AstraZeneca Hohe Umsatzsteigerungen

Firmensitz von AstraZeneca
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Das Covid-19-Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers enttäuschte. Andere Geschäfte des Pharmakonzerns laufen aber blendend.

AstraZeneca gehört zu den größten Pharmaunternehmen der Welt. Die Umsätze stiegen im 2. Quartal 2021 nicht nur wegen der Corona-Virus-Impfungen kräftig an. Bei den Analysten kommt die Aktie meist gut an und durch die Übernahme des US-Biotechkonzerns Alexion sind Umsatz- und Gewinnanstiege programmiert. Allerdings ist der Astra-Impfstoff gegen das Corona-Virus nur zweite Wahl. Und hat zudem den Gewinn geschmälert. Im Branchenvergleich ist die Aktie hoch bewertet und liefert nur eine unterdurchschnittliche Dividendenrendite. Zudem steigt die Unternehmensverschuldung durch die Akquisition deutlich an.

Pro AstraZeneca (WKN 886455)

  • Breit aufgestellt: Die britisch-schwedische AstraZeneca gehört zu den führenden internationalen Pharmaunternehmen. Mit der Forschung und Produktion von Medikamenten gegen Krankheiten wie Asthma, Herzinfarkt, Brust- und Prostatakrebs, Diabetes sowie gegen Depressionen und Schizophrenie ist AstraZeneca besonders breit aufgestellt. Der Impfstoff gegen das Corona-Virus rundet das Portfolio ab.
  • Umsatz gewachsen: AstraZeneca profitiert von weltweit zunehmender Nachfrage nach Corona-Impfstoffen und wichtigen Krebsarzneien. Im 2. Quartal zog der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 31 % auf 8,2 Milliarden US-Dollar an. Ohne die mit dem Impfstoff erzielten rund 900 Millionen Euro lag das Umsatzplus immer noch bei 17 %.
  • Experten weitgehend optimistisch: Bei AstraZeneca sehen die Experten kaum Mittelmaß. Nur ein einziger Analyst empfiehlt, die Aktien zu halten. Acht von elf Einschätzungen im comdirect Analystenranking lauten auf „Kaufen“. Zwei dagegen setzen AstraZeneca auf „Verkauf“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei überdurchschnittlichen 55 %.
  • Umsatz- und Gewinnsteigerung in Sicht: Im Juli 2021 erhielt AstraZeneca die Genehmigung zur Übernahme des US-Konzerns Alexion. Entsprechend wurden die Umsatz- und Gewinnziele aktualisiert. Der Umsatz soll im laufenden Jahr um mehr als 20 % steigen, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie soll noch deutlicher zulegen.

Contra AstraZeneca (WKN 886455)

  • Enttäuschung beim Impfstoff: Im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen von Moderna und Biontech hat der Vektorimpfstoff von AstraZeneca enttäuscht: Geringere Wirksamkeit, mehr Nebenwirkungen. Einige Länder wie Schweden und Deutschland wollen künftig nur noch auf die Konkurrenzprodukte setzen. Aufgrund des geringen Preises dürfte der Astra-Impfstoff aber vor allem in ärmeren Regionen weiterhin gefragt bleiben.
  • Gewinnrückgang: Weil die Kosten bei AstraZeneca zuletzt anstiegen und das Unternehmen mit dem Corona-Impfstoff keinen Gewinn erzielen will, gingen im 2. Quartal die Margen zurück. Der Unternehmensgewinn stürzte von April bis Juni gegenüber dem Vorjahr um fast 30 % auf 550 Millionen US-Dollar ab. Analysten hatten mit einem geringeren Einbruch gerechnet.
  • Hohe Bewertung: Die Aktie ist trotz der relativen Enttäuschung beim Impfstoff weiterhin überdurchschnittlich hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 notiert bei rund 21. Die Dividendenrendite liegt mit 2,5 % unter dem Durchschnitt des britischen Auswahlindex FTSE 100 und auch unter den Ausschüttungsquoten europäischer Pharmaunternehmen.
  • Höhere Verschuldung: Durch die Übernahme des amerikanischen Biotechunternehmens Alexion wird sich nach Analystenprognosen die Verschuldung im Bilanzjahr 2021 auf rund 23 Milliarden US-Dollar nahezu verdoppeln. Das belastet den Konzern. Das Investmentgrade-Rating von AstraZeneca scheint allerdings nicht in Gefahr zu sein.

Über AstraZeneca

Die AstraZeneca PLC gehört mit einem Umsatz von mehr als 26 Milliarden US-Dollar und rund 70.000 Mitarbeitern zu den führenden internationalen Pharmaunternehmen. In 16 Ländern befinden sich Produktionsstätten, die Medikamente werden in mehr als 100 Staaten vertrieben. AstraZeneca entstand 1999 durch die Fusion des schwedischen Konzerns Astra mit der britischen Zeneca. Aufgrund der historischen Entwicklung befindet sich der Hauptsitz von AstraZeneca in Cambridge, die Abteilung für Entwicklung und Forschung dagegen nahe Stockholm. Das Unternehmen bietet weltweit Medikamente gegen Erkrankungen wie Asthma, Herzinfarkt, Brust- und Prostatakrebs, Diabetes und für die Behandlung von Depressionen, Schizophrenie sowie bipolaren Störungen an.

Neben der Herstellung von Medikamenten konzentriert sich AstraZeneca auf die Forschung. Die Forschungszentren liegen in Großbritannien (Atemwege, Infektionen, Onkologie), Schweden (Magen-Darm, Herz-Kreislauf, Anästhesie) und in den USA (ZNS, Infektionen, Onkologie). Bekannte Produkte des Unternehmens sind unter anderem Losec für Magen-Darm-Erkrankungen, Atacand bei Herz-Kreislauf-Störungen und Bluthochdruck-Therapie, Zoladex in der Onkologie und Pulmicort bei Atemwegserkrankungen sowie Seroquel bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

In Deutschland wurde AstraZeneca vor allem durch seinen Covid-19-Impfstoff bekannt, den das Unternehmen zusammen mit der Universität Oxford entwickelt hat. Im Vergleich zu den mRNA-Impfstoffen der Konkurrenten Biontech und Moderna hat der AstraZeneca-Impfstoff eine geringere Schutzwirkung und zudem in seltenen Fällen auch schwere Nebenwirkungen wie Lungenembolien und Sinusthrombosen. Er wird zwar weiterhin verwendet, allerdings in europäischen Ländern als Mittel zweiter Wahl. Im Gegensatz zu den mRNA-Unternehmen konnte der Aktienkurs von AstraZeneca kaum profitieren. Gleichwohl ist das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 150 Milliarden Euro einer der Eckpfeiler im europäischen Auswahlindex Euro STOXX 50.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert, und das Ergebnis wird durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 22.09.2021; Quelle: comdirect.de