ATX

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Was den Deutschen der DAX, ist den Österreichern der ATX (Austrian Traded Index). Er wurde drei Jahre nach seinem deutschen Pendant zum 2. Januar 1991 mit 1.000 Punkten aufgelegt. Der ATX spiegelt die Kursentwicklung der 20 größten österreichischen Börsenunternehmen. Im Gegensatz zum DAX ist der ATX ein gewichteter Kursindex. Daher fließen keine Kapitalausschüttungen wie Dividenden in die Berechnung ein. Die Gewichtung erfolgt nach der Marktkapitalisierung im Streubesitz. Die Zusammensetzung des ATX wird halbjährlich im März und September überprüft. Maximal drei Titel dürfen in einem Halbjahr ausgetauscht werden. Tatsächlich sind Wechsel im Index aufgrund der österreichischen Wirtschaftsstruktur seltener als im DAX.

Zu den am höchsten gewichteten Unternehmen im ATX gehören die Finanzwerte Erste Group Bank, BAWAG Group und Raiffeisen Bank International. Stark vertreten ist auch die OMV mit Erdöl und Gas sowie der Stromversorger Verbund, die im Bergbau und Metallgewerbe aktive Voestalpine AG und der Baustoffspezialist Wienerberger. Erst im Jahr 2020 wurde die Aktie von Mayr-Melnhof Karton in den Auswahlindex aufgenommen. Der Verpackungsspezialist war allerdings schon zuvor seit vielen Jahren in zahlreichen internationalen Nachhaltigkeitsindizes und entsprechend anlegenden Fonds vertreten.

Der ATX entwickelte sich vor allem in den Jahren im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends sehr gut. Er profitierte damals von der internationalen Erholung der Börsen und der Nähe der österreichischen Unternehmen zu den florierenden osteuropäischen Märkten. Im Juli 2007 stieg er mit 5.010 Punkten auf sein Allzeithoch. Davon war er im Sommer 2022 weit entfernt. Der Vergleich der Kursverläufe von DAX und ATX ist aber wegen der unterschiedlichen Berechnungsmethode trügerisch. Dafür müsste der ebenfalls berechnete ATX Total Return (ATX TR) herangezogen werden, der wie der DAX ebenfalls Dividenden enthält. Dieser Index notierte im Sommer 2022 rund 20 % unter seinem Hoch vom Januar – ganz ähnlich wie der DAX.