Social Trading Was ist Social Trading?

Eine Frau und ein Mann stehen gemeinsam vor einer Wand und lachen.
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Früher ging man mit seinen Finanzen zum Bankberater oder Fondsmanager. Mit dem Aufkommen der sozialen Netzwerke etabliert sich jedoch zunehmend das sogenannte Social Trading, bei dem Privatanleger auf speziellen Plattformen Portfolios anderer Anleger einsehen und so selbst nachbilden können. Wir zeigen, wie Social Trading funktioniert und welche Social-Trading-Anbieter es gibt.

Wie funktioniert Social Trading?

Beim Social Trading gibt es verschiedene Modelle – eine einheitliche Definition des Social Tradings existiert daher nicht. Allerdings spielt das Teilen des Wissens rund um den Wertpapierhandel bei allen Formen des Social Tradings eine Rolle. Zu den beiden populärsten Modell gehören die Social-Trading-Communities und die Social-Trading-Plattformen.

Social-Trading-Communities

In einer Social Trading Community geht es darum, die kollektive Intelligenz zu nutzen, um gemeinsam mehr Wissen anzusammeln. Hierdurch können die Teilnehmer den Wertpapierhandel besser durchschauen, informierter Entscheidungen treffen und dadurch unter Umständen höhere Renditen erreichen. Allerdings sind Anleger auch hier nicht vor Verlusten geschützt. Damit eine Social-Trading-Community funktioniert, müssen die Akteure:

  • aktiv sein,
  • den Wissenspool kontinuierlich mit Informationen speisen und
  • gemeinsam Entscheidungen treffen.

Dies führt schließlich zur Handelsstrategie, die final umgesetzt wird. Allerdings bieten Social-Trading-Communities keine Trading-Plattform, auf der die Strategie direkt gehandelt werden kann. Stattdessen müssen alle Transaktionen selbst getätigt werden. Dadurch ist der Aufwand für Anleger vergleichsweise hoch: Sie diskutieren mit anderen die beste Strategie und müssen diese anschließend selbst in die Tat umsetzen.

Darüber hinaus gibt es keine fundierten Belege, dass die kollektive Intelligenz einer Social-Trading-Community erfolgreicher ist als andere Investoren. Dies liegt daran, dass die Ergebnisse dem besten Trader der Community entsprechen können, allerdings auch dem schlechtesten.

Social-Trading-Communities gibt es z. B. bei den Portalen Sharewise, AGEA und NVSTR.

Social-Trading-Plattformen

Auf Social-Trading-Plattformen stehen ebenfalls soziale Funktionen zum Austausch über Handelsstrategien zur Verfügung, allerdings dominiert der tatsächliche Wertpapierhandel. Sogenannte Social Trader oder Signalgeber veröffentlichen ihr Depot, sodass andere ihr Portfolio einsehen und nach Wunsch kopieren können. Wie auf anderen sozialen Netzwerken beobachten Investoren die Musterdepots der Social Trader zunächst, um den Verlauf und die Entwicklung des Depots zu verfolgen. Die Musterdepots der Social Trader können Follower je nach Plattform auf zwei Arten übernehmen:

  • Mirror Trading: Hierbei wird das Musterdepot des Social Traders 1:1 gespiegelt.
  • Copy Trading: Beim Copy Trading wird das Depot des Traders nur anteilig in Relation auf seine Investition kopiert.
Diagramm, wie Social Trading am Kapitalmarkt funktioniert.
Follower können Social Tradern auf Social-Trading-Plattformen folgen, um am Kapitalmarkt teilzunehmen.

Zu den bekannten Social-Trading-Anbieter gehören eToro, Zulutrade und Wikifolio.

Auf diese Weise können auch unerfahrene Anleger am Wertpapierhandel teilnehmen, ohne sich zu-vor ein umfassendes Wissen über den Aktienhandel anzueignen. Der Erfolg eines Depots hängt aller-dings von den Entscheidungen und der Anlagestrategie des Social Traders ab. Aus diesem Grund kön-nen sowohl Gewinne als auch hohe Verluste eingefahren werden.

Gut zu wissen: Sie möchten mehr zum Wertpapierhandel oder dem Thema Aktien kaufen erfahren? In unserem comdirect magazin finden Sie neben zahlreichen spannenden Tipps zum Thema Aktien kaufen für Einsteiger auch Informationen rund um ETFs und Fonds.

Was ist ein Social Trader?

Social Trader stellen einen Teil von Social-Trading-Plattformen dar. Sie erstellen und veröffentlichen Handelsstrategien in einem Musterdepot, denen Anleger folgen können. Dabei fungieren sie als Signalgeber für ihre Follower: Diese müssen nicht mehr selbst auf die Signale auf dem Aktienmarkt reagieren, sondern profitieren vom Social Trader, dessen Handlungen sie kopieren.

Social Trader können Einsteiger oder professionelle Trader, wie Vermögensverwalter oder renommierte Finanzmedien, sein. Sie nutzen ihr Wissen um den Aktienhandel sowie tagesaktuelle Informationen, um ihr Depot zusammenzustellen. Inzwischen können erfolgreiche Trader ihr Wissen auf einigen Plattformen in sogenannten Qualifizierungsphasen unter Beweis stellen.

Gut zu wissen: Das Social Trading kann sich für Social Trader doppelt lohnen: Je mehr Follower sie erreichen, desto höher fällt ihre finanzielle Belohnung aus. Diese erhalten sie von der Trading-Plattform neben den Gewinnen, die sie durch das Handeln bekommen.

Welche Wertpapiere werden beim Social Trading gehandelt?

Je nach Handelsstrategie können die Musterdepots beim Social Trading verschiedenste Wertpapiere, wie ETFs, Aktien oder Anleihen enthalten. Auf Social-Trading-Plattformen werden vorwiegend CFDs (Contracts for Difference) und Forex gehandelt.

Gut zu wissen: Plattformen verdienen am Social Trading dadurch, dass Anleger verschiedene Gebühren entrichten müssen. Je nach Plattform sind dies Ordergebühren, Spreads oder Performance Fees.

CFDs

CFDs sind Derivate, bei denen die Anleger auf steigende oder fallende Kurse setzen, z. B. auf Rohstoffe wie Gold oder Öl. Einige Plattformen bieten zusätzlich auch Kryptowährungen an. In CFDs investieren Anleger häufig nur kleine Beträge, um vom sogenannten Hebeleffekt zu profitieren. Dieser bewirkt, dass ein Vielfaches des investierten Geldes bewegt werden kann – allerdings sind auch hohe Verluste möglich.

Gut zu wissen: Im CFD-Wissensportal von comdirect finden Interessierte Tipps und Infos zum Handel mit CFDs.

Forex

Beim Forex-Trading dagegen handeln Follower und Social Trader mit Devisen, setzen also auf fallende oder steigende Währungskurse, normalerweise auf ein Währungspaar wie EUR/USD. Die Wertentwicklungen fallen wie bei den Derivaten eher gering aus, deshalb spielen Hebeleffekte auch bei den Devisen eine Rolle.

Welche Vor- und Nachteile hat das Social Trading?

Das Social Trading beinhaltet (wie jedes Finanzprodukt) Vorteile, aber auch Nachteile. Diese sollten Privatanleger abwägen, bevor sie ein Konto auf einer Social-Trading-Plattform eröffnen.

VorteileNachteile
Vergleichsweise günstig
Die Social Trader dienen als günstige Fondsmanager, die das Portfolio der Follower verwalten. Ein Fondsmanager oder Broker ist nicht nötig.
Irreführende Rankings
In den oberen Rankings spielen oft erfolgreiche Portfolios mit riskanten Strategien mit. Dies kann Anleger mit langfristigen, defensiven Strategien dazu verleiten, unbewusst ihre Strategie zu verändern. Hier hilft es, zwischen echten und Demokonten zu unterscheiden.
Automatisiert
Als Follower müssen Anleger ihre Anlagestrategie nicht täglich anpassen, da dies die Social Trader übernehmen.
Liquiditätsrisiko
Je nach Plattform steht die Anlage nicht sofort zur Verfügung.
Transparenz
Die einzelnen Trades lassen sich jederzeit nachvollziehen.
Unbekannte Social Trader
Zwar besitzt jeder Social Trader ein Profil, dennoch können sich Follower nie sicher sein, um wen es sich bei dem Trader wirklich handelt und welche Strategien sie verfolgen.

Welche Möglichkeiten bietet comdirect beim Social Trading?

Bei comdirect können Sie mit wikifolio-Zertifikaten in das Social Trading einsteigen. Wie bei den anderen Social-Trading-Anbietern stellen die Social Trader ihr Portfolio bei wikifolio zusammen. Allerdings wird dieses (bei genügend Followern) in ein Indexzertifikat verwandelt, das anschließend am regulären Börsenhandel teilnimmt. Beim Traden stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Sie können sich an bestehenden wikifolios erfolgreicher Trader beteiligen oder selbst wikifolios eröffnen und Social Trader werden.

Diagramm zum Social Trading bei der Plattform wikifolio.
Privatanleger und Trader können mit dem Social-Trading Anbieter wikifolio profitieren.

Im Livetrading können Zertifikate rund um die Uhr außerbörslich und börsentäglich an der Börse Stuttgart gehandelt werden. Im aktuell angezeigten Kurs sind bereits die Zertifikategebühr sowie die Performancegebühr der Plattform wikifolio enthalten.

Mithilfe der Suchfunktion und verschiedenen Filtern wie der Performance eines Zertifikats oder der Investitionssumme können Sie verschiedene Social Trader finden, die zu Ihren Zielen passen könnten. Jeder Trader besitzt ein Profil, auf dem Sie eine Kurzbeschreibung des Traders, eine Liste der veröffentlichten wikifolios und den echten bzw. Firmennamen des Traders betrachten können.

Sobald Sie ein Zertifikat gefunden haben, in das Sie investieren möchten, können Sie dieses zur Ihren Favoriten hinzufügen. Anschließend lassen sich die wikifolio-Zertifikate über die Börse Stuttgart oder außerbörslich bei dem Emittenten Lang & Schwarz kaufen.

Tipp: Im comdirect Online-Seminar lernen Sie, wie Privatanleger die besten Trader auf wikifolio finden.

Als Social Trader aktiv werden

Statt in wikifolios anderer Trader zu investieren, können Sie auch Ihre eigenen Musterdepots anlegen. Geben Sie dazu den Titel, die Handelsidee und die Kategorien für Ihr wikifolio an. Anschließend können Sie loslegen. Sobald sich genügend Follower gefunden haben, die bereit sind, in Ihre Idee zu investieren, wird Ihr Portfolio in ein Indexzertifikat verwandelt. Sollten Sie viele Follower sammeln, belohnt Sie wikifolio zudem mit einer Erfolgsprämie.

Sie haben weitere Fragen zum Thema Geldanlage oder Wertpapierhandel? Dann kontaktieren Sie unsere Kundenbetreuer. Sie sind jederzeit für Sie erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen per Kontaktformular, Live-Chat oder Telefon unter der 04106 – 708 25 00.