- Mit einem Depot investierst du flexibel und unbegrenzt in Aktien und andere Wertpapiere.
- Das Altersvorsorgedepot bietet staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile.
- Die Kombination beider Depots ist sinnvoll, um Förderung und Flexibilität zu vereinen.
Definition: Was ist ein Aktiendepot?
Ein Aktien- oder Wertpapierdepot ist eine Art Konto für Wertpapiere. Mit einem Depot kannst du beispielsweise Aktien, Anleihen, ETFs, Fonds, aber auch Derivate und andere Hebelprodukte handeln.
Bei einem gewöhnlichen Aktiendepot kannst du die Wertpapiere und Anlageklassen, in die du investieren möchtest, frei auswählen. Du kannst auch selbst entscheiden, wie viel Geld du anlegen möchtest. In der Regel kommst du börsentäglich an dein Geld heran. Die Kosten für Depotführung und Handel variieren je nach Anbieter.
Für Gewinne auf thesaurierende Fonds und ETFs zieht die depotführende Bank jedes Jahr automatisch die Vorabpauschale ab. Veräußerungsgewinne unterliegen der Kapitalertragssteuer zuzüglich gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und/oder Kirchensteuer.
Eine staatliche Förderung für die Altersvorsorge mit ETFs oder Fonds gibt es bei einem gewöhnlichen Aktiendepot nicht.
Definition: Was ist das Altersvorsorgedepot?
Mit dem neuen Altersvorsorgedepot (AVD) kannst du ab dem 1. Januar 2027 staatlich gefördert in Wertpapiere investieren.
Eigene Beiträge bis 1.800 Euro pro Jahr werden mit einer Zulage von maximal 540 Euro gefördert. Familien erhalten zusätzlich für jedes kindergeldberechtigte Kind bis zu 300 Euro pro Jahr. Für unter 25-Jährige gibt es einmalig einen Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro.
Alle Erträge im Altersvorsorgedepot sind steuerfrei. Insbesondere entfällt in der Ansparphase die Vorabpauschale auf Fonds und ETFs. Zudem sind alle Einzahlungen sowie Zulagen in voller Höhe als Sonderausgaben im Rahmen der Günstigerprüfung absetzbar.

Das Altersvorsorgedepot ist das Nachfolgemodell der Riester-Rente Du hast bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen? Im comdirect Magazin erfährst du, ob es sinnvoll ist, die Riester-Rente zu kündigen oder einen Riester-Vertrag auf das Altersvorsorgedepot zu übertragen.
Nach aktuellem Gesetzesstand sind 2 Altersvorsorgedepots pro Person möglich. Je Depot können bis zu 6.840 Euro pro Jahr eingezahlt werden. Staatlich gefördert werden jedoch nur Beiträge bis 1.800 Euro jährlich pro Person. Darüber hinaus sind weitere Einzahlungen ohne Förderung möglich. Dafür sieht das Gesetz abweichende steuerliche Regelungen vor. Wie diese von den künftigen Anbietern konkret umgesetzt werden, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.
Investieren kannst du ausschließlich in ETFs und aktiv gemanagte Fonds der Risikoklassen 1 bis 5 sowie in Anleihen bis Risikoklasse 2 – Investments in Aktien, Kryptowährungen und Hebelprodukte sind nicht zugelassen.
Die Kosten für Standardprodukte sind auf 1,00 % p.a. gedeckelt. Beim freien Altersvorsorgedepot gibt es keinen gesetzlichen Kostendeckel.
Der staatlich geförderte Teil deines Altersvorsorgedepots ist grundsätzlich bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres gebunden, bzw. bei einem früheren Beginn der gesetzlichen Altersrente. Wenn du dein angespartes Geld früher entnimmst, gilt dies grundsätzlich als förderschädlich und du musst alle staatlichen Zulagen und Steuervergünstigungen zurückzahlen. Ausnahmen gelten unter anderem für bestimmte Verwendungen im Zusammenhang mit selbstgenutztem Wohneigentum. Für den ungeförderten Teil gelten abweichende Regelungen.
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Worin unterscheiden sich Aktiendepot und Altersvorsorgedepot?
Ein gewöhnliches Aktien- oder ETF-Depot und das neue Altersvorsorgedepot unterscheiden sich vor allem in der staatlichen Förderung, der Besteuerung und der Flexibilität. In der folgenden Tabelle listen wir die wichtigsten Unterschiede für dich auf.
| Merkmal | Wertpapierdepot | Altersvorsorgedepot |
| Anlageklassen | Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Derivate und weitere Wertpapiere | Nur zugelassene Anlageklassen auf der Positivliste (ETFs, Fonds und Anleihen bestimmter Risikoklassen) |
| Einzahlungsgrenze | Keine Obergrenze | Maximal 6.840 Euro pro Jahr pro AVD |
| Staatliche Förderung | Keine | Zulage von max. 540 Euro pro Jahr, ggf. zzgl. Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus |
| Verfügbarkeit | Jederzeit verfügbar | Ab dem 65. Lebensjahr bzw. ab Beginn der gesetzlichen Altersrente |
| Steuern in der Ansparphase | Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs und Fonds sowie Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge wie Kursgewinne, Dividenden und Zinsen | Steuerfrei, keine Vorabpauschale |
| Steuern in der Auszahlungsphase bzw. bei Verkauf | Kapitalertragsteuer auf Gewinne beim Verkauf sowie ggf. Soli und Kirchensteuer | Geförderter Teil: Besteuerung der Auszahlung zum persönlichen Steuersatz im Alter Ungeförderter Teil: je nach Auszahlungsform Ertragsanteilsbesteuerung oder Halbeinkünfteverfahren |
| Sonderausgabenabzug | Nicht möglich | Eigenbeiträge und Zulagen in voller Höhe absetzbar (Günstigerprüfung) |
| Kosten | Je nach Anbieter Depot- und Handelsgebühren möglich | Standardprodukte auf 1,00 % p.a. gedeckelt, ETFs meist 0,15 bis 0,5 % p.a. |
| Vorkenntnisse | Geeignet für erfahrene Anlegende, die ihre Geldanlage selbst auswählen und verwalten möchten. | Das Standardmodell richtet sich besonders an Einsteigende. |
Welches Depot passt zu meinen finanziellen Zielen?
Ob ein gewöhnliches Aktiendepot oder das Altersvorsorgedepot besser zu dir passt, hängt von verschiedenen Kriterien ab, u. a.:
- deinen Anlagezielen
- deinem Anlagehorizont
- deiner Sparrate
- deinem Bedürfnis nach Flexibilität
Bei identischer Sparrate und gleicher angenommener Rendite schneidet das Altersvorsorgedepot über denselben Anlagehorizont rein rechnerisch stets besser ab als ein gewöhnliches Aktiendepot. Das hat mit den staatlichen Zulagen und den steuerlichen Anreizen zu tun, die einen möglichen Zinseszinseffekt verstärken.
Die Beschränkung auf Wertpapiere bestimmter Risikoklassen und die Obergrenze bei den Einzahlungen geht jedoch zu Lasten höherer Renditechancen und Flexibilität.
Wann ist ein Aktiendepot sinnvoll?
Ein gewöhnliches Aktiendepot kann die bessere Wahl sein, wenn:
- du jederzeit auf dein Geld zugreifen möchtest
- du für Ziele vor dem Renteneintritt sparst
- du Wertpapiere selbst auswählen möchtest
- du in Einzelaktien und spekulative Wertpapiere mit höheren Renditechancen investieren möchtest,
- du mehr Geld investieren möchtest als die Obergrenzen des Altersvorsorgedepots erlauben
- du von einem hohen individuellen Steuersatz im Alter ausgehst
Wann kann ein Altersvorsorgedepot die bessere Wahl sein?
Ein Altersvorsorgedepot kann dann sinnvoll sein, wenn:
- du langfristig fürs Alter sparen möchtest
- du die staatliche Förderung nutzen möchtest
- du mindestens 1 Kind und somit Anspruch auf die Kinderzulage hast
- du unter 25 Jahre alt bist und den Berufseinsteigerbonus erhalten kannst
- du von den steuerlichen Vorteilen profitieren möchtest
- dein persönlicher Steuersatz im Alter voraussichtlich niedrig sein wird
- du wenig Erfahrung mit Wertpapieren hast
- du das Geld voraussichtlich nicht vor dem Renteneintritt benötigst
Muss ich mich überhaupt zwischen beiden Depotarten entscheiden?
Für viele Anlegerinnen und Anleger kann es sinnvoll sein, beide Depotarten miteinander zu kombinieren.
Dabei kannst du zunächst das Altersvorsorgedepot bis zur Fördergrenze nutzen, um die staatlichen Zulagen und steuerlichen Vorteile mitzunehmen. Überschüssiges Geld kannst du anschließend flexibel in ein gewöhnliches Aktiendepot investieren.
Auf diese Weise kannst du die Vorteile beider Depotarten miteinander kombinieren: staatliche Förderung für die Altersvorsorge und gleichzeitig maximale Flexibilität für den übrigen Vermögensaufbau.
Fazit: Aktiendepot oder Altersvorsorgedepot – die Kombination kann die Lösung sein
Das Altersvorsorgedepot bietet dir die Möglichkeit, staatlich gefördert in bestimmte Wertpapiere zu investieren, um die Rentenlücke zu schließen und Altersarmut vorzubeugen. Die staatlichen Zulagen und die nachgelagerte Besteuerung machen das AVD zu einem attraktiven Modell für alle, die sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen möchten oder sich als Selbstständige eigenverantwortlich um die Altersvorsorge kümmern müssen.
Wer noch nicht privat für den Ruhestand vorsorgt, sollte schon jetzt mit einem gewöhnlichen Depot starten. Ab 2027 kannst du dir dann zusätzlich die staatliche Förderung und die Steuervorteile des AVD sichern.
Auch wenn du bereits mit ETFs, Fonds oder anderen Wertpapieren vorsorgst, kann es sinnvoll sein, einen Teil deiner Sparrate in das Altersvorsorgedepot zu investieren, um die Zulagen und die steuerlichen Vorteile mitzunehmen.
Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.
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