- Mit der Frühstartrente erhalten Kinder ein Startkapital für die private Altersvorsorge.
- Jedes Kind von 6 bis 18 Jahre erhält monatlich 10 Euro für sein eigenes Depot.
- Die Frühstartrente startet rückwirkend zum 01.01.2026 mit dem Geburtsjahrgang 2020.
Definition: Was ist die Frühstartrente?
Die Frühstartrente ist eine Form der staatlich geförderten Altersvorsorge für Kinder und Jugendliche. Die Frühstartrente gehört zu den Plänen der Koalition aus CDU, CSU und SPD, um das Rentensystem in Deutschland zu reformieren.
Bei der Frühstartrente geht es nicht darum, früher in Rente zu gehen, wie z. B. im Rahmen des Vorruhestands, sondern darum, dass alle Kinder in Deutschland ein Startkapital für die private Altersvorsorge erhalten. So sollen Kinder und Jugendliche unabhängig vom Elternhaus die Möglichkeit bekommen, ein eigenes Vermögen aufzubauen, und frühzeitig an das Thema Altersvorsorge am Kapitalmarkt herangeführt werden.
Hintergrund: Warum ist die Frühstartrente nötig?
Bisher ist es in Deutschland so, dass die heutigen Renten von den aktuellen Beitragszahlenden finanziert werden. Dies nennt man Umlageverfahren, weil das in die Rentenkasse eingezahlte Geld auf die aktuellen Rentenbeziehenden umgelegt wird. Dieser „Generationenvertrag“ stößt durch den demografischen Wandel jedoch an seine Grenzen.
Die Menschen in Deutschland werden im Schnitt immer älter. Die Folge: Auf immer mehr Rentner kommen immer weniger Beitragszahlende. Damit die Rentenbeiträge nicht immer weiter erhöht oder das Rentenniveau abgesenkt werden muss, braucht es eine Rentenreform. Die Frühstartrente ist eine Idee, um Kinder und Jugendliche frühzeitig an die private Altersvorsorge heranzuführen und den privaten Vermögensaufbau staatlich zu fördern.
„Die Frühstartrente schafft Bewusstsein dafür, dass es wichtig ist, sich um die Altersvorsorge zu kümmern und man sich nicht nur auf die gesetzliche Rente verlassen kann.”
Swetlana Ewald, Leiterin finanz-heldinnen, im Podcast Schwungmasse

Wie soll die Frühstartrente funktionieren?
Mit der Frühstartrente sollen Kinder und Jugendliche in Deutschland ein Startkapital für die eigene private Altersvorsorge erhalten. Der vom Bundeskabinett am 12. August 2026 beschlossene Gesetzesentwurf sieht dazu Folgendes vor:
- Anspruchsberechtigte: Anspruch auf die Frühstartrente haben alle Kinder, die 6 Jahre alt werden und mit ihrem 1. Wohnsitz in Deutschland gemeldet sind. Die staatliche Förderung endet mit dem 18. Lebensjahr. Kinder, die vor 2020 geboren wurden, erhalten keine Frühstartrente.
- Höhe der Förderung: Die Frühstartrente beträgt für jedes Kind 10 Euro pro Monat. Dieses Geld wird am Kapitalmarkt angelegt und dient als Startkapital für den frühen Vermögensaufbau als private Altersvorsorge.
- Beginn und Zeitplan: Die Frühstartrente beginnt rückwirkend mit dem Geburtsjahrgang 2020 – also den Kindern, die im Jahr 2026 das 6. Lebensjahr vollendet haben. Ab 2027 kommt jedes Jahr der Geburtsjahrgang hinzu, der im jeweiligen Jahr 6 Jahre alt wird.
- Altersvorsorge-Vertrag: Die Frühstartrentewird in ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot eingezahlt. Einen entsprechenden begünstigten Vertrag müssen die Eltern oder Sorgeberechtigten für das anspruchsberechtigte Kind abschließen.
- Kosten: Die effektiven Kosten für Standarddepot-Verträge sind auf 1 % begrenzt. Zudem dürfen Anbieter keine Abschluss- oder Vertriebskosten verlangen.
- Kollektive Anlage: Wenn Eltern für ihr anspruchsberechtigtes Kind kein individuelles Depot eröffnen, wird die Frühstartrente kollektiv am Kapitalmarkt angelegt. Die kollektive Anlage erfolgt durch die Deutsche Bundesbank. Anspruchsberechtigte ohne eigenen Vertrag können ihr angelegtes Startkapital noch bis zum 25. Lebensjahr auf ein individuelles Depot überführen lassen.
- Private Einzahlungen: Die Heranwachsenden und Dritte wie z. B. Eltern oder Großeltern können das angesparte Kapital durch private Einzahlungen aufstocken. Einzahlungen in einen begünstigten Vertrag sind auf 6.840 Euro pro Kalenderjahr gedeckelt.
- Steuerfreiheit in der Ansparphase: Alle Erträge aus dem Depot – also z. B. Kursgewinne oder Dividenden – sind bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei.
- Nachgelagerte Besteuerung: Mit dem Renteneintritt müssen die Auszahlungen komplett versteuert werden (private Einzahlungen nur mit dem Ertragsanteil).
- Auszahlung: Die Frühstartrente ist „zweckgebunden“ – ausschließlich für die private Altersvorsorge vorgesehen. Eine Auszahlung des geförderten Kapitals ist grundsätzlich nicht vor dem 65. Lebensjahr möglich.
- Finanzielle Bildung: Mit der Frühstartrente sollen Kinder und Jugendliche auch an die private Altersvorsorge am Kapitalmarkt herangeführt werden. Deshalb sollen regelmäßig altersgerechte Informationen über die Wertentwicklung der Geldanlage veröffentlicht werden.
Wann kommt die Frühstartrente?
Sollte das Gesetz zur Frühstartrente wie geplant zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, startet die Förderung rückwirkend zum 1. Januar 2026 mit dem Geburtsjahrgang 2020 – also den Kindern, die 2026 das 6. Lebensjahr vollenden. Ab 2027 kommt dann jeweils der Geburtsjahrgang der im entsprechenden Kalenderjahr 6-Jährigen dazu.
Frühstartrente: Was muss ich konkret tun?
Wenn die Frühstartrente wie geplant kommt, können Eltern für ihr anspruchsberechtigtes Kind ein individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot eröffnen – diesem Depot schreibt der Anbieter dann automatisch die Frühstartrente gut, ohne dass du etwas tun musst.
Die Förderung gibt es ausschließlich für einen sogenannten „Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge“. Diesen kannst du bei einem privaten Anbieter deiner Wahl wie z. B. einer Bank oder Direktbank abschließen.
Wenn du kein eigenes Depot für dein Kind eröffnest, legt die Deutsche Bundesbank die Frühstartrente für dein Kind kollektiv an. Bis zum 25. Geburtstag deines Kindes kannst du das angesparte Kapital auf einen individuellen Vertrag überführen. Bei einem verspäteten Vertragsabschluss fließen die nicht abgerufenen Mittel zurück an den Staat.
Mit Erreichen der Volljährigkeit geht das Depot für die Frühstartrente nahtlos in ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot über.

Auch wenn dein Kind vor 2020 geboren wurde und keinen Anspruch auf die Frühstartrente hat, kannst du einen Vertrag für dein Kind abschließen – jedoch ohne staatliche Förderung.
Rechenbeispiel: Wie viel Geld lässt sich mit der Frühstartrente ansparen?
Der Gesetzesentwurf zur Frühstartrente sieht vor, dass der Staat allen 6-Jährigen bis zum 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro für die private Altersvorsorge zahlt. Die Förderung erfolgt also höchstens 12 Jahre lang. Daraus ergibt sich für die 1. Ansparphase eine maximale Summe von 1.440 Euro – ohne mögliche Erträge oder Verluste.
Zusätzlich können Heranwachsende oder Dritte wie z. B. Eltern oder Großeltern die Frühstartrente durch private Einzahlungen von maximal 6.840 Euro pro Kalenderjahr aufstocken.
Doch auch ohne private Einzahlungen wird die angesparte Summe weiter am Kapitalmarkt angelegt und bietet potenzielle Renditechancen. Wichtig ist, dass du dir der Volatilität des Kapitalmarktes bewusst bist: Die Kurse unterliegen Schwankungen und bleiben nicht konstant.
Der in unserem Rechenbeispiel angenommene Wertzuwachs ist daher rein theoretisch und wird in der Realität nicht jedes Jahr exakt so eintreten – er kann sowohl höher als auch niedriger ausfallen. Eine Investition in Wertpapiere ist stets mit Risiken verbunden, einschließlich möglicher Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.
| Zeitraum | 12 Jahre |
| Staatliche Einzahlungen | 10 Euro x 144 Monate = 1.440 Euro |
| Angenommener Wertzuwachs: 5 % p.a. | 513,44 Euro |
| Depotwert mit 18 Jahren | 1.953,44 Euro |
| Zeitraum | 49 Jahre |
| Kapital aus 1. Ansparphase (inkl. Rendite) | 1.953,44 Euro |
| Private Einzahlungen | 0 Euro |
| Einzahlungen insgesamt | 1.953,44 Euro |
| Angenommener Wertzuwachs: 5 % p.a. | 19.380,73 Euro |
| Depotwert mit 67 Jahren | 21.334,17 Euro |
| Zeitraum | 49 Jahre |
| Kapital aus 1. Ansparphase (inkl. Rendite) | 1.953,44 Euro |
| Private Einzahlungen | 25 Euro x 588 Monate = 14.700 Euro |
| Einzahlungen insgesamt | 16.653,44 Euro |
| Angenommener Wertzuwachs: 5 % p.a. | 65.560,89 Euro |
| Depotwert mit 67 Jahren | 82.214,33 Euro |
Was sind die Vor- und Nachteile der Frühstartrente?
Die folgende Pro-Contra-Auflistung basiert auf dem Gesetzesentwurf zur Frühstartrente, den das Bundeskabinett beschlossen hat, und allgemeinen Überlegungen zu einem staatlich geförderten Altersvorsorgedepot.
Pro Frühstartrente
- Staatliche Förderung:
Mit der Frühstartrente zahlt der Staat Kindern monatlich 10 Euro als Startkapital für die eigene private Altersvorsorge. - Finanzbildung:
Die Frühstartrente soll Kinder und Jugendliche frühzeitig an die private Altersvorsorge am Kapitalmarkt heranführen. Mit einem individuellen Depot sammeln sie, begleitet von den Eltern, ihre ersten Erfahrungen mit dem Wertpapierhandel. - Steuerfreiheit:
Alle Erträge aus dem individuellen Depot – z. B. Kursgewinne oder Dividenden – sind steuerfrei. - Private Einzahlungen:
Heranwachsende und Dritte wie die Eltern oder Großeltern können die Frühstartrente durch private Einzahlungen bis 6.840 Euro pro Kalenderjahr aufstocken. - Langer Anlagehorizont:
Bei der privaten Altersvorsorge mit ETFs oder mit Fonds ist ein langer Anlagehorizont entscheidend, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren und Kursschwankungen abzumildern. Daher gilt: Je früher du mit der Geldanlage beginnst, desto besser.
Contra Frühstartrente
- Altersbegrenzung:
Die Frühstartrente richtet sich gezielt an Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren mit 1. Wohnsitz in Deutschland. Erstmals gefördert werden Kinder, die 2026 das 6. Lebensjahr vollenden. Kinder, die vor 2020 geboren wurden, gehen leer aus. - Verlustrisiko:
Auch ein Standarddepot-Vertrag birgt die üblichen Verlustrisiken des Wertpapierhandels bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. - Unflexible Auszahlung:
Das angesparte Kapital aus der Frühstartrente wird frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahrs über den Auszahlungsplan des Altersvorsorgdepots ausgezahlt – vorher kommst du nicht an deine Ersparnisse heran. - Rentenlücke:
Ohne private Einzahlungen reicht die staatliche Förderung wahrscheinlich nicht aus, um eine etwaige Rentenlücke zu schließen.
3 Tipps: Was sollten Eltern bei der privaten Altersvorsorge für ihre Kinder beachten?
Unabhängig von der geplanten Frühstartrente stehen Eltern verschiedene Geldanlagen für Kinder zur Verfügung, um frühzeitig für ihren Nachwuchs vorzusorgen. Wir haben die 3 wichtigsten Tipps für die private Altersvorsorge für dein Kind zusammengefasst.
Tipp 1: Frühzeitig beginnen
Bei der privaten Altersvorsorge gilt: Je früher, desto besser. Denn je länger du dein Geld sparst und anlegst, desto höher ist die Chance, dass du vom Zinseszinseffekt profitierst und Kursschwankungen sich über die Zeit ausgleichen. Die geplante Frühstartrente ist daher eine gute Möglichkeit, um mit der privaten Altersvorsorge zu beginnen. Unabhängig davon musst du jedoch nicht warten, bis die Frühstartrente kommt. Unabhängig davon kannst du z. B. mit einem Junior Depot sofort anfangen, Startkapital für deinen Nachwuchs aufzubauen.
Tipp 2: Finanziell weiterbilden
Die Frühstartrente ist auch dazu gedacht, dass Kinder und Jugendliche erste Erfahrungen mit der Vorsorge am Kapitalmarkt sammeln und lernen, mit Geld umzugehen. Doch auch als Eltern solltet ihr euch kontinuierlich finanziell weiterbilden.
Gerade für Frauen, die von Altersarmut in Deutschland am häufigsten betroffen sind, spielt das Thema Female Finance eine wichtige Rolle.
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Tipp 3: Alternativen zur Frühstartrente prüfen
Die Frühstartrente wird schrittweise eingeführt und beginnt mit dem Geburtsjahrgang 2020. Kinder, die davor geboren wurden, haben keinen Anspruch auf die staatliche Förderung. Daher kann es sinnvoll sein, die private Altersvorsorge für Kinder frühzeitig selbst in die Hand zu nehmen und sich über alternative oder ergänzende Möglichkeiten zu informieren – beispielsweise ein klassisches Depot oder ein Junior.
Fazit: Frühstartrente – ein Anreiz, die private Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen
Mit der Frühstartrente möchte der Staat die private Altersvorsorge für Kinder und junge Leute von 6 bis 18 Jahren mit monatlich 10 Euro fördern. Sollte das Gesetz zur Frühstartrente wie geplant am 1. Januar 2027 in Kraft treten, sind zunächst die Kinder anspruchsberechtigt, die im Jahr 2026 das 6. Lebensjahr vollendet haben oder vollenden werden. Ab 2027 folgen jeweils die Kinder, die im jeweiligen Jahr 6 werden.
Doch auch wenn dein Kind erst später 6 Jahre alt werden sollte oder schon älter ist und keinen Anspruch auf die Frühstartrente hat, solltest du frühzeitig damit beginnen, für deinen Nachwuchs zu sparen und vorzusorgen. Mit einem Junior Depot und einem Wertpapiersparplan kannst du die private Altersvorsorge für deine Kinder selbst in die Hand nehmen. Vor einer Investition in den Aktienmarkt solltest du dich umfassend über die damit verbundenen Risiken informieren.
Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.
Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab. Die Rechtsgrundlagen für die Besteuerung von Kapitaleinkünften können sich ändern. Die Commerzbank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen auf dem Gebiet des Steuerrechtes. Die zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine persönliche Steuer‐ oder Rechtsberatung.
Wenn du noch Fragen zu den Themen Vorsorgen und Versichern hast, nutze gerne unsere Volltextsuche auf www.comdirect.de. Dort findest du schnell und einfach viele Antworten auf die häufigsten Fragen. Solltest du dort keine passende Antwort finden, stehen wir dir gerne zur Verfügung – entweder über unser Kontaktformular auf der Website oder telefonisch unter 04106 – 708 25 00. Als comdirect Kundin oder Kunde halte bitte deine Zugangsdaten bereit.

