Adobe Starker Start ins Jahr 2021

Standort der Adobe-Niederlassung in der Innenstadt von San Francisco in der Townsend Street
© David Tran by GettyImages/iStockphoto.

Adobe verzeichnet starke Umsatz- und Gewinnzuwächse. Die Aktie des Technologieunternehmens ist allerdings hoch bewertet.

Adobe gehört zu den führenden Technologieunternehmen und hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend breiter aufgestellt. Trotz der anhaltenden Corona-Virus-Krise legten die Umsätze und die Gewinne im ersten Quartal 2021 deutlich zu. Allerdings ist das Werbegeschäft bisher noch nicht wirklich angesprungen. Die Bewertung der Aktie ist hoch und vorerst sind keine Dividenden in Sicht. Zudem könnte die Aktie von einer Branchenrotation negativ beeinflusst werden und ein starker US-Dollar wirkt sich traditionell negativ auf die Gewinnsituation aus.

Pro Adobe (WKN 871981)

  • Starkes Standing: Adobe gehört zu den Urgesteinen des Technologiesektors. Mit der Acrobat-Familie und Photoshop ist das kalifornische Unternehmen seit Beginn der 1990er-Jahre auf fast allen Computern vertreten. In den vergangenen Jahren setzte Adobe den Aufschwung unter anderem im Cloud-Geschäft und mit Acrobat Analytics kontinuierlich fort.
  • Enormes Umsatzplus: Adobe schloss das erste Quartal 2021 des gebrochenen Geschäftsjahres (zum 5. März) mit einem Rekordumsatz ab. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 % auf 3,9 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 2,9 Milliarden auf das Geschäftsfeld Digital Media mit der Creative Cloud und Desktop-Apps wie Photoshop und InDesign.
  • Steigender Gewinn: Adobe wies im ersten Quartal ein operatives Ergebnis von rund 1,45 Milliarden US-Dollar aus (Vorjahr 937 Mio. US-Dollar). Das Nettoergebnis lag mit 1,26 Milliarden US-Dollar um gut 30 % über dem Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie betrug 3,14 Dollar. Für das Gesamtjahr hob Adobe die Ziele auf einen Umsatz von 15,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 11,85 Dollar an.
  • Analysten: Die Adobe-Aktie genießt bei den Analysten traditionell einen hervorragenden Ruf. Auch im Frühjahr 2021 sehen alle fünf Experten im comdirect Analystenscore die Aktie als „Kauf“. Kein einziger rät zum „Halten“ oder zum „Verkaufen“. Der comdirect Analystenscore liegt bei 100 %.

Contra Adobe (WKN 871981)

  • Werbegeschäft hat sich noch nicht erholt: Das Publishing- und Werbegeschäft ist in der Corona-Pandemie auch bei Adobe deutlich zurückgegangen. Im ersten Quartal 2021 erholte es sich zwar, lag aber mit 112 Millionen US-Dollar Umsatz noch deutlich unter dem ersten Quartal des Vorjahres.
  • Hohe Bewertung: Obwohl Adobe inzwischen vom Allzeithoch wieder etwas entfernt liegt, ist die Bewertung immer noch sehr hoch. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2021 liegt bei rund 42. Dividenden hat das Software-Unternehmen in der Vergangenheit nicht ausgeschüttet und das dürfte vorerst so bleiben.
  • Branchenrotation: Wie viele andere Unternehmen aus dem Technologiebereich hat die Aktie von Adobe während der Corona-Virus-Pandemie überdurchschnittlich abgeschnitten. Zuletzt haben Substanzwerte aus klassischen Industrien aufgeholt. Dieser Trend könnte sich mit zunehmender wirtschaftlicher Erholung fortsetzen.
  • Starker Dollar: In den USA hat die wirtschaftliche Erholung bereits eingesetzt. Auch die Zinsen liegen höher als in anderen Ländern der westlichen Welt. Diese Faktoren sprechen mittelfristig für eine tendenzielle Aufwertung des US-Dollar. In der Vergangenheit hat ein starker Greenback den Gewinn von Adobe regelmäßig belastet.

Über Adobe


Adobe wurde 1982 von John Warnock und dem im April 2021 verstorbenen Charles Geschke gegründet. Sie waren als Forscher bei dem Kopiergiganten Xerox angestellt und hatten dort Interpress erfunden – eine Sprache zur Seitenbeschreibung. Weil Xerox den Wert dieser Idee nicht erkannte, machten sie sich kurzerhand mit Adobe selbstständig. Interpress wurde geringfügig verändert und als PostScript auf den Markt gebracht. Über einige Jahre war Adobe nur Spezialisten bekannt. Das änderte sich mit der Fotobearbeitungssoftware Adobe Photoshop (Erscheinungsjahr 1990) und der Adobe-Acrobat-Familie (ab 1993). Sie umfasst kostenpflichtige Programme zum Erstellen, Bearbeiten und Signieren von PDF-Dokumenten, die es bis heute in vielen Ausführungen gibt. Für User und Leser sind die Programme zum Betrachten von PDF-Dokumenten kostenlos.

Im Jahr 2005 weitete Adobe sein Angebot mit der Übernahme von Macromedia deutlich aus. Zu den Produkten von Macromedia gehören der inzwischen eingestellte Flash Player, Shockwave und Dreamweaver. Nach der Übernahme von Aldus PageMaker brachte Adobe mit Adobe InDesign ein professionelles Layout- und Satzprogramm für das Desktop-Publishing heraus, das sich schnell zum Konkurrenten von Marktführer QuarkXPress etablierte. Im Jahr 2016 erschien das Programm Adobe VoCo – ein Bearbeitungsprogramm für Tonaufzeichnungen. 2018 schließlich übernahm Adobe die Onlineshop-Software Magento Commerce. Mit Adobe Analytics misst das Unternehmen Transaktionen bei 80 der 100 erfolgreichsten Online-Händler der USA.

Adobe hat in den vergangenen 15 Jahren mit den zahlreichen Zukäufen und Neuentwicklungen einen kontinuierlichen Aufschwung geschafft. Von zwei Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 stieg der Umsatz auch dank der Übernahmen nahezu stetig auf fast 13 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2020 (zum 30. November). Schon im Jahr 1986 ging Adobe an die Börse – splitbereinigt zum Kurs von 17 US-Cent. Inzwischen gehört Adobe zu den illustren Mitgliedern im Auswahlindex NASDAQ 100. Nach einem langen Kursanstieg ist das Unternehmen an der Börse aktuell mit einer Marktkapitalisierung von rund 260 Milliarden US-Dollar bewertet.

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