Chancen Aktieninvestments: Buffett entdeckt Japan

Blick auf den Berg Fuji, den Tokyo Tower und überfüllte Gebäude in der Innenstadt von Tokio
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Auslandsinvestoren wie US-Legende Warren Buffett setzen auf Japan. Die neue Regierung will die Wirtschaftspolitik von Shinzo Abe fortsetzen.

Japan spielt aus deutscher Sicht bei Investments oft nur eine Außenseiterrolle – obwohl das Land die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist. Gerade jetzt lohnt ein Blick in Richtung Nippon. Der kürzlich zurückgetretene Ministerpräsident Shinzo Abe hat eine ordentliche wirtschaftliche Bilanz vorzuweisen, an die sein Nachfolger anknüpfen will. Zusätzlich machte Warren Buffett Schlagzeilen, weil er für rund sechs Milliarden Dollar Anteile an fünf wichtigen japanischen Handelshäusern übernommen hat. Sie haben über Jahre hinweg den japanischen Außenhandel bestimmt. Berkshire Hathaway hat sogar die Option, bei den Aktien von Itochu (WKN 855471), Marubeni (WKN 860414), Mitsubishi (WKN 857124), Mitsui (WKN 853656) und Sumitomo (WKN A0NBL6) weiter zuzukaufen.

Gerade der Einstieg des legendären Investors sorgt für Aufmerksamkeit. „Buffetts Engagement hat Investoren ins Gedächtnis gerufen, dass kein Anleger an den Schätzen Japans vorbeigehen sollte“, erklärt Clemens Kustner, Leiter Research bei ASPOMA Asset Management. Viele japanische Unternehmen seien solide geführt, extrem kapitalkräftig und in den Bereichen Robotik, Automatisierung, Spezialchemikalien und elektronische Komponenten weltweit führend. „Die Bewertungen sind zudem weit weg von der total überbewerteten Wall Street“, so Kustner.

Auf Erholungskurs

Aber auch die Regierungsumbildung nach dem krankheitsbedingten Rückzug von Shinzo Abe rückte Japan stärker in den Fokus internationaler Investoren. Mit dem Programm der Abenomics wird der scheidende Ministerpräsident in Erinnerung bleiben. Ziel war es, die Dauer-Deflation in Japan zu überwinden und eine Inflationsrate von 2 % zu erreichen. An dem Ziel ist er zwar gescheitert – wie die meisten Regierungen und Zentralbanken der Welt. Aber immerhin hat Abe die deflationären Tendenzen überwunden und eine positive Inflationsrate erreicht. Als er ins Amt kam, waren die Preise vier Jahre in Folge gesunken. Mit einer Ausnahme sind sie in den sieben Jahren seiner Amtszeit gestiegen und die japanische Wirtschaft hatte die zweitlängste Erholungsphase der Geschichte. Zudem ist die Produktivität in Japan stärker gestiegen als in den USA.

„Wir gehen nicht davon aus, dass die von Abe auf den Weg gebrachten positiven Marktreformen wesentlich geändert oder zurückgenommen werden.“

Archibald Ciganer, Portfolio Manager

Ein positiver Aspekt war auch der Zuzug vieler neuer ausländischer Arbeitskräfte in Japan – deren Anteil hat sich in der Amtszeit von Shinzo Abe verdoppelt. Zudem gibt es in den Unternehmen mehr Transparenz durch unabhängige Direktoren. Das lockte ausländische Investoren stärker an, wie der aktuelle Einstieg von Warren Buffett belegt. Das erfolgreiche Programm der Abenomics dürfte sein langjähriger Mitarbeiter Yoshihide Suga fortsetzen: „Ebenso ist zu erwarten, dass sich an der eng abgestimmten Zusammenarbeit mit der japanischen Notenbank wenig ändern wird“, sagt Clemens Kustner. Auch andere Investoren sehen die weitere Entwicklung des Landes positiv. „Wir gehen nicht davon aus, dass die von Abe auf den Weg gebrachten positiven Marktreformen wesentlich geändert oder zurückgenommen werden“, sagt Archibald Ciganer, Portfolio Manager des T. Rowe Price Japanese Equity Fund (WKN A14MK0).

Viele Möglichkeiten für Privatanleger

Neben Einzelwerten können Anleger in Japan einfach via Fonds oder ETF investieren. Zu den Fonds mit fünf Sternen im Morningstar-Rating zählt neben dem Nomura Funds Ireland Japan High Conviction Fund – A (WKN A113PJ) und dem BL Equities Japan – A (WKN A1H54Y) auch der Fonds von Fondsmanager Ciganer. Die größten Branchen in dem Fonds sind IT-Software, Industrie und sonstige Konsumgüter. Die beiden größten Positionen sind das Beteiligungsunternehmen Softbank (WKN 891624) und der Auto- und Motorradhersteller Suzuki Motor (WKN 857310).

Eine weitere Möglichkeit bietet ein ETF auf Japan. Hier hat der Xtrackers Nikkei 225 ETF (WKN DBX0NJ) mit rund 1,4 Milliarden Euro ein ordentliches Volumen. Die Basis ist der Nikkei 225 Index, der japanische Leitindex. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,09 %. Die größten Branchen sind IT Software, sonstige Konsumgüter und Industrie. Die größten Einzeltitel im Index sind neben dem Handelsunternehmen Fast Retailing (WKN 891638) Softbank und Tokyo Electron (WKN 865510).

Aktien, ETF-Indexfonds und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de/ oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage- oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 02.12.2020; Quelle: comdirect.de