Hauptversammlung

Eine Aktiengesellschaft hat drei leitende Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Während der Vorstand ständig operativ tätig ist und der Aufsichtsrat den Vorstand regelmäßig kontrolliert, tritt die Hauptversammlung (HV) im Regelfall nur einmal im Jahr zusammen. Hier können die Aktionäre ihre Rechte wahrnehmen und die Unternehmenspolitik beeinflussen. Abstimmungsberechtigt sind auf der Hauptversammlung nur Stammaktionäre. Vorzugsaktionäre dürfen nicht an Abstimmungen teilnehmen. Sie erhalten im Gegenzug meist eine etwas höhere Dividende.

Die Hauptversammlung hat verschiedene Aufgaben. Dazu gehören unter anderem die Wahl des Aufsichtsrats sowie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Daneben bestimmt sie über die Gewinnverwendung. Das heißt: über die Höhe der Dividende. Zudem werden auf der HV Satzungsänderungen beschlossen, Sonderprüfer bestellt und Maßnahmen zur Kapitalerhöhung beschlossen. Für die meisten Entscheidungen reicht eine Mehrheit von 50 % der abgegebenen Stimmen, für gravierende Entscheidungen wie etwa die Auflösung der Aktiengesellschaft werden mindestens 75 % Jastimmen gebraucht. Für besonders wichtige Entscheidungen können auf Vorschlag des Vorstands oder einer Aktionärsgruppe auch außerordentliche Hauptversammlungen einberufen werden.

Um ihr Stimmrecht wahrzunehmen, müssen Aktionäre traditionell bei der HV anwesend sein oder aber ihr Stimmrecht im Vorfeld auf Anwesende (z. B Aktionärsvereinigungen) übertragen. Das hat sich in Zeiten der Covid-19-Pandemie geändert. Aktuell ist es zulässig, Hauptversammlungen ohne physische Präsenz virtuell durchzuführen. Diese Ausnahmeregelung ist ursprünglich bis Ende des Jahres 2020 eingeführt worden. Sie kann und dürfte aber verlängert werden, solange die Viruserkrankung akut ist.

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