- Seltene, limitierte Whisky-Abfüllungen können im Laufe der Zeit an Wert gewinnen.
- Whisky als Wertanlage setzt neben Sach- und Marktkenntnis auch Geduld voraus.
- Mache dich vor einer Whisky-Investition mit den Vor- und Nachteilen vertraut.
Ist Whisky eine gute Investition?
Whisky erfreut sich als alternative Geldanlage seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Vor allem limitierte Abfüllungen, Sondereditionen renommierter Brennereien, sehr alte Jahrgänge sowie Whisky von geschlossenen Destillerien können im Laufe der Zeit an Wert zulegen.

Die beiden Schreibweisen Whiskey und Whisky beziehen sich auf das Herkunftsland. Als Faustregel lässt sich sagen: Whisky kommt aus Schottland, Japan oder Kanada; Whiskey aus Irland oder den USA – Ausnahmen bestätigen die Regel.
Whisky gilt als krisenfester Sachwert, der geringeren Schwankungen unterliegt als beispielsweise Aktien oder ETFs. Zwischen 2013 und 2022 sind die Preise für die 500 meistgehandelten Whiskys auf dem Auktions- und Sekundärmarkt deutlich gestiegen (siehe Grafik). Seit 2022 sind sie wieder leicht rückläufig, weisen im Vergleich zu vor 10 Jahren jedoch noch immer ein deutliches Plus auf.
Der Kauf von Whisky als Wertanlage setzt allerdings Wissen, Erfahrung und Geduld voraus. Nicht jede Flasche entwickelt sich positiv, weshalb Anlegerinnen und Anleger die Chancen und Risiken kennen sollten.

Der teuerste Whisky – The Macallan 126 Adami – erzielte am 18. November 2023 bei Sotheby’s in London einen Rekordpreis von umgerechnet knapp 2,5 Mio. Euro.

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Welchen Whisky lohnt es sich zu sammeln?
Ob ein Whisky das Potenzial hat, an Wert zuzulegen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Sorte: Single-Malt-Whisky sind unter Sammlerinnen und Sammlern meist begehrter als Blended Whiskys und eignen sich daher eher als Wertanlage.
- Limitierung: Besonders gefragt sind limitierte Sondereditionen und seltene Abfüllungen. Da nur wenige Flaschen verfügbar sind, können solche Raritäten mit der Zeit im Wert steigen.
- Alte Jahrgänge: Sehr alte Whiskys mit Reifezeiten von 30, 40 oder sogar 50 Jahren werden immer seltener und erzielen als begehrte Sammlerstücke häufig hohe Preise.
- Renommierte Brennereien: Bestimmte Destillerien genießen unter Fans und Sammelnden Kultstatus. Zu diesen „Blue Chips“ unter den Whisky-Brennereien zählen neben Macallan – dem Marktführer bei Auktionen – Ardbeg, Lagavulin, Bowmore und die japanische Destillerie Yamakazi.
- Geschlossene Brennereien („Silent Stills“): Whiskys von Destillerien, die geschlossen wurden, sind oft besonders begehrt, da keine neuen Abfüllungen mehr produziert werden. Solche „Silent Stills“ existieren beispielsweise von Port Ellen, Brora oder Karuizawa.
- Zustand der Flasche: Höchstpreise erzielen in der Regel nur ungeöffnete Flaschen mit intakter Originalverpackung, unbeschädigtem Etikett und gutem Füllstand.
- Nachfrage: Mit Whisky lässt sich nur eine Rendite erzielen, wenn sich später ein Käufer oder eine Käuferin findet, der oder die bereit ist, mehr als den ursprünglichen Kaufpreis zu zahlen.
- Emotionaler Wert: Genauso wie Kunst, besitzt Whisky für viele Sammlerinnen und Sammler einen hohen emotionalen Wert. Anders als andere Anlageklassen hat ein Whisky-Investment im Zweifel auch einen Genusswert und kann getrunken werden.
| Brennerei | Land | Infos |
| The Macallan | Schottland | Zählt zu den begehrtesten Destillerien weltweit; alte Macallans erzielen regelmäßig Spitzenpreise auf Auktionen. |
| Ardbeg | Schottland | Genießt Kultstatus unter Islay-Fans und hat eine starke Community, bei der vor allem die jährlichen Sondereditionen sehr begehrt sind. |
| Lagavulin | Schottland | Berühmte Islay-Destillerie mit hoher Nachfrage bei Sammlerinnen und Sammlern. |
| Bowmore | Schottland | Eine der ältesten schottischen Brennereien, deren alte Jahrgänge besonders gefragt sind. |
| Yamazaki | Japan | Japans älteste Malt-Destillerie, deren seltene Abfüllungen in den vergangenen Jahren stark an Wert gewonnen haben. |
| Karuizawa | Japan | Im Jahr 2000 geschlossene Destillerie, deren Flaschen zu den begehrtesten Sammlerobjekten weltweit zählen. |
| Port Ellen | Schottland | Lange Zeit geschlossene Destillerie, deren alte Abfüllungen heute als begehrte Raritäten gelten. |
Wie investiere ich in Whisky?
Wenn du dich für Whisky als Geldanlage interessierst, hast du verschiedene Möglichkeiten, zu investieren:
- Einzelne Whisky-Flaschen kaufen: Die einfachste Möglichkeit besteht darin, einzelne Flaschen zu erwerben und auf eine spätere Wertsteigerung zu spekulieren.
- Über Whisky-Plattformen investieren: Spezielle Online-Plattformen ermöglichen den Handel mit Sammler-Whiskys oder Fassanteilen.
- Fachhändler und Destillerien: Limitierte Sondereditionen lassen sich häufig direkt bei Destillerien oder Fachhändlern kaufen.
- Auktionshäuser: Seltene und begehrte Abfüllungen werden häufig bei renommierten Auktionshäusern versteigert.
- In ganze Whisky-Fässer investieren: Über Private-Cask-Anbieter kannst du dir ein eigenes Whisky-Fass oder Fassanteile sichern. Die Spirituose wird beim Anbieter im Fass gelagert und reift weiter. Nach Ende der vereinbarten Lagerzeit wird der Whisky in Flaschen abgefüllt und an dich geliefert. Der Kauf eines Private Cask ist in der Regel mit hohen Kosten für den Kauf, die Lagerung und die Versicherung sowie mit physischen Risiken verbunden.
11 Tipps: Was muss ich beim Kauf von Whisky als Wertanlage beachten?
- Marktkenntnis aneignen: Informiere dich über Brennereien, Abfüllungen und aktuelle Marktpreise. Hilfreiche Quellen sind beispielsweise Auktionen und Marktindizes wie der Rare Whisky 101 Index oder Whisky Auctioneer.
- Nur bei seriösen Händlern kaufen: Kaufe möglichst bei renommierten Fachhändlern, bekannten Auktionshäusern oder direkt bei der Destillerie.
- Auf Fälschungen achten: Besonders bei hochpreisigen Flaschen besteht Fälschungsgefahr. Prüfe Etikett, Verschluss, Füllstand und Herkunft sorgfältig.
- Originalverpackung aufbewahren: Die Originalbox kann einen erheblichen Teil des Sammlerwertes ausmachen. Fehlende Verpackungen führen oft zu deutlichen Preisabschlägen.
- Etikett und Zustand prüfen: Beschädigte Etiketten oder Verpackungen können den Wiederverkaufswert deutlich reduzieren.
- Füllstand kontrollieren: Der Füllstand sollte möglichst hoch sein. Niedrige Füllstände können auf Verdunstung hindeuten und mindern den Wiederverkaufswert eines Whiskys.
- Langer Anlagehorizont: Die größten Wertsteigerungen zeigen sich häufig erst nach mehreren Jahren. Geduld ist deshalb bei der Geldanlage mit Whisky wichtig.
- Richtige Lagerung: Whisky sollte stehend, dunkel und trocken und bei möglichst konstanter Temperatur gelagert werden. Für sehr wertvolle Whisky-Sammlungen kann eine professionelle Lagerung sinnvoll sein.
- Kaufbeleg aufbewahren: Rechnungen und Kaufnachweise dienen als Echtheitsnachweis und helfen dir später beim Wiederverkauf.
- Versicherung abschließen: Bei wertvollen Sammlungen kann eine spezielle Whisky-Versicherung sinnvoll sein.
- Zum Genuss kaufen: Im Idealfall investierst du in einen Whisky, den du selbst gerne trinken würdest. Dann bleibt der Genusswert erhalten, auch wenn die Wertsteigerung ausbleibt.
Welche Kosten fallen beim Investieren in Whisky an?
Ein Whisky-Investment ist mit verschiedenen Kosten verbunden, die eine mögliche Rendite schmälern können.
- Kaufpreis: Die Preise für eine Flasche Whisky mit Wertsteigerungspotenzial reichen von wenigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro. Besonders seltene Abfüllungen erzielen bei Auktionen teilweise Millionenbeträge.
- Lagerung: Die Kosten für eine professionelle Whisky-Lagerung betragen in der Regel zwischen 100 und 500 Euro pro Jahr.
- Versicherung: Für wertvolle Sammlungen ab einem Wert von 5.000 Euro empfiehlt es sich, eine Whisky-Versicherung abzuschließen. Die jährlichen Kosten für eine solche Spezialversicherung belaufen sich meist zwischen 5 und 10 Euro pro 1.000 Euro Sammlungswert.
- Auktions- und Verkaufsgebühren: Online-Plattformen und Auktionshändler berechnen für den Kauf oder Verkauf von Whisky in der Regel Gebühren.
- Versand- und Zollkosten: Vor allem bei Whisky-Käufen im Ausland fallen zusätzliche Kosten für den Versand und die Verzollung der Flaschen an.
- Steuern: Wenn du Whisky innerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr gewinnbringend verkaufst, musst du den Veräußerungsgewinn grundsätzlich versteuern. Die tatsächliche Steuerlast hängt vom Einzelfall ab.
Was sind die Vor- und Nachteile von Whisky als Geldanlage?
Ob Flasche oder gleich ein ganzes Fass – bevor du in Whisky investierst, solltest du dich mit den Vor- und Nachteilen von Whisky als Geldanlage vertraut machen.
Pro Whisky als Wertanlage
- Wertsteigerungspotenzial:
Seltene und begehrte Abfüllungen können im Laufe der Zeit deutlich an Wert gewinnen. - Begrenztes Angebot:
Limitierte Editionen, alte Jahrgänge und Whiskys geschlossener Brennereien werden mit der Zeit immer seltener. - Sachwert:
Als physischer Vermögenswert schwankt Whisky weniger im Preis als beispielsweise Aktien oder ETFs und gilt als wertstabil und inflationssicher. - Diversifikation:
Mit Whisky kannst du dein Portfolio um eine alternative Anlageklasse ergänzen. - Steuervorteil:
Nach Ablauf der Spekulationsfrist sind Gewinne aus der Veräußerung von Whisky in der Regel steuerfrei. - Genusswert:
Wenn ein Wertzuwachs ausbleibt, kannst du den gekauften Whisky einfach trinken und genießen.
Contra Whisky als Wertanlage
- Abhängigkeit von der Nachfrage:
Nicht jeder Whisky steigt im Wert. Eine Rendite entsteht nur, wenn sich ein Käufer oder eine Käuferin findet, der oder die bereit ist, einen höheren Preis zu zahlen. - Überschwemmung des Marktes:
Renommierte Brennereien bringen regelmäßig neue limitierte Sonderabfüllungen auf den Markt, was die Seltenheit und somit den Wert solcher Editionen verwässert. - Geringe Liquidität:
Anders als bei Aktien oder ETFs kann es einige Zeit dauern, bis du Whisky wiederverkaufen kannst. - Rechercheaufwand:
Erfolgreiche Investments erfordern Marktkenntnis, Erfahrung und regelmäßige Marktbeobachtung. - Zusätzliche Kosten:
Durch Lagerung, Versicherung, Versand und Handel entstehen weitere Kosten, die eine mögliche Rendite schmälern. - Physische Risiken:
Whisky-Flaschen können zu Bruch gehen, Etiketten beschädigt werden oder die Originalverpackung verloren gehen. - Lagerungsrisiko:
Eine falsche Lagerung kann die Qualität und den Wiederverkaufswert von Whisky mindern. - Fälschungsrisiko:
Besonders bei seltenen Abfüllungen besteht die Gefahr von Fälschungen.
Fazit: Whisky als Wertanlage – spekulatives Investment mit Genusswert
Ob Luxusuhren, Oldtimer oder Whisky – Sachwerte erfreuen sich gerade in Krisenzeiten großer Beliebtheit unter Anlegenden. Mit Investments in seltene, limitierte Whisky-Abfüllungen ließen sich in den vergangenen Jahren sogar attraktive Renditen erzielen. Als Beimischung für ein Portfolio kann Whisky daher durchaus sinnvoll sein.
Ein Investment in Whisky setzt neben Sach- und Marktkenntnis jedoch auch eine gute Portion Glück und Geduld voraus. Denn wann – und ob überhaupt – eine Flasche an Wert gewinnt, lässt sich nicht vorhersagen. Anstatt nur auf eine Rendite zu spekulieren, stellst du dir am besten einen Whisky ins Regal, den du bei ausbleibender Wertsteigerung auch selbst genießen würdest.
Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.
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