Berkshire Hathaway Buffetts Nachfolger ist nun bekannt

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Die Gewinne bei Berkshire Hathaway steigen an. Die Kasse quillt trotz Aktienrückkäufen über.

Warren Buffett hält seit 1965 erfolgreich an der Value-Anlagestrategie seiner Investmentholding Berkshire Hathaway fest. Im dritten Quartal 2021 konnte die Holding den Gewinn deutlich steigern. Buffett profitiert von seinem großen Anteil an Apple. Allerdings hat Buffett zunehmend Probleme, interessante Kaufkandidaten zu finden. Das Versicherungsgeschäft entwickelte sich zuletzt unterdurchschnittlich. Die Buffett-Nachfolge ist zwar inzwischen geregelt, aber ohne sein Charisma wird dem Unternehmen dereinst einiges fehlen. Die Aktie von Berkshire Hathaway ist zudem aktuell recht hoch bewertet.

Pro Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2)

  • Breite Aufstellung: Warren Buffett besitzt über seine Holding Berkshire Hathaway rund 90 Unternehmen, insbesondere Versicherungen, Eisenbahnbetreiber und Konsumgüterhersteller. Ein weiterer Schwerpunkt sind Aktienbeteiligungen an rund 50 Unternehmen. Mit seiner Strategie des Value-Investings erzielte Buffett über fast sechs Jahrzehnte hinweg überdurchschnittliche Renditen.
  • Höhere Gewinne: Berkshire Hathaway hat im dritten Quartal 2021 deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis für die drei Monate bis Ende September 2021 lag bei rund 6,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 %. Viele Unternehmen der Holding profitierten von der Wiedereröffnung der US-Wirtschaft, insbesondere die Sparten Eisenbahn und Energie.
  • Profit mit Apple: Wer „B“ wie Buffett kauft, erwirbt auch „A“ wie Apple – der legendäre Investor besitzt nahezu eine Milliarde Apple-Aktien im Gesamtwert von mehr als 150 Milliarden Dollar. Wenn sich Apple wie Anfang Dezember zu neuen Rekordhöhen aufschwingt, freuen sich Buffett und die Berkshire-Aktionäre.
  • Umfangreiche Aktienrückkäufe: Warren Buffett hat bei Berkshire Hathaway im dritten Quartal erneut 7,6 Milliarden US-Dollar in den Rückkauf eigener Aktien investiert. Seit Beginn des Jahres 2020 belaufen sich die Rückkäufe sogar auf 45 Milliarden Dollar. Der Gewinn des Unternehmens verteilt sich damit auf deutlich weniger Papiere. Das steigert den Wert jeder einzelnen Aktie.

Contra Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2)

  • Große Reserven: Die Bewertungen vieler Unternehmen sind in den zurückliegenden Jahren stark gestiegen. Deshalb findet Warren Buffett schon seit geraumer Zeit wenige Kaufgelegenheiten an der Börse. Trotz der hohen Aktienrückkäufe lag der Cash-Bestand Ende September bei einem neuen Rekord von 149 Milliarden US-Dollar. Das kann kaum eine Dauerlösung sein.
  • Schwaches Versicherungsgeschäft: Neben Eisenbahnen gehören Versicherungen zum Kernbestand von Berkshire Hathaway. Das Versicherungsgeschäft hat im dritten Quartal Verluste nach Steuern in Höhe von 784 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Grund waren höhere Verluste im Lebensrückversicherungsgeschäft und 1,7 Milliarden Dollar für Schäden aus Katastrophenereignissen.
  • Nachfolge: Warren Buffett wird in diesem Jahr 92 Jahre alt, sein Kompagnon Charlie Munger ist bereits 98. Lange werden sie also nicht mehr an der Spitze des Unternehmens stehen können. 2021 hat Buffett mit Greg Abel seinen Nachfolger designiert. Er ist zwar renommiert und seit Langem bei Berkshire aktiv. Die Aura von Buffett allerdings würde aber erst einmal fehlen.
  • Hohe Bewertung: Buffett selbst mag dividendenstarke Aktien. Seine Holding jedoch zahlt keine Dividenden oder andere Gewinnbeteiligungen aus. Das wird nur bei ordentlichen Kursgewinnen von den Aktionären akzeptiert – zumal das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 25 und damit über dem Marktniveau liegt.

Über Berkshire Hathaway

Als Schüler des legendären Value-Investors Benjamin Graham war Warren Buffett bereits ein erfahrener Value-Investor, als er 1962 die Kontrolle der Textilfabrik Berkshire Hathaway übernahm. In den folgenden Jahren baute er das Unternehmen in eine Holding um, verlagerte den Schwerpunkt ins Versicherungsgeschäft und kaufte weitere Unternehmensbeteiligungen zu. Heute enthält das Portfolio von Berkshire Hathaway rund 90 Unternehmen. Zu den Schwerpunkten gehören das Versicherungsgeschäft, Medien und das größte Schienennetz Nordamerikas sowie Produktion und Vertrieb von Bekleidung, Schuhen und Süßigkeiten.

Schon in den 1980er-Jahren investierte Buffett in den Aufbau größerer Aktienbestände von Coca-Cola und American Express. Bei beiden Unternehmen ist er heute noch als Aktionär vertreten. Insgesamt ist er mit größeren Aktienpaketen aktuell an rund 50 Unternehmen beteiligt. Über viele Jahre machte Buffett dabei einen weiten Bogen um Technologieaktien. Das hat sich im vergangenen Jahrzehnt geändert. Im Jahr 2016 erwarb Buffett erstmals Apple-Aktien. Inzwischen hält er knapp eine Milliarde Aktien des Konzerns im Gesamtwert von über 150 Milliarden Dollar. Apple machte damit zuletzt rund 40 % des Gesamtwertes in den Aktienbeständen von Berkshire Hathaway aus. Unter den gewichtigsten Beteiligungen befinden sich zudem Kraft Heinz, Coca-Cola, American Express und Bank of America.

Seit dem Jahr 1965 hat Buffett mit Berkshire Hathaway seinen Anlegern überdurchschnittliche Renditen beschert. Die Hauptversammlungen des Unternehmens sind berühmt für Buffetts scharfsinnige und humorvolle Kommentare. Die Versammlungen, zu denen 40.000 Aktionäre pilgern, werden von vielen auch als „Woodstock für Kapitalisten“ bezeichnet. Zuletzt fanden sie zweimal in Folge online statt live statt. Buffett und sein Stellvertreter Charlie Munger werden in diesem Jahr 92 respektive 98 Jahre alt. Im Jahr 2021 gab Buffett mit Greg Abel den Namen seines Nachfolgers bekannt. Die Aktien von Berkshire Hathayway sind mit einem Preis von rund 420.000 Dollar die teuersten Anteilscheine der Welt. Allerdings gibt es auch B-Aktien, rund 320 Dollar kosten.

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