (WKN 851247). AB InBev (WKN A2ASUV) ist mit rund 8 % die drittgrößte Position im ETF. Heineken (WKN A0CA0G) bringt es auf eine Gewichtung von gut 4 % (siebtgrößte Position) und Carlsberg auf 2,8 % (neuntgrößte Position). Die Gesamtkostenquote liegt bei diesem ETF bei 0,3 % pro Jahr.

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