Einfach erklärt: Was kostet ein Kind?

Mutter mit Kind auf dem Arm in den Bergen.
© Serhii via Adobe Stock

Kinder bereichern das Leben – sie kosten aber auch Geld. Sicher: Finanzielle Aspekte sollten bei der Familienplanung nicht im Vordergrund stehen. Dennoch kann es nützlich sein, zu wissen, wie viel ein Kind Monat für Monat kostet, bis es „aus dem Gröbsten heraus“ ist. Erfahren Sie hier außerdem, wie der Staat Familien unterstützt und wie man finanziell vorsorgen kann.

Wie viel kostet ein Kind im Monat?

Was ein Kind im Monat kostet, lässt sich pauschal nicht sagen. Wie hoch die monatlichen Kosten für Kinder im Durchschnitt sind, hat das Statistische Bundesamt jedoch in einer Studie von 2018 erhoben. In dem Jahr beliefen sich die Kosten für ein Kind deutschlandweit in Haushalten mit Durchschnittseinkommen auf 736 Euro pro Monat. Berücksichtigt wurden dabei nur die laufenden Konsumausgaben, z. B. für Lebensmittel, Wohnen und Bekleidung. Kosten wie Kitagebühren, Klassenfahrten und Vereinsgebühren wurden nicht miteinbezogen.

Fast ein Viertel der Konsumausgaben fürs Kind

Die Kosten für das Kind machten demnach bei Paaren mit 1 Kind im Durchschnitt einen Anteil von 21 % an den gesamten Konsumausgaben aus. Bei den Alleinerziehenden war dieser Anteil mit 35 % noch einmal deutlich höher – obwohl diese deutschlandweit durchschnittlich „nur“ 710 Euro ausgaben.

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Gut zu wissen: Die Zahlen vom Statistischen Bundesamt stammen aus dem Jahr 2018. Inzwischen dürften die monatlichen Kinderkosten aufgrund der hohen Inflation deutlich gestiegen sein. Was Sie gegen die Teuerung tun können, erfahren Sie ebenfalls in unserem comdirect magazin.

Wie viel kostet ein Kind im ersten Jahr?

Geht man von den statistischen Zahlen aus, belaufen sich die Kosten für ein Kind im ersten Jahr im Durchschnitt auf über 8.000 Euro. Allerdings lässt sich gerade im ersten Jahr viel Geld sparen. Die Erstausstattung und einen Kinderwagen bekommt man häufig secondhand oder – ebenso wie das erste Spielzeug und das erste Kuscheltier – sogar geschenkt. Wer stillt, hat zumindest in den ersten Monaten keine Ausgaben für Nahrung. Der größte Posten im ersten Jahr entfällt somit sicherlich auf die Windeln.

Wie viel Geld braucht man im Monat für Windeln?

Wer keine Stoffwindeln verwendet, sollte je nach Windelmarke mit monatlichen Kosten von bis zu 50 Euro für Windeln rechnen. Dazu kommen die Ausgaben für Pflegeprodukte wie Wundschutzcreme, Feuchttücher und Babyöl.

Wie viel kostet ein Kind in den ersten 5 Jahren?

Laut Statistischem Bundesamt liegen die monatlichen Kosten für ein Kind unter 6 Jahren bei 679 Euro. In Summe ergeben sich in den ersten 5 Jahren also Kinderkosten in Höhe von knapp unter 50.000 Euro. Auch hier sind wieder nur die laufenden Konsumausgaben, z. B. für Lebensmittel und Bekleidung berücksichtigt. Fehlendes Einkommen, wenn Eltern zu Hause bleiben, oder auch Kosten für die Kinderbetreuung sind nicht eingerechnet.

Was kostet ein Krippenplatz oder ein Kindergartenplatz?

Wie hoch die Gebühren für die Betreuung in einer Krippe oder einem Kindergarten sind, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Für einen Krippenplatz für die Kleinsten zahlt man je nach Bundesland, Gemeinde, Betreuungszeiten und Einkommen der Eltern zwischen 50 bis 600 Euro.
Was ein Kindergartenplatz kostet, hängt ebenfalls teilweise davon ab, wo man lebt und wie viel man verdient. Es gibt aber auch Bundesländer und Städte, in denen man gar keine Betreuungskosten mehr zahlt.

Was kostet ein 12-jähriges und ein 18-jähriges Kind im Monat?

Ab dem 12. Lebensjahr wird es statistisch gesehen teuer. Ob Hobbys, Handy oder Markenklamotten – mit zunehmendem Alter steigen auch die Ansprüche von Kindern. Zudem nimmt in der Pubertät das Längenwachstum noch einmal Fahrt auf. Wer wächst, muss viel essen – und braucht häufiger neue Kleidung. Laut Statistischem Bundesamt steigen die monatlichen Kinderkosten für Kinder zwischen 12 und 18 Jahren auf durchschnittlich 953 Euro. Allein die Kosten für Schuhe und Bekleidung summieren sich im Durchschnitt auf 63 Euro. Spätestens in diesem Alter wird auch das erste Girokonto für Kinder interessant.

Was kostet ein Kind bis zum 21. Lebensjahr?

Steht das eigene Kind nach dem 18. Lebensjahr finanziell noch nicht auf eigenen Beinen und wohnt während der Ausbildung oder des Studiums noch im Haushalt der Eltern, steigen die Kinderkosten insgesamt noch einmal an. Oftmals noch mehr, wenn es in ein WG-Zimmer, ins Studierendenwohnheim oder eine eigene Wohnung zieht. Geht man von den Zahlen des Statistischen Bundesamts aus, belaufen sich die Kosten pro Kind bis 18 auf rund 175.000 Euro, bis zum 21. Lebensjahr auf etwa 208.000 Euro.
Ein Kind großzuziehen, geht also mit einigen Kosten einher. Viele Eltern erhoffen sich aber auch, dass diese sich im Gegenzug später um sie kümmern werden.

Alter des KindesKosten pro Monat
Paare mit 1 Kind
Kosten pro Monat
Alleinerziehende
Insgesamt763 Euro710 Euro
Unter 6679 Euro590 Euro
6 bis 12786 Euro669 Euro
12 bis 18953 Euro812 Euro

Wie viel kosten 2 Kinder im Monat? Wie viel kostet eine 4-köpfige Familie?

Tatsächlich zeigt die Studie des Statistischen Bundesamts: Je mehr Kinder in einem Haushalt leben, desto geringer sind die durchschnittlichen Kosten für Kinder. Paare mit 2 Kindern zahlen im Durchschnitt monatlich 638 Euro – im Vergleich zu den 763 Euro, die in einem 1-Kind-Haushalt anfallen. Bei 3 Kindern belaufen sich die monatlichen Kosten laut Statistik auf rund 590 Euro pro Kind.
Dass eine vierköpfige Familie monatlich weniger pro Kind zahlt als ein Paar mit 1 Kind, hängt damit zusammen, dass man viele Dinge schon für das erste Kind angeschafft hat – etwa Kinderzimmermöbel, Spielzeug oder Bekleidung, aus der der ältere Nachwuchs rausgewachsen ist. Andererseits fallen an anderer Stelle deutlich höhere Kosten an, die nicht in die Statistik einfließen. Ein Beispiel: Wer mit 2 oder sogar 3 Kindern in den Urlaub fährt, braucht eine prall gefüllte Urlaubskasse.

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Gut zu wissen: Tipps und Tricks, wie Sie im Alltag Geld sparen, finden Sie ebenfalls im comdirect magazin. Haben Sie schon mal vom Frugalismus gehört? Lesen Sie unsere Informationen und Tipps für Sparer und Anleger.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Der Staat unterstützt Familien mit Kindergeld. Der Anspruch entsteht automatisch mit der Geburt des ersten Kindes. Seit dem 1. Januar 2022 gelten in Deutschland diese Kindergeldsätze:

  • 1. und 2. Kind: je 219 Euro
  • 3. Kind: je 225 Euro
  • Ab dem 4. Kind: je 250 Euro

Neben dem Kindergeld haben Eltern teilweise noch Anspruch auf weitere staatliche Leistungen, die helfen können, die hohen Kinderkosten etwas ausgleichen.

  • Kinderfreibetrag: Anstatt Kindergeld können Eltern auch den sogenannten Kinderfreibetrag beantragen. Damit lässt sich die Belastung durch die Einkommenssteuer senken. Für 2022 beträgt der Kinderfreibetrag 5.460 Euro (2.730 Euro je Elternteil). Dazu kommt ein Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf der Kinder in Höhe von 2.928 Euro (1.464 Euro pro Elternteil). In den meisten Fällen ist das ausbezahlte Kindergeld aber steuerlich günstiger für Eltern.
  • Elterngeld: Mit dem Elterngeld gleicht der Staat fehlendes Einkommen aus, wenn Eltern nach der Geburt des Kinders zu Hause bleiben, um den Nachwuchs zu betreuen. Elterngeld gibt es in verschiedenen Varianten, die auch kombiniert werden können.
  • Wohngeld für Familien: Familien mit kleinem Einkommen können Wohngeld beantragen. Diese Sozialleistung wird als Zuschuss zur Miete oder zu den Kosten von selbst genutztem Wohneigentum gezahlt.
  • Kinderzuschlag: Reicht das Einkommen nicht für die ganze Familie, können Eltern bzw. Erziehungsberechtigte zusätzlich zum Kindergeld den Kinderzuschlag bekommen.
  • BAföG: Unter bestimmten Voraussetzungen haben Studierende, Praktikanten und Schüler Anspruch auf BAföG. Wie viel BAföG gezahlt wird, hängt vom Einkommen und Vermögen des Studierenden und vom Einkommen der Eltern ab.

 Sollte man für seine Kinder sparen?

Führerschein, Auto, Studium, Auslandsaufenthalt – mit den großen Wünschen der eigenen Kinder kommen für Eltern weitere Ausgaben zu den monatlichen Kinderkosten dazu. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig mit dem Sparen anzufangen. Das klassische Sparschwein oder Sparbuch gilt bei vielen – vor allem angesichts immer noch niedriger Zinsen – nicht mehr als zeitgemäß. Anstelle der traditionellen Geldanlage tritt heutzutage häufig der Wertpapiersparplan.

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Gut zu wissen: Was kostet ein Studium? Im comdirect magazin geben wir Ihnen Infos und Tipps sowohl zur Studienfinanzierung als auch zu den verschiedenen Geldanlagen für Kinder.

Wie viel Geld sollte man vor dem ersten Kind sparen?

Wer schon vor dem ersten Kind ein finanzielles Polster aufbauen möchte, muss nicht unbedingt Verzicht leisten. Ob auf Aktien, ETFs oder Fonds – mit einem Sparplan lässt sich schon ab einem Sparbetrag von 25 Euro monatlich Vermögen aufbauen. Alles, was Sie für den Handel mit Wertpapieren brauchen, ist ein Depot.

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Gut zu wissen: Mit dem JuniorDepot von comdirect können Sie langfristig Vermögen für Ihren Nachwuchs aufbauen. Profitieren Sie von 50 Euro Zuschuss für Ihren Wertpapiersparplan1 und kostenlose Depotführung bei regelmäßiger Einzahlung2.

Fazit: Kinderglück hat seinen Preis – ist aber unbezahlbar

Kinder kosten Geld, doch das Glück, das Eltern dadurch erfahren, ist letztlich unbezahlbar. Zudem bekommen Familien staatliche Unterstützung, die zumindest einen Teil der monatlichen Kosten für ein Kind ausgleichen. Mit guter Planung und rechtzeitiger Vorsorge sollte dem Familienglück schließlich nichts im Wege stehen.

Wenn Sie noch Fragen zum JuniorDepot oder allgemein zu Geldanlagen für Kinder haben, können Sie gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer stehen von Montag bis Freitag von 8–18 Uhr für Sie zur Verfügung.

1Die Eröffnung des Sparplanes muss innerhalb der ersten 3 Monate nach Eröffnung des JuniorDepots erfolgen und der Sparplan muss mindestens 1-mal ausgeführt werden. Die Gutschrift der Prämie erfolgt nach erstmaliger Sparplanausführung auf das jeweilige Verrechnungskonto des Kunden. Ausgeschlossen von der Prämienzahlung sind Kunden, deren Depot von einem Finanzdienstleister betreut wird. Die Prämienzahlung zur unmittelbaren Investition in Depotwerte unterliegt der Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die beschriebene Steuerpflicht mindert die Prämienauszahlung entsprechend.

2Das Depot bleibt nach 6 Monaten kostenlos, wenn Sie mindestens 2 Trades pro Quartal tätigen oder regelmäßig in einen Wertpapiersparplan einzahlen (mindestens eine Ausführung pro Quartal).