- Ein Dispokredit erhöht deinen monatlichen finanziellen Spielraum.
- Für eine Kontoüberziehung zahlst du in der Regel hohe Zinsen.
- Eine Alternative zum Dispokredit ist ein günstigerer Ratenkredit.
Was bedeutet es, sein Konto zu überziehen?
Wenn du dein Girokonto überziehst, reicht das Guthaben für eine Zahlung oder Abhebung nicht aus — dein Konto rutscht ins Minus. Für eine Kontoüberziehung zahlst du Zinsen. Wie hoch diese Überziehungszinsen ausfallen, unterscheidet sich je nach Bank und Kontomodell, aber auch nach Art der Kontoüberziehung.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen 2 verschiedenen Arten von Kontoüberziehung:
- der eingeräumten Kontoüberziehung und
- der geduldeten Kontoüberziehung
Wie funktioniert ein Dispokredit?
Bei der eingeräumten Kontoüberziehung gewährt dir deine Bank einen Dispositionskredit oder kurz: Dispokredit. In der Regel kannst du dich bereits bei der Kontoeröffnung für ein Girokonto mit Dispokredit entscheiden. Es ist aber auch möglich, einen Dispokredit nachträglich zu beantragen.
Ein Dispokredit erhöht deinen monatlichen finanziellen Spielraum. Du kannst dein Konto jederzeit überziehen — also mehr Geld ausgeben oder abheben, als dir an Guthaben zur Verfügung stehen. Das kann sinnvoll sein, um einen kurzfristigen finanziellen Engpass zu überbrücken.
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Wie weit darf man ein Girokonto überziehen?
Der bewilligte Kreditrahmen hängt in der Regel von deinen regelmäßigen Zahlungseingängen, deinen Ausgaben und deiner Bonität ab und kann bis zum 2- oder 3-fachen deines monatlichen Nettoeinkommens betragen.
Was kostet ein Dispokredit?
Für die Kontoüberziehung per Dispokredit zahlst du einen vereinbarten Sollzins. Dieser liegt in der Regel im 2-stelligen Bereich — im Jahr 2026 beträgt er im bundesweiten Schnitt 11,30 % pro Jahr. Die genaue Höhe kann je nach Bank und Kontomodell höher oder niedriger ausfallen.

Eine Checkliste zum Kontowechsel findest du ebenfalls im comdirect Magazin.
Wie lange darf ich im Minus sein?
Bei einem Dispokredit gibt es keine feste Laufzeit. Du zahlst den Überziehungsbetrag beim nächsten Geldeingang komplett oder teilweise wieder zurück.
Geduldete Überziehung – was passiert ohne Dispokredit?
Von einer geduldeten Überziehung spricht man, wenn du dein Konto ohne Dispokredit oder über den vereinbarten Kreditrahmen hinaus überziehst, deine Bank die Zahlung aus Kulanz aber dennoch ausführt.
Das sind die wichtigsten Unterschiede zwischen der eingeräumten und der geduldeten Kontoüberziehung:
- Höhere Kosten: Bei einer geduldeten Überziehung sind die Zinsen in der Regel höher als bei einem ohnehin schon teuren Dispokredit.
- Kein Rechtsanspruch: Anders als bei der eingeräumten Überziehung hast du keinen Anspruch darauf, dass deine Bank die Zahlung oder Abhebung ausführt. Wird die Überziehung nicht geduldet, können Lastschriften platzen oder Kartenzahlungen abgelehnt werden, was weitere Kosten nach sich ziehen kann.
- Kurzfristige Rückzahlung: Bei einer geduldeten Überziehung verlangt die Bank in der Regel eine schnelle Rückzahlung des Überziehungsbetrages innerhalb weniger Tage oder Wochen.
- Rechtliche Folgen: Rutscht dein Konto dauerhaft oder weit ins Minus, drohen rechtliche Folgen bis hin zur Kontokündigung, Vollstreckung oder Kontopfändung und zum negativen Eintrag ins Schufa-Register
Was sind die Vor- und Nachteile eines Dispokredits?
Ein Dispokredit kann sinnvoll sein, um einen kurzfristigen finanziellen Engpass zu überbrücken, hat jedoch auch einen entscheidenden Nachteil: die Kosten.
Pro Dispokredit
- Jederzeit verfügbar:
Ein Dispokredit steht dir jederzeit zur Verfügung und wird dir automatisch in dem Moment gewährt, in dem du das zusätzliche Geld benötigst. Anders als bei einem Ratenkredit musst du dich nicht jedes Mal über die Konditionen wie Kredithöhe, Zinsen oder Laufzeit informieren. - Flexibel rückzahlbar:
Ein Dispokredit hat keine feste Laufzeit. Die Tilgung erfolgt automatisch beim nächsten Geldeingang auf deinem Konto. - Bei Nichtnutzung kostenfrei:
Für einen Dispokredit fallen nur Zinsen an, wenn du dein Konto tatsächlich überziehst. Die Zinsen werden tagesgenau auf den tatsächlichen Überziehungsbetrag berechnet – nicht auf den gesamten bewilligten Kreditrahmen.
Contra Dispokredit
- Sehr teuer:
Der Dispokredit zählt zu den teuersten Kreditarten. Die Sollzinsen liegen in der Regel im 2-stelligen Bereich. Die genaue Höhe variiert je nach Bank, Kontomodell und Bonität. Für eine geduldete Überziehung fallen häufig noch höhere Kosten an.
Rechenbeispiel: Was kosten 1.000 Euro Dispo im Monat?
Zinsen für einen Dispokredit fallen nur an, wenn du die eingeräumte Kontoüberziehung nutzt — also dein Girokonto tatsächlich überziehst. Die Zinsen werden tagesgenau auf den genutzten Betrag berechnet.
Wie viel du monatlich für 1.000 Euro Dispo zahlen musst, hängt von der Höhe der vereinbarten Sollzinsen ab. Für unsere Beispielrechnung gehen wir von einem Zinssatz von 11,3 % pro Jahr aus. So hoch liegen die Sollzinsen für eine eingeräumte Kontoüberziehung im bundesweiten Schnitt im Jahr 2026.
Hinweis: Die Beispielrechnung entspricht nicht zwingend den Produktkonditionen von comdirect.
Die monatlichen Kosten für einen Dispokredit lassen sich nach folgender Formel berechnen:

Monatliche Zinsen = Überziehungsbetrag x Sollzinsen / 12 Monate
Beispielrechnung: 1.000 Euro x 11,3 % / 12 Monate = 9,42 Euro
Bei einem Dispo von 1.000 Euro und Sollzinsen von 11,3 % pro Jahr zahlst du monatliche Zinsen in Höhe von 9,42 Euro, wenn du dein Konto für volle 30 Tage mit 1.000 Euro überziehst.
Welche Alternativen gibt es zum Dispokredit?
Ein Dispokredit zählt zu den teuersten Kreditarten. Banken lassen sich die flexible Verfügbarkeit und die damit verbundenen Risiken in der Regel mit hohen Sollzinsen vergüten. Wenn du dein Konto dauerhaft überziehst oder bereits weit im Minus bist, kann es sinnvoll sein, dich für eine günstigere Alternative zur Kontoüberziehung zu entscheiden.
Dies sind die wichtigsten Alternativen zum Dispokredit:
- Erspartes nutzen
- Ratenkredit aufnehmen
- Rahmenkredit beantragen
Erspartes nutzen
Wenn du über niedrig verzinstes Sparguthaben verfügst, solltest du prüfen, ob es sinnvoll ist, diese zur Überbrückung eines kurzfristigen finanziellen Engpasses aufzulösen.
Ratenkredit aufnehmen
Ein Ratenkredit kann eine Alternative zum Dispokredit sein, da die Zinsen in der Regel deutlich günstiger sind. Anders als bei einer Kontoüberziehung gibt es bei einem Ratenkredit jedoch feste Laufzeit und Tilgungsraten. Wenn du dein Konto bereits überzogen hast, kannst du einen Dispokredit auch umschulden. Dazu nimmst du einen günstigeren Ratenkredit auf und nutzt das Geld, um deinen Kontostand auszugleichen.
Rahmenkredit beantragen
Auch ein Rahmen- oder Abrufkredit kann eine Alternative zum Girokonto mit Dispositionskredit sein. Dabei sichert dir die Bank einen bestimmten Kreditrahmen zu; die tatsächlich benötigte Summe kannst du dir kurzfristig aufs Konto überweisen lassen. Zinssatz und Zeitpunkt der Rückzahlung werden vertraglich vereinbart. Zinsen zahlst du nur auf den abgerufenen Betrag.

Beachte, dass ein Rahmenkredit nicht zwingend günstiger ist als ein Dispokredit. Informiere dich vorher, wie hoch die Zinssätze sind, und vergleiche diese mit den Dispozinsen.
Fazit: Konto überziehen – Dispokredit nur im Notfall nutzen
Ein Girokonto mit Dispokredit gibt dir die Freiheit, dein Konto zu überziehen und so flexibel auf unerwartete Ausgaben zu reagieren. Einen Dispokredit musst du nur einmalig beantragen und kannst dann jederzeit auf zusätzliches Geld zugreifen.
Bevor du dein Konto überziehst, solltest du dich jedoch fragen, ob das wirklich notwendig ist. Um einen kurzfristigen finanziellen Engpass zu überbrücken, kann ein Dispokredit durchaus sinnvoll sein.
Bedenke jedoch, dass dir das Geld im nächsten Monat fehlt und zudem hohe Zinsen anfallen. Wenn du dauerhaft ins Minus rutschst oder deine Zahlungseingänge nicht mehr reichen, um den Überziehungsbetrag vollständig zu tilgen, gerätst du schnell in die Schuldenfalle.
Deshalb ist es sinnvoll, für unerwartete Ausgaben einen Notgroschen aufzubauen oder im Notfall auf einen günstigeren Ratenkredit zurückzugreifen.
1 Ab Kontoeröffnung sind die ersten 6 Monate kostenlos. Anschließend bleibt das Girokonto kostenlos bei 700 Euro monatlichem Mindestgeldeingang oder 3 Zahlungen über Apple Pay oder Google Pay pro Monat – mit der Visa-Debitkarte oder Visa-Kreditkarte oder 1 Trade/1 Wertpapiersparplanausführung pro Monat. Dein Girokonto ist ebenfalls kostenlos, wenn du unter 28 Jahre alt und im Studium, Praktikum, in Ausbildung oder Schule bist. Ansonsten bezahlst du für die Kontoführung 4,90 Euro im Monat. Nähere Information entnimmst du bitte unserem Preis- und Leistungsverzeichnis.
Wenn du noch Fragen zu den Themen Konto und Karten hast, nutze gerne unsere Volltextsuche auf www.comdirect.de. Dort findest du schnell und einfach viele Antworten auf die häufigsten Fragen. Solltest du dort keine passende Antwort finden, stehen wir dir gerne zur Verfügung – entweder über unser Kontaktformular auf der Website oder telefonisch unter 04106 – 708 25 00. Als comdirect Kundin oder Kunde halte bitte deine Zugangsdaten bereit.

