Lohnabrechnung erklärt – eine Frau arbeitet an ihrem Laptop vor einem Zelt in der Natur.
Lohnabrechnung erklärt – eine Frau arbeitet an ihrem Laptop vor einem Zelt in der Natur.
© New Africa via Adobe Stock

Lohnabrechnung erklärt: So liest du sie richtig

Key Takeaways
  • Als Angestellter bekommst du jeden Monat eine Lohnabrechnung oder Gehaltsabrechnung.
  • In der Lohnabrechnung steht, wie sich dein Entgelt im Abrechnungszeitraum zusammensetzt.
  • Das Nettogehalt sind deine Brutto-Bezüge abzüglich Steuern und Sozialabgaben.
  • Es ist gut zu wissen, was alle Abkürzungen auf der Gehaltsabrechnung bedeuten.

Entgeltabrechnung verstehen: Was ist eine Lohn- und Gehaltsabrechnung einfach erklärt?

Wenn du angestellt bist, bekommst du jeden Monat von deinem Chef eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung. Firmen, die Mitarbeitende beschäftigen, sind laut Gewerbeordnung (GeWo) nämlich verpflichtet, eine Lohnabrechnung zu erstellen.

In deiner Lohnabrechnung steht, wie sich dein Lohn oder Gehalt in einem bestimmten Abrechnungszeitraum, z. B. einem Monat, zusammensetzt. Neben den Brutto-Bezügen enthält deine Lohnabrechnung Angaben zu den Zulagen, Zuschlägen, Abzügen und Vorschüssen. Umgangssprachlich wird die Lohnabrechnung auch als „Lohnzettel“ bezeichnet.

Verdienstabrechnung erklärt: Was ist der Unterschied zwischen Gehalts- und Lohnabrechnung?

Das comdirect Girokonto

Bei 700 Euro monatlichem Mindestgeldeingang bleibt das comdirect Girokonto auch nach 6 Monaten kostenlos1.

Die Begriffe Lohnabrechnung und Gehaltsabrechnung werden umgangssprachlich häufig synonym verwendet. Tatsächlich gibt es aber einen Unterschied zwischen Lohn und Gehalt. Wenn du Lohn beziehst, wirst du für deine erbrachten Arbeitsstunden bezahlt. Dabei kann dein Lohn von Monat zu Monat variieren, da du möglicherweise nicht jeden Monat dieselbe Anzahl an Arbeitsstunden leistest.

Im Gegensatz dazu handelt es sich bei einem Gehalt um einen fixen Betrag, den dein Arbeitgeber dir unabhängig von der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit monatlich auf dein Girokonto überweist. Der Obergriff für Lohn- und Gehaltsabrechnung ist Entgeltabrechnung.

Lohnabrechnung verstehen: Wie lese ich meine Lohnabrechnung richtig?

Was in deiner Lohn- oder Gehaltsabrechnung steht, ist gesetzlich festgelegt. Inhaltlich finden sich auf dem Lohnzettel also stets dieselben Bestandteile. Wie genau eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung aufgebaut ist, kann allerdings variieren. Der Aufbau einer Lohnabrechnung hängt davon ab, welche Software dein Arbeitgeber verwendet, um die Lohnabrechnung zu erstellen. In der Regel besteht eine Lohnabrechnung aus 3 Teilen: dem Kopfteil, dem Hauptteil und dem Schlussteil.

Kopfteil:

  • Name und Anschrift des Arbeitgebers
  • Name, Anschrift und Geburtsdatum des Arbeitnehmers
  • Versicherungsnummer
  • Lohnsteuerklasse
  • Steuer-ID
  • Datum des Beschäftigungsbeginns und ggf. des Beschäftigungsendes
  • Abrechnungszeitraum
  • Übersicht zur Arbeits- und Urlaubszeit (z. B. Infos zu Fehlzeiten, unbezahltem Urlaub)

Hauptteil:

  • Brutto-Bezüge (u. a. aus Stunden-, Feiertags-, Urlaubslohn)
  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Zuschläge und Zulagen
  • Sachbezüge bzw. geldwerter Vorteil
  • Steuerrechtliche Abzüge: Lohnsteuer und ggf. Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag
  • Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers: Krankenversicherung (KV), Pflegeversicherung (PV), Rentenversicherung (RV) und Arbeitslosenversicherung (AV)
  • Netto-Bezüge bzw. Netto-Abzüge (z. B. Pfändung, Vorschüsse, Arbeitgeberdarlehen)
  • Aufwandsentschädigungen
  • Verdienstbescheinigung für das derzeitige Arbeitsverhältnis

Schlussteil:

  • Kontodaten des Arbeitnehmers
  • Gesamtkosten des Arbeitgebers
  • Auszahlungsbetrag

Wenn du kein festes Gehalt beziehst, sondern nach Stunden bezahlt wirst, findest du deinen Stundenlohn auf deiner Lohnabrechnung unter „Brutto-Bezüge“. Dort sind die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden und der entsprechende Stundenlohn vermerkt.

Abzüge vom Bruttolohn: Was wird von der Lohn- und Gehaltsabrechnung abgezogen?

Dein Bruttolohn oder Bruttogehalt ist nicht der Betrag, der dir am Ende des Monats auf dein Konto gezahlt wird. Denn von deinen Bruttobezügen werden noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen.

Steuern:

  • Lohnsteuer
  • Solidaritätszuschlag (sofern zutreffend)
  • Kirchensteuer (bei Kirchenmitgliedern)

Sozialversicherung (Arbeitnehmeranteil):

  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Zuschlag zur Pflegeversicherung (für Kinderlose)

Beispiel: Was wird von der Lohnabrechnung abgezogen?

Im folgenden Beispiel haben wir einmal ausgerechnet, wie hoch die Abzüge sind, die in Form von Steuern und Sozialabgaben von deinem Bruttolohn oder Bruttogehalt abgezogen werden. Dabei gehen wir von 3.000 Euro Bruttogehalt aus. Für unser Beispiel berücksichtigen wir 2 verschiedene Steuerklassen: Steuerklasse I für kinderlose Alleinstehende (Person A) und Steuerklasse V für Verheiratete mit Kind (Person B), bei denen ein Partner mehr verdient als der andere. In beiden Fällen gehen wir außerdem von einer Kirchensteuerpflicht aus.

Steuern und SozialabgabenPerson A (Steuerklasse I)Person B (Steuerklasse V mit Kind)
Rentenversicherung279,00 Euro279,00 Euro
Arbeitslosenversicherung39,00 Euro39,00 Euro
Krankenversicherung244,50 Euro244,50 Euro
Pflegeversicherung69,00 Euro51,00 Euro
Sozialabgaben insgesamt631,50 Euro613,50 Euro
Lohnsteuer317,08 Euro650,66 Euro
Solidaritätszuschlag0,00 Euro0,00 Euro
Kirchensteuer*28,53 Euro58,55 Euro
Steuern gesamt345,61 Euro709,21 Euro
Netto-Gehalt/Monat2.022,89 Euro1.677,29
*Die Höhe der etwaigen Kirchensteuer variiert je nach Bundesland und beträgt entweder 8 % oder 9 %. In diesem Beispiel haben wir einen Kirchensteuersatz von 9 % angewendet, da dieser in den meisten Bundesländern gilt.

Was bedeuten die Abkürzungen auf der Lohnabrechnung?

In der folgenden Tabelle erklären wir die wichtigsten Abkürzungen auf der Lohnabrechnung.

AbkürzungBedeutungErklärung
AAbfindungUnter bestimmten Umständen zahlt dir dein Arbeitgeber bei Kündigung eine Abfindung
AVArbeitslosenversicherungDamit du Anspruch auf Arbeitslosengeld I hast, falls du arbeitslos wirst, zahlen du und dein Arbeitgeber zusammen 2,6 % von deinem Bruttolohn in die Arbeitslosenversicherung ein
EEinmalbezugBezüge, die du nicht monatlich ausgezahlt bekommst, z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld
FFreiDer Wert des Steuerbrutto entspricht nicht dem Gesamtbrutto
GBGesamtbruttoDie Summe aller im Abrechnungszeitraum gezahlten Entgeltbestandteile
JBestandteil des GesamtbruttoAlle Beträge, die zum Gesamtbrutto gezählt werden
Ki.Frbtr.KinderfreibetragFreibetrag, der dir pro Kind von deinem versteuernden Einkommen abgezogen wird
KiStKirchensteuerSteuerliche Abgabe für Kirchenmitglieder
KK345,61 Euro709,21 Euro
KK%Beitragssatz zur KrankenkasseInkl. Zusatzbeitrag
LLaufender BezugAlle Beträge, die dein Arbeitgeber regelmäßig an dich zahlt
LStLohnsteuerHöhe der Lohnsteuer, die direkt von deinem Entgelt abgezogen wird
MMehrjährige VersteuerungMehrjährige Tätigkeiten werden besonders besteuert
NNachberechnungWird vorgenommen, wenn die Lohnabrechnung des Vormonats einen Fehler aufwies
PPauschalversteuerungKann die Ermittlung deines individuellen Steuerbetrags ersetzen
PGRSPersonengruppenschlüsselSchlüssel für besondere Beschäftigungsverhältnisse wie z. B. Festanstellung, Praktikum oder Ausbildung
PVPflegeversicherungBeitrag zur Pflegeversicherung bei einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
RVRentenversicherungBeitrag zur Rentenversicherung in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung
SSonstiger BezugNicht-regelmäßige Bezüge, siehe E
StSteuerbruttoBezeichnet das zu versteuernde Entgelt inkl. geldwerter Vorteile und einmaliger Bezüge
StKlSteuerklasseAngabe der Steuerklasse (1–6)
SVSozialversicherungsrechtliche AbzügeBeiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung
WWertguthabenArbeitszeit oder Arbeitsentgelt, die bzw. das du ansparst, um eine längere Freistellung von der Arbeit (z. B. Pflegezeit, Elternzeit oder Vorruhestand) zu finanzieren, in der du weiterhin sozialversichert bist
ZBeitragszuschlag zur Pflegeversicherung für KinderloseWenn du keine Kinder hast, zahlst du einen Zuschlag von 0,6 % in die Pflegeversicherung ein

Was bedeutet brutto und netto auf dem Lohnzettel?

Vereinfacht gesagt ist Netto das, was vom Brutto übrigbleibt, wenn man Steuern und Sozialabgaben abzieht. Das Nettogehalt oder der Nettolohn ist also das Entgelt, das monatlich auf dein Konto gezahlt wird. Eine einfache Formel für die Berechnung des Nettolohns lautet:

Icon Taschenrechner

Nettolohn = Bruttolohn – Steuern – Sozialabgaben

Wie viel Prozent Lohnsteuer muss ich zahlen?

Wie viel Prozent Lohnsteuer du zahlen musst, hängt von deinem zu versteuerndem Einkommen und deiner Steuerklasse ab. Je höher dein Einkommen ist, desto mehr Lohnsteuer zahlst du. Ab einem zu versteuernden jährlichen Einkommen von 10.909 Euro (Ledige) bzw. 21.818 Euro (Verheiratete und Lebenspartner) zahlst du den Eingangssteuersatz von 14 %. Wenn dein zu versteuerndes jährliches Einkommen höher als 62.810 Euro bzw. 125.620 Euro beträgt, zahlst du 42 % Lohnsteuer. Der Spitzensteuersatz von 45 % greift ab einem zu versteuernden Einkommen von 277.826 Euro bei Ledigen und 555.652 Euro bei Verheirateten bzw. Lebenspartnern.

Fazit: Es lohnt sich, die Lohn- und Gehaltsabrechnung richtig lesen zu können

In der Lohn- und Gehaltsabrechnung werden alle Bestandteile aufgelistet, aus denen sich dein Lohn bzw. dein Gehalt zusammensetzt. Auch wenn viele Arbeitnehmer Monat für Monat nur einen flüchtigen Blick auf ihre Lohnabrechnung werfen, um zu prüfen, ob der Auszahlungsbetrag stimmt, kann es sinnvoll sein, sich beizeiten einmal in Ruhe mit der eigenen Lohnabrechnung zu beschäftigen.

So bekommst du nicht nur einen Überblick über die einzelnen Bestandteile deines Lohns oder Gehalts wie z. B. Sachbezüge oder vermögenswirksame Leistungen – auch die genauen Beitragssätze zur Sozialversicherung und andere Abzüge sind dort aufgeführt. Schließlich benötigst du die Lohnabrechnung als Einkommensnachweis, wenn du z. B. eine Wohnung mieten oder einen Kredit aufnehmen willst.

Wenn du noch Fragen zu den Themen Konto und Karten hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer sind rund um die Uhr für dich erreichbar – 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

1 Ab Kontoeröffnung sind die ersten 6 Monate kostenlos. Anschließend bleibt das Girokonto kostenlos bei 700 Euro monatlichem Mindestgeldeingang oder 3 Zahlungen über Apple Pay oder Google Pay pro Monat – mit der Visa-Debitkarte oder Visa-Kreditkarte oder 1 Trade/1 Wertpapiersparplanausführung pro Monat. Du zahlst ebenfalls keine Kontoführungsgebühr, wenn du unter 28 Jahre alt und Student, Schüler, Auszubildender oder Praktikant bist. Wenn nicht, fällt eine Kontoführungsgebühr von 4,90 Euro pro Monat an. Nähere Information entnimmst du bitte unserem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab. Die Rechtsgrundlagen für die Besteuerung von Kapitaleinkünften können sich ändern. Die Commerzbank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen auf dem Gebiet des Steuerrechtes. Die zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine persönliche Steuer‐ oder Rechtsberatung.

Autor
comdirect Redaktion
mehr verstehen. mehr vermögen. – Finanzthemen müssen nicht kompliziert sein. Unsere Experten fassen hier alles Wissenswerte rund um das Thema Konto und Karten zusammen, damit ihr eigenständig Finanzentscheidungen treffen könnt.
zurück zur Seite
dev
Nächstes Video
startet in sec.