Baubranche Corona-Krise hat wenig Auswirkungen

Zwei Männer auf einer Baustelle
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An vielen Baustellen wurde auch während des Lockdowns weitergearbeitet. Der Auftragsbestand bleibt hoch.

Bis zur Corona-Krise war am Bau die Welt in allerbester Ordnung. Im Februar lagen die Umsätze im Bauhauptgewerbe um 10 % über dem Vorjahresniveau. Da auch der Januar ein Boom-Monat war, stiegen die Erlöse laut Statistischem Bundesamt in diesen beiden Monaten sogar um 11 %. Diese Entwicklung führte zu einem Plus bei den Beschäftigten um 2,3 %. Gut möglich, dass im Shutdown einige dieser Neueingestellten zwischen­zeitlich in Kurzarbeit mussten. Größere Entlassungen sind aber unwahrscheinlich, denn der Mangel an Fachkräften am Bau ist ein großes Problem, der das Wachstum in der konjunkturstarken Zeit bremste. Im Jahr 2019 setzte das Bauhauptgewerbe hierzulande rund 135 Milliarden Euro um, womit der Bereich eine wichtige Rolle bei der Konjunkturentwicklung des Landes spielt.

Der Bedarf an neuen Wohnungen bleibt vorhanden

Am Bau lief es auch während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen hierzulande munter weiter. Nahezu alle Firmen der Branche setzten ihre Arbeit fort, da noch zahlreiche Aufträge fertigzustellen waren und auch die Lieferketten nicht nachhaltig unterbrochen wurden. Zwar füllen sich nach Aussagen des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) die Auftragsbücher der Branche nicht mehr ganz so schnell. Kaum verwunderlich – aber der Bedarf an neuen Wohnungen in den wichtigsten europäischen Ländern und vor allem in Deutschland ist ungebrochen. „Zudem hat sich im Boom der vergangenen Jahre vielerorts ein dickes Auftragspolster gebildet, das nun als Puffer zumindest einen kurzfristigen Rückgang beim Auftragseingang abfedern kann“, sagt Roger Peeters, Co-Geschäftsführer beim Fondsberater pfp Advisory. „Sollte es nicht zu einem länger währenden wirtschaftlichen Einbruch kommen, könnte dieser Sektor sogar vergleichsweise schnell in den alten Wachstumspfad zurückkehren.“

Dass es „auf dem Bau“ 2020 im Gegensatz zu anderen Industrien eher wenig Einschränkungen gibt, ist auch am STOXX Europe 600 Construction & Materials Index abzulesen. Der Branchenindex der größten europäischen Unternehmen des Sektors brach zwar wie viele andere im Corona-Crash massiv ein, holte aber bereits rund drei Viertel der Pandemie-Verluste wieder auf. Index-Schwergewicht ist die Aktie der französischen Vinci (WKN 867475). Als einer der größten Baukonzerne der Welt hält das Unternehmen in Frankreich mehr als die Hälfte aller Autobahnkonzessionen und ist im Geschäft mit Flughäfen, Straßen und Schienenwegen, Parkhäusern und Stadien in rund 20 Ländern engagiert. Es folgen der irische Baustoffhersteller CRH (WKN 864684) und der Schweizer Bauzulieferer Sika (WKN A2JNV8).

Aus Deutschland sind mit HeidelbergCement (WKN 604700) und Hochtief (WKN 607000) zurzeit zwei Werte im europäischen Auswahlindex enthalten. HeidelbergCement sieht Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe gestärkt aus der Krise hervorgehen. Das Unternehmen rechne in den kommenden Monaten mit erheblichen fiskalischen Anreizen durch die Corona-Krise, wovon der Zementhersteller auf mittlere Sicht profitieren sollte. Hochtief hat sich in den vergangenen Jahren von einem Bau- zu einem Infrastrukturkonzern gewandelt, der die Krise etwas deutlicher spürt. Ablesbar war dies an den Zahlen für das erste Quartal, die Mitte Mai veröffentlicht wurden. Der bereinigte Gewinn ging im Jahresvergleich um rund 7 % auf 123,7 Millionen Euro zurück. Dies lag auch am US-Geschäft, das eine große Bedeutung für den Konzern hat.

Per ETF in den Markt investieren

Für Anleger, die das Einzelaktienrisiko scheuen, bietet sich auch ein ETF auf den STOXX Europe 600 Construction & Materials Index (WKN ETF065) an. Er wurde vom Anbieter ComStage, der inzwischen von Lyxor übernommen wurden, initiiert. Der Indexfonds ist voll replizierend, er schüttet einmal pro Jahr die aufgelaufenen Dividenden aus. Die Total Expense Ratio (TER) beträgt 0,25 %.

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