Geldanlagen bergen Risiken
Aktien Südeuropa – Blick auf Limone sul Garda am Gardasee.
Aktien Südeuropa – Blick auf Limone sul Garda am Gardasee.
© andrea via Adobe Stock

Aktien aus Südeuropa

  • Spanien ist die Wachstumslokomotive in Europa.
  • Griechenland profitiert vom Tourismus und dem EU-Aufbaufonds.
  • Italiens Industrie ist breit aufgestellt und Ferrari liefert den Luxus-Touch.

Viele Anlegerinnen und Anleger fahren im Urlaub nach Südeuropa. Für ihre Aktienanlagen haben sie die Länder eher weniger auf dem Schirm. Denn über viele Jahre galten Spanien, Italien und Griechenland als die ökonomischen Sorgenkinder Europas. Das schuldengeplagte Griechenland wollte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seinerzeit gar per „Grexit“ aus der Europäischen Währungsunion herauskomplimentieren. Diese Zeiten sind längst vorbei. Aktuell übertreffen die Länder an der Südflanke von Europa Deutschland und Frankreich klar – beim Wachstum und bei der Börsenperformance. Spanien etwa hat im vergangenen Jahr mit 2,8 % Wachstum das beste Ergebnis unter den großen EU-Ländern erreicht. Griechenland hielt sich mit 2 % ebenfalls gut. Die Börsen legten noch weit stärker zu als in den EU-Kernländern. Der italienische FTSE MIB gewann 2025 rund 31 % hinzu, der griechische Athex 60 schaffte 44 % und der spanische IBEX 35 sogar rund 50 % – im DAX waren es „nur“ 23 %. Auch im bisherigen Jahresverlauf setzte sich die Outperformance der Südländer gegenüber dem DAX fort.

Für Marc Ospald kommt dieser Börsenerfolg nicht überraschend: „Die Unternehmen in Spanien, Italien und auch Griechenland waren schon immer besser aufgestellt als die Staaten selbst“, erklärt der Fondsmanager des Aktien Südeuropa – EUR DIS von der Wiesbadener Vermögensverwaltung Habbel, Pohlig & Partner: „Jetzt profitieren sie von der Stabilisierungspolitik in den Ländern und den Milliarden aus dem EU-Aufbaufonds, der in der Corona-Krise aufgelegt wurde.“ Trotz des rasanten Aufschwungs sind die Südländer-Börsen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen unter 15 noch verhältnismäßig niedrig bewertet. „In der Region gibt es Wachstum zu einem günstigen Preis“, resümiert Marc Ospald. Die spezifischen Stärken der 3 Länder und ihrer Unternehmen im Überblick:

Mit 2,8 % Wachstum ließ Spanien die großen europäischen Länder allesamt deutlich hinter sich. Nach deutlichen Wirtschaftseinbrüchen in der Finanzkrise und auch in der Covid-Pandemie hat sich das Land in den vergangenen Jahren rasant erholt und gilt als Wachstumslokomotive in Europa. Der Aufschwung basiert nicht allein auf Landwirtschaft und Tourismus. Auch im Energiesektor, in der Bauwirtschaft und in der Industrie hat die Konjunktur deutlich angezogen und den Unternehmen satte Gewinne beschert. Von der stabilen Konjunktur und natürlich auch der Abkehr von den Nullzinsen haben die Aktienkurse der spanischen Banken überproportional profitiert. Die Aktie des Marktführers Banco Santander hat in den vergangenen 5 Jahren mehr als 300 % hinzugewonnen und ist die nach Marktkapitalisierung teuerste Bank der Euro-Zone. Noch etwas stärker zugelegt haben die Kurse der Konkurrenz von Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und CaixaBank. Auch diese beiden liegen bei der Marktkapitalisierung vor den deutschen Großbanken und sind mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von deutlich unter 15 günstiger bewertet als der Euro STOXX 50. Auch der weltweit tätige Energieversorger und Windkraftspezialist Iberdrola profitierte vom steigenden Bedarf der KI-Industrie. Der Textilkonzern Inditex (Zara) schließlich konnte sich in der umkämpften Branche hervorragend behaupten.

Griechenland hat sich aus der schweren Strukturkrise herausgearbeitet. Die Staatsverschuldung ist vom Rekordstand im Jahr 2021 bei 207 % auf inzwischen 143 % gesunken. Die Einnahmen aus dem Tourismus legten in den vergangenen Jahren deutlich zu und das Land profitiert mit 36 Milliarden Euro besonders stark vom EU-Aufbaufonds, der 2021 zur Bekämpfung der Auswirkungen der Corona-Krise aufgelegt wurde. Zudem entwickelt sich Griechenland zu einem wichtigen Standort für innovative Unternehmen, etwa aus der Verteidigungsindustrie. Von der Gesundung der Staatsfinanzen, den höheren Zinsen und der wieder angesprungenen Wirtschaft profitieren besonders die Banken, die im Athex Composite dominieren, etwa die National Bank of Greece und Eurobank SA. Sie sind im internationalen Vergleich mit Marktkapitalisierungen von unter 20 Milliarden Euro dennoch keine Schwergewichte. Das gilt auch für Motor Oil (Hellas) S.A. Das Unternehmen ist Griechenlands größter Raffineriebetreiber, unterhält ein Tankstellen- und Stromnetz und baut mit der Tochtergesellschaft MORE den Sektor der erneuerbaren Energien aus. Im Laufe der vergangenen 5 Jahre hat sich der Kurs der Motor Oil rund verfünffacht.

Giorgia Meloni regiert Italien seit Oktober 2022 – 4 Jahre Amtszeit am Stück sind seit 1946 keinem anderen Regierungschef gelungen. Auch die italienische Wirtschaft hat sich mithilfe des EU-Aufbaufonds, aus dem das Land insgesamt rund 200 Milliarden bekommt, bemerkenswert stabilisiert. Zwar rechnet die EU-Kommission für 2026 nur mit einem BIP-Wachstum von rund 0,5 %. Aber die Schuldenquote hält sich konstant und im sogenannten Primärhaushalt (ohne Zinskosten) schreibt Italien sogar schwarze Zahlen. Das macht sich auch an den Finanzmärkten bezahlt – für seine Staatsanleihen muss der italienische Staat aktuell weniger Zinsen zahlen als Frankreich. Die norditalienischen Unternehmen haben sich schon in der Vergangenheit von Regierungsproblemen weitgehend abkoppeln können. Der Finanzsektor mit den Banken UniCredit S.p.A. und Intesa Sanpaolo S.p.A. sowie dem Versicherungskonzern Generali S.p.A. profitiert aktuell zudem von höheren Zinsen, die Rüstungsschmiede Leonardo von den enorm gestiegenen Verteidigungsausgaben. Zuverlässig hohe Dividenden liefern der weltweit tätige Energiekonzern Enel S.p.A. und der Mineralölkonzern Eni S.p.A., der bei den aktuell hohen Preisen Extragewinne einstreicht. Vom allgemein eher schwachen Luxusmarkt kann sich nach wie vor Ferrari N.V. positiv absetzen.

Italienische und spanische Aktien können Anlegerinnen und Anleger auch an deutschen Börsen ausreichend liquide handeln. Eine Alternative zu Einzelwerten sind Länder-ETFs, die die wenigen aktiv gemanagten Länderfonds in der Performance meist hinter sich gelassen haben. Der auf Italien spezialisierte iShares FTSE MIB UCITS ETF EUR (Acc) hat seinen Kurswert in den vergangenen 10 Jahren mehr als vervierfacht. Dazu trugen besonders die starken Banken UniCredit S.p.A. und Intesa Sanpaolo S.p.A. bei. In Spanien bildet der Amundi IBEX 35 UCITS ETF – EUR ACC den wichtigsten Index ab. Unter den Top 3 im Portfolio notiert neben den Banken Banco Santander und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria auch der renditestarke Versorger Iberdrola. Vor allem für den kleineren griechischen Aktienmarkt bietet sich ein ETF an, da die meisten Werte in Deutschland kaum gehandelt werden. Mit dem Amundi MSCI Greece UCITS ETF – EUR DIS kann der griechische Markt abgedeckt werden. Zu den am höchsten gewichteten Aktien gehört neben den Banken National Bank of Greece und Eurobank SA. auch die Coca-Cola-HBC-Aktie mit der griechischen Investorenfamilie Leventis als Ankeraktionär.

In zahlreichen Aktienfonds Europas oder der Eurozone spielen die Aktien aus Europas Süden eine mehr oder weniger gewichtige Rolle. Allein auf die Region Südeuropa fokussiert ist aber der Aktien Südeuropa – EUR DIS. Fondsmanager Marc Ospald setzt auf eine sogenannte „Multi-Faktor-Strategie“. Rund 300 Unternehmen in den 5 Ländern Spanien, Italien, Griechenland, Portugal und Frankreich werden regelmäßig nach Faktoren wie Qualität, Momentum, Risiko, Ratings und Aktienrückkäufe gescannt. Ins Depot kommen dann die 30 Aktien, die den besten Durchschnittswert erzielen. Darunter sind Mega Caps wie die spanische Banco Santander, aber auch Mid Caps wie der italienische Metallverarbeiter DANIELI & C . Quartalsweise wird das Ranking aktualisiert und das Portfolio entsprechend angepasst. Mit seiner Strategie in den Südländern hat Marc Ospald über die vergangenen 3 Jahre fast alle Europa-Fonds deutlich hinter sich gelassen.

Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Basisinformationsblatt“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 29.09.2026; Quelle: comdirect.de

Portrait von Birgit Wetjen, Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach.
Portrait von Birgit Wetjen, Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach.
Autorin
Birgit Wetjen

Als Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Key-Note-Speakerin, Moderatorin, Buchautorin und Coach hat sich Birgit Wetjen seit 2017 vor allem dem Thema Frauenfinanzen verschrieben.

top