Geldanlagen bergen Risiken
Abel folgt Buffett – Skyline von Omaha im Sonnenuntergang.
Abel folgt Buffett – Skyline von Omaha im Sonnenuntergang.
© rudi1976 via Adobe Stock

Berkshire Hathaway: Greg Abel auf Buffetts Spuren

  • Greg Abel wird Warren Buffetts erfolgreiche Politik weiterführen.
  • Der erfahrene Manager könnte stärker in die operative Politik eingreifen.
  • 380 Milliarden Dollar Reserven sollen zum Teil für Aktienrückkäufe genutzt werden.

Warren Buffett hat sich für die „Rente mit 67“ nie interessiert. Der legendäre Investor überschritt die deutsche Hürde sogar um mehr als 28 Jahre. Aber zur Jahreswende 2025/2026 ist tatsächlich geschehen, was Beobachter und Bewunderer seit Jahren befürchtet hatten: Mit 95 Jahren und 4 Monaten hat Buffett die Verantwortung für seine Holding Berkshire Hathaway in jüngere Hände abgegeben. Sein Nachfolger ist im Vergleich zum Orakel von Omaha ein „Youngster“. Aber auch Greg Abel hat mit 63 Jahren schon mehr als 25 Jahre im Berkshire-Hathaway-Universum hinter sich und ist seit 5 Jahren als Nachfolger nominiert. Expertinnen und Experten sind sich einig: Der studierte Wirtschaftsprüfer wird weniger unterhaltsam sein als der Bühnenprofi Warren Buffett, das Unternehmen aber in seinem Geist weiterführen.

Buffett und die Experten loben den Nachfolger

Buffett selbst ist optimistisch: „Ich würde mein Geld eher Greg anvertrauen als irgendeinem Top-Investmentberater oder CEO“, sagte der Altmeister Anfang 2026 dem Wirtschaftssender CNBC. Für Berkshire sehe er bessere Chancen, ein weiteres Jahrhundert zu überleben, als bei irgendeinem anderen Unternehmen der USA. Dafür gibt es gute Gründe, meint Heiko Böhmer, Kapitalmarktstratege der Frankfurter Fondsgesellschaft Shareholder Value Management AG: „Abel wird die erfolgreiche Berkshire-Politik weiterführen.“ Diese Politik basiere auf den 4 Bausteinen Versicherungen, Eisenbahnen, Energie und Aktieninvestments. Bei den Versicherungen und Eisenbahnen sei Berkshire glänzend positioniert und habe wenig Handlungsbedarf, der Energiebereich wachse. „Bei den Aktieninvestments könnte ich mir vorstellen, dass Abel mehr als Buffett auch außerhalb der USA investieren könnte“, sagt Böhmer: „Insgesamt ist er der ideale Nachfolgekandidat.“

Aktienbeteiligungen stehen besonders im Blickpunkt

Anlegende achten vor allem auf die Aktienbeteiligungen von Berkshire Hathaway. Deren Veränderungen stehen bei den Quartalsmitteilungen besonders im Fokus. Wenn sich Buffett bei neuen Unternehmen eingekauft hat, sorgte das meist für Schwung bei den Papieren. Aber nicht nur Totalverkäufe und Neueinstiege, sondern auch Veränderungen bei den Gewichtungen werden von Anlegerinnen und Anlegern genauestens beobachtet. Und da hat sich zuletzt einiges getan: Berkshire war auch im Jahr 2025 ein Nettoverkäufer von Aktien. Apple blieb trotz weiterer Anteilsverkäufe auch Ende 2025 die größte Position im Portfolio von Berkshire Hathaway. Der Anteil ging aber auf rund 22 % und 61 Milliarden Dollar zurück. 2023 waren es noch über 50 % und fast 175 Milliarden Dollar gewesen.

Inzwischen hat American Express, seit mehr als 30 Jahren ein Liebling von Buffett, als Nummer 2 mit 20 % Depotanteil dem iPhone-Giganten fast schon den Rang abgelaufen. Auch die Bank of America und Coca-Cola befinden sich seit Jahren bzw. im Fall Coca-Cola seit fast 4 Jahrzehnten im Depot und machen 2- stellige Anteile aus. Entgegen dem Trend stockte Berkshire im Energiebereich seine Beteiligung an Chevron auf. Das Energieunternehmen rückte auf Platz 5 im Portfolio auf, zudem hält Buffett weiterhin eine starke Beteiligung an Occidental Petroleum. Die beiden Ölwerte stabilisieren zurzeit mit ihren Kursgewinnen den Wert der Gesamtanlagen. Auch bei Domino’s Pizza und der Versicherungsgruppe Chubb erhöhte Berkshire Hathaway im 4. Quartal 2025 die Positionen. Dagegen wurde die Beteiligung an Kraft Heinz weiter reduziert. Über kurz oder lang wird Abel diese Aktien, eine der wenigen echten Fehlinvestitionen von Buffett, wohl endgültig aus dem Portfolio streichen.

Versicherungen, Bahnen und Energie füllen das Sparschwein

Gegenüber dem Aktienportfolio wird die Bedeutung der Eigenunternehmen von Berkshire Hathaway steigen. Vor allem die mehr als 80 Holding-Unternehmen tragen erheblich zur Stabilität des Konzerns bei. Ein zentrales Standbein sind Versicherungen. Seit 30 Jahren gehört der Autoversicherer Geico komplett zu Berkshire, Berkshire Hathaway Reinsurance Group ist eine der 5 weltgrößten Rückversicherungen. Zudem besitzt Berkshire einen großen Teil der amerikanischen Eisenbahnlinien, die für den Gütertransport in dem riesigen Land eine wesentliche Rolle spielen. Im Energiesektor, früher von Greg Abel selbst geführt, hat Berkshire Hathaway Energy 13 Millionen Kunden, die mit Energie aus Öl, Gas und Kohle, aber auch erneuerbaren Quellen bedient werden. All diese Unternehmen liefern reichlich Gewinne und Dividenden an Berkshire ab. Unter Greg Abel könnten sich gerade diese Gewinnbeiträge noch erhöhen. Denn anders als Buffett selbst hat Abel reichlich Erfahrung als operativer Manager und dürfte stärker eingreifen, wenn Unternehmensziele verfehlt werden.

Gleichzeitig sind die stetigen Zuflüsse an Cash durch Gewinne und Aktienverkäufe für den neuen Chef auch ein Luxusproblem. Denn Berkshire sitzt inzwischen auf Cash-Reserven von über 380 Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie vor 2 Jahren. In Zeiten hoher Aktienkurse fanden Buffett und Abel zuletzt einfach keine lukrativen Investments mehr. Daran wird sich unter der Ägide des neuen Chefs kaum etwas ändern. Aber Abel hat stattdessen angekündigt, Geld in Aktienrückkäufe zu stecken. Damit erhöht sich der Gewinn pro Aktie, was sich tendenziell positiv auf den Kurs auswirkt.

Buffett-Strategie mit Aktie, Fonds und ETF

Durchschnittlich 20 % jährliche Rendite, wie sie Berkshire Hathaway seit 1965 erzielte, sind für Anlegerinnen und Anleger attraktiv. Kein Wunder, dass das Unternehmen als Erstes nach den Technologie-Konzernen die Marktkapitalisierung von 1 Billion US-Dollar knackte. Die Standardaktie Berkshire Hathaway A kostet trotz eines leichten Kursrückgangs in den vergangenen 12 Monaten noch mehr als 700.000 US-Dollar. Erschwinglicher ist Berkshire Hathaway B für knapp 500 Dollar, die auch in Deutschland häufig gehandelt wird. Wegen der Dollar-Schwäche mussten europäische Anlegerinnen und Anleger zuletzt Verluste hinnehmen. Eine Trendumkehr könnte ihren Anlagen einen Push geben.

Wer auf das Thema Value setzt, kann sein Kapital aber auch in Fonds investieren, die dem Vorbild Buffett und Berkshire Hathaway folgen und deren Produkte weniger stark von Währungsschwankungen abhängig sind. Dazu gehört der Fondsmanager Hendrik Leber, der unter anderem den ACATIS Value und Dividende – A verwaltet. In seinem Fonds sind zurzeit der Chiphersteller TSMC und der US-Pharmakonzern Eli Lilly am höchsten gewichtet. Der DWS Invest CROCI Sectors Plus – LC EUR ACC investiert äußerst konzentriert. Nach Value-Maßstäben werden rund 30 Value-Aktien aus den Sektoren Energie, Versorger und Konsum ausgewählt. Sektoren und Einzelwerte werden annähernd gleichgewichtet. Aufgrund der starken Performance der letzten Monate machen zurzeit die beiden erstgenannten Branchen und ihre Vertreter Engie, Schlumberger, Halliburton und E.ON einen etwas größeren Anteil aus.

Auch mit Zertifikaten und ETFs können Anlegerinnen und Anleger zumindest teilweise auf die Buffett-Strategie setzen. Ein Partizipationszertifikat von Vontobel etwa bildet die Entwicklung des Solactive Omaha Alpha Index (NTR) nach. Dieser Index enthält 20 der wichtigsten Aktien, in die auch Berkshire Hathaway investiert. Der UBS MSCI EMU Prime Value ETF fokussiert sich auf den europäischen Markt. Die 3 am höchsten gewichteten Werte sind der spanische Energieversorger Iberdrola, der spanischer Gas- und Ölproduzent Repsol sowie das DAX-Mitglied Allianz. Dagegen enthält der VanEck Morningstar US Sustainable Wide Moat UCITS ETF – A amerikanische Werte mit starken Wettbewerbsvorteilen, die von Buffett „Moat“ (Burggraben) genannt werden. Die höchsten Portfolioanteile machen aktuell der Spezialmaschinenhersteller und KI-Profiteur Teradyne sowie der Pharmagigant Merck & Co aus. Aktien aus beiden Kontinenten enthält der Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value – EUR ACC ETF. Der ETF der Frankfurter Shareholder Value Management AG wählt 25 unterbewertete Qualitätsaktien aus, die auf Sicht von 5 Jahren die höchste Gesamtrendite versprechen. Die Aktien werden gleichgewichtet und der Korb im Quartalsrhythmus geprüft und angepasst.

Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich deine selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhältst du auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect – einer Marke der Commerzbank AG – wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 20.04.2026; Quelle: comdirect.de

Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängiger Finanzexperte
Portrait von Michael Reitz, Diplomvolkswirt und unabhängiger Finanzexperte
Autor
Michael Reitz
Der Diplom-Volkswirt beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem internationalen Börsengeschehen. Seine ersten schmerzhaften Erfahrungen hat er beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 gemacht.
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