Geldanlagen bergen Risiken
Was ist eine Lastschrift? – Ein smart gekleideter Geschäftsmann sitzt auf einem Rennrad.
Was ist eine Lastschrift? – Ein smart gekleideter Geschäftsmann sitzt auf einem Rennrad.
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Was ist eine Lastschrift? – einfach erklärt

  • Die Lastschrift ist ein bargeldloses Zahlungsverfahren für Privatpersonen und Firmen.
  • Eine Lastschrift ermächtigt einen Zahlungsempfänger, Geld von deinem Konto abzubuchen.
  • Als Verbraucher kannst du fehlerhafte Lastschriften innerhalb von 8 Wochen zurückbuchen.
  • Damit die Lastschrift nicht fehlschlägt, muss dein Konto ausreichend gedeckt sein.

Definition: Was versteht man unter einer Lastschrift?

Die Lastschrift ist ein bargeldloses Zahlungsverfahren, bei dem du einen Zahlungsempfänger ermächtigst, einen bestimmten Betrag von deinem Konto abzubuchen. Wenn du z. B. bei einem Händler per Lastschrift zahlen möchtest, musst du diesem ein Lastschriftmandat erteilen.

Das Lastschriftmandat ist eine Art Einzugsermächtigung, mit der du den Zahlungsempfänger verpflichtest, den fälligen Betrag von deinem Konto einzuziehen. Gleichzeitig weist du beim Lastschriftverfahren deine Bank an, diese Abbuchung zuzulassen.

Beispiel: Wann braucht man eine Lastschrift?

Mit dem Lastschriftverfahren kannst du einmalige oder wiederkehrende Beträge ganz einfach von deinem Konto abbuchen lassen. Auch beim bargeldlosen Bezahlen mit deiner Girokarte (Debitkarte) an der Kasse erteilst du ein Lastschriftmandat, wenn du auf dem Bon unterschreibst. Mit deiner Unterschrift ermächtigst du den Händler, den Zahlbetrag im Rahmen des elektronischen Lastschriftverfahrens von deinem Konto abzubuchen.

Wenn du beim bargeldlosen Zahlen am Kartenlesegerät deine PIN eingibst, erteilst du dem Händler keine Einzugsermächtigung. Stattdessen wird bei Eingabe der PIN sofort geprüft, ob dein Konto ausreichend gedeckt ist. Der fällige Betrag wird direkt vom Konto abgebucht.

Hier einige Beispiele für die gängigsten Zahlungen per Lastschrift:

  • Miete
  • Nebenkosten (Strom, Gas, Wasser)
  • Versicherungsprämien (z. B. Haftpflicht-, Lebens- oder Kfz-Versicherung)
  • Renten- und Krankenversicherungsbeiträge
  • Steuerzahlungen
  • Kreditraten
  • Mitgliedsbeiträge für Vereine
  • Abos und Streaming-Dienste
  • Spenden
  • Kartenzahlung per Unterschrift

Das comdirect Girokonto

Beim comdirect Girokonto Aktiv zahlst du bei aktiver Kontonutzung keine Kontoführungsgebühr.1

Wie bezahle ich mit Lastschrift?

Um mit Lastschrift zu bezahlen, musst du dem Zahlungsempfänger – z. B. einem Händler – ein sogenanntes Lastschriftmandat erteilen. Mit diesem Mandat befugst du den Zahlungsempfänger, den fälligen Betrag einmalig oder wiederholt von deinem Konto abzubuchen. Dafür gibst du deine IBAN an. Der BIC ist im europaweiten Zahlungsverkehr in der Regel nicht mehr erforderlich. Wenn du an der Kasse per Karte zahlst, genügt deine Unterschrift auf dem Bon, um dem Händler ein Lastschriftmandat zu erteilen.

Der Zahlungsempfänger muss dich rechtzeitig per Vorabinformation (Pre-Notification) informieren, wann er wie viel Geld von deinem Konto abbuchen wird. Bei einmaligen Lastschriften gilt eine Frist von 14 Tagen. Bei regelmäßigen Lastschriften genügt eine einmalige Information mit Angabe der Beträge und Fälligkeitstermine. Gerade bei Kartenzahlungen können aber auch kürzere Fristen vereinbart werden.

Ist eine Lastschrift dasselbe wie eine Überweisung?

Das Lastschriftverfahren ist quasi das Gegenteil einer Überweisung. Denn bei einer Überweisung beauftragst du deine Bank aktiv, einen Geldbetrag von deinem Konto abzubuchen und auf das Konto des Zahlungsempfängers zu übertragen. Beim Lastschriftverfahren dagegen ermächtigst du den Zahlungsempfänger, die Buchung selbst auszulösen und den fälligen Betrag von deinem Konto abzubuchen. Gleichzeitig erteilst du deiner Bank die Genehmigung, die Abbuchung abzuwickeln.

Ist Lastschrift das Gleiche wie auf Rechnung zu zahlen?

Das Lastschriftverfahren ist nicht das Gleiche wie Zahlen auf Rechnung. Eine Rechnung begleichst du in der Regel per Überweisung. Wie schon beschrieben, weist du deine Bank bei einer Überweisung aktiv an, den fälligen Betrag von deinem Girokonto auf das Konto das Zahlungsempfängers zu übertragen. Bei einer Lastschrift hingegen ermächtigst du den Zahlungsempfänger, einen bestimmten Betrag von deinem Konto einzuziehen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Lastschrift und einem Dauerauftrag?

Bei einem Dauerauftrag handelt es sich im Grunde um eine Überweisung, die du einmalig in Auftrag gibst und die dann regelmäßig zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederholt wird. Bei einem Dauerauftrag geht die Initiative wie bei einer Überweisung von dir als Zahlungspflichtiger aus: Du weist deine Bank an, Geld von deinem Konto abzubuchen und auf das Konto eines Zahlungsempfängers zu übertragen.

Das unterscheidet den Dauerauftrag von der Lastschrift, bei der der Zahlungsempfänger Geld von deinem Konto abbucht. Allerdings kannst du auch mit einer Lastschrift regelmäßig wiederkehrende Beträge von deinem Konto abbuchen lassen, z. B. Mitglieds- oder Versicherungsbeiträge.

Was ist das SEPA-Lastschriftverfahren?

Das SEPA-Lastschriftverfahren gibt es seit Juli 2012 und ersetzt die frühere Einzugsermächtigung und den Abbuchungsauftrag. Mit dem SEPA-Lastschriftverfahren kannst du Rechnungen im gesamten europäischen Zahlungsraum in Euro begleichen. SEPA steht für „Single Euro Payments Area“ und beschreibt einen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum von 36 europäischen Staaten, darunter alle 27 EU-Mitgliedstaaten. Wenn du heute per Lastschrift zahlst, kommt stets das europäische SEPA-Lastschriftverfahren zur Anwendung.

SEPA-Lastschrift: Welche Arten von Lastschrift gibt es?

Für die SEPA-Lastschrift gibt es 2 verschiedene Lastschriftverfahren:

  1. SEPA-Basis-Lastschrift: Für dich als Verbraucher ist vor allem die SEPA-Basis-Lastschrift relevant. Mit diesem Lastschriftverfahren ermächtigst du z. B. einen Händler oder eine Versicherung, Geld von deinem Konto abzubuchen. Gleichzeitig erteilst du deiner Bank die Genehmigung, diese Abbuchung zuzulassen. Beim SEPA-Lastschriftverfahren hast du 8 Wochen Zeit, um dir den abgebuchten Betrag erstatten zu lassen.
  2. SEPA-Firmen-Lastschrift: Die SEPA-Firmen-Lastschrift findet ausschließlich im gewerblichen Zahlungsverkehr zwischen Firmen Anwendung. Bei diesem Lastschriftverfahren hat der Zahlungspflichtige keinen Erstattungsanspruch.

Lastschrifteinzug: Wann wird das Geld bei einer Lastschrift abgebucht?

Beim Lastschriftverfahren wird das Geld nicht direkt von deinem Konto abgebucht. Die Buchung der Lastschrift erfolgt grundsätzlich zum Fälligkeitsdatum. Der Zahlungsempfänger ist verpflichtet, das Datum der Abbuchung mindestens 14 Tage im Voraus anzukündigen. Zahlungspflichtiger und Zahlungsempfänger können aber auch kürzere Fristen vereinbaren. Gerade bei Kartenzahlungen mit Unterschrift wird der Betrag in der Regel innerhalb von 3 Geschäftstagen von deinem Konto abgebucht.

Wie viel kostet eine Lastschrift?

Für dich als Verbraucher fallen bei einer Lastschrift normalerweise keine Kosten an. Auch Rücklastschriften, also wenn du eine Lastschrift zurückbuchen lässt, sind in der Regel kostenlos. Kosten können dir allerdings entstehen, wenn eine Lastschrift fehlschlägt, weil dein Konto nicht ausreichend gedeckt ist oder du fehlerhafte Kontodaten angegeben hast.

Ist es sicher, mit Lastschrift zu bezahlen?

Das SEPA-Lastschriftverfahren bietet einen hohen Verbraucherschutz. Ein erteiltes Lastschriftmandat kannst du jederzeit widerrufen. Auch fehlerhafte Lastschriften kannst du innerhalb von 8 Wochen zurückbuchen. Mit einer Lastschriftsperre verhinderst du zukünftige Abbuchungen eines bestimmten Zahlungsempfängers.

Jede Abbuchung ist durch eine eindeutige Mandatsreferenz gekennzeichnet, die auf deinem Kontoauszug erscheint, sodass du alle Abbuchungen nachvollziehen kannst. Dabei können auch die Gläubiger-Identifikationsnummer des Zahlungsempfängers und Verwendungszweck helfen. Da das Lastschriftverfahren auch missbraucht werden kann, ist es wichtig, deine Kontobewegungen regelmäßig zu prüfen und fehlerhafte Abbuchungen sofort zurückbuchen zu lassen. Sollte dein Konto unrechtmäßig belastet worden sein, musst du dies unverzüglich nach Kenntnisnahme bei deiner Bank melden.

Was passiert, wenn mein Konto bei einer Lastschrift nicht gedeckt ist?

Wenn dein Konto nicht ausreichend gedeckt ist und du es nicht überziehen kannst, können Lastschriften nicht abgebucht werden. Dies nennt man umgangssprachlich eine „geplatzte“ Lastschrift. Deine Bank informiert dich und die Bank des Zahlungsempfängers über die nicht eingelöste Lastschrift. In diesem Fall solltest du dich unverzüglich mit dem Gläubiger in Verbindung setzen, um zu klären, wie du den fälligen Betrag zahlen kannst, da dir sonst ein Mahnverfahren droht. In der Regel berechnet dir deine Bank ein Entgelt für nicht eingelöste Lastschriften.

Kann man eine Lastschrift wieder zurückholen?

Das Lastschriftverfahren bietet dir einen großen Vorteil gegenüber einer Überweisung: Als Privatperson kannst du dir bei einer fehlerhaften Abbuchung das eingezogene Geld zurückbuchen. In der Regel kannst du die Lastschriftrückgabe selbst im Onlinebanking vornehmen oder du wendest dich an deine Bank.

Für eine Lastschriftrückgabe hast du 8 Wochen Zeit. Wenn der Lastschrifteinzug nicht autorisiert war, weil du kein entsprechendes Mandat erteilt hast, bleiben dir sogar 13 Monate, um den eingezogenen Betrag auf dein Konto zurückbuchen zu lassen. Für dich als Verbraucher fallen bei einer Rücklastschrift keine Kosten an.

Icon Ausrufezeichen

Wenn du eine Lastschrift zu Unrecht zurückbuchst, ist der Zahlungsempfänger berechtigt, die Lastschrift erneut auszulösen. In diesem Fall können auch Entgelte für die Rücklastschrift und Mahnkosten auf dich zukommen.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Lastschrift?

Pro Lastschrift

  • Pünktlich und bequem zahlen:
    Beim Lastschriftverfahren musst du dir keine Sorgen darum machen, eine Zahlung zu vergessen oder einen Fälligkeitstermin versehentlich verstreichen zu lassen. Die Lastschrift ersetzt Überweisung und Dauerauftrag – der Zahlungsempfänger bucht das Geld automatisch pünktlich von deinem Konto ab.
  • Einheitliches Verfahren:
    Das SEPA-Lastschriftverfahren gilt im gesamten Europäischen Zahlungsraum einschließlich aller 27 EU-Staaten.
  • Rückbuchung:
    Als Verbraucher kannst du eine fehlerhafte Lastschrift innerhalb von 8 Wochen zurück auf dein Konto buchen lassen. Bei einer nicht autorisierten Buchung ohne Lastschriftmandat hast du dafür sogar 13 Monate Zeit.

Contra Lastschrift

  • Laufende Kontrolle:
    Wenn du eine oder mehrere Lastschriftmandate erteilt hast, musst du deine Kontobewegungen ständig im Blick behalten, um zu prüfen, ob alle Abbuchungen rechtmäßig sind. Außerdem muss dein Konto stets ausreichend gedeckt sein, damit Lastschriften eingelöst werden können.
  • Kündigung:
    Um das Lastschriftmandat zu kündigen, musst du dich direkt an den Zahlungsempfänger wenden. Eine Kündigung des Lastschriftmandats über deine Bank ist nicht möglich.
  • Rücklastschriftgebühren:
    Wenn eine Lastschrift nicht abgebucht werden kann, weil z. B. dein Konto nicht ausreichend gedeckt ist, musst du zum Teil hohe Entgelte für die Rücklastschrift zahlen. Außerdem droht dir ein Mahnverfahren, weil der fällige Betrag nicht beglichen wurde.

Fazit: Die Lastschrift – sicher und bequem bargeldlos zahlen

Das Lastschriftverfahren ist eine Alternative zu Überweisung und Dauerauftrag. Mit einer Lastschrift ermächtigst du den Zahlungsempfänger, fällige Beträge von deinem Konto abzubuchen. Die Lastschrift eignet sich sowohl für einmalige als auch für wiederkehrende Zahlungen wie z. B. deine Miete, Versicherungsbeiträge oder Steuerzahlungen. Achte darauf, dass dein Konto gedeckt ist, damit Lastschriften abgebucht werden können.

Das Lastschriftverfahren gilt einheitlich im gesamten SEPA-Raum und bietet einen hohen Verbraucherschutz. Du kannst ein Lastschriftmandat jederzeit widerrufen und fehlerhafte Lastschriften innerhalb von 8 Wochen zurückbuchen. Allerdings kann auch das Lastschriftverfahren missbraucht werden. Kontrolliere deshalb regelmäßig deine Kontobewegungen, um Betrug frühzeitig festzustellen und unberechtigt abgebuchte Beträge zurückbuchen zu lassen.

1 Ab Kontoeröffnung sind die ersten 6 Monate kostenlos. Anschließend bleibt das Girokonto kostenlos bei 700 Euro monatlichem Mindestgeldeingang oder 3 Zahlungen über Apple Pay oder Google Pay pro Monat – mit der Visa-Debitkarte oder Visa-Kreditkarte oder 1 Trade/1 Wertpapiersparplanausführung pro Monat. Du zahlst ebenfalls keine Kontoführungsgebühr, wenn du unter 28 Jahre alt und Student, Schüler, Auszubildender oder Praktikant bist. Wenn nicht, fällt eine Kontoführungsgebühr von 4,90 Euro pro Monat an. Nähere Information entnimmst du bitte unserem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Wenn du noch Fragen zu den Themen Konto und Karten hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer sind rund um die Uhr für dich erreichbar – 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

Autor
comdirect Redaktion
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