Jahresausblick 2021 steht die Erholung an

Eine Junge Frau trinkt Kaffee und schaut aus dem Fenster, während sie in der Quarantäne aufgrund von Covid-19 eine Pause in ihrem Büro zu Hause macht
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Die Impfungen sind angelaufen, eine Konjunkturwende scheint möglich. Wird das den Börsen neuen Auftrieb geben?

Der November des vergangenen Jahres war turbulent: In den USA zog sich die Wahlentscheidung schier endlos hin, in Europa befanden sich viele Nationen im Lockdown. Und die Börsen? Sie zogen weltweit kräftig an. In den USA knackte der Dow Jones 30 erstmals die 30.000-Punkte-Marke. Den Optimismus nährten der Ausgang der US-Wahlen und vor allem die Erfolge bei der Impfstoffforschung. „Die Börsen haben bereits eine Eindämmung der Pandemie und einen weltweiten Wirtschaftsaufschwung zu einem guten Teil eingepreist“, erklärt Matthias Born, Head of Investments bei der Berenberg Bank.

Ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind und das noch junge Jahr 2021 wirklich erfolgreich in Wirtschaft und Börsen wird, hängt wesentlich von der Entwicklung der Pandemie ab. Aktuell scheinen positive Ausblicke angesichts der hohen Infektionszahlen in den USA und Europa noch sehr mutig. In der Tat sieht Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer für Europa zunächst noch „ein wirtschaftlich schweres Winterhalbjahr mit einer Rezession bis März“ voraus. Denn jeder Monat Lockdown koste rund
1 % des BIP. Aber: „Je pessimistischer wir für den Winter sind, umso optimistischer sind wir aber für den Sommer“, erklärt Krämer. „Im Herbst dürfte eine ausreichende Immunisierung und damit Normalität erreicht sein.“

Geld und Fiskalpolitik stützen die Wirtschaft

Wenn Normalität an der Corona-Front erreicht ist, sind die Unterstützungsmaßnahmen aus Geld- und Finanzpolitik noch längst nicht gestoppt. Nach den Nothilfen rollen sie in diesem Jahr erst richtig an – etwa der europäische Aufbaufonds Next Generation EU (NGEU). Über die nächsten sechs Jahre sind insgesamt 750 Milliarden Euro plus Inflationsausgleich an direkten Hilfen und Krediten vorgesehen, die die Wirtschaft insbesondere in den Peripherieländern stützen sollen. Zudem sitzen die Bürger weltweit auf ihren Corona-Ersparnissen: Im zweiten Quartal 2020 etwa lag die Sparquote in Deutschland bei 28 %, und in den USA erhielten viele Arbeitslose mehr Geld vom Staat, als sie zuvor verdient hatten: „Wenn nur ein Teil der Corona-Ersparnisse ausgegeben wird, gibt das noch mal der Wirtschaft einen kräftigen Push“, sagt Jörg Krämer. Kräftiges Wachstum in allen Weltregionen ist daher für die Commerzbank absehbar. Für die USA erwartet sie nach einem Minus von 3,5 % in 2020 für dieses Jahr ein Plus von 4,0 %, für den Euroraum nach dem starken Einbruch 2020 (-7,3 %) ein Wachstum von 5,0 % und für China nach 1,7 % eine Konjunkturrally mit rund 8 %.

„Wir werden vermutlich nie wieder eine solche Gelegenheit bekommen, unseren wirtschaftlichen Ansatz komplett zu überdenken“, mutmaßt Eoin Murray, Head of Investment bei Federated Hermes. „Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Stadterneuerung werden wahrscheinlich den größten Anteil haben, wenn wir uns auf eine Welt nach Corona zubewegen.“ Dieses Wachstum macht Aktienwerte in allen Weltregionen interessant, obwohl die Bewertungen durchaus ambitioniert sind.

Alle Weltregionen mit Potenzial

In den USA etwa erwarten sich Investoren viel von einem Infrastrukturprogramm. Davon dürften zahlreiche zyklische Firmen profitieren, die sich auf Aufbau und Betrieb von Infrastrukturen im Bereich Straßen, Bau und Telekom spezialisiert haben. Gleichzeitig sind die großen Technologiewerte trotz des Kursanstiegs seit April 2020 nicht extrem hoch bewertet. „Apple, Facebook und Google/Alphabet sind trotz der Kursteigerungen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 20 bis 35 für Wachstumswerte gar nicht so teuer“, meint Matthias Born.

In Europa und speziell in Deutschland sind vor allem die zyklischen Aktien aus Maschinenbau, Chemie und dem Automobilsektor stark vertreten. Sie haben unter dem Konjunktureinbruch im Corona-Jahr besonders gelitten. Aber schon bei der Rally im November 2020 führten die Zykliker die Aufholjagd an. Wenn sich die Konjunkturperspektiven durch erfolgreiche Impfungen und private und öffentliche Investitionen aufhellen, ist bei ihnen ein Zusatzschub denkbar: „Im ersten Halbjahr könnten sich Zykliker wie BASF, Daimler und VW überdurchschnittlich entwickeln“, meint Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Commerzbank. „Danach sehen wir eher weniger konjunkturabhängige Werte wie etwa Linde, Deutsche Telekom oder Merck favorisiert.“

Asien-Pazifik-Pakt sorgt für Fantasie

Die asiatischen Länder sind auch aufgrund der Erfahrung mit Pandemien am besten durch die Corona-Krise gekommen. Jetzt sorgt zudem das neue Freihandelsabkommen Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) mit 15 Staaten der Asien-Pazifik-Region für Optimismus. Für Tim Love, Investment Director für Schwellenländeraktien bei GAM Investment, sind die asiatischen Technologiewerte unter dem Sammelbegriff START (für Samsung Electronics, Tencent Holdings, Alibaba Group, Reliance Industries und Taiwan Semiconductor) wegen ihrer Marktdominanz und des Wachstumspotenzials besonders interessant: „START wird an den Schwellenmärkten zu einem vergleichbar bedeutenden Akronym werden wie FAANG (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Alphabet/Google) in den USA und die Performance der gesamten Anlageklasse entscheidend beeinflussen.“

Anlagen im Paket

Die Aussichten für das laufende Jahr werden von den meisten Experten grundsätzlich positiv bewertet. Gleichwohl sind gerade hoch bewertete Einzelwerte riskant. Eine Alternative bieten zum Beispiel die 25 Top‐Preis Fonds von comdirect, die ohne Ausgabeaufschlag im Sparplan oder in der Einmalanlage angeboten werden (alle Konditionen zu den Top-Preis Fonds finden Sie hier). Über die Top-Preis Fonds können Anleger gezielt global, regional oder auch in Sektoren investieren. Zu den angebotenen Top-Preis Fonds gehören auf globaler Ebene der Fidelity Global Dividend Fund – A EUR DIS (WKN A1JSY0) und der Pictet‐Global Megatrend Selection‐P (WKN A0X8JZ). Mit dem Vontobel Emerging Markets Equity – A USD DIS Fonds (WKN 972721) können Anleger vor allem in Asien investieren. Für die USA ist zum Beispiel der AB SICAV I American Growth Portfolio – A USD ACC Fonds (WKN 986838) im Angebot, für Europa der Comgest Growth Europe – EUR DIS Fonds (WKN A0JC8V) oder der BlackRock Global Funds Continental European Flexible Fund – A2 EUR ACC (WKN A0F42G). Deutschland ist mit dem DWS Aktien Strategie Deutschland – LC EUR ACC Fonds (WKN 976986) und dem Lupus alpha Smaller German Champions – A EUR DIS Fonds (WKN 974564) vertreten.

Aktien und Investmentfonds unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allein verbindliche Grundlage des Kaufs bei Fonds sind die derzeit gültigen Verkaufsunterlagen des Fonds („Wesentliche Anlegerinformationen“, Verkaufsprospekt sowie Jahres- und Halbjahresberichte, soweit veröffentlicht). Diese Unterlagen erhalten Sie auf der Fonds-Detailseite unter www.comdirect.de oder direkt beim Emittenten. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie soll lediglich Ihre selbstständige Anlageentscheidung erleichtern und ersetzt keine anleger‐ und anlagegerechte Beratung. Bei den hier dargestellten Informationen und Wertungen handelt es sich um eine Werbemitteilung, die nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit einer Anlageempfehlung oder Anlagestrategieempfehlung genügt. Die Darstellung gibt nicht die Meinung von comdirect wieder. Darüber hinaus unterliegen die dargestellten Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Anlage‐ oder Anlagestrategieempfehlungen. Stand: 10.02.2021; Quelle: comdirect.de