Berkshire Hathaway Gewinn gestiegen

Berkshire Hathaway: Gewinn gestiegen
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Die Kasse bei Value‐Investor Warren Buffett quillt über. Aber der Starinvestor findet aktuell nur wenige Kaufgelegenheiten.

Warren Buffett hält seit 1965 erfolgreich an der Anlagestrategie seiner Investmentholding Berkshire Hathaway fest, die an Dutzenden Unternehmen der US‐Wirtschaft beteiligt ist. Im dritten Quartal 2019 konnte die Holding den Gewinn deutlich steigern. Buffett weitet seine Anlagen im Ausland und in der Technologiebranche aus. Für Übernahmekandidaten liegen aktuell 128 Milliarden US‐Dollar bereit. Allerdings entwickelten sich viele Traditionsunternehmen zuletzt unterdurchschnittlich, vor allem Kraft Heinz. Buffett und sein Kompagnon Charlie Munger sind weit jenseits der Pensionsgrenze. Das Unternehmen ist hoch bewertet und verzichtet traditionell auf Dividendenausschüttungen. Und schließlich haben europäische Anleger von der guten Kursentwicklung der Aktie aufgrund der Dollar‐Schwäche kaum profitiert.

Pro Berkshire Hathaway (WKN 854075)

  • Überzeugende Strategie: Warren Buffett gründete seine Holding Berkshire Hathaway vor 55 Jahren und investiert seither nach den Prinzipien des Value‐Investments. Heute besitzt die Holding rund 90 Unternehmen. Schwerpunkte sind Versicherungen, Eisenbahnen und Konsumgüterhersteller. Noch wertvoller sind die Aktienpakete, die Buffett an Unternehmen wie Wells Fargo, Coca‐Cola oder Apple hält. Die Berkshire‐Hathaway‐Hauptaktie ist heute mit rund 290.000 US‐Dollar die mit Abstand teuerste Aktie der Welt.
  • Nettoergebnis auf Rekordhöhe: Im Gesamtjahr 2019 sank der operative Gewinn von Berkshire Hathaway um 3 % auf 24 Milliarden US‐Dollar. Das Nettoergebnis jedoch erreichte dank der kräftigen Kursgewinne einiger Aktienbeteiligungen (unter anderem Apple) einen neuen Rekordwert von 81,4 Milliarden US‐Dollar.
  • Neue Wege: Buffett hat in den vergangenen Jahren seine Anlagen breiter diversifiziert. Er investiert zunehmend auch in reife Technologie‐Unternehmen, die schwarze Zahlen schreiben. Seine wertvollste Beteiligung ist aktuell Apple. Auch bei Amazon ist er im vergangenen Jahr eingestiegen. Zudem weitet er seine Aktivitäten auch international aus.
  • Große Reserven: Unternehmen sind sehr teuer geworden. Deshalb findet selbst eine Spürnase wie Warren Buffett aktuell nur wenige Kaufgelegenheiten. Zuletzt saß der legendäre Anleger auf einem Bargeldbestand von rund 128 Milliarden Dollar. Für die nächste große Investmentchance ist er bestens gerüstet.

Contra Berkshire Hathaway (WKN 854075)

  • Old Economy bleibt zurück: Buffett hat vor allem mit Apple im Hightech‐Sektor gut verdient. Dennoch ist er dort unterrepräsentiert. Als Belastung hat sich zuletzt der hohe Anteil am Konsumkonzern Kraft Heinz erwiesen, dessen Fusion er 2015 selbst betrieben hat. Kursverluste bei Kraft Heinz und Schwächen bei anderen Old‐Economy‐Unternehmen haben dazu beigetragen, dass Berkshire Hathaway 2019 schwächer als der breite S&P-Index abschnitt.
  • Nachfolge: Warren Buffett wird in diesem Jahr 90 Jahre alt. Sein Kompagnon Charlie Munger ist bereits 96. Lange werden sie nicht mehr an der Spitze des Unternehmens stehen können. Die potenziellen Nachfolger sind zwar im Unternehmen erprobt und eingearbeitet. Sie müssen trotzdem den Märkten beweisen, dass sie den Spürsinn der Altmeister haben.
  • Hohe Bewertung: Buffett selbst mag dividendenstarke Aktien. Seine Holding jedoch zahlt keine Dividenden oder andere Gewinnbeteiligungen aus. Wenn die Kursgewinne stimmen, verzeihen das Aktionäre gerne. Bei anhaltender Underperformance aber wird die Stimmung schlechter – zumal auch das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2020 bei gut 19 und damit über dem Marktniveau liegt.
  • Europäische Anleger vor Währungsfrage: Berkshire Hathaway zieht seit vielen Jahren relativ konstant ihre positiven Kreise – in US‐Dollar. Große Überraschungen drohen deutschen Anlegern aber von der Wechselkursfront. Wenn der Euro erstarkt, müssen sie Währungsverluste in Kauf nehmen. Angesichts der sinkenden Zinsen in den USA und der zulegenden Konjunktur in Europa ist das 2020 nicht unwahrscheinlich.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 11.03.2020; Quelle: comdirect.de