Durchschnittseinkommen: Gehälter in Deutschland im Überblick

Gruppe von Menschen von oben, die in zwei farblich unterschiedlichen Zonen stehen.
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Das monatliche Durchschnittseinkommen in Vollzeit liegt in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt bei 4.130 Euro brutto. Allerdings können viele Menschen von 4.130 Euro pro Monat nur träumen. Wir erklären, wie das Durchschnittsgehalt ermittelt wird und gehen dabei auf Branchen und Regionen ein. Zudem zeigen wir, wie der Gender-Pay-Gap zustande kommt.

Wie berechnet man das Durchschnittseinkommen?

Einfach erklärt: Das Durchschnittsgehalt ist der Mittelwert aus den Bruttogehältern aller rentenversicherten Arbeitnehmer in Deutschland, die in Vollzeit arbeiten.

Alternativ zum Durchschnittsgehalt geben manche Statistiken auch einen sogenannten Median an. Der Median ist ein Wert, der genau in der Mitte einer Reihe von Werten liegt, die man nach Größe sortiert hat. Der Median wird nicht durch einzelne extrem hohe oder extrem niedrige Werte beeinflusst und ist deshalb etwas genauer als der Durchschnittswert. Er sagt aus, dass eine Hälfte der Beschäftigten mehr verdient als den Median und die andere Hälfte weniger.

Wo liegt das Durchschnittseinkommen in Deutschland?

Das monatliche Durchschnittseinkommen der Vollzeitbeschäftigten beträgt im 3. Quartal 2021 4.130 Euro brutto, während es 2020 noch bei durchschnittlich 3.975 Euro brutto lag. Rechnet man auch Arbeitnehmer mit ein, die in Teilzeit oder in geringfügiger Beschäftigung arbeiten, liegt das durchschnittliche Gehalt bei rund 3.095 Euro im Monat.

2020 verzeichnete die sonst stetig steigende Kurve der Durchschnittsgehälter erstmals einen kleinen Knick. Die Corona-Krise brachte Kurzarbeit mit sich und einige Unternehmen mussten sogar den Betrieb einstellen. Das drückte die Lohnentwicklung. Die gute Nachricht: Das durchschnittliche Netto-Einkommen ist dagegen leicht gestiegen, da vom Bruttogehalt weniger Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen wurden.

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Gut zu wissen: Das Durchschnittseinkommen in Europa lag 2020 bei 17.819 Euro.

Balkendiagramm zur Entwicklung des Durchschnittsgehalts in Deutschland im Verlauf der letzten 10 Jahre.
Entwicklung des Durchschnittsgehalts in Deutschland 2011-2021.

Was ist ein „gutes“ Einkommen?

Viele Beschäftigte fragen sich, ob sie im Hinblick auf ihr Gehalt „gut“ abschneiden. Doch was genau ist ein vermeintlich gutes Gehalt? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn jeder hat eigene finanzielle Ansprüche. Laufen beispielsweise Kredite zur Tilgung einer Immobilienfinanzierung? Wohnt man in einer vergleichsweise teuren Stadt mit hohen Mieten? Und auch die Frage, wie hoch die eigenen Lebenshaltungskosten sind, ist sehr individuell zu beantworten. Häufig wird von einem guten Gehalt gesprochen, wenn das Gehalt ungefähr 4-mal so hoch ist, wie die Miete samt Nebenkosten.

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Gut zu wissen: Ebenso schwer lässt sich die Frage beantworten, was ein gutes Familieneinkommen ist. Auch hier spielen die individuellen Faktoren wie z. B. die Lebenshaltungskosten eine entscheidende Rolle.

Wann gilt man als Gutverdiener?

Häufig wird bei Gehaltsvergleichen auch von den sogenannten Gutverdienern gesprochen. Allerdings gibt es auch hier keine feste Definition. So hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) beispielsweise ermittelt, dass kinderlose Paare, die netto mehr als 5.249 Euro pro Monat zur Verfügung haben, grundsätzlich bessergestellt sind als 90 % der Deutschen. Für Singles gilt eine Grenze von 3.529 Euro pro Monat.

Einflussfaktoren auf das Gehalt

Gehälter sind nicht immer vergleichbar und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Neben äußeren Faktoren, auf die Beschäftigte wenig Einfluss haben, entscheiden Werdegang und Qualifikationen über das zu erwartenden Einkommen. Zu den Einflussfaktoren zählen beispielsweise:

  • Ausbildung und Abschluss
  • Berufserfahrung
  • Branche
  • Region
  • Größe des Unternehmens
  • Karrierestufe
  • Personalverantwortung

Durchschnittsgehalt nach Branche und Berufsgruppen

Je nach Branche und Berufsgruppe unterscheiden sich die Durchschnittsgehälter teils deutlich. So zählten laut dem Statistischen Bundesamt im 3. Quartal 2021 die Finanzbranche, die Pharmaindustrie und der Fahrzeugbau zu den Branchen mit den höchsten Bruttoeinkommen. Das geringste durchschnittliche Bruttoeinkommen verzeichnet hingegen das Gastgewerbe mit 2.436 Euro brutto.

Einstiegsgehalt nach dem Studium

Bei den akademischen Abschlüssen belegen die Studienfächer

  • (Zahn-)Medizin (4.957,17 Euro)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (4.402,67 Euro) und
  • Rechtswissenschaften (4.360,75 Euro)

die Top 3 der monatlichen Einstiegsgehälter.

Schlusslichter bei den Einstiegsgehältern sind die Studiengänge

  • Design (3.372,50 Euro),
  • Geschichts- und Kulturwissenschaften (3.078,83 Euro) und
  • Philosophie und Geisteswissenschaften (3.044,25 Euro).
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Gut zu wissen: Allerdings bieten diese Werte nur einen allgemeinen Anhaltspunkt. So können die Einstiegsgehälter und durchaus höher oder niedriger sein.

Top 3 der bestbezahlten Berufe in Deutschland

Der bestbezahlte Beruf in Deutschland (Stand 2021) ist der Arztberuf mit einem Bruttodurchschnittsgehalt von 89.539 Euro jährlich. Je nach Karrierestufe reicht die Spanne von 65.490 Euro für einen Assistenzarzt bis 114.589 Euro für einen Oberarzt. Auf Platz 2 liegen Berufe im Bereich Finanzen (durchschnittlich 73.847 Euro Jahresgehalt) und auf Platz 3 Berufe im Bereich Recht (durchschnittlich 68.642 Euro Jahresgehalt).

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Gut zu wissen: Die Löhne und Gehälter in Deutschland, besonders die von Fachkräften und Spezialisten, sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Wenn eine Stelle schwierig zu besetzen ist, weil die dafür nötige Ausbildung sehr spezialisiert oder selten ist, sind die Verdienstchancen meist deutlich besser.

Durchschnittsgehalt in Deutschland nach Bundesland und Stadt

Das Lohnniveau in Deutschland unterscheidet sich je nach regionaler Wirtschaftsstruktur. Dabei lohnt sich nicht nur ein Blick auf die Bundesländer, sondern auch auf die Liste der Top-Städte. Und auch hier gilt: Genauer hinschauen lohnt sich. Zum einen, weil die Städte und Regionen je nach Branche und Berufsgruppe beim durchschnittlichen Monatseinkommen unterschiedlich abschneiden. Zum anderen bedeutet mehr Gehalt nicht zwangsläufig, dass am Ende des Monats mehr Geld übrig ist. Denn die Lebenshaltungskosten sind in größeren Städten häufig auch deutlich höher.

So zählt Hessen beispielsweise zu den Bundesländern mit dem höchsten jährlichen Bruttodurchschnittseinkommen (60.936 Euro). Gefolgt von Baden-Württemberg (60.182 Euro) und Bayern (60.013 Euro). Das geringste Durchschnittsbruttogehalt pro Jahr wird hingegen in Brandenburg gezahlt (47.008 Euro).

Zu den Städten mit den höchsten jährlichen Bruttodurchschnittseinkommen zählen:

  • Frankfurt (66.529 Euro)
  • Stuttgart (66.174 Euro)
  • Düsseldorf (61.496 Euro)

Was ist der Gender-Pay-Gap (GPG)?

Neben regionalen und branchenbedingten Unterschieden fällt bei den Gehältern auf, dass das Gehalt von Frauen nach wie vor geringer ausfällt als das von Männern. Der Unterschied wird als sogenannte Gender-Pay-Gap angegeben. Der Wert wird alle 4 Jahre ermittelt. Der unbereinigte GPG wird mit 18 % angegeben (Stand 2020) – heißt Frauen verdienen im Schnitt 18 % weniger als Männer in vergleichbaren Berufen und Positionen. Mit einem stetigen Abwärtstrend liegt der Wert 5 Prozentpunkte unter dem von 2005.

„Mehr zum Thema Frauen und Finanzen und dem Gender Pay Gap gibt es bei den finanz-heldinnen.“

Exkurs: Was ist ein bereinigter Gender-Pay-Gap?

Beim bereinigten Gender-Pay-Gap werden Faktoren herausgerechnet, die sich aus strukturellen Unterschieden zwischen den Geschlechtergruppen ergeben. Ganze 71 % sind auf Unterschiede bei Berufswahl, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand und Berufserfahrung zurückzuführen – sowie einen geringeren Anteil von Frauen in Führungspositionen. So arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit und in geringer entlohnten Berufen.
Strukturelle Unterschiede spielen also eine deutlich größere Rolle bei Gehaltsunterschieden als die Tatsache, dass für die genau gleiche Arbeit bei gleichem Lebenslauf unterschiedliche Gehälter für Mann oder Frau gezahlt werden. Dennoch liegt der bereinigte Gender-Pay-Gap liegt derzeit bei 6 %.

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Gut zu wissen: Besonders Frauen sind deshalb häufig von Altersarmut betroffen.

Mehr Geld fürs Gehalt

Bei der Frage, wie viel man vom Einkommen sparen sollte, sind viele Menschen häufig unsicher. Dabei gibt es auch hier keine pauschale Antwort. Denn bei höheren Gehältern sind beim Thema Geldanlage häufig größere Sprünge möglich als bei vergleichsweise geringen Einkommen. Grundsätzlich macht es aber Sinn, sich mit dem Thema Anlegen auseinanderzusetzen. So bieten Sparpläne die Möglichkeit schon ab 25 Euro pro Monat in Wertpapiere zu investieren. So können auch Beschäftigte mit geringeren Einkommen ein kleines finanzielles Polster aufbauen.

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Fazit: Durchschnittseinkommen bietet ersten groben Überblick

Das Durchschnittsgehalt bietet einen ersten groben Überblick zu den durchschnittlichen Gehältern in verschiedenen Branchen oder Regionen. Dabei sind teils deutliche Differenzen zu erkennen. Doch auch innerhalb einer Branche können die Durchschnittsgehälter verschieden sein – hier spielen vor allem regionale Gegebenheiten eine wichtige Rolle. So sind die Durchschnittsgehälter in Großstädten wie Frankfurt, München oder Hamburg oft höher – dementsprechend aber auch die individuellen Lebenshaltungskosten.

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