Krypto-Begriffe

Altcoins

Mit dem Alter haben die sogenannten Altcoins nichts am Hut. Stattdessen ist der Begriff eine Zusammensetzung aus „Alternative“ und „Coins“. Gemeint sind damit also alle Kryptowährungen, die nach dem Bitcoin auf den Markt gekommen sind. Inzwischen gibt es rund 15.000 Altcoins. Sie verfolgen unterschiedliche Ansätze: Einige dienen als Stablecoins, die an andere Währungen wie den US-Dollar gekoppelt sind. Andere wollen mit weniger Energieverbrauch beim Mining punkten. Schließlich gibt es auch Memecoins, die in erster Linie der Unterhaltung dienen.

Bitcoin

Bitcoin ist die Mutter aller Krypto-Coins und die älteste und bekannteste Kryptowährung. Sie wurde erstmals in der Öffentlichkeit 2008 beschrieben, und bei der ersten Bezahlung wurde der Bitcoin mit 0,07 US-Dollar bewertet – rund ein Millionstel der heutigen Notierung. Die Maximalzahl an Bitcoins wurde im Gründungsprotokoll auf 21 Millionen Stück festgelegt. Bis heute wurden knapp 19 Millionen Bitcoins geschürft. Der Mining-Prozess wird zunehmend aufwendiger. Das hat in den vergangenen Jahren zur Kurssteigerung des Bitcoins beigetragen. Er macht heute gut 40 % des Wertes aller Kryptowährungen aus.

Bitcoin-Alternativen

Unter den mittlerweile mehr als 15.000 Coins haben sich einige als Alternativen zu Bitcoin entwickelt. Die Nummer 2 der Kryptoszene ist nach Marktkapitalisierung seit langem Ether. Dank der Smart-Contract-Technologie werden der entsprechenden Plattform Ethereum große Zukunftschancen außerhalb der Kryptowelt eingeräumt. Binance Coin ist die Währung der gleichnamigen Kryptobörse. Ripple mit der Währung XRP will Finanztransaktionen vereinfachen und den Zahlungsverkehr zwischen Banken effektiver gestalten. Tether schließlich ist ein sogenannter Stablecoin, dessen Wert an den US-Dollar gebunden ist. Tether dient zur Verrechnung von Kryptowährungen untereinander.

Blockchain

Die Blockchain ist die technologische Grundlage für Kryptowährungen wie Bitcoin. Anders als herkömmliche Währungen wie Euro oder US-Dollar verzichten Bitcoin und andere Kryptowährungen auf zentrale Instanzen wie eine Zentralbank und Geschäftsbanken. Stattdessen dient die sogenannte Blockchain als dezentrales Kassenbuch, das öffentlich zugänglich und im Nachhinein unveränderbar ist. Das zentrale Element der Blockchain ist ein Peer-to-Peer-Netzwerk, in dem Transaktionen verschlüsselt stattfinden und in Blöcken gesammelt werden. Das Prinzip der Blockchain soll Manipulationen vorbeugen, da alle Teilnehmer des Netzwerks in alle Transaktionsverläufe Einsicht nehmen können und sie bestätigen müssen.

Fiat-Währung

Als „Fiatgeld“ bezeichnen Anhänger von Kryptos etwas herablassend Währungen wie Euro oder US-Dollar. Der Ausdruck „Fiat“ (es werde) stammt aus dem Lateinischen. Während bis ins frühe 20. Jahrhundert Warengeld (meist mit Golddeckung) vorherrschte, sind alle heutigen Währungssysteme Fiat-Währungen. Sie beziehen ihre Legitimation nicht aus einem inneren materiellen Wert, sondern aus dem Status als gesetzliches Zahlungsmittel und der Akzeptanz bei den Nutzern.

Hashrate

Die Hashrate ist die Maßeinheit für die Geschwindigkeit, mit der die mathematischen Aufgaben beim Krypto-Mining gelöst werden. Je mehr Rechnungen in einem bestimmten Zeitraum gelöst werden, desto höher liegt die Hashrate. Durch den Zusammenschluss vieler Rechner steigt die Hashrate eines Netzwerks und damit die Chance auf den Erlös von Bitcoins oder anderer Token. Mit der enormen Professionalisierung des Minings ist die Hashrate im Bitcoin-Netzwerk so stark gestiegen, dass private Miner kaum eine Chance mehr haben.

Hodl

„Hodl“ ist ein feststehender Begriff in der Bitcoin-Community. Dahinter verbirgt sich allerdings keine Abkürzung, sondern ein Tippfehler. 2013 erklärte ein nicht ganz nüchterner Bitcoin-Besitzer während eines Bitcoin-Crashes in einem Forum: „I am hodling“. Er wollte sagen „I am holding“ („ich halte“). Dieser Tippfehler machte die Runde und noch heute raten Bitcoin-Enthusiasten Anlegern zum „hodl“, wenn sie sie bei Korrekturen zum Halten der Bestände auffordern wollen.

ICO

ICO steht für „Initial Coin Offering“. Die Ähnlichkeit des Begriffs mit dem Gang eines Unternehmens an eine Wertpapierbörse (IPO/Initial Public Offering) ist nicht zufällig. Beim ICO bieten die Gründer einer Kryptowährung einen Teil der Coins privaten oder institutionellen Anlegern an. Bezahlt wird mit anderen Kryptowährungen oder klassischen Währungen wie dem US-Dollar. Durch den Kapitalzufluss können die Unternehmen deutlich schneller wachsen. Ein ICO hat auch der zweitgrößten Kryptowährung Ether zum Durchbruch verholfen.

Kryptobörsen

Kryptobörsen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie klassische Wertpapierbörsen. Sie sind Handelsplattformen, die Kauf- und Verkaufsorders für verschiedene Kryptowährungen miteinander abgleichen und gegen eine Gebühr entsprechende Transaktionen durchführen. An den Börsen können häufig auch Kryptowährungen aufbewahrt werden. An einigen Börsen kann man nur in Kryptowährungen bezahlen, andere erlauben auch den Handel Krypto gegen US-Dollar. Zu den bekanntesten Kryptobörsen gehören Coinbase, Binance, Kraken und bitcoin.de.

Memecoins

Eine Vielzahl von Kryptowährungen sind sogenannte Memecoins. Sie wurden aus Internetmemes entwickelt, satirischen Beiträgen im Netz. Bekanntestes Memecoin ist der Dogecoin. Er zeigt eine japanische Hunderasse. Die 2013 eingeführte Spaßwährung notiert nicht zuletzt durch die Werbung von Tesla-Chef Elon Musk unter den zehn wertvollsten Kryptowährungen. Memecoins haben selten einen praktischen Nutzen. Sie werden deshalb auch oft als Shitcoins bezeichnet.

Mining

Bitcoin und viele andere Kryptowährungen entstehen durch das sogenannte Mining. Das ist eine Art von Buchprüfung: Die Miner im weltweiten Netz checken, ob die Kryptotransaktionen korrekt ablaufen. Ist das so, wird dies in einem Block vermerkt. Durch die nächste Transaktion entsteht wieder ein Block – diese Kette heißt dann Blockchain. Um die einzelnen Blöcke entstehen zu lassen, sind aufwendige Rechenoperationen notwendig. Derjenige, der zuerst einen neuen Block generiert, erhält als Belohnung eine bestimmte Anzahl an Coins, die in diesem Moment entstehen. In den Anfangszeiten des Bitcoins konnten noch Private im Mining tätig werden. Inzwischen ist das ein Geschäft von spezialisierten Unternehmen, die sich vor allem in Ländern mit niedrigen Energiepreisen angesiedelt haben.

NFT

Non-Fungible Tokens (NFT) sind digitale Werke, die mit kryptografischen Verfahren zu Originalen erklärt werden. NFT können Videoclips oder Software, Musikstücke oder Bilder sein. Am Kunstmarkt haben NFT den Durchbruch geschafft und werden zunehmend auf Auktionen gehandelt. Im März wurde das NFT „Everydays: the first 5.000 Days“ des US-Künstlers Beeple beim Auktionshaus Christie’s für 69,35 Millionen US-Dollar versteigert – eine neue Rekordsumme für ein digitales Kunstwerk.

Proof of Work

Das Bitcoin-Netzwerk und das Mining neuer Bitcoins beruhen auf dem sogenannten Proof-of-Work-Konzept. Hier muss quasi eine mathematische Aufgabe gelöst werden, um den nächsten Bitcoin-Block erstellen und die Belohnung in Form von neuen Bitcoins kassieren zu können. Dabei stehen die Miner in ständiger Konkurrenz zueinander. Dieser Prozess ist aufwendig und kostet vor allem sehr viel Energie. Das Bitcoin-Netzwerk allein verbraucht mehr Energie als ein Staat wie Belgien. Daher ist das Proof-of-Work-Konzept in Zeiten des Klimawandels verstärkt in die Kritik geraten.

Proof of Stake

Anstelle des viel kritisierten Proof of Work (PoW) wird bei neueren Kryptowährungen oft ein Proof-of-Stake-Ansatz (PoS) gewählt. Transaktionen sollen dadurch günstiger, schneller und mit deutlich weniger Energieaufwand abgewickelt werden können. Die PoS-Methode gleicht einer Lotterie. Jeder gehaltene Coin entspricht dabei einem Los. Per Zufall wird entschieden, welches Los den nächsten Block erstellen und damit neue Coins verdienen kann. Wer also mehr Lose hat, erhöht seine Chancen, ausgewählt zu werden.

Public Key/Private Key

Kryptowährungen nutzen das Schema der digitalen Signatur. Jeder Nutzer hat einen Public Key und einen Private Key. Der Public Key ist im Netzwerk einsehbar (etwa vergleichbar mit einer Kontonummer). Jedem Public Key ist ein Private Key zugeordnet, der aus einer Zahlenfolge besteht und nur dem User bekannt ist (vergleichbar mit einer PIN). Für Transaktionen ist die Eingabe dieses Private Key erforderlich. Der Private Key ist nur beim einzelnen Nutzer hinterlegt. Das bedeutet: Wer diesen privaten Schlüssel verliert oder vergisst, verliert den Zugang zu seiner Wallet – und damit den Zugriff auf seine Coins.

Satoshi Nakamoto

Satoshi Nakamoto gilt als Erfinder des Bitcoins und erster Miner. Wer sich allerdings hinter dem japanischen Allerweltsnamen versteckt, ist auch mehr als ein Jahrzehnt nach der Erfindung des Bitcoins unklar. Sicher ist: Im Oktober 2008 veröffentlichte Nakamoto ein nur wenige Seiten langes White Paper, das als Grundlage des Bitcoins gilt. Darin schilderte er, wie ein dezentrales System von elektronischem Bargeld funktionieren könnte. Am 3. Januar 2009 dann schuf Nakamoto die ersten 50 Bitcoins, Ende 2010 zog er sich komplett aus dem Projekt zurück.

Smart Contract

Smart Contracts (kluge Verträge) gehören zu einer interessanten Anwendungsmöglichkeit der Blockchain. Es sind Vorgänge, die automatisch gestartet werden, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. Dann fließen zum Beispiel vorab vertraglich vereinbarte Zahlungen zwischen den Geschäftspartnern, ohne dass irgendjemand eingreifen müsste. Smart Contracts können viele Tätigkeiten automatisieren, die bisher noch manuell erledigt werden müssen. Das birgt gewisse Einsparmöglichkeiten. Ein oft verwendetes Beispiel ist der schlaue Kühlschrank: Gehen Milch und Eier zur Neige, bestellt der Kühlschrank beim Supermarkt-Lieferdienst die benötigten Mengen und zahlt auch gleich.

Token

Token wird häufig als alternativer Begriff für Coin verwendet – gemeint sind damit digitale Coupons, die einen Wert darstellen. Tokens bauen in der Regel auf einer bestehenden Blockchain beziehungsweise einem vorhandenen Protokoll auf. Oft wird für die Erstellung neuer Tokens die Plattform von Ethereum genutzt. Solche Tokens werden dann ERC-20 Token genannt. Auch Non-Fungible Tokens (NFT) werden auf vorhandenen Blockchains erstellt.

To the moon

„Bis zum Mond“ sollen angeblich einige Kryptowährungen steigen können. Dahinter steckt die Hoffnung auf exorbitante Gewinne, die so manchen Anleger in neue Kryptowährungen treibt. Tesla-Gründer Elon Musk etwa prophezeite für die Spaßwährung „Dogecoin“ eine Kursentwicklung „to the moon“. Investoren sollten aber bedenken, dass für solche Kursziele in der Regel fundamentale Grundlagen fehlen. Vor allem die Investition in reine Spaß-Coins (Meme Coins) wie Dogecoin ist mit extremen Risiken verbunden.

Wallet

Für den Handel mit den virtuellen Kryptowährungen benötigen User ein digitales Portemonnaie oder Konto, die sogenannte Wallet. Unter der individuellen Adresse dieser Wallet können Bitcoin und andere Kryptowährungen verwaltet, gesendet und empfangen werden. Sogenannte Hot Wallets sind dabei permanent mit dem Internet verbunden. Das macht sie einfach nutzbar, birgt aber das Risiko von Angriffen über das Netz. Professionelle Investoren greifen eher zu Cold Wallets. Diese extern gesicherten Speichermedien werden nur jeweils kurz mit dem Internet verbunden.

Glossark
  • a
  • b
  • c
  • d
  • e
  • f
  • g
  • h
  • i
  • j
  • k
  • l
  • m
  • n
  • o
  • p
  • q
  • r
  • s
  • t
  • u
  • v
  • w
  • x
  • y
  • z