Aktienanleihen Alternative zum Nullzins

Aktienanleihen: Alternative zum Nullzins
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Mit Aktienanleihen können Anleger ansehnliche Renditen erwirtschaften. Im Gegenzug müssen sie aber Aktienmarktrisiken in Kauf nehmen.

Die Zinsen werden voraussichtlich bis auf Weiteres nicht steigen – und zu allem Überfluss beginnen zunehmend mehr Banken damit, Strafzinsen auf Sicht- und Termineinlagen einzuführen. Gleichzeitig hat sich das Niveau an den Börsen aufgrund des Corona-Virus zuletzt deutlich reduziert. Für aktienerfahrene Anleger könnte es deshalb interessant sein, einen Teil ihrer Cash-Reserven in Aktienanleihen zu parken, deren Attraktivität aufgrund gestiegener Volatilitäten zuletzt deutlich zugenommen hat. So bringen es entsprechende Papiere der Commerzbank auf BASF (WKN CL3RR1), Daimler (WKN CL3USJ) oder SAP (WKN LB2DTM) mit Fälligkeit im Dezember dieses Jahres etwa auf Seitwärts- und Maximalrenditen zwischen 8 % und 11 %. Dabei müssen sich Käufer der „Hochprozenter“ allerdings darüber im Klaren sein, dass sie als Ausgleich gleich mehrere Risiken tragen müssen – unter anderem ein Aktienrisiko und auch das Risiko, das bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten der Aktienanleihe Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten können.

Hohe Renditen sind möglich

Am besten verdeutlichen lassen sich die Chancen und Risiken von Aktienanleihen anhand eines realen Beispiels. So bekommen Besitzer der oben aufgeführten Aktienanleihe auf BASF (WKN CL3RR1) bei Fälligkeit am 28.12.2020 in jedem Fall den Kupon in Höhe von 4 % gutgeschrieben. Zusätzlich wird die Anleihe im Regelfall zum Nennwert von 100 % zurückgezahlt. Notiert die Aktie des Chemiegiganten am Bewertungstag (18.12.2020) allerdings unter dem Basispreis von 42,84 Euro, erhalten Anleger statt der Barzahlung 23,34 BASF-Anteile je Nominalwert von 1.000 Euro ins Depot gebucht. Da die Anleihe derzeit bei 92,73 % notiert (Briefkurs), ergibt sich bei gleichbleibenden oder leicht fallenden BASF-Kursen eine aufs Jahr umgerechnete Rendite von 15,8 %. In die Verlustzone geraten Anleger, wenn die Aktie Ende 2020 unterhalb von 38,56 Euro und damit ca. 16,9 % unter ihrem heutigen Wert notiert.

Der Basiswert muss stimmen

Wie das Beispiel zeigt, kommt es also keineswegs allein auf die Höhe des Kupons an. Entscheidend für eine Investition sollte vielmehr immer das Gesamtpaket sein. Dazu gehören eben auch der aktuelle Kurs (zuzüglich aufgelaufener Stückzinsen) sowie der Abstand zwischen dem Kurs des Underlyings und dem Basispreis. Dieser Wert gibt an, um wie viel Prozent die zugrundeliegende Aktie fallen darf, bis die zu erbringende Rückzahlungsleistung exakt dem Nennwert der Anleihe entspricht und damit noch gerade so die Maximalrendite (hier 15,8 % p.a.) erreicht werden kann. Eine weitere Einflussgröße ist die für die Zukunft erwartete Schwankungsintensität des Basiswertes. Je volatiler der Basiswert ist, um so höhere maximale Renditen sind bei Aktienanleihen möglich. Allerdings steigen dementsprechend auch die Risiken.

Von den DAX-Titeln weist Wirecard auf Jahressicht traditionell mit die höchste implizite Volatilität auf. Hier bringt es ein Papier mit Fälligkeit Ende Dezember und einem Abstand von 15,1 % zwischen Aktienkurs und Basispreis (WKN TR81BC) aktuell dann auch auf eine Seitwärtsrendite von 13,4 % bzw. 19,5 % p. a. Davon allein sollten sich Anleger nicht locken lassen. Generell gilt: Sie sollten stets nur solche Underlyings wählen, bei denen sie im schlimmsten Fall (also bei einem Bewertungskurs unterhalb des Basispreises) gut damit leben können, dass ihnen die jeweilige Aktie ins Depot gebucht wird.

Aktienanleihen unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Bei Aktienanleihen besteht als Schuldverschreibung zudem ein Emittentenrisiko. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals eintreten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 15.04.2020; Quelle: comdirect.de