BASF Hohe Dividende in Sicht

Ludwigshafen, Deutschland – Fabrik des Chemiekonzerns BASF SE
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Für 2019 will BASF im Juni die Dividende auf 3,30 Euro anheben. Das Corona-Jahr 2020 wird aber schwierig werden.

BASF ist breit diversifiziert und mit einem Umsatzplus in das Jahr 2020 gestartet. Mit Übernahmen und Investitionen investiert der Konzern in Zukunftsmärkte. In den Emerging Markets liefen die Geschäfte überdurchschnittlich gut. Die Dividendenrendite gehört zu den höchsten im DAX. Allerdings war die Gewinnentwicklung schon im Jahr 2019 schwach. Dieser Trend hat sich zuletzt fortgesetzt und im Zuge der Corona-Krise musste der Vorstand die bisherigen Prognosen streichen. Das Öl- und Gasgeschäft wirkt sich in Zeiten niedriger Ölpreise belastend aus und die Analysten sind zurzeit wenig optimistisch.

Pro BASF (WKN BASF11)

  • Breit aufgestellt: BASF ist in den sechs Kernsegmenten Chemikalien, Kunststoffe, Veredelungsprodukte, Functional Solution, Pflanzenschutz/Ernährung sowie Öl/Gas organisiert. Zu Beginn der Corona-Krise zeigte der Konzern mit seinem breit diversifizierten Portfolio Widerstandskraft. Der Umsatz stieg dank größerer Absatzmengen im Vergleich zum Vorjahr um 7 % auf 16,8 Milliarden Euro.
  • BASF investiert in die Zukunft: Mitte 2019 schloss der Konzern die Integration von Agrarsparten des Konkurrenten Bayer ab. Zudem wächst BASF in China schneller als die Konkurrenz und wird bis 2022 rund zehn Milliarden US-Dollar in der Provinz Guangdong investieren. Schließlich wird BASF mit Anlaufen der Produktion in Finnland und Deutschland als einziger Konzern Batteriematerialien in Asien, Nordamerika und Europa fertigen.
  • Umsatzplus in Emerging Markets: Außerhalb der großen Märkte Nordamerika, Europa und Asien hat BASF seit 2019 Rückenwind. Der Umsatz der Gesellschaften mit Sitz in der Region Südamerika, Afrika und Naher Osten nahm gegenüber 2018 um 14 % auf 3,8 Milliarden Euro zu. In lokaler Währung übertraf er den Vorjahreswert sogar um 18 %. Vor allem im Segment Agricultural Solutions gelang BASF eine deutliche Umsatzsteigerung.
  • Attraktive Ausschüttung: Das Unternehmen steigert regelmäßig die Ausschüttungen und gehört seit Jahrzehnten zu den stabilsten Dividendenwerten im DAX. Für das Jahr 2019 will BASF trotz eines operativen Gewinnrückgangs die Dividende um 10 Cent auf 3,30 Euro pro Aktie erhöhen. Sie soll nach der virtuellen Hauptversammlung am 18. Juni ausgeschüttet werden. Die Dividendenrendite liegt nach dem Kursverfall der Aktie bei 6,8 %.

Contra BASF (WKN BASF11)

  • Schwache Gewinnentwicklung: Schon vor der Corona-Krise litt BASF unter der schwachen internationalen Konjunktur. Der Umsatz des Konzerns ging im Gesamtjahr 2019 um 1,5 % auf 59,3 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn schrumpfte sogar um 32 % auf 4,0 Milliarden Euro. Dieser Negativtrend setzte sich im 1. Quartal 2020 fort. Der operative Gewinn (bereinigtes EBIT) sackte um 1,6 % auf 1,6 Milliarden Euro ab.
  • Ausblick gestrichen: Schon zwei Monate nach dem bereits bescheidenen Jahresausblick 2020 hat BASF Ende April die Prognose gestrichen. Der ursprünglich angepeilte Umsatz von 60 bis 63 Milliarden Euro und der operative Gewinn von 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro hält die Konzernspitze für nicht mehr erreichbar. Neue Ziele sind noch nicht definiert und sind stark vom Verlauf des 2. Quartals abhängig.
  • Belastendes Ölgeschäft: In Zeiten hoher Ölpreise profitierte BASF von der Öltochter Wintershall DEA, die für eine stabile Versorgung mit Rohöl und ordentliche Gewinnbeiträge sorgte. Auf mittlere Sicht ist die starke Stellung im Ölgeschäft nach dem Zusammenbruch der Preise jedoch eher eine Belastung. Insbesondere im Geschäftsjahr 2020 muss mit einem Minus in der Sparte gerechnet werden.
  • Verhaltene Experten: BASF ist in der jüngeren Vergangenheit in der Gunst der Analysten deutlich gesunken. Von 18 Experten setzen zurzeit 14 und damit mehr als zwei Drittel die Aktie auf „Halten“. Nur drei empfehlen zurzeit einen „Kauf“. Zwar gibt es auch nur eine „Verkaufsempfehlung“. Aber mit 11 % liegt der comdirect Analystenscore deutlich unter den Werten der Vergangenheit.

Über BASF

Der Chemiekonzern BASF SE ist seit der Auflage des Deutschen Aktienindex (DAX) im Jahr 1988 als ständiges Mitglied im Auswahlindex vertreten. Am Hauptsitz in Ludwigshafen und in weltweit mehr als 80 Ländern beschäftigt das Unternehmen knapp 120.000 Mitarbeiter. Die heutige BASF geht auf die Badische Anilin- und Sodafabrik zurück, die 1865 im nahe gelegenen Mannheim gegründet wurde. Von 1925 bis 1952 war BASF Teil der I.G. Farben AG.

BASF gehört seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Chemieunternehmen mit einem der umfangreichsten Produktportfolios. Dazu zählen Industriechemikalien für die Automobil-, Elektro-, Chemie- und Bauindustrie, Produkte für die Agrar- und Pharmabranche sowie die Öl- und Gasförderindustrie. Hier ist der Konzern mit der Tochter Wintershall DEA auch in der Exploration, der Förderung und dem Transport, der Speicherung und dem Handel mit Erdgas und Erdöl aktiv.

Seit 2018 ist Martin Brudermöller Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Unter seiner Führung ordnete BASF zum Jahreswechsel 2018/2019 die Struktur neu: Jetzt ist der Konzern in den sechs Segmenten Chemikalien, Kunststoffe, Veredelungsprodukte, Functional Solution, Pflanzenschutz und Ernährung sowie Öl und Gas organisiert. Die Segmente sind weitgehend unternehmerisch selbstverantwortlich.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 03.06.2020; Quelle: comdirect.de