Apple Rekorde im Weihnachtsgeschäft

Zwei Personen, die im Apple Store auf der 3rd Street Promenade in Santa Monica stehen
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Apple hat überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt und ist bei Smartphones weltweit führend.

Apple ist das teuerste Unternehmen der Welt. Im Weihnachtsquartal konnte der Konzern erstmals die Umsatzgrenze von 100 Milliarden US-Dollar überschreiten. Auch der Gewinn legte kräftig auf ein neues Rekordniveau zu. Mit der iPhone-12-Familie feierte Apple ein starkes Comeback. Allerdings ist die Apple-Aktie nach der Kursrally im Jahr 2020 höher bewertet als in der Vergangenheit. Der Zuwachs bei den Diensten fiel geringer aus als erwartet und für die kommenden Quartale gibt das Unternehmen keine Umsatzprognosen ab. Auch die Analysten werden zunehmend skeptischer.

Pro Apple (WKN 865985)

  • Wertvollster Konzern der Welt: Apple ist die global wertvollste Marke und an der Börse seit fast zehn Jahren mit kurzen Unterbrechungen das teuerste Unternehmen der Welt. Die Geschäfte um das iPhone laufen wieder bestens. Zudem hat sich das Unternehmen mit Servicediensten und dem Geschäft mit Kopfhörern und Smart Watches neue lukrative Einnahmequellen aufgebaut.
  • Beeindruckender Umsatzrekord: Apple hat im ersten Quartal des gebrochenen Geschäftsjahres 2020/2021 (Oktober bis Dezember) erstmals die 100-Millarden-US-Dollar-Umsatzgrenze übersprungen. Der Umsatz lag bei mehr als 114 Milliarden Dollar und damit um gut 21 % über dem Vorjahreszeitraum.
  • Starke Gewinnsteigerung: Nach rückläufigem Gewinnwachstum im Herbst konnte das Unternehmen aus Cupertino im Weihnachtsquartal den Gewinn auf 28,75 Milliarden US-Dollar steigern. Das waren 6,5 Milliarden Dollar oder knapp 30 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn pro Aktie legte von 1,25 auf 1,68 US-Dollar zu und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich.
  • Überflieger iPhone: Nach kurzeitigen Schwächen hat Apple mit der iPhone-12-Familie den Markt aufgerollt. Allein die Smartphones brachten im Weihnachtsquartal einen Umsatz von über 65 Milliarden Euro, 17 % mehr als im Vorjahr. Nach Daten der Marktforscher von IDC hat Apple im Weihnachtsquartal rund 90 Millionen Geräte verkauft und ist mit einem Marktanteil von 23 % weltweiter Marktführer im Segment.

Contra Apple (WKN 865985)

  • Gestiegene Bewertung: Nach der Kursrally des vergangenen Jahres ist die Apple-Aktie ambitioniert bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 notiert inzwischen bei rund 27. Trotz regelmäßiger Dividendensteigerungen liegt die Dividendenrendite nur noch bei 0,7 % – für Value-Investoren ist die Aktie anders als etwa vor drei Jahren kein Anlageziel mehr.
  • Dienste unter den Erwartungen: „Services“ wie Apple Music, ApplePay, Apple TV+ und die iCloud sind die größte Zukunftshoffnung von Apple. Im Weihnachtsquartal blieb der Zuwachs in diesem Segment jedoch trotz eines Zuwachses von über 20 % auf 15,7 Milliarden Euro hinter den sehr hohen Erwartungen zurück.
  • Fehlender Ausblick: Seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie verzichtet Apple auf Umsatzprognosen für künftige Quartale. Daran hat sich trotz der brillanten Geschäftszahlen nichts geändert. Allerdings ist damit zu rechnen, dass sich die Umsätze aus dem Weihnachtsquartal zu Beginn des Jahres 2021 nicht wiederholen lassen. Ein deutlicher Rückgang könnte für Enttäuschung bei den Anlegern sorgen.
  • Experten werden skeptischer: Die Analysten sind aufgrund des Höhenflugs der Apple-Aktie zurückhaltender geworden. Fünf von zehn Experten sehen die Aktie zurzeit als Kauf, vier als Halteposition. Zwar empfiehlt aktuell nur ein einziger Experte einen Verkauf. Aber der comdirect Analystenscore liegt mit 40 % weit unter den gewohnten Apple-Verhältnissen.

Über Apple

Apple wurde von Steve Wozniak, Ronald Wayne und dem legendären Steve Jobs am 1. April 1976 gegründet. Der Hauptsitz liegt im kalifornischen Cupertino. Im Silicon Valley entwickelte Steve Wozniak die ersten Rechner. Sie wurden in der Garage von Jobs zusammengebaut. Der Durchbruch gelang mit dem Apple II, von dem das junge Unternehmen rund zwei Millionen Exemplare verkaufte. Mit dem Nachfolgemodell Apple Macintosh konnte Apple die grafische Benutzeroberfläche auf dem jungen PC-Massenmarkt etablieren und wurde zur Marke der hippen Computer-User und Grafiker. 1985 verließ Steve Jobs nach einem Streit mit dem neuen CEO John Sculley das Unternehmen und gründete den Computerhersteller Next. Anfang der 1990er-Jahre geriet Apple zunehmend in Schwierigkeiten. Erst die Übernahme von Next und damit der Wiedereinstieg von Jobs eröffneten den Weg aus der Krise.

Jobs übernahm zunächst als Interims-CEO, später als CEO die Führung. Eine enge Zusammenarbeit mit Microsoft sicherte das Überleben. Ab 1998 schrieb Apple wieder schwarze Zahlen. In einer neuen Strategie begann Jobs, rund um die Mac-Computer eine digitale Familie aufzubauen – mit eigenen Stores, neuen Endgeräten und Diensten wie iMovie, iTunes und iPhoto, mit denen regelmäßige Einnahmen erlöst wurden. 2001 präsentierte Apple den MP3-Player iPod, mit dem er in Verbindung mit iTunes schnell zum Marktführer aufstieg. Noch zukunftsweisender aber sollte die Präsentation des iPhones im Jahr 2007 sein. Es war zwar nicht das erste Smartphone am Markt, aber setzte sich als erstes flächendeckend und weltweit durch. Das iPhone katapultierte Apple in eine neue Liga und macht noch heute mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes aus. Die Vorstellung des Tablets iPad rundete die Strategie im Jahr 2010 ab.

Apple gehört heute zu den umsatz- und gewinnstärksten Unternehmen der Welt. Im Jahr 2020 erwirtschafteten rund 140.000 Mitarbeiter weltweit einen Umsatz von 274,5 Milliarden US-Dollar. Die Tendenz ist seit vielen Jahren steigend und wurde selbst von der Corona-Virus-Krise nicht gebrochen. Das starke Umsatz- und Gewinnwachstum schlägt sich auch im Börsenwert nieder. Mit den Erfolgen von iPhone und iPad löste Apple erstmals im Jahr 2011 Exxon Mobil als wertvollstes Unternehmen der Welt ab. Diesen Platz hat das Unternehmen aus Cupertino bis heute mit kurzen Unterbrechungen verteidigt. Im Jahr 2018 erreichte das Unternehmen als weltweit erstes Unternehmen einen Börsenwert von einer Billion US-Dollar, im August 2020 wurde trotz Corona-Krise die Zwei-Billionen-Grenze geknackt.

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