Photovoltaik finanzieren Welche Kosten entstehen für eine PV-Anlage?

Luftaufnahme von Rapsfelder und einem Solarkraftwerk im Frühling
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Mit einer Photovoltaikanlage können Sie Strom für Ihr Haus umweltfreundlich selbst produzieren und überschüssige Energie ins allgemeine Stromnetz einspeisen. Doch die Anschaffung und Einrichtung einer PV-Anlage ist mit hohen Kosten verbunden. Dennoch lohnt sich eine Solaranlage, denn dank Fördermöglichkeiten trägt sich das Projekt mit seiner Stromerzeugung mittelfristig selbst. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen, wenn Sie eine Photovoltaikanlage finanzieren wollen.

Die Solaranlage finanzieren – warum sich das für Hausbesitzer lohnen kann

Um eine Photovoltaikanlage zu kaufen, benötigen Sie nicht zwingend das Eigenkapital, um die Anlage sofort zu finanzieren. Durch die staatliche Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die Finanzierung von Photovoltaik besonders attraktiv.

Sie starten damit ein Projekt, mit dem Sie weniger Strom beim Stromanbieter einkaufen müssen und sogar durch Einspeisung von selbst produziertem Strom Geld verdienen können. Dank dieser Kombination aus Einsparung von Stromkosten und Einspeisevergütung ist es möglich, dass sich Ihr Finanzierungsprojekt vollständig von alleine trägt oder dass Sie je nach Fläche und Produktivität der Anlage nur noch in geringem Umfang selbst Geld zu den monatlichen Raten beitragen müssen.

Gut zu wissen: Im Durchschnitt verbrauchen Hausbesitzer nur rund 30 Prozent des selbst produzierten Stroms. Dieser kostet in Bezug auf die Anschaffungs- und Wartungskosten der Anlage rund 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde. Diese Kosten entsprechen ungefähr einem Drittel des üblichen Strompreises. 20 Jahre lang profitieren Sie außerdem von einer Einspeisevergütung. Schon bei einer kleinen Photovoltaikanlage sind das bei einer Strommenge von 2.800 Kilowattstunden pro Jahr rund 250 Euro. Da die Einspeisevergütung jedoch sukzessive sinkt, ist es sinnvoll, den Eigenverbrauch für PV-Strom zu steigern und die Anlage ggf. um Solarspeicher zu ergänzen.

Photovoltaik-Finanzierung ohne Eigenkapital – ist das möglich?

Wie bei jedem Darlehen spielt Ihre Bonität bei der Finanzierung einer PV-Anlage eine wichtige Rolle. Sie bestimmt, ob und in welcher Höhe ein Kredit möglich ist und wie hoch die Kreditzinsen ausfallen. Wenn Sie Eigenkapital bereitstellen, verringert sich die Kreditsumme. Gleichzeitig verbessert sich auch Ihre Bonität, sodass die Gesamtkreditkosten geringer ausfallen.

Ist Ihre Bonität ausreichend, können Sie eine PV-Anlage theoretisch auch ohne Eigenkapital finanzieren. In diesem Fall zählt vor allem die Grundschuld als Sicherheit, die für die Finanzierung der PV-Anlage als Sicherheit von der Bank eingetragen wird.

Was kostet eine PV-Anlage?

Wie viel Ihre Solarzellen kosten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die Kollektorfläche eine wichtige Rolle für die Photovoltaikanlagen-Preise, zum anderen hängt es von der Art der Solarzellen ab, wie viel Sie für die Anlage bezahlen müssen. Allgemein werden die Kosten für Photovoltaik pro kWp angegeben. Dabei handelt es sich um die Einheit „Kilowatt Peak“. Sie bezeichnet die Nennleistung einer Solaranlage unter Normbedingungen. Somit werden Leistung und Kosten zwischen verschiedenen Systemen vergleichbar.

Solaranlage Einfamilienhaus Kosten:

Für die Stromversorgung eines Einfamilienhauses werden üblicherweise 5 kWp angenommen. Bei einem Richtwert von 1.500 Euro pro kWp für Anschaffung, Einbau und Zubehör wie Wechselrichter wären Sie bei einem Preis von 7.500 Euro für eine Solaranlage auf Ihrem Einfamilienhaus.
Allerdings kann es sich hier nur um einen Näherungswert handeln. Denn letztlich entscheiden Ihr individueller Strombedarf sowie Ihr gewünschter Nutzungszweck der Anlage über deren Größe, Ausführung und Kosten.

Solaranlage Mehrfamilienhaus Kosten:

Für ein Mehrfamilienhaus benötigen Sie mehr Kollektorfläche. Ab ungefähr 10 kWp werden Solaranlagen im Verhältnis günstiger. Gibt es in Ihrem Haus sechs Wohneinheiten, benötigen Sie ca. 20 bis 30 kWp Nennleistung. Bei einem günstigeren Schätzpreis von rund 1.400 Euro pro kWp lägen die Kosten für eine Solaranlage im Mehrfamilienhaus bei 28.000 bis 42.000 Euro.

Gut zu wissen: Entscheidend für die Leistung Ihrer Solaranlage ist übrigens nicht nur die Kollektorfläche, sondern auch die Lage des Gebäudes. Je besser die Kollektorfläche zur Sonne ausgerichtet ist, desto mehr Strom kann die PV-Anlage erzeugen.

Photovoltaik Förderung 2020 – welche Möglichkeiten haben Hausbesitzer?

Photovoltaik wird in Deutschland auf unterschiedliche Weise gefördert:

  • Über staatliche Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau, z.B. im Rahmen einer Baufinanzierung.
  • Über die Einspeisevergütung, die 2019 für Anlagen bis 10 kWp bei knapp 10 Cent pro Kilowattstunde lag.
  • Über spezielle Programme von Bundesländern, Gemeinden oder Kommunen.

Entwicklung der Einspeisevergütung für Solaranlagen 2019-2020

Vergütungssätze in Cent/kWh – Feste Einspeisevergütung:

Inbetriebnahmebis 10 kWp*bis 40 kWp*bis 100 kWp*Sonstige Anlagen
bis 100 kWp
ab 01.01.2019 ⁴11,4711,159,967,93
ab 01.02.2019 ⁴11,3511,039,477,84
ab 01.03.2019 ⁴11,2310,928,997,76
ab 01.04.2019 ⁴11,1110,818,507,68
ab 01.05.2019 ⁴10,9510,658,387,57
ab 01.06.2019 ⁴10,7910,508,257,45
ab 01.07.2019 ⁴10,6410,348,137,34
ab 01.08.2019 ⁴10,4810,198,017,24
ab 01.09.2019 ⁴10,3310,047,897,13
ab 01.10.2019 ⁴10,189,907,787,02
ab 01.11.2019 ⁴10,089,797,706,95
ab 01.12.2019 ⁴9,979,697,626,88
ab 01.01.2020 ⁴9,879,597,546,80
ab 01.02.2020 ⁴9,729,457,426,70
ab 01.03.2020 ⁴9,589,317,316,60
ab 01.04.2020 ⁴9,449,187,216,50

* Wohngebäude, Lärmschutzwände und
Gebäude nach § 48 Absatz 3 EEG

⁴ Degressionsberechnung nach § 49 EEG 2017 (anzulegender Wert abzüglich 0,4 Cent/kWh nach § 53 EEG 2017)

Wenden Sie sich zu Details rund um die Förderung am besten an einen Energieberater und nutzen Sie die Expertise der Finanzierungsberater von comdirect. Wir helfen Ihnen weiter, die bestmögliche Förderung bei einer Kreditaufnahme zu erhalten.

Photovoltaik Preisentwicklung

Die Preisentwicklung für Solarmodule ist beeindruckend – und für Hausbesitzer absolut von Vorteil. Lag der Preis für 1 kWp Solarzellen im Jahr 2006 noch bei ca. 5.000 Euro, liegt der Preis mittlerweile schon bei durchschnittlich 1.200 Euro pro kWp für Dünnschichtmodule und etwas mehr für kristalline Solarzellen.

Verantwortlich für diesen deutlichen Preisrückgang sind vier entscheidende Faktoren:

  • Der zunehmende Wettbewerb: Nachdem Japan, die USA, Kanada und Deutschland zunächst den Markt dominiert hatten, ist mit China ein großer Mitbewerber hinzugekommen. Durch den steigenden Konkurrenzdruck sind die Preise für Solarmodule stark gesunken.
  • Massenproduktion: Waren Solarmodule vor 2010 noch sehr exklusive Produkte für einen kleinen Kreis von Abnehmern, sind sie heute ein Massenprodukt, das von vielen Käufern weltweit genutzt wird.
  • Technische Fortschritte: Die Solartechnik hat sich enorm weiterentwickelt. Die Stromleistung pro Quadratmeter Solarfläche hat sich in den letzten rund 20 Jahren fast verdoppelt.
  • Gesunkene Einspeisevergütung: Sie hat Druck auf die Hersteller ausgeübt, ihr Produkt günstiger anzubieten, damit sich die Solaranlagen für Käufer weiterhin lohnen.
Quelle: www.photovoltaik-angebotsvergleich.de

Finanzierung von Photovoltaik mit der KfW – Ablauf und wichtige Details

Wenn Sie sich für die Finanzierung Ihrer Solaranlage entschieden haben, gehen Sie einfach so vor:

  1. Sie nehmen Kontakt mit den Finanzierungsexperten von comdirect auf. Dabei stellen Sie Ihr Projekt und Ihren Finanzierungswunsch vor.
  2. Unsere Experten stellen ein Finanzierungsmodell zusammen. Eine KfW-Förderung ist nur in Kombination mit einer Gesamtfinanzierung Ihres Bau- oder Umbauvorhabens ab 50.000 Euro möglich. Für Finanzierungen unterhalb dieses Betrags kann ein Ratenkredit genutzt werden, der jedoch nicht mit einer KfW-Förderung kombinierbar ist.
  3. Haben Sie sich für ein Finanzierungsmodell entschieden, stellen wir den Antrag bei der KfW für Sie.
  4. Die KfW prüft Ihren Antrag und entscheidet über die Förderung Ihrer Solaranlage.
  5. Ist die Antwort positiv, erhalten Sie den Kreditvertrag zur Unterschrift und Sie können von günstigen Kreditkonditionen über die KfW profitieren.

Gut zu wissen: Rund um die Finanzierung von Photovoltaik mit der KfW

  • Sie müssen den Finanzierungsantrag stellen, bevor Sie die Solaranlage gekauft, mit dem Bau begonnen oder einen Vertrag über den Kauf abgeschlossen haben.
  • Sie können die Mehrwertsteuer über den KfW-Kredit mitfinanzieren, solange Sie nicht zum Abzug der Vorsteuer berechtigt sind.
  • Es kann sinnvoll sein, die Solaranlage mit Eigenanteil zu finanzieren. So erhöht sich Ihre Bonität.
  • Sie dürfen einen Antrag auf KfW-Solarfinanzierung stellen, wenn Sie eine Privatperson sind und einen Teil des mit der PV-Anlage erzeugten Stroms ins Stromnetz einspeisen oder verkaufen. Ein Einspeisevertrag ist für die Förderung aber nicht zwingend vorgeschrieben.

Haben Sie noch weitere Fragen rund um die KfW-Finanzierung Ihrer PV-Anlage? Hier finden Sie alles wichtige zur KfW-Förderung mit comdirect.

Häufige Fragen rund um die Finanzierung der Solaranlage

Wie hoch ist die Rendite bei Photovoltaik?

Die Höhe der Rendite Ihrer Photovoltaikanlage lässt sich nicht pauschal bestimmen. Allerdings gibt es verschiedene Faktoren, welche die Rendite beeinflussen. Die Rendite der Photovoltaikanlage entsteht, sobald sich die Anschaffungskosten durch eingesparten Strom vom Energieversorger und/oder die Einspeisevergütung amortisiert haben.

Wenn Sie dank Ihrer Solaranlage keinen Strom vom Versorger kaufen müssen, können Sie bereits mit einer kleinen Solaranlage gewinnbringend arbeiten. Setzen Sie auf große Solarpanels, sind die Anschaffungskosten im Verhältnis niedriger und Sie können diese Kosten schneller mit Hilfe der Einspeisevergütung tilgen. Nicht unerheblichen Einfluss auf die Rendite einer Solaranlage hat übrigens auch der Standort bzw. die Sonnenscheindauer. Ebenso spielt es eine wichtige Rolle, ob Sie einen Solarspeicher nutzen und überschüssigen Strom speichern können.

Um zu berechnen, wann Sie mit Ihrer PV-Anlage ein Plus erwirtschaften, sollten Sie einen Energieberater kontaktieren und gemeinsam mit den Finanzierungsexperten von comdirect ein tragfähiges Finanzierungskonzept inklusive KfW-Förderung entwickeln.

Was kostet 1 kWp Photovoltaik?

Wie teuer ein 1 kWp Photovoltaik ist, hängt von der Bauart der Module und von der Art der Montage ab. Die leistungsstärksten kristallinen Solarmodule kosten in einfacher Ausführung ab ca. 1.100 Euro pro kWp und schlüsselfertig rund 1.500 Euro pro kWp. Für Dünnschichtmodule sollten Sie zwischen 750 und 1.250 Euro pro kWp veranschlagen. Hinzu kommen dann noch die Kosten für Zubehör wie Wechselrichter und Netzanschluss sowie die Montagekosten.

Was kostet eine 10 kWp PV Anlage?

Wenn Sie sich für kristalline Solarmodule entscheiden, kosten die Module mit einer Leistung von 10 kWp rund 11.000 bis 15.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für den Wechselrichter von rund 1.000 bis 2.000 Euro, Kosten für das Montagesystem von rund 1.000 Euro sowie Kosten für den Netzanschluss von 500 bis 1.000 Euro. Zum Kalkulieren können Sie mit Gesamtkosten von 1.200 bis 1.900 Euro pro kWp rechnen. Damit ergeben sich für eine 10 kWp PV Anlage Kosten zwischen 12.000 und 19.000 Euro.

Finanziert sich eine Photovoltaikanlage selbst?

Eine Solaranlage kann sich selbst finanzieren. Das ist z.B. mit einem Finanzierungsmodell möglich, bei welchem die monatliche Ratenhöhe den monatlichen Einnahmen bzw. monatlich gesparten Stromkosten entspricht.

Kann ich eine Dachsanierung mit Photovoltaik finanzieren?

Eine Dachsanierung in Kombination mit Photovoltaik können Sie finanzieren und dafür auch KfW-Förderung beantragen. Unsere Finanzierungsexperten helfen Ihnen gerne bei der Wahl des passenden Förderprogramms.

Welche KfW-Programme gibt es für die PV-Finanzierung?

Die KfW vergibt zinsgünstige Darlehen für die Finanzierung von Erneuerbaren Energien. Hierzu gehören auch PV-Anlagen. Aktuell gibt es z.B. die Programme „Erneuerbare Energien Standard 270“ sowie „Erneuerbare Energien Premium 271“. Sie zeichnen sich nicht nur durch günstige Zinsen, sondern auch durch einen hohen Tilgungszuschuss von bis zu 50 Prozent (KfW-Programm 271) aus. Ihr Finanzierungsexperte von comdirect kann Ihnen bei der Auswahl des passenden Förderprogramms weiterhelfen.

Mit comdirect zur geförderten Finanzierung der Photovoltaik-Anlage

Eine Finanzierung von Photovoltaik ist vor allem in Kombination mit der staatlichen Förderung über die KfW sinnvoll. Zum einen trägt die Einspeisevergütung bereits einen großen Teil der Investition, zum anderen sorgen Tilgungszuschüsse und die Einsparungen beim Stromverbrauch dafür, dass sich ein Solarkredit lohnt.

Hier haben wir alle Möglichkeiten zur KfW-Förderung für Sie zusammengestellt.