Autoaktien – In einer Fabrik arbeiten Roboterarme an einer Reihe von Neuwagen
Autoaktien – In einer Fabrik arbeiten Roboterarme an einer Reihe von Neuwagen
© jeson via Adobe Stock

Deutsche Autoaktien: Aufholpotenzial bei Elektroantrieb

  • Die Automobilwirtschaft steht vor zahlreichen Herausforderungen.
  • Mercedes, BMW und Volkswagen sind weiterhin günstig bewertet.
  • In den USA sind konventionelle Antriebe immer noch sehr gefragt.

Früher war alles einfacher. In Frankfurt kamen die Branchenfachleute aus aller Welt zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) zusammen. Zahlende Zuschauende versammelten sich ehrfürchtig vor den Neuerscheinungen von Mercedes, BMW oder Porsche und orderten wenig später ihre Traumfahrzeuge. Inzwischen ist die Messe nach München umgezogen und heißt IAA Mobility. Ab dem 9. September versammeln sich in diesem Jahr die Profis auf einem Messegelände und diskutieren. Dabei geht es aber weniger um PS-Zahlen, sondern um neue Ladetechnologien und die Pläne für die Vernetzung der Mobilität der Zukunft. Das Publikum feiert derweil kostenlos in der Innenstadt bei Open-Air-Konzerten und Multimedia-Shows und probiert alles aus, was es an neuen Rädern, Rollern und Technologien gibt.

Vielfältige Herausforderungen für die Automobilwirtschaft

Mobilität ist bunt geworden. Und so vielfältig wie das Angebot für das Publikum in München sind auch die Herausforderungen für die deutsche Automobilwirtschaft. „China ist der wunde Punkt der deutschen Autobauer“, sagt Branchenexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer. Von dort kamen lange die hohen Gewinne, aktuell schmelzen sie dahin. Daneben sieht Frank Schwope, Branchenexperte und Lehrbeauftragter an der Berliner Fachhochschule des Mittelstands, aber auch noch weitere Herausforderungen: „Die erratische Politik mit über Nacht wegfallenden Prämien, den Aufbau von Know-how bei den Batterien, den Spagat zwischen dem Verbrennermarkt USA und der E-Mobilität in China sowie den Aufbau neuer Märkte in Südostasien – allein oder mit Kooperationspartnern.“

Diese Herausforderungen müssen die deutschen Autobauer gleichzeitig meistern. Das Kapital dafür wird weniger, denn die Gewinne gingen 2024 zurück und der Trend wird sich in diesem Jahr fortsetzen. Den Vergleich mit den Top-Jahren 2022 und 2023 hält Frank Schwope jedoch für falsch. Denn durch die damalige Chipknappheit beschränkten sich die Hersteller auf die besonders margenstarken Luxusautos und verzichteten nahezu komplett auf Rabatte. In Relation zum Vor-Corona-Jahr 2019 stünden Mercedes, BMW und Volkswagen gar nicht schlecht da: „Vom Untergang sind die deutschen Autobauer jedenfalls weit entfernt. Immerhin erzielen sie aktuell noch Milliardengewinne“, sagt Frank Schwope. Mit der Einigung auf 15 % Ausfuhrzölle in die USA ist zudem zumindest in der Zollbaustelle vorerst Ruhe eingekehrt.

Deutsche Autobauer erzielen weiterhin Milliardengewinne

Schwer hatte es zuletzt vor allem Mercedes-Benz. Das Konzernergebnis sackte von 6,1 Milliarden Euro im 1. Halbjahr 2024 auf rund 2,7 Milliarden Euro im 1. Halbjahr 2025 ab. Das lag vor allem an den US-Importzöllen, geringeren Absatzzahlen in China und Aufwendungen für Effizienzmaßnahmen. Die Konzentration aufs Luxussegment macht sich bei den Stückzahlen negativ bemerkbar. Den Rückzug aus dem Taxigeschäft, vor allem aber die Einstellung der Einsteigermodelle A-Klasse und B-Klasse halten viele Experten für strategische Fehler. Zwar gibt es unter den 10 bei comdirect veröffentlichten Analysten-Einschätzungen keine Verkaufsempfehlung. Aber mit 6-mal „Kauf“ und 6-mal „Halten“ schneidet Mercedes schlechter ab als die Luxuskonkurrenz von BMW (9-mal „Kauf“, 3-mal „Halten“). Der Grund: Der BMW-Konzern hat bei seiner Stammmarke auf eine Mehr-Antriebsstrategie gesetzt und im 1. Halbjahr 2025 einen Überschuss von über 4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Elektro-Generation der sogenannten „Neuen Klasse“, die auf der IAA Mobility vorgestellt wird, verspricht einen deutlichen Sprung nach vorn bei der Batteriekapazität und Ladegeschwindigkeit. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 8 und einer Dividendenrendite von 4,6 % ist BMW zudem niedrig bewertet.

Volkswagen hat zwar gravierende Probleme in China und ist im Land der Mitte von ehemals über 4 Millionen auf zuletzt 2,8 Millionen verkaufte Fahrzeuge zurückgefallen. Aber in Europa und Deutschland ist der Vielmarkenkonzern das Maß der Dinge – auch bei Elektroautos. Der Elektroabsatz des VW-Konzerns legte auf Konzernebene im 1. Halbjahr um satte 47 % auf 465.500 Fahrzeuge zu. In Deutschland sind 7 der 10 meistverkauften Autos Konzernmarken. „Volkswagen ist in der Vergangenheit häufiger spät auf Trends aufgesprungen, etwa bei Vans und Stadt-SUVs. Dann aber hat die Marke den Markt aufgerollt“, erklärt Branchenexperte Schwope. Ähnliches scheint bei Elektrofahrzeugen möglich. Mit einem KGV von rund 6 und einer Dividendenrendite über 5 % ist die Aktie im historischen Vergleich sehr günstig bewertet.

Toyota führt beim Absatz, Teslas Hoffnungsträger ist das autonome Fahren

Besser als die deutschen Autobauer hat sich zuletzt Toyota gehalten. Die Japaner haben den Platz als absatzstärkster Konzern längst wieder von Volkswagen zurückerobert und lagen 2024 mit rund 10,8 Millionen verkauften Autos um fast 2 Millionen vor den Wolfsburgern. „Toyota hat auf klassische Antriebe, Hybridtechnik und die Entwicklung der Feststoffbatterie gesetzt. Damit liegt der Konzern im Nachhinein ziemlich richtig“, sagt Frank Schwope. Die Aktie schnitt in den vergangenen 5 Jahren besser ab als die deutsche Konkurrenz und mit einer Marktkapitalisierung von rund 220 Milliarden Euro ist Toyota eindeutig die Nummer 1 unter den klassischen Automobilkonzernen. Höher bewertet ist nur noch Tesla. Mit der aktuell rückläufigen Absatz- und Gewinnentwicklung und der mageren Modellpalette ist das für die Experten nicht zu erklären. Das einzige Argument für Frank Schwope ist der bisherige, vermeintliche Vorsprung des Unternehmens von Elon Musk bei der nächsten Herausforderung – dem autonomen Fahren. Aber auch hier hat Tesla bisher die Erwartungen mit einigen schweren Unfällen bei Testfahrten enttäuscht.

Risiko streuen per ETF

Die Aktien von Herstellern und Zulieferern sind in den vergangenen 3 Jahren unter Druck gekommen. Wenn Anlegerinnen und Anleger auf eine Renaissance der europäischen Automobilwirtschaft setzen wollen, bietet sich eine Investition in den iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF an. Er bündelt die europäischen Unternehmen aus dem STOXX® Europe 600 Automobiles & Parts Index. Aktuell stehen deutsche Unternehmen für fast 50 Prozent des Depots, vor allem Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen. Den größten Einzelanteil macht trotz kleiner Absatzzahlen Luxushersteller Ferrari aus. Auch der französische Reifenhersteller Michelin ist hoch gewichtet.

Der WisdomTree Global Automotive Innovators setzt dagegen annähernd gleich stark auf die 3 Regionen Asien, Europa und Nordamerika. Er ist stark auf Unternehmen fokussiert, die über neue Technologien einen hohen Umsatzanteil in der Mobilitätsbranche erzielen. Neben Tesla gehören daher Uber und Infineon zu den 3 am höchsten gewichteten Werten. Noch stärker auf die Technologiezulieferer setzt der Xtrackers Future Mobility UCITS ETF – 1C USD ACC, der bei comdirect als 0-Euro-ETF1 erhältlich ist. Mit dem Schwung der Chipaktien Advanced Micro Devices und Nvidia sowie der ebenfalls hoch gewichteten Google-Mutter Alphabet gelang es diesem ETF zuletzt, die etablierten Automobilwerte weit hinter sich zu lassen.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 02.09.2025; Quelle: comdirect.de

1 0-Euro-ETFs: Diese ETFs kannst du bis zum 31.12.2027 ohne Orderentgelt, zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten bei uns kaufen und besparen. 

Sparplanausführung: 0 € Orderentgelt 
Einmalkauf: 0 € Orderentgelt (ab 1.000 € Ordervolumen je Kauf über den Börsenplatz Tradegate)

Wofür gilt die Aktion nicht:
Das börsenplatzabhängige Entgelt sowie gegebenenfalls anfallende Zuschläge für Orders per Telefon, Fax oder Brief werden zusätzlich gemäß Preis- und Leistungsverzeichnis berechnet. 

comdirect behält sich vor, das Angebot jederzeit zu beenden oder zu modifizieren. Bei Ausscheiden eines ETFs aus dem Angebot wird der Preis für den Kauf an die regulären Konditionen (gemäß aktuellem Preis- und Leistungsverzeichnis) angepasst.

Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängigem Finanzexperten
Autor
Michael Reitz
Der Diplom-Volkswirt beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem internationalen Börsengeschehen. Seine ersten schmerzhaften Erfahrungen hat er beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gemacht.
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