Einlagensicherung bei Banken – Hochhäuser in einem Bankenviertel
Einlagensicherung bei Banken – Hochhäuser in einem Bankenviertel
© Tiberius Gracchus via Adobe Stock

Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds in Deutschland

Key Takeaways
  • Im Falle einer Bankenpleite ist dein Geld bis 100.000 Euro geschützt.
  • Die Einlagensicherung greift z. B. für Geld auf deinem Giro-, Tages- oder Festgeldkonto.
  • Wertpapiere wie Aktien, Fonds und ETFs deckt die gesetzliche Einlagensicherung nicht ab.
  • Neben der Einlagensicherung gibt es noch freiwillige Sicherungssysteme der Banken.

Definition: Was ist die gesetzliche Einlagensicherung der Banken?

Die gesetzliche Einlagensicherung ist ein Sicherungssystem, das deine Einlagen im Falle einer Bankenpleite bis zu einem bestimmten Betrag schützt. Das heißt: Wenn deine Bank in wirtschaftliche Schieflage gerät und dir das Geld auf deinem Konto wie z. B. einem Girokonto, Gemeinschaftskonto, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto nicht mehr zurückzahlen kann, hast du einen Rechtsanspruch auf Entschädigung.

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Wenn du mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hast, hast du keinen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung des Betrages, der die 100.000 Euro übersteigt. Hast du mehrere Konten bei einer Bank – also z. B. ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto – werden die Guthaben aller Konten zusammengerechnet.

Icon Sicherheitsschloss

In besonderen Fällen ist dein Geld sogar bis zu einem Betrag von 500.000 Euro geschützt. Dies gilt für sogenannte „vorübergehend hohe Einlagen“, die du z. B. durch den Verkauf einer privat genutzten Immobilie, eine Abfindung, eine Scheidung oder den Renteneintritt hast. Dieser Schutz gilt allerdings nur für ein halbes Jahr ab Gutschrift.

Beispiel: Einlagensicherung

Du hast bei Bank A ein Girokonto mit einem Guthaben von 5.000 Euro und weitere 20.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto. Außerdem hast du bei derselben Bank 75.000 Euro als Festgeldanlage. Damit ist die gesetzlich gesicherte Summe von 100.000 Euro ausgeschöpft.

Wenn du jetzt noch Zinsen auf dein Tages- und Festgeld bekommst, wirst du irgendwann mehr als 100.000 Euro auf deinen Konten bei Bank A haben. Diese Zinserträge sind dann nicht mehr von der gesetzlichen Einlagensicherung abgedeckt. Daher kann es sinnvoll sein, einen Betrag von über 100.000 Euro auf verschiedene Banken aufzuteilen, um die maximale Sicherungssumme von 100.000 Euro pro Person und Bank nicht zu überschreiten.

Wie hoch ist die gesetzliche Einlagensicherung bei einem Gemeinschaftskonto?

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Kundengelder bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Bank und Person. Da es bei einem Gemeinschaftskonto in der Regel 2 Kontoinhaber gibt – z. B. Eheleute oder Lebenspartner –, ist pro Person ein Betrag von 100.000 Euro abgesichert, also insgesamt 200.000 Euro.

Wann greift die gesetzliche Einlagensicherung nicht?

Das Einlagensicherungssystem schützt die Einlagen von Privatkunden sowie von Personen- und Kapitalgesellschaften – allerdings nur bis zu einem Betrag von 100.000 Euro. Wenn du mehr als 100.000 Euro auf deinem Konto hast, hast du keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung des übersteigenden Betrages.

Für Wertpapiere wie z. B. Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs gilt die gesetzliche Einlagensicherung nicht. Für Anleger gibt es jedoch eine spezielle Entschädigungseinrichtung: die gesetzliche Anlegerentschädigung. Diese greift, wenn ein Wertpapierhandelsunternehmen nicht mehr in der Lage ist, deine Forderungen aus Wertpapiergeschäften zu bedienen. Die Anlegerentschädigung ist begrenzt auf 20.000 Euro.

Aber: Die Einlagen auf dem Verrechnungskonto zu deinem Wertpapierdepot sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Deutsche Einlagensicherung: Wie funktioniert die gesetzliche Einlagensicherung?

Grundsätzlich greift die gesetzliche Einlagensicherung, wenn eine Bank zahlungsunfähig wird und Kundengelder nicht zurückzahlen kann. Die BaFin, die gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank für die Bankenaufsicht in Deutschland zuständig ist, muss den Entschädigungsfall feststellen.

Anschließend gibt deine Bank die Kontaktdaten aller Einleger an das Sicherungssystem weiter, das für die Durchführung der Einlagensicherung zuständig ist. Dieses Sicherungssystem wird dich über den Entschädigungsfall und das entsprechende Verfahren informieren. Nachdem das Sicherungssystem die Ansprüche der Bankkunden festgestellt hat, bereitet es die Auszahlung der Beträge vor – einen Antrag auf Entschädigung deiner Bankeinlagen musst du nicht stellen.

Wie lange dauert die Auszahlung bei der gesetzlichen Einlagensicherung?

Laut Einlagensicherungsgesetz müssen Kunden im Falle einer Bankenpleite innerhalb von 7 Banktagen entschädigt werden. Im Entschädigungsfall bereitet das Sicherungssystem die Auszahlung der Bankeinlagen vor und stellt sicher, dass die Einleger ihre Einlagen innerhalb von 7 Banktagen zurückerhalten.

Gesetzliche Einlagensicherung: Unterliegt jede deutsche Bank der Einlagensicherung?

Der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen alle Banken, die das Einlagengeschäft betreiben – also Kundengelder als verzinsliche und unverzinsliche Einlagen annehmen. Diese sind nach dem Einlagensicherungsgesetz verpflichtet, einem Einlagensicherungssystem anzugehören.

In Deutschland gibt es insgesamt 3 Sicherungssysteme, die als gesetzliche Einlagensicherung anerkannt sind:

  • die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB)
  • das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe (Institutssicherung)
  • die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (Institutssicherung)

Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB)

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) ist für die Einlagensicherung der privaten Banken in Deutschland zuständig. Die EdB hat die Aufgabe, die Einleger privater Banken für nicht zurückgezahlte Einlagen zu entschädigen.

Die erforderlichen Mittel für die Entschädigung stammen aus den Beiträgen der Banken, die jene regelmäßig an die EdB abführen. Das heißt: Die privaten Banken bauen eine Art Notgroschen auf, um die Einlagen der Kunden im Falle der Insolvenz einer im Einlagengeschäft tätigen Bank bis zu einem gewissen Umfang zu schützen.

Institutssicherung

Die Institutssicherung ist ein institutsbezogenes Sicherungssystem, das die angeschlossenen Kreditinstitute vor einer wirtschaftlichen Schieflage bewahren soll.

In Deutschland gibt es die Institutssicherung der Sparkassen-Finanzgruppe und die Institutssicherung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Drohen einer Bank, die einem Institutssicherungssystem angehört, wirtschaftliche Schwierigkeiten, springen die restlichen Banken ein, um eine Insolvenzabzuwenden. Dadurch werden indirekt auch die Einlagen der Kunden gesichert.

Diese Institutssicherungssysteme sind einerseits als gesetzliche Einlagensicherung anerkannt.

Andererseits dient die Institutssicherung bei den Sparkassen, Volksbanken und Raiffeisenbanken als freiwillige Einlagensicherung, um Einleger über die Summe von 100.000 Euro hinaus abzusichern.

Einlagensicherungsfonds

Eine aktuelle Übersicht über die Institute, die am freiwilligen Einlagensicherungsfonds mitwirken, findest du auf der Website zum Einlagensicherungsfonds.

Der Einlagensicherungsfonds ist ein freiwilliges Sicherungssystem der privaten Banken innerhalb des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Wenn du ein Konto bei einer Privatbank wie z. B. der Commerzbank AG hast, die Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des BdB ist, können auch Einlagen oberhalb der gesetzlich abgesicherten Summe von 100.000 Euro geschützt sein. Jedoch besteht hier kein Rechtsanspruch auf Entschädigung durch den Einlagensicherungsfonds.

Icon Ausrufezeichen

Es gibt kein einheitliches europäisches Einlagensicherungssystem. Für Banken in der EU und Norwegen gilt allerdings die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Grundsätzlich solltest du dich informieren, in welchem Land eine Bank ansässig ist und wie es um die Bonität dieses Landes steht, bevor du z. B. ein Giro- oder Tagesgeldkonto eröffnest.

Fazit: Die gesetzliche Einlagensicherung bei Banken – Schutz bis maximal 100.000 Euro

In Deutschland ist dein Guthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonto sowie auf deinem Sparbuch und dem Verrechnungskonto zu deinem Wertpapierdepot bis maximal 100.000 Euro geschützt – in besonderen Fällen sogar bis 500.000 Euro. Wenn deine Bank zahlungsunfähig wird, hast du einen Rechtsanspruch auf Entschädigung bis zu dieser Höhe.

Neben der gesetzlichen Einlagensicherung bieten die meisten Banken und Institute eine freiwillige Einlagensicherung an. Diese schützt Einlagen über die gesetzlich vorgeschriebene Summe von 100.000 Euro hinaus. Beachte jedoch, dass es keinen Rechtsanspruch auf die Absicherung von Beträgen oberhalb von 100.000 Euro gibt.

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Autor
comdirect Redaktion
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