Geldanlagen bergen Risiken
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Rürup-Rente – sinnvoll oder nicht?

  • Die Rürup- oder Basisrente ist eine steuerlich vergünstigte private Altersvorsorge.
  • Konzipiert wurde sie für Selbstständige mit höherem steuerpflichtigem Einkommen.
  • Es gibt sie als klassische oder fondsgebundene Basisrente sowie als ETF-Sparplan.

Definition: Was ist die Rürup-Rente?

Die Basisrente – umgangssprachlich auch „Rürup-Rente“ nach dem Ökonomen Bert Rürup – ist eine steuerlich begünstigte Form der privaten Altersvorsorge. Sie wurde als Alternative für Selbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler eingeführt, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und keine Rentenpunkte sammeln. Diese Personen konnten auch keine Riester-Rente in Anspruch nehmen.

Sinnvoll ist die Rürup-Rente vor allem für Gutverdienende, die in der Ansparphase ein höheres steuerpflichtiges Einkommen haben, da die Beiträge als Sonderausgaben steuerlich absetzbar sind.

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Die Riester-Rente war ausschließlich für gesetzlich Versicherte vorgesehen, um eine mögliche Rentenlücken zu schließen. Das Altersvorsorgedepot, das 2027 als Nachfolge der Riester-Rente eingeführt wird, bietet auch nicht pflichtversicherten Selbstständigen sowie Freiberuflerinnen und Freiberuflern die Option, steuerlich gefördert fürs Alter zu sparen.

Wie funktioniert die Rürup-Rente?

Die Rürup-Rente funktioniert nach dem Prinzip der Kapitaldeckung. Versicherte zahlen regelmäßig Beiträge in einen Vertrag ein und erhalten im Alter eine lebenslange monatliche Rente ausgezahlt.

Bei der Rürup-Rente gibt es daher 2 Phasen:

1. Rürup-Rente: Ansparphase

In der Ansparphase zahlst du monatlich Beiträge in einen Rürup-Vertrag ein. Die Einzahlungen sind als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Im Jahr 2026 sind 100 % der Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 30.826 Euro für Ledige bzw. 61.652 Euro für Zusammenveranlagte steuerlich abzugsfähig. Dabei kannst du selbst entscheiden, wie dein Geld angelegt wird – klassisch verzinst oder renditeorientiert in Fonds oder ETFs.

2. Rürup-Rente: Auszahlungs- oder Rentenphase

Mit frühestens 60 oder 62 Jahren kannst du dir dein angespartes Kapital als lebenslange Rente monatlich auszahlen lassen. Eine einmalige oder teilweise Auszahlung des Kapitals ist nicht möglich.

Die im Alter ausgezahlte Rente musst du versteuern. Der zu versteuernde Anteil hängt davon ab, in welchem Jahr du in Rente gehst. Bei Rentenbeginn im Jahr 2026 erhältst du einen Rentenfreibetrag in Höhe von 16 % der ersten vollen Jahresrente. Dieser Freibetrag wird als fester Eurobetrag lebenslang festgeschrieben. Künftige Rentenerhöhungen sind dagegen grundsätzlich vollständig steuerpflichtig, sodass im Zeitverlauf effektiv mehr als 84 % der Rente der Besteuerung unterliegen können. Für Neurentnerinnen und Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil schrittweise an. Ab dem Rentenjahrgang 2058 ist die gesetzliche Rente vollständig steuerpflichtig.

Welche Arten von Rürup-Verträgen gibt es?

Im Wesentlichen gibt es 3 verschiedene Arten von Rürup-Verträgen, die sich nach Form der Geldanlage und Risikoprofil unterscheiden:

  • Klassische Basisrente
  • Fondsgebundene Basisrente (mit und ohne Garantie)
  • Rürup-Fondssparplan mit ETFs

Klassische Basisrente

Die klassisch verzinste Basisrente garantiert einen bestimmten Rentenfaktor und einen festen Zins. Der Rentenfaktor besagt, wie viel Rente du pro 10.000 Euro angespartem Kapital beziehst. Der Garantiezins gilt für die gesamte Vertragslaufzeit auf den Sparanteil. Für Neuverträge, die seit dem 1. Januar 2025 abgeschlossen werden, beträgt der Garantiezins 1 %. Dadurch eignet sich die klassische Basisrente besonders für sicherheitsorientierte Anlegende, die Wert auf verlässliche Leistungen im Alter legen.

Fondsgebundene Basisrente

Bei der fondsgebundenen Basisrente werden die Beiträge in Fonds oder ETFs angelegt. Dadurch steigen die Renditechancen, aber auch die Verlustrisiken. Die fondsgebundene Basisrente gibt es mit und ohne Garantie. Bei Verträgen mit Garantie wird dir ein Teil der eingezahlten Beiträge zu Rentenbeginn garantiert. Grundsätzlich gilt: Je höher die Garantie, desto niedriger sind in der Regel die Renditechancen solcher Verträge.

Rürup-Fondssparplan mit ETFs

Ein Rürup-Fondssparplan ist eine spezielle Form der fondsgebundenen Basisrente, bei der die eingezahlten Beiträge überwiegend in ETFs angelegt werden. Ein Rürup-Fondssparplan mit ETFs ist in der Regel kostengünstig. Er verbindet hohe Renditechancen mit Verlustrisiken. Im Gegenzug für die höheren Renditechancen fallen Garantien häufig geringer aus oder entfallen vollständig.

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Was sind die Vor- und Nachteile der Rürup-Rente?

Gegenüber der gesetzlichen Rente, der privaten Rentenversicherung und dem neuen AVD hat die Basisrente spezifische Vor- als auch Nachteile. Diese solltest du kennen, um zu entscheiden, ob Rürup ein passender Baustein für deine private Altersvorsorge ist.

Pro Rürup-Rente

  • Private Altersvorsorge:
    Selbstständige bzw. Freiberuflerinnen und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, können mit einem Rürup-Vertrag steuervergünstigt privat fürs Alter vorsorgen.
  • Steuerliche Absetzbarkeit:
    Einzahlungen in deinen Rürup-Vertrag kannst du als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Das macht die Rürup-Rente vor allem für Gutverdienende mit hohem Steuersatz attraktiv.
  • Zusatzbausteine:
    Über Zusatzbausteine wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder eine Hinterbliebenenrente lassen sich verschiedene Lebensrisiken absichern.
  • Pfändungsschutz:
    In der Ansparphase ist dein Kapital grundsätzlich vor Pfändung gesichert, sofern der Vertrag nicht übertragbar und unkündbar ist und bestimmte Freigrenzen nicht überschritten werden.

Contra Rürup-Rente

  • Keine Kündigung:
    Ein Rürup-Vertrag ist unkündbar, sodass du erst im Alter an dein angespartes Kapital herankommst. Das unterscheidet die Rürup-Rente von einem ETF-Sparplan oder dem neuen Altersvorsorgedepot, bei dem du flexibel auf dein Geld zugreifen kannst.
  • Kein Kapitalwahlrecht:
    Anders als bei Riester oder der klassischen privaten Rentenversicherung gibt es bei einem Rürup-Vertrag kein Kapitalwahlrecht. Du kannst dir dein angespartes Guthaben also nicht auf einen Schlag auszahlen lassen.
  • Hohe Kosten:
    Für Rürup-Verträge fallen in der Regel hohe Abschluss-, Vertrags- und Verwaltungskosten an, die eine mögliche Rendite schmälern.
  • Nachgelagerte Besteuerung:
    Sobald du die Rürup-Rente beziehst, musst du die Bezüge versteuern. Die Höhe des zu versteuernden Anteils steigt schrittweise mit jedem Rentenjahrgang an.
  • Keine Vererbbarkeit:
    Anders als bei der gesetzlichen Rente ist bei der Rürup-Rente keine Absicherung der Hinterbliebenen in Form einer Witwen- oder Witwerrente vorgesehen.

Für wen ist die Rürup-Rente sinnvoll?

Die Rürup- oder Basisrente war ursprünglich als Ersatz für Selbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler vorgesehen, die nicht pflichtversichert sind und keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente haben. Ein Rürup-Vertrag ist ferner für Personen interessant, die während der Ansparphase ein hohes steuerpflichtiges Einkommen beziehen, da die Beiträge als Sonderausgaben steuerlich absetzbar sind und so die Steuerlast mindern.

Ist die Rürup-Rente auch für Angestellte sinnvoll?

Ob sich ein Rürup-Vertrag auch für gutverdienende Angestellte lohnt, hängt von der individuellen Situation in der Anspar- und Rentenphase ab.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Rürup-Rente als zusätzlicher Rentenbaustein für Angestellte dann sinnvoll sein kann, wenn dein Einkommen in der Ansparphase dauerhaft hoch, dein Steuersatz in der Rentenphase jedoch voraussichtlich niedrig sein wird. Denn: Die Rürup-Rente verbindet die steuerliche Absetzbarkeit in der Ansparphase mit der nachgelagerten Besteuerung im Alter.

In jedem Fall solltest du bedenken, dass ein Rürup-Vertrag nicht kündbar ist und dir dein angespartes Kapital später nur als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt wird.

Für wen ist ein Rürup-Vertrag nicht sinnvoll?

Nicht sinnvoll ist ein Rürup-Vertrag für Menschen mit geringem oder unregelmäßigem Einkommen, junge Selbstständige und Menschen, die finanziell flexibel bleiben wollen oder Wert auf ein Kapitalwahlrecht legen.

Bei Geringverdienenden ist der steuerliche Vorteil eines Rürup-Vertrags gering. Zudem können die regelmäßigen Pflichtbeiträge zur finanziellen Belastung werden.

Wer jetzt jung ist und nach 2058 in Rente geht, muss die späteren Bezüge zu 100 % versteuern.

Junge Selbstständige und Berufseinsteigende müssen häufig flexibel bleiben, um schwankendes Einkommen oder finanzielle Engpässe zu überbrücken. Bei einem Rürup-Vertrag ist das Kapital jedoch bis zur Rente gebunden. Auch dann steht das angesparte Geld nur als lebenslange monatliche Rente zur Verfügung – eine Kapitalwahl oder höhere Teilauszahlungen gibt es nicht.

Fazit: Ob die Rürup-Rente sinnvoll ist, kommt auf deine persönliche Situation an

Der größte Vorteil der Rürup-Rente besteht darin, dass die monatlichen Beiträge als Sonderausgaben steuerlich absetzbar sind. Das macht die Basisrente vor allem für gutverdienende Selbstständige attraktiv, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Wer wenig verdient oder finanziell flexibel bleiben möchte, sollte sich mit anderen Formen der privaten Altersvorsorge auseinandersetzen. Mit dem Altersvorsorgedepot können auch nicht pflichtversicherte Selbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler ab 2027 steuerlich gefördert privat fürs Alter vorsorgen.

Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.

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Autor
comdirect Redaktion
Beste Bank Siegel

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