Überblick und Infos: Was ist eine Ballonfinanzierung?

Eine Frau sitzt in einem Oldtimer und schaut aus dem Fenster.
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Ob Neufahrzeug, Gebrauchtwagen oder Wohnmobil: Wer sein Wunschauto kaufen möchte, greift beim Autokredit oftmals auf eine Ballonfinanzierung zurück. Wir zeigen, wie diese Finanzierungsform funktioniert, welche Risiken damit verbunden sind und welche Alternativen bestehen. Außerdem befassen uns mit der Frage, was passiert, wenn der Ballon „platzt“ – also die Schlussrate nicht gezahlt werden kann.

Was versteht man unter einer Ballonfinanzierung?

Die Ballonfinanzierung ist per Definition eine Sonderform des Kredits und wird häufig bei Autokrediten eingesetzt. Im Gegensatz zu einem klassischen Ratenkredit wird der Kaufpreis des Fahrzeugs nicht in gleichbleibenden Raten getilgt. Stattdessen bleibt am Ende der Kreditlaufzeit noch eine Restschuld übrig. Diese Schlussrate, die mitunter mehr als die Hälfte der Gesamtschuld ausmacht, wird auch als Ballon bezeichnet.

Wie funktioniert eine Ballonfinanzierung bei Autos?

Wie ein gewöhnlicher Ratenkredit zielt auch die Ballonfinanzierung als Autokredit darauf ab, ein Fahrzeug zu finanzieren. Der Ballonkredit zeichnet sich dadurch aus, dass ein Großteil der Kreditsumme durch eine hohe Schlussrate finanziert wird. Als Kreditnehmer zahlt man deshalb vergleichsweise niedrige Monatsraten, muss dafür aber am Ende der Laufzeit eine hohe Summe bereithalten, um die volle Kreditsumme zurückzuzahlen. Um die Restschuld und die Raten zu verringern, kann man als Kreditnehmer optional eine Anzahlung leisten.

Gut zu wissen: Bei einer Ballonfinanzierung wird die Schlussrate während der gesamten Kreditlaufzeit mit verzinst. Dadurch fallen die Gesamtkosten für einen Ballonkredit trotz niedrigerer Raten häufig höher aus als für einen Ratenkredit.

Beispielrechnung: Ballonkredit vs. Ratenkredit

BallonkreditRatenkredit
Kreditsumme20.500,00 Euro20.500,00 Euro
Laufzeit60 Monate60 Monate
Effektiver Jahreszins3,59 %3,59 %
Schlussrate5.000,00 Euro0 Euro
Monatliche Rate297,56 Euro373,80 Euro
Gesamtkosten22.853,55 Euro22.422,00 Euro
Grafische Darstellung der Funktionsweise einer Ballonfinanzierung.
Bei einer Ballonfinanzierung stehen niedrige Monatsraten einer hohen Schlussrate gegenüber.

Wann lohnt sich eine Ballonfinanzierung?

Eine Ballonfinanzierung lohnt sich aus den oben genannten Gründen im Grunde genommen nur, wenn man zwingend auf die Finanzierung eines KFZ angewiesen ist, sich die höheren monatlichen Raten für einen Ratenkredit jedoch nicht leisten kann. Ein Ballonkredit zur Autofinanzierung kann außerdem eine Option sein, wenn man genau weiß, dass man am Ende der Laufzeit über einen größeren Geldbetrag verfügen wird. Allerdings muss man dabei bedenken, dass die Gesamtkosten für eine Ballonfinanzierung tendenziell eher höher sind.

Gut zu wissen: Wenn eine Ballonfinanzierung für Sie in Frage kommt, sollten Sie sich auch mit der Frage beschäftigen, was mit der Ballonfinanzierung passiert, wenn Sie das Auto vor Finanzierungsende zurückgeben möchten. Je nach Konditionen ist beispielsweise die Rückgabe statt Zahlung der Abschlussrate möglich.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Ballonkredit?

Der größte Vorteil einer Ballonfinanzierung sind die niedrigeren monatlichen Raten im Vergleich zu einem Ratenkredit. Dem gegenüber steht jedoch eine hohe Abschlusszahlung, die man sich leisten können muss. Hinzu kommt, dass die Schlussrate über die gesamte Kreditlaufzeit mitverzinst wird. Die Gesamtkosten einer Ballonfinanzierung sind deshalb häufig höher als beim Ratenkredit und werden aufgrund der niedrigen Monatsraten leicht unterschätzt. Wer sich die Schlussrate am Ende nicht leisten kann, muss gegebenenfalls weitere Nachteile in Kauf nehmen.

Die Vor- und Nachteile einer Ballonfinanzierung

VorteileNachteile
Geringe monatliche Raten möglich.Hohe Abschlusszahlung.
Schlussrate kann möglicherweise vom Veräußerungserlös des Fahrzeugs getilgt werden.Verzinsung der Schlussrate über die gesamte Laufzeit.
Finanzierung mit und ohne Startkapital möglich.Häufig höhere Gesamtkosten als beim Ratenkredit.

Was passiert, wenn die Schlussrate nicht gezahlt werden kann?

Wer die Schlussrate am Ende der Laufzeit nicht auf einmal zahlen kann, muss unter Umständen erneut einen Kredit aufnehmen, um die Restschuld zu tilgen. Man spricht dann von einer sogenannten Anschlussfinanzierung. Dafür fallen wieder Zinsen an, sodass sich die Gesamtkosten für die Autofinanzierung erneut erhöhen. Hinzu kommt, dass der Zinssatz für die Ballonfinanzierung nicht auf den neuen Kredit übertragen werden kann. Steigt das Zinsniveau in der Zwischenzeit an, zahlt man deshalb höhere Zinsen. Möglich ist auch, dass die Bank die Bonität des Kreditnehmers niedriger einschätzt als zuvor und sich auch dadurch die Kreditkonditionen verschlechtern. Ist der Restwert des Fahrzeugs während der Laufzeit des Autokredits – beispielsweise aufgrund von Unfallschäden oder sonstiger Mängel – deutlich gesunken, besteht das Risiko, dass der Erlös im Falle einer Veräußerung des Autos nicht ausreicht, um die Schlussrate zu tilgen.

Welche Alternativen gibt es zu einer Ballonfinanzierung?

Neben dem Ballonkredit gibt es weitere Möglichkeiten, ein Auto oder Wohnmobil zu finanzieren: die 3-Wege-Finanzierung, den klassischen Ratenkredit und das Leasing. Worauf Sie generell bei der Fahrzeugfinanzierung achten sollten, können Sie im Fahrzeugfinanzierung-Ratgeber von comdirect nachlesen.

3-Wege-Finanzierung

Die 3-Wege-Finanzierung ähnelt einer Ballonfinanzierung, denn auch bei dieser Kreditart zahlt man vergleichsweise niedrige monatliche Raten und eine hohe Abschlusszahlung. Bei der 3-Wege-Finanzierung hat man am Ende der Kreditlaufzeit 3 Möglichkeiten:

  • Man zahlt die Schlussrate.
  • Man wählt eine Anschlussfinanzierung zur Tilgung der Restschuld.
  • Man gibt das Auto zurück.

Auch bei der 3-Wege-Finanzierung wird die Schlussrate während der gesamten Kreditlaufzeit mitverzinst. Deshalb sind auch hier die Gesamtkosten in der Regel höher als bei einem Ratenkredit.

Ratenkredit

Die klassische Autofinanzierung per Ratenkredit ist eine weitere Alternative zur Ballonfinanzierung. Bei dieser Darlehensform zahlt man die Kreditsumme zuzüglich Zinsen monatlich in gleichbleibenden Raten zurück. Eine hohe Abschlusszahlung fällt nicht an. Die Monatsraten sind bei einem Ratenkredit zwar höher als bei der Ballonfinanzierung. Dafür umgeht man das Risiko, die hohe Schlussrate am Ende nicht zahlen zu können und dadurch weitere Kosten zu generieren.

Leasing

Beim Leasing gilt der Leasingnehmer als Mieter des Fahrzeugs, der dem Leasinggeber eine monatliche Gebühr dafür zahlt, dass er das Auto nutzen darf. Die Leasingdauer und die monatliche Leasingrate werden bei Vertragsbeginn vereinbart. Der entscheidende Unterschied zur Ballonfinanzierung und zum Ratenkredit ist, dass der Leasingnehmer das Auto am Ende an den Händler zurückgeben muss. Je nach Leasingart wird dann der Restwert des Fahrzeugs ermittelt oder der Kilometerstand herangezogen. Ist das Fahrzeug nach dem Leasing weniger wert als ursprünglich geschätzt bzw. der Kilometerstand höher als vereinbart, muss der Leasingnehmer die Differenz begleichen oder einen Abschlag leisten. Ein Vorteil des Leasings ist, dass vor allem Unternehmer die Leasingraten vollumfänglich von der Steuer absetzen können.

Gut zu wissen: Beim Finanzierungsleasing muss das Fahrzeug nicht an den Händler zurückgegeben werden, sondern kann zu einem festgelegten Restwert gekauft werden.

Fazit: Ballonfinanzierung vorab berechnen

Der Ballonkredit als Möglichkeit zur Autofinanzierung lohnt sich vor allem dann, wenn das eigene Monatsbudget nicht ausreicht, um die höheren monatlichen Raten eines Ratenkredits zu stemmen. Wer sich für eine Ballonfinanzierung entscheidet, sollte sich in jedem Fall sicher sein, dass er am Ende der Kreditlaufzeit in der Lage ist, die hohe Schlussrate zu zahlen. Denn wenn das Geld für die Abschlusszahlung fehlt, riskiert man zusätzliche Finanzierungskosten und treibt die ohnehin höheren Gesamtkosten einer Ballonfinanzierung weiter nach oben.

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