AXA Steiler Anstieg beim Gewinn

AXA: Neu aufgestellt
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Der Versicherungskonzern hat im ersten Halbjahr 2021 seinen Ertrag fast verdoppelt. Die katastrophale Juli-Flut wird sich aber negativ bemerkbar machen.

Der französische AXA-Konzern gehört zu den größten Versicherern weltweit. Im ersten Halbjahr 2021 stiegen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr an, der Gewinn hat sich sogar annähernd verdoppelt. Das Unternehmen zahlt hohe Dividenden und ist attraktiv bewertet. Bei den Analysten gehört die Aktie zu den beliebtesten im Euro STOXX 50. Ohne negative Währungseinflüsse wäre das Konzernergebnis allerdings noch positiver ausgefallen. Die Verschuldung liegt nach den Übernahmen in der Vergangenheit weiterhin auf hohem Niveau. In der Schadensparte drohen aufgrund der zunehmenden Naturkatastrophen zusätzliche Belastungen. Die anhaltende Niedrigzinsphase macht es zudem schwierig, ältere Garantieverzinsungen zu erwirtschaften.

Pro AXA (WKN 855705)

  • Breite internationale Aufstellung: AXA gehört zu den größten Versicherungen und Finanzdienstleistern der westlichen Welt. Die Franzosen bieten in den USA, Europa und Asien Personen- und Lebensversicherungen, Schaden- und Unfallversicherungen an. Dazu kommen Vermögensverwaltung, Bank- und Immobiliendienstleistungen.
  • Überproportionaler Gewinnanstieg: Im ersten Halbjahr 2021 steigerte AXA den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3 % auf 53,9 Milliarden Euro. Weit überproportional legte dagegen der Gewinn zu. Gegenüber dem von der Corona-Virus-Pandemie stark gezeichneten Vorjahreszeitraum stieg er um 93 % auf mehr als 3,6 Milliarden Euro an.
  • Attraktive Bewertung: AXA gehört zu den dividendenstärksten Aktien im französischen CAC 40 und im Euro STOXX 50. Für das vergangene Jahr zahlte AXA 1,43 Euro aus. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 6,4 %. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2021 von rund acht ist der Versicherungskonzern im Vergleich zur europäischen Konkurrenz niedrig bewertet.
  • Optimistische Experten: AXA ist bei den Analysten weiterhin beliebt. Sieben von zehn Empfehlungen lauten zurzeit „Kaufen“, drei Experten sehen die Aktie als „Halte-Position“. Kein einziger hat die Aktie derzeit auf „Verkauf“ gesetzt. Der comdirect Analystenscore liegt bei überzeugenden 70 %.

Contra AXA (WKN 855705)

  • Währungsrelationen mit negativem Einfluss: Die Entwicklung des Euro machte dem AXA-Konzern im ersten Halbjahr 2021 zu schaffen. Ohne Währungseinflüsse wäre der Umsatz um 7 % statt um 3 % höher ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. Auch der Gewinn wäre mit einem Plus von 101 % mehr als doppelt so hoch ausgefallen wie im Vorjahr.
  • Abhängigkeit von Frankreich: Auch wegen der Währungseffekte stagnierte der AXA-Umsatz in vielen Weltregionen. In Asien legte er um 1 % zu, in Europa und in den USA blieb er konstant. In Afrika und Lateinamerika gab es sogar ein Minus von 10 %. Kompensiert wurden diese Zahlen in Frankreich: Im Heimatmarkt stiegen die Erlöse rasant um 13 % auf 14,2 Milliarden Euro.
  • Flut wird Geld kosten: Noch stehen die exakten Kosten der Flutkatastrophe vom Juli nicht fest, die Deutschland, Belgien und andere europäische Länder getroffen hat. AXA rechnet mit rund 400 Millionen Euro unvorhergesehenen Extrakosten im Bereich der Schadensversicherung. Das wird sich auf das Gesamtjahresergebnis negativ auswirken.
  • Langfristige Auswirkungen der Niedrigzinsphase: Auch AXA macht der anhaltende Niedrigzins Probleme. Renten- und Kapitallebenspolicen aus der Zeit vor der Jahrtausendwende müssen weiter mit einer Verzinsung von bis zu 4 % bedient werden. Solche Renditen sind mit bonitätsstarken Anleihen nicht zu erwirtschaften.

Über AXA

Die AXA-Gruppe ist einer der größten internationalen Versicherungskonzerne und Vermögensmanager der Welt. Die Unternehmenswurzeln gehen bis in das Jahr 1816 zurück. Damals wurde die Mutuelle de l’Assurance contre l’Incendie als Feuerversicherung gegründet. 1978 erwarb das Unternehmen die Compagnie Parisienne de Garantie und 1982 die Drouot Group in Frankreich. Unter der Führung des langjährigen Vorsitzenden Claude Bébéar benannte sich das Unternehmen 1985 in AXA um.

Nach der Konsolidierung in Frankreich expandierte Bébéar und setzte auf Internationalisierung. 1997 übernahm AXA die 1839 in Köln gegründete Colonia-Versicherungsgruppe. 2006 kaufte AXA die schweizerische Winterthur von der Credit Suisse und erwarb damit auch die deutsche Tochter DBV. Im Jahr 2018 schließlich schloss AXA die Übernahme des amerikanischen Wettbewerbers XL Group ab. Damit erhöhte sich die Präsenz auf dem US-Markt deutlich und AXA stieg gleichzeitig zum Weltmarktführer für Schadensversicherungen im Industriesektor auf. Durch die komplette Übernahme von AXA Tianping baute AXA auch die Marktposition in China aus.

International ist AXA inzwischen auf allen fünf Kontinenten in 64 Ländern vertreten und hat mehr als 100 Millionen Kunden im Personen- und Unternehmensgeschäft. Die Schwerpunkte liegen in Westeuropa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Bei rund 120.000 Mitarbeitern erwirtschaftete AXA selbst im von der Pandemie geprägten Krisenjahr 2020 einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Euro. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 57 Milliarden Euro gehört AXA zu den Eckpfeilern im französischen CAC 40 und ist außerdem im Euro STOXX 50 vertreten. Rund zwei Drittel der Aktien befinden sich im Streubesitz.

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