E-Sports- und Gaming-Aktien Die Gaming-Branche am Aktienmarkt

Eine Mutter spielt mit ihrem Kind ein Videospiel.
© Brothers91 via Getty Images/iStockphoto

Die E-Sports-Branche hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Auch E-Sports- und Gaming-Aktien konnten davon profitieren. Ein Investment birgt neben Wachstumspotenzial aber auch einige Risiken. Wir erklären in diesem Beitrag, was hinter dem Massenphänomen E-Sports steckt und zeigen mögliche Anlageformen und Risiken.

Definition: Was sind E-Sports?

Bei E-Sports – Kurzform für „elektronischer Sport“ – handelt es sich um computergestützte Gaming-Wettbewerbe, bei denen Spieler aus aller Welt gegeneinander antreten. Die überwiegend jüngeren Teilnehmer nennen sich E-Sportler und duellieren sich in verschiedenen Computer- und Videospielen auf Konsolen wie der PlayStation oder Xbox. Beliebt sind dabei insbesondere Sportsimulationen wie die Fußball-Videospielreihe „FIFA“ und Echtzeit-Strategiespiele wie unter anderem „League of Legends“.

Entwicklung des E-Sports

In den vergangen Jahren verzeichnet die Branche ein deutliches Wachstum und auch die Gewinne und Preisgelder bei Turnieren steigen immer weiter. Doch um als E-Sportler erfolgreich zu sein, benötigen die Spieler verschiedene motorische und geistige Fähigkeiten. Stundenlanges Training gehört bei der elektronischen Sportart zum Alltag. In einigen Ländern wird E-Sport mittlerweile von etablierten Sportverbänden als Sportart anerkannt. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) stuft E-Sport zwar nicht als eigene Sportart ein, doch auch hierzulande sind zahlreiche Sportvereine inzwischen mit eigenen E-Sport-Abteilungen und -Mannschaften vertreten.

Umsätze im Bereich E-Sports

Aus der ehemaligen Nische hat sich binnen weniger Jahre ein Massenphänomen entwickelt. So haben sich für E-Sports inzwischen zahlreiche internationale Ligen und Turniere etabliert, die teils hohe Gewinne als Preisgelder auszahlen. Über 962 Millionen US-Dollar wurden im E-Sport bis März 2021 an Preisgeldern ausgezahlt. Die Wettkämpfe werden regelmäßig in ausverkauften Stadien sowie von einem Millionenpublikum via Internet verfolgt. 

Übersicht der Preisgelder von internationalen E-Sports-Turnieren.
Bei internationale E-Sports-Turnieren werden teils sehr hohe Preisgelder gezahlt.

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Gut zu wissen: Während der COVID-19-Pandemie ist das Interesse am E-Sports nochmals gestiegen. Zuvor hatten bereits die digitalen Netzwerke zur wachsenden Popularität beigetragen.

Wie kann man mit in E-Sports investieren?

Die hohen Umsätze der E-Sports-Branche basieren in erster Linie auf Ticketverkäufen, Merchandising und Werbung sowie Dienstleistungen, Sponsoring und Medienrechten. Auch einige TV-Sender haben E-Sports für sich entdeckt und übertragen die Veranstaltungen mittlerweile sogar im Fernsehen. Damit hat sich E-Sports für viele Branchen zum lukrativen Wirtschaftsmarkt entwickelt.

Auch der Finanzmarkt ist auf den Gaming-Boom aufmerksam geworden. So sind in den vergangenen Jahren spezielle E-Sport-Aktien und Gaming-Aktien auf dem Markt erschienen. Insgesamt bieten sich interessierten Anlegern allerdings noch relativ wenige Möglichkeiten für ein Investment.

Welche E-Sport-Aktien und -ETFs gibt es?

Das Angebot in puncto E-Sport-Aktien und -ETFs für die eigene Geldanlage ist noch überschaubar.

Bislang existieren in Deutschland beispielsweise erst wenige Gaming-ETFs.

Daneben finden Anleger einige Einzelaktien von Unternehmen, die eng mit der Gaming-Branche verwoben sind. Dazu zählen unter anderem Internetunternehmen und Spieleentwickler.

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Die bekanntesten Gaming-ETFs im Überblick

  • Vaneck Vectors Video Gaming and eSports UCITS ETF (WKN A2PLDF): Der ETF beinhaltet ausschließlich Unternehmen, die mehr als 50 % ihres Umsatzes aus Videospielen und E-Sports erzielen – beispielsweise Grafikplatten-Hersteller wie Nvidia oder Software-Firmen wie Electronic Arts. 
  • Global X Video Games & Esports ETF (WKN A2QKQ5): Zum ETF gehören Unternehmen, die Videospiele entwickeln bzw. vermarkten sowie Streamingdienste, die Videospiel- und Sportinhalte anbieten. Außerdem befinden sich Rechteinhaber von E-Sports-Ligen in diesem ETF.
  • Roundhill BITKRAFT Esports & Digital Entertainment ETF (WKN A2QJUU): Der ETF investiert ebenfalls in die Sport- und digitale Unterhaltungsindustrie, beinhaltet aber nur 25 Unternehmen. Unter den größten Aktienpositionen zählen das chinesische Internetunternehmen Tencent Holding sowie der japanische Spielehersteller Take 2 Interactive.

Die bekanntesten Gaming-Aktien im Überblick

  • Tencent (WKN A1138D): Das aus China stammende Internetunternehmen Tencent gehört zu den größten Anbietern im Bereich Mobile Games und vermarktet beispielsweise „League of Legends“. Daneben ist Tencent auch mit Messenger-Diensten wie WeChat und sozialen Netzwerken erfolgreich. 
  • Take 2 Interactive (WKN 914508): Der Spieleentwickler „Take 2 Interactive“ entwickelt Spiele für Konsolen, PCs, Tablets und Smartphones. Zu den Verkaufsschlagern gehören unter anderem „Grand Theft Auto (GTA)“, „Red Dead Redemption“ sowie „NBA2K“. 
  • Activision Blizzard Inc (WKN A0Q4K4): Auch Activision Blizzard zählt zu den umsatzstärksten Entwickler der Welt. So stammen beispielsweise die Spiele „World of Warcraft“ und „Call of Duty“ vom Unternehmen. Darüber hinaus gehört die größte Gaming-Liga der Welt, die Major League Gaming (MLG), zu Activision Blizzard.
  • Electronic Arts (EA) (WKN 878372): Electronic Arts (EA) steht vor allem für die Fußballsimulation „FIFA“. Gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat der US-amerikanische Spielekonzern sogar eine eigenständige E-Sport-Liga ins Leben gerufen.

Vor- und Nachteile von E-Sport-Aktien

E-Sports ist ein Massenphänomen mit viel Wachstumspotenzial. Gleichzeitig können zahlreiche Faktoren zu einem abrupten Kursrückgang und Verlusten führen. So können beispielsweise neue Videospielreihen keinen Anklang finden und sich Gamer anderen Spieleentwicklern zuwenden, die nicht in einem bestimmten Gaming-ETF enthalten sind. Wer in E-Sports investieren möchte, sollte sich daher über alle Chancen und Risiken von Megatrends im Klaren sein. Darüber hinaus bestehen die üblichen Risiken, die eine Wertpapieranlage jederzeit mit sich bringt.

Vorteile von E-Sport-AktienNachteile von Impact Investing
Im Trend: Aufgrund der digitalen Technologien haben E-Sports-Aktien Potenzial.E-Sports-ETFs- und -Aktien sind noch relativ jung und damit äußerst spekulativ.
Nischen wie E-Sports-ETFs können die Diversifikation im Depot unterstützen.E-Sports-ETFs enthalten nur wenige Titel.
Kooperationen mit Sportvereinen sowie Sponsoring sorgen für ein mögliches Wachstumspotenzial.E-Sport ist anfällig für Betrug und Manipulation, was zu Kursstürzen und Verlusten führen kann.

Fazit zu E-Sport-Aktien

Die E-Sport- und Gaming-Branche gilt zumindest auf dem Aktienmarkt noch als vergleichsweise kleine Nische. Ein Investment ist daher äußerst spekulativ und kann unter Umständen bis hin zum Totalverlust führen. Überhaupt gelten Investments in eine einzige Branche als riskanter als etwas breitere Anlagen, die Chancen und Risiken möglicherweise besser ausgleichen. Hinzu kommt: Die bisherige positive Wertentwicklung der Branche ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

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