Ruhige Stimmung an den Aktienmärkten: Viele Experten glauben an die Rationalität der Politiker und erwarten mittelfristig steigende Kurse.
Ökonomen unkten bereits, der Sommer 2018 könnte dereinst als Wendemarke in die Geschichte eingehen – als Moment, in dem der Ausbruch des Handelskriegs den Startschuss für eine Rezession nach zehn Jahren Aufschwung gab. So groß waren die Sorgen noch vor Monatsfrist. Das Treffen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit US-Präsident Donald Trump hat dann für Entspannung gesorgt. Zwischen Europa und den USA verbessert sich die Stimmung – auch wenn neuerliche Tweets von Donald Trump immer wieder für Unruhe sorgen könnten.
Finanzmärkte: Bisher wenig Volatilität
An den Finanzmärkten jedenfalls herrscht sommerliche Ruhe mit relativ geringen Schwankungen. „Im gegenwärtigen Umfeld halten wir an unserer vorsichtigen Anlagestrategie mit einer neutralen Aktienpositionierung fest“, resümiert Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. Auch Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, ist zurzeit neutral gestimmt: „Grundsätzlich halten sich an den Aktienmärkten Protektionismussorgen auf der einen Seite sowie robuste Konjunkturdaten und ordentliche Unternehmensergebnisse auf der anderen Seite die Waage. Das kurzfristige Renditepotenzial ist nach oben und unten begrenzt.“
Positive Überraschung möglich
Einige Fondsmanager glauben allerdings eher an einen Aufschwung. So hat Frank Fischer, Manager des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, unlängst seine Aktienquote deutlich auf 80 % gesteigert. Auch Didier Saint-Georges, Managing Director und Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac, ist für die Märkte mittelfristig optimistisch. Er glaubt an die Vernunft der Politiker und befürchtet nach dem Verhandlungsdesaster um den Brexit keinen Austrittswunsch etwa von Italien: „Die öffentliche Meinung ist, dass die Rückkehr eines Landes zu seiner ursprünglichen Währung unfinanzierbar wäre.“ Sogar in die Rationalität des US-Präsidenten hat er Vertrauen und hält ein Einlenken Trumps vor den Zwischenwahlen zum Kongress am 6. November für möglich: „Sich vor diesen entscheidenden Wahlen einer Verständigung mit China und auch mit der EU rühmen zu können, würde in der amerikanischen Öffentlichkeit große Wirkung erzielen. Eine Anlagestrategie darf daher nicht ausschließen, dass es zu gegebener Zeit zu einem rationalen Ausgang kommt.“
Emerging Markets mit Aufholpotenzial
Ein solches Einlenken käme vor allem den Emerging Markets zugute. Die chinesische Börse hat in der ersten Jahreshälfte rund 15 % verloren, und andere Schwellenländer litten mit. „Der Index MSCI China handelt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,6 – die Aktienmärkte der Industrieländer liegen bei 15,6“, erklärt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Er sieht nach ersten guten Quartalsergebnissen der chinesischen Unternehmen zunehmend Chancen. Auch für Markus Tischer, Leiter Portfolio Management Multi-Asset bei der Fondsgesellschaft Bantleon, sind Emerging-Markets-Aktien wieder einen Blick wert: „Die Kombination aus ihrer historisch auffälligen Underperformance und ihrer günstigen Bewertung bietet gute Chancen für eine Trendwende mit deutlich steigenden Kursen.“
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