- Airbus will in diesem Jahr so viele Flugzeuge ausliefern wie noch nie.
- Der deutsch-französische Konzern hat den Erzkonkurrenten Boeing abgehängt.
- Die Airbus-Aktie ist hoch bewertet und anfällig für Korrekturen.
Pro Airbus
(WKN 938914)
- Airbus hat Boeing abhängt:
Airbus ist der größte Flugzeughersteller der Welt. Der deutsch-französische Konzern hat den Erzrivalen Boeing auch aufgrund dessen Qualitätsproblemen seit 2020 deutlich distanzieren können. Zudem entwickelt sich die Hubschrauber- und Rüstungssparte von Airbus zunehmend dynamischer. Daran hat auch die Absage des europäischen Rüstungsprojekts FCAS (Future Combat Air System) nichts geändert, das für Airbus sehr lukrativ gewesen wäre. - Starkes Rüstungsgeschäft:
Die multiplen internationalen Krisen und der zunehmende Fokus Europas auf kontinentale Zulieferer stärken die Rüstungssparte von Airbus. Im 1. Quartal dieses Jahres lag der um Sondereffekte bereinigte Gewinn der Sparte bei 130 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte er nur 77 Millionen Euro betragen. - Rekordauslieferungen in Sicht:
Trotz eines schleppenden Jahresstarts will Airbus im Gesamtjahr 2026 einen neuen Rekord bei den ausgelieferten Verkehrsflugzeugen aufstellen. Mit 870 Maschinen soll der Rekord von 863 Flugzeugen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 übertroffen werden. Auch für den bereinigten operativen Gewinn plant Airbus mit einem Allzeithoch von rund 7,5 Milliarden Euro. - Optimistische Analystinnen und Analysten:
Die Expertinnen und Experten sehen Airbus weiterhin als einen Favoriten an den Finanzmärkten. Aktuell lauten 9 von 11 der von comdirect veröffentlichten Analysten-Einschätzungen auf „Kauf“. Dazu kommen 2 Halte‐Empfehlungen. Eine Verkaufsempfehlung gibt es nicht.
Con Airbus
(WKN 938914)
- Geplatzter Rüstungsauftrag:
Im Juni ist das europäische Rüstungsprojekt FCAS (Future Combat Air System) gescheitert. Airbus und der französische Partner Dassault sollten gemeinsam ein neues Kampflugzeug bauen, konnten sich aber nicht auf die Arbeitsteilung einigen. Das ist ein Rückschlag für die gemeinsame europäische Verteidigung und die beteiligten Unternehmen. - Schwacher Start ins Jahr:
Aufgrund verzögerter Triebwerkslieferungen des Herstellers Pratt & Whitney konnte Airbus im 1. Quartal 2026 nur 114 Passagiermaschinen ausliefern – der schlechteste Jahresstart seit der Finanzkrise 2009. Deshalb sank der Umsatz um 7 % auf 12,7 Milliarden Euro, der operative Gewinn vor Sondereffekten reduzierte sich um mehr als 50 % auf 300 Millionen Euro. - Hohe Bewertung:
Die Airbus-Aktie hat sich zur Jahresmitte wieder dem Allzeithoch vom Jahresanfang angenähert. Damit stieg auch die Bewertung an. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2026 liegt aktuell bei überdurchschnittlich hohen 28, die Dividendenrendite liegt trotz deutlicher Steigerungen der Ausschüttungen nur bei 1,7 %. - Rückschlaggefahr für die Aktie:
Der geplatzte Kampfjetauftrag und das schwache Jahresdebüt konnten der Airbus-Aktie bisher nichts anhaben. Damit scheint der Spielraum für Enttäuschungen allerdings auch aufgebraucht. Wenn sich die Absatzzahlen zum Jahresende nicht erholen, droht stärkerer Druck auf den Aktienkurs von Airbus.
Über Airbus
Airbus SE (ehemals EADS) entstand aus der Fusion der deutschen DaimlerChrysler Aerospace AG, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen CASA. Die Airbus Group ist das mit Abstand größte Luft- und Raumfahrtunternehmen Europas und gleichzeitig einer der größten Rüstungskonzerne weltweit. Das Unternehmen ist in der zivilen Luftfahrt, bei Hubschraubern, in der Raumfahrt und bei der Konstruktion und Fertigung von Transport- und Kampfflugzeugen tätig. Im Jahr 2019 gelang es Airbus erstmals, den Konkurrenten Boeing beim Absatz als Weltmarktführer zu überflügeln. Dazu trugen neben den eigenen Absatzerfolgen auch die massiven Probleme Boeings mit der 737 MAX bei.
Zur Airbus Group gehören unter anderem der zivile Flugzeugbauer Airbus, der Hubschrauber-Hersteller Airbus Helicopters und das Raumfahrtunternehmen Airbus Defence and Space. Insgesamt beschäftigte der Konzern im vergangenen Jahr weltweit rund 165.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Standorte in Europa entsprechen größtenteils noch denen der ursprünglich nationalen Unternehmen. In Deutschland ist der wichtigste Standort Hamburg, wo die Flugzeuge der wichtigen 320er-Familie gebaut werden. Die Zentrale des Konzerns liegt im südfranzösischen Toulouse.
Airbus ist mit der Erstnotiz an der Pariser Börse notiert. Deshalb war sie lange zwar im Euro STOXX 50, nicht aber im DAX vertreten. Stattdessen notierte sie im MDAX und trug über viele Jahre zum Aufschwung des Mid-Cap-Index bei. In der Corona-Krise hat sich dies jedoch wegen der drastischen Einbrüche in der Luftfahrt umgekehrt. Inzwischen hat die Airbus-Aktie wieder aufgeholt. Nach der Änderung der Zulassungsbedingungen für die DAX-Familie ist sie seit 2021 in der 1. deutschen Aktienbundesliga vertreten. Inzwischen gehört Airbus mit einer Marktkapitalisierung von über 160 Milliarden Euro zu den 5 größten Unternehmen des DAX.
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