Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) schaut fast jeder Anleger. Diese Kennzahl gibt einen Hinweis, wie teuer eine Aktie oder ein gesamter Markt aktuell sind. Für sogenannte Value-Investoren aber ist eine andere Kennzahl fast noch wichtiger: das Kurs-Buchwert-Verhältnis, kurz KBV. Diese Kennzahl vergleicht den aktuellen Aktienkurs mit dem sogenannten Buchwert je Aktie. Dieser Buchwert wird in der Bilanz ausgewiesen. Den Buchwert würde das Unternehmen erzielen, wenn es aufgelöst und sämtliche Vermögenswerte zu Marktpreisen verkaufen würde. Abgezogen werden davon die Firmenschulden. Zum Buchwert einer Firma gehören neben dem aktuellen Barvermögen also alle anderen geldwerten Gegenstände. Das sind vor allem Immobilien und Maschinen.

So wird das KBV berechnet

Zur Berechnung des KBV wird der Buchwert des Unternehmens laut Geschäftsbericht durch die Zahl der Aktien geteilt. Bei einem Buchwert von 30 Milliarden Euro und zwei Milliarden ausgegebenen Aktien ergibt sich zum Beispiel ein Buchwert von 15 Euro pro Aktie. Value-Investoren bevorzugen Aktien, bei denen der Buchwert pro Aktie unter dem aktuellen Börsenkurs liegt. Würde die Aktie jetzt bei 12 Euro liegen, betrüge das Kurs-Buchwert-Verhältnis 12 Euro geteilt durch 15 Euro gleich 0,8. Das KBV läge damit in einem sehr interessanten Bereich für Value-Investoren.

Bedeutung des KBV

Allerdings kann ein solch niedriges KBV unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal sind Buchwertschnäppchen bei zyklischen Aktien wie etwa der Chemie in Konjunkturkrisen zu beobachten. Dann erweisen sie sich oft im Nachhinein als Kaufgelegenheiten. Manchmal jedoch beruht ein niedriges KBV auf einer überhöhten Bewertung der Vermögensgegenstände im Geschäftsbericht, etwa wenn Immobilien viel zu hoch bewertet werden. Dann ist das niedrige KBV eher eine Anlegerfalle. Auch nach einem Kursverfall wegen schlechter Renditeaussichten sinkt das KBV, weil ja weiterhin die Buchwerte aus dem Geschäftsbericht zum Vorjahr verwendet werden.

Vor allem aber werden im Buchwert immaterielle Vermögensgegenstände wie Markenimage, Patente und Mitarbeiterqualifikationen nicht berücksichtigt. Aus diesem Grund liegt das KBV bei Technologie- oder Social-Media-Unternehmen in der Regel weit höher als bei klassischen Industrieunternehmen. Wer sich bei der Anlage stark auf die KBV-Kennzahl fokussiert, kann Aktien aus besonders wachstumsstarken Segmenten daher kaum in sein Depot aufnehmen.

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