Bayer Konzentration aufs Kerngeschäft

Bayer: Konzentration aufs Kerngeschäft
Rathke via Getty Images/iStockphoto

Der Umsatz des Leverkusener Konzerns steigt nach dem Monsanto‐Kauf an. Die Prozesse um Glyphosat belasten aber weiterhin.

Bayer ist durch den umstrittenen Zukauf von Monsanto Weltmarktführer in der Agrarchemie. Der Konzernumsatz legte zuletzt deutlich zu. Die Aktie ist weiterhin niedrig bewertet und weist eine üppige Dividendenrendite aus. Kein einziger Analyst votiert für den Verkauf der Aktie. Allerdings sorgt die Übernahme von Monsanto für anhaltende Prozess‐ und Reputationsrisiken. Die Verschuldung ist weiterhin hoch und die Agrarchemie außerhalb des amerikanischen Kontinents hat noch Potenzial nach oben.

Pro Bayer (WKN BAY001)

  • Weltmarktführer in der Agrarchemie: Der einstige klassische Mischkonzern Bayer konzentriert sich nach der Trennung von den Kunststoffen auf die beiden verwandten Sparten Pharma und Healthcare sowie auf die Agrarchemie (Crop Science). In der Agrarchemie ist der Leverkusener Konzern nach der umstrittenen Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Monsanto unangefochtener Weltmarktführer.
  • Steigende Umsätze und Gewinne: Dass die Umsätze von Bayer nach dem Monsanto‐Deal im Gesamtjahr 2019 um rund ein Viertel gestiegen sind, erstaunt nicht. Aber auch nach der Bereinigung um Währungs‐ und Portfolioeffekte legte der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 3,5 % auf 43,5 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn (EBIT) stieg um eine Milliarde Euro auf 7,0 Milliarden Euro.
  • Günstige Bewertung: Die Bayer‐Aktie ist nach der durchwachsenen Kursentwicklung der vergangenen Jahre im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt niedrig bewertet. Das Kurs‐Gewinn‐Verhältnis 2020 liegt bei rund sieben und damit unter dem DAX-Durchschnitt. Die Dividendenrendite notiert bei rund 5,7 % und gehört damit zu den Top Ten im DAX.
  • Optimismus bei den Experten: Die Analysten sehen die Bayer‐Aktie weiterhin positiv. Von 18 Einschätzungen lautet aktuell eine Mehrheit von 13 auf „Kauf“, fünf Experten sehen die Aktie als „Halte‐Position“, kein einziger optiert für den Verkauf. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 72 % und die Aktie befindet sich mit diesem Wert in der Spitzengruppe des DAX.

Contra Bayer (WKN BAY001)

  • Image‐ und Prozessrisiken: Bei den Anlegern ist die 63 Milliarden US‐Dollar teure Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Monsanto nicht gut angekommen. Denn Bayer hat sich damit mehr als 48.000 Klagen rund um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat ins Haus geholt. Aktuell gibt es Gerüchte um einen Vergleich. Er würde Bayer zwischen 10 und 20 Milliarden US‐Dollar kosten.
  • Verhaltener Ausblick: Bayer hat angekündigt, den Umsatz 2020 vor Wechselkurs‐ und Portfolioeffekten um drei bis vier Prozent auf etwa 44 bis 45 Milliarden Euro steigern und auch beim operativen Gewinn leicht zulegen zu wollen. Analysten hatten aber mehr Optimismus für die Zukunft erwartet, zumal die Prognosen auch noch unter den Vorbehalt der Entwicklung der Coronakrise gestellt wurden.
  • Hohe Verschuldung: Der Monsanto‐Kauf und die Umstrukturierung lasten auf der Konzernbilanz. Die Nettofinanzverschuldung von Bayer lag am Jahresende 2019 bei rund 34,1 Milliarden Euro.  Das könnte sich mittelfristig auf das Unternehmensrating auswirken. Der Ausblick ist bei zwei der drei großen Ratingagenturen negativ.
  • Regionale Unterschiede bei der Agrarchemie: Im Bereich Crop Science liefen die Geschäfte zuletzt sehr unterschiedlich. Zuwächsen auf dem amerikanischen Kontinent standen deutliche Umsatzverluste im Rest der Welt entgegen: In Europa/Nahost/Afrika ging der bereinigte Umsatz um 1,9 % auf 4,17 Milliarden Euro zurück. In der Region Asien/Pazifik gab er um 5,7 % auf 1,83 Milliarden Euro nach.

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