Liquidationswert

Der Liquidationswert gibt die Summe der Verkaufserlöse sämtlicher Vermögensgegenstände eines Unternehmens bei dessen Auflösung an. Die Veräußerungswerte können erheblich unter den Buchwerten der einzelnen Wirtschaftsgüter in der Bilanz liegen. Das liegt an dem Zeitdruck, unter dem die Liquidation, also die Auflösung und Abwicklung eines Unternehmens, erfolgt.

So berechnet sich der Liquidationswert

Um den Liquidationswert zu berechnen, verkauft der Liquidator sämtliche Vermögensgegenstände des Unternehmens. Von der Summe der Veräußerungswerte zieht er folgende Positionen ab:

  • offene Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und anderen Gläubigern
  • Liquidationskosten für den Sozialplan, Notargebühren und Transaktionen
  • Rückstellungen für Betriebsrenten und den Rückbau des Unternehmens

Die Berechnung ergibt den Liquidationswert zu einem bestimmten Bewertungsstichtag. So hat der Liquidator einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nach Bekanntmachung der Liquidation 1 Jahr Zeit, um das Unternehmen abzuwickeln.

Unternehmensbewertung zeigt den Liquidationswert

Bei einer Unternehmensbewertung gehen die Beteiligten grundsätzlich von der Fortführung des Unternehmens aus. In dem Fall ermittelt ein Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater, Steuerberater, öffentlich bestellter Sachverständiger oder eine Bank den Substanzwert der Firma als Fortführungswert. Dabei wendet der Experte das Ertragswertverfahren an. Der Ertragswert muss in folgenden Fällen ermittelt werden:

  • bei Verkauf des Unternehmens an einen Nachfolger
  • zur Ermittlung der Erbschaftsteuer bei Tod des Unternehmers
  • bei einer Scheidung mit Zugewinnausgleich

Wenn wirtschaftliche Schwierigkeiten vorliegen, ist die Liquidation in einigen Fällen die einzige Alternative.

Liquidation als letzter Ausweg

Wenn die Unternehmensbewertung ergibt, dass der Liquidationserlös über dem Fortführungswert liegt, ist die Auflösung der Firma die einzige Alternative. In diesem Fall wird über das Verfahren der Unternehmensbewertung die Wertuntergrenze des Vermögens ermittelt. Die Wertuntergrenze stellt gleichzeitig die unterste Preisgrenze für den Verkäufer des Unternehmens dar.

Da die Liquidation innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens erfolgen muss, erzielt der Verkäufer in der Regel einen geringeren Erlös als den Bilanzwert der Vermögensgegenstände.

Sie können Unternehmen mit den verschiedenen Kennzahlen der Fundamentalanalyse bewerten.

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