Alphabet Umsatztreiber Youtube

Google Fahrräder vor dem Firmenhauptsitz
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Alphabet wächst bei Cloud und Youtube auch in der Corona-Krise. Allerdings muss der Konzern im zweiten Halbjahr sparen.

Alphabet hat sich in den vergangenen Jahren rund um die Kernmarke Google zunehmend breiter aufgestellt. Trotz Corona-Krise legten die Umsätze in der Cloud-Sparte kräftig zu. Neben der Cloud wächst vor allem das junge Portal Youtube überdurchschnittlich schnell. Die Analysten sind sich einig und empfehlen die Alphabet-Aktie zum Kauf. Allerdings enttäuschte die Umsatz- und Gewinnentwicklung im 2. Quartal. Die Bewertung der Aktie ist hoch und bis auf Weiteres sind keine Dividenden in Sicht. Aufgrund der Corona-Krise hat das Unternehmen die Werbe- und Marketingausgaben für das zweite Halbjahr drastisch gekürzt. Immer wieder muss Alphabet zudem Kartellstrafen bezahlen, selbst eine Zerschlagung des Konzerns scheint möglich.

Pro Alphabet (WKN A14Y6F)

  • Nicht nur Google: Google ist weiterhin die Triebfeder der Alphabet-Holding. Die Suchmaschine und die angeschlossenen Werbedienstleistungen prägen das Internet seit über zwei Jahrzehnten. Insbesondere in den Industrienationen ist Google konkurrenzlos. Daneben hat Alphabet mit dem Cloud-Geschäft und mit Youtube zielgerichtet in die Zukunft investiert.
  • Steigende Umsätze: Alphabet emanzipiert sich in den Zeiten der Corona-Krise zunehmend von der Abhängigkeit von den Werbeeinnahmen. Wärend diese rückläufig waren, legten die Cloud-Erlöse im zweiten Quartal um 43 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Mit rund 3 Milliarden US-Dollar schaffte das Cloud-Segment zudem ein neues Allzeithoch.
  • Youtube als Turbo: Youtube ist das führende Informations- und Entertainmentportal junger Menschen. Während des Lockdowns hat sich die enorme Reichweite noch stärker bezahlt gemacht als zuvor. Die Werbeeinnahmen stiegen nach einem Plus von 33 % in den Monaten Januar bis März im 2. Quartal noch einmal um 6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 3,83 Milliarden Dollar an.
  • Analysten: Die Alphabet-Aktie genießt bei den Analysten traditionell einen hervorragenden Ruf. Auch aktuell sehen alle sieben Experten im comdirect Analystenscore die Aktie als „Kauf“. Kein einziger rät zum „Halten“ oder zum „Verkaufen“. Der comdirect Analystenscore liegt bei perfekten 100 %.

Contra Alphabet (WKN A14Y6F)

  • Starker Gewinneinbruch: Höhere Kosten und sinkende Werbeeinnahmen während der Corona-Pandemie haben Alphabet im zweiten Quartal stark belastet. Der Umsatz lag bei 38,3 Milliarden US-Dollar und damit um 2 % unter dem Vorjahreswert. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahr sogar um rund 30 % von 9,95 Milliarden auf 6,96 Milliarden Dollar ein.
  • Hohe Bewertung: Obwohl Alphabet noch nicht die Kurshöhen vom Jahresanfang erreicht hat, ist die Bewertung weiterhin hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2020 liegt bei rund 34. Dividenden hat das Unternehmen bisher nicht ausgeschüttet und das dürfte vorerst so bleiben.
  • Massive Sparprogramme: Google wird die Werbeausgaben im zweiten Halbjahr um rund 50 % zurückfahren. Daneben soll es einen Einstellungsstopp und schmalere Budgets für Investitionen geben. Darunter könnten auch die „Other Bets“ leiden, die zahlreiche Projekte wie etwa die Google-Brille bündeln.
  • Damoklesschwert Zerschlagung: Immer wieder steht Alphabet wie andere Tech-Größen im Visier von Datenschützern und Kartellaufsehern. 2019 musste das Unternehmen in Europa eine Strafe in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar zahlen. Jetzt bestätigte der Konzern, dass das US-Justizministerium und einige Bundesstaaten eine Klage planen, die sogar zur Zerschlagung von Googles Anzeigengeschäft führen könnte.

Über Alphabet

Alphabet Inc. ist eines der am höchsten bewerteten Unternehmen der Welt. Die Holding wurde 2015 gegründet und trat an die Stelle der Ursprungsgesellschaft Google, deren Aktien ebenfalls den Namen wechselten. Ziel der neuen Holding-Struktur war eine stärkere Unabhängigkeit der zahlreichen Tochtergesellschaften des Google-Konzerns, etwa im Bereich des autonomen Fahrens. Allerdings ist die nun als Tochter firmierende Google als Bestandteil des Alphabet-Konzerns immer noch die Cashcow des Unternehmens.

Die Geschichte von Alphabet ist in erster Linie die Geschichte von Google. Die gleichnamige Suchmaschine wurde im Oktober 1998 von Sergey Brin und Larry Page vorgestellt, eroberte in wenigen Jahren den Markt und ist noch heute für fast drei Viertel des weltweiten Suchmaschinenverkehrs zuständig. 2004 brachten Brin und Page Google an die Börse. Der anvisierte Ausgabepreis der Aktien konnte damals zwar nicht erreicht werden. Umso stärker war die Performance in den folgenden Jahren, in denen sich Google durch Eigenentwicklungen und Zukäufe wie Google Maps, Google Earth, Youtube etc. zum führenden Internetkonzern der Welt entwickelte. 2016 war Alphabet kurzzeitig an der Börse das wertvollste Unternehmen der Welt.

Inzwischen ist Alphabet in der Marktkapitalisierung hinter die noch stärker gestiegenen Apple, Amazon und Microsoft zurückgefallen. Aber mit knapp 120.000 Mitarbeitern weltweit erzielte Alphabet im Jahr 2019 einen Jahresumsatz von rund 162 Milliarden US-Dollar und einen imposanten Jahresgewinn von 34,3 Milliarden Dollar. Aktuell strebt die Unternehmensbewertung der Grenze von einer Billion US-Dollar entgegen. Die Gründer Page und Brin haben den Konzern über 20 Jahre lang geführt. Ende 2019 gaben sie die Geschäftsführung der Alphabet-Holding an den langjährigen Google-CEO Sundar Pichai ab.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert und das Ergebnis durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 16.09.2020; Quelle: comdirect.de