Digitale Plattformen Auf die Gewinner setzen

Digitale Plattformen profitieren vom wachsenden Online-Markt. Anleger können mitverdienen.
© Denis ALLARD/REA/laif

Digitale Plattformen profitieren vom wachsenden Online-Markt. Anleger können mitverdienen.

Über das Smartphone ein Taxi bei Uber buchen, bei Amazon einen Kühlschrank bestellen und Filme über Netflix schauen: Konsumenten weltweit nutzen die Möglichkeiten, die ihnen das Internet in sehr unterschiedlichen Bereichen bietet. Auf Unternehmensseite sind es oft Platzhirsche, die den Markt besetzen. Der wohl bekannteste ist Amazon (WKN 906866). Als Online-Buchhändler gestartet, ist Amazon heute Marktführer bei sogenannten Business-to-Consumer-Transaktionen (B2C) und über seine Cloud-Sparte auch im B2B (Business to Business) stark vertreten.

Kunden finden und binden

„Kennzeichnend für digitale Marktplätze und Plattformen ist die Tatsache, dass meist sehr hohe Konzentrationsbestrebungen vorliegen“, sagt Finanzberater und Technologieexperte Thomas Rappold. In China etwa beherrscht Alibaba (WKN A117ME) den Markt. Die Shopping-Plattform hatte am Single’s-Day – dem Tag des Online-Shoppings – eigene Umsatzrekorde gebrochen. Binnen 24 Stunden wurden am 11. November 2016 Waren im Wert von 17,8 Milliarden US-Dollar verkauft, das waren 3,5 Milliarden US-Dollar mehr als noch ein Jahr zuvor. Die meisten Käufe wurden über eine App per Handy generiert. Dominanz im Heimatmarkt hat auch das Immobilien-Portal Rightmove in Großbritannien, das 82 % des Marktes beherrscht.

Hohe Markteintrittsbarrieren

Übernahmen und in vielen Bereichen auch Internationalisierung kennzeichnen das auch für Investoren interessante Geschäft. Rappold sieht Potenzial in den Sektoren Immobilien, Medien, Reisen, Börsen, Finanzen und E-Commerce. Seine Empfehlung: Anleger sollten nur auf die jeweilige Nummer eins der Branchen setzen, die Größeneffekte erzielen und die Chance haben, überdurchschnittliche Margen zu erzielen.

The winner takes it all. „Digitale Marktplätze verfügen oft über große Burggräben“, sagt Rappold. „Hohe Marktzugangsbarrieren machen es Konkurrenten schwer, in den Markt einzusteigen.“ Eine eigene Infrastruktur aufzubauen, werde zunehmend obsolet, so Rappold. So nutzt Netflix als weltgrößter Video-Streaming-Dienst die Cloud-Infrastruktur von Amazon. „Die Investitionsaufwendungen haben sich verschoben, und zwar weg von der physischen Infrastruktur hin zum Aufbau einer großen Markenbekanntheit“, so Rappold.

Breit gestreut investieren

Vontobel hat die 18 wichtigsten Plattform-Anbieter der unterschiedlichen Branchen im Marketplaces Performance-Index gebündelt. Anleger können per Zertifikat (WKN VN19ER) an der Wertentwicklung partizipieren. Neben den genannten Unternehmen sind zum Beispiel auch die Reiseportale Expedia (WKN A1JRLJ), Priceline (WKN 766054) und Ctrip.com (WKN A0BK6U), die Softwareanbieter Intuit (WKN 886053), Fiserv (WKN 881793) und Adobe (WKN 871981) sowie PayPal (WKN A14R7U), die Deutsche Börse (WKN A2AA25) oder die Hong Kong Exchanges & Clearing (WKN A0NJY9) mit an Bord.

Aktien und Zertifikate unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Investitionen außerhalb des Euro-Raums unterliegen Währungsschwankungen. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Zertifikaten besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust eintreten. Die Beschreibung der Wertpapiere stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 25.01.2017; Quelle: comdirect.de