Allianz Dividendenchampion im DAX

Allianz – Firmengebäude
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Der Versicherungskonzern hält den Umsatz trotz Corona stabil und schüttete fast vier Milliarden Euro an die Aktionäre aus.

Der Allianz-Konzern hält sich in der Corona-Krise stabil und verwöhnt die Aktionäre erneut mit einem kräftigen Dividendenplus. Die Vermögensverwaltung konnte das operative Ergebnis im ersten Halbjahr sogar steigern. Bei den Analysten gilt die Aktie als einer der vertrauenswürdigsten Finanzwerte. Trotz der stabilen Umsätze ging der Gewinn im ersten Halbjahr allerdings deutlich zurück. Die beiden Standbeine Lebens- und Schadenversicherungen hatten zuletzt mit schwachem Neugeschäft und höheren Kostenquoten zu kämpfen. Mittel- und langfristig sind bei anhaltenden Nullzinsen die in alten Verträgen versprochenen Renditen nur mit höheren Risiken zu erzielen.

Pro Allianz WKN 840400

  • Stabiler Umsatz trotz Covid-19-Pandemie: Mit den drei Standbeinen Lebens-/Krankenversicherung, Schaden-/Unfallversicherung und Vermögensverwaltung ist die Allianz bisher recht gut durch die Krise gekommen. Zwar gingen die Umsätze im zweiten Quartal zurück. In den ersten sechs Monaten jedoch konnte der Konzern seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mit 73,5 Milliarden Euro stabil halten.
  • Kräftiges Dividendenplus: Allianz verwöhnt seit vielen Jahren Aktionäre mit üppigen Dividenden. Für das Jahr 2019 zahlte der Konzern trotz Corona mit 9,60 Euro 60 Cent mehr als im Vorjahr. Mit fast vier Milliarden Euro Gesamtausschüttung ist Allianz das spendabelste DAX-Unternehmen. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 5,3 %. 
  • Stabile Vermögensverwaltung: Die Vermögensverwaltung Allianz Global Investors hielt sich in der Corona-Virus-Krise stabil. Im ersten Halbjahr 2020 stieg das operative Ergebnis um 5,4 % auf 1,32 Milliarden Euro. Die Kostenquote blieb konstant bei 62 %. Das für Dritte verwaltete Vermögen war im ersten Quartal zwar stark rückläufig, stieg aber im zweiten Quartal dank der Markterholung und Nettozuflüssen um rund 100 Milliarden Euro.
  • Optimistische Experten: Allianz ist bei den Analysten traditionell gut angesehen. Nur ein einziger von 15 Experten stellt die Aktie aktuell zum „Verkauf“. Acht Empfehlungen lauten auf „Kaufen“, sechs votieren für „Halten“. Der comdirect Analystenscore liegt damit bei 47 %. Im historischen Vergleich ist das für Allianz wenig, im Vergleich zu anderen deutschen Finanzwerten liegt der Konzern weit vorn.

Contra Allianz WKN 840400

  • Rückläufiger Gewinn: Covid-19 hatte im laufenden Jahr einen erheblichen negativen Einfluss auf das operative Ergebnis des Versicherungsgeschäfts. Das operative Ergebnis (EBIT) der Allianz fiel im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 % auf 4,9 Milliarden Euro, der Überschuss ging sogar um fast 29 % auf 2,9 Milliarden Euro zurück.
  • Lebensversicherung unter Druck: In der Krise denken Anleger wenig an den Vermögensaufbau. In der Lebens- und Krankenversicherung ging der Barwert der Neugeschäftsbeiträge im zweiten Quartal 2020 deutlich von 15,2 auf 11,5 Milliarden Euro zurück. Die größten Einbußen im Neugeschäft gab es in Deutschland und den USA. Die Neugeschäftsmarge sank im zweiten Quartal 2020 von 3,6 auf 3,1 %. 
  • Schaden- und Unfallversicherung: Das operative Ergebnis in der Schaden- und Unfallsparte ist durch die Covid-19-Pandemie unter Druck geraten. Der Umsatz konnte dank Preissteigerungen um 4,5 % zwar bei 13,5 Milliarden Euro stabilisiert werden. Aber das versicherungstechnische Ergebnis wurde durch die Pandemie und einen Anstieg der Großschäden belastet. Die Schaden-Kosten-Quote stieg um 1,2 Prozentpunkte auf 95,5 %. 
  • Langfristige Auswirkungen der Niedrigzinsphase: Zahlreiche Kapitallebens- und Rentenversicherungen im Bestand der Allianz weisen noch Garantiezinsen von 3,5 % oder gar 4,0 % auf. Diese Renditen sind in Nullzinszeiten mit weitgehend risikofreien Anlagen nicht zu erzielen. 

Über die Allianz SE

Die Münchner Allianz SE wurde bereits 1890 gegründet. Sie gehört mit einem Geschäftsschwerpunkt in Europa zu den weltweit größten Versicherungskonzernen und hat aktuell 83 Millionen Kunden in mehr als 70 Ländern. Seit Einführung des DAX vor 32 Jahren ist das Unternehmen kontinuierlich im Auswahlindex notiert. Aktuell ist die Allianz unter ihrem Vorstandschef Oliver Bäte der größte Dividendenzahler im DAX. Im Jahr 2019 erzielte die Allianz bei Gesamterlösen von rund 142 Milliarden Euro einen Jahresüberschuss von 8,3 Milliarden Euro, von dem knapp die Hälfte an die Aktionäre ausgeschüttet wurde.

Das Geschäftsmodell der Allianz SE umfasst drei Schwerpunkte – Versicherung, Vorsorge und Vermögensaufbau. Im Bereich Versicherung deckt der Konzern von Schaden- und Unfallversicherungen über Haftpflicht- und Autoversicherungen bis zu Reise- und Kreditversicherungen alle versicherungstechnischen Leistungen ab. Das zweite Standbein ist das Geschäft mit privaten Renten- und Kapitallebensversicherungen sowie Policen für die private Krankenversicherung. Zudem ist Allianz Global Investors als weltweit viertgrößter Vermögensverwalter für das eigene Unternehmen und externe Kunden aktiv.

Die Allianz ist in den vergangenen 50 Jahren vor allem durch Zukäufe von einem deutschen zu einem globalen Konzern geworden. Schon in den 1970er-/1980er-Jahren übernahm der Konzern bekannte Versicherungsmarken in den Nachbarländern und in den USA. Erfolgreich wurde auch die Vermögensverwaltung mit Zukäufen in den USA (Pimco und RCM) ausgebaut. Schiffbruch erlitt die Allianz jedoch mit ihrem Bemühen, ein sogenannter Allfinanzkonzern zu werden. Auf die Übernahme der Dresdner Bank um die Jahrtausendwende folgte das erste Bilanzjahr mit Verlusten (2001). Der Merger trug auch danach wenig Früchte. Erst im Jahr 2009 konnte die Allianz die Dresdner Bank an die Commerzbank verkaufen.

Aktien unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Der comdirect Analystenscore berechnet sich aus der Gesamtzahl der Analysten, die diese Aktie bewerten. Die negativen Einschätzungen (Verkaufen) werden von den positiven (Kaufen) subtrahiert, und das Ergebnis wird durch die Gesamtzahl aller Einschätzungen (Kaufen, Halten, Verkaufen) dividiert. Diese Zahl wird mit 100 multipliziert, um den Prozentwert darzustellen. Stand: 16.09.2020; Quelle: comdirect.de