Eine tätowierte Frau macht einen Trick auf dem Skateboard.
Eine tätowierte Frau macht einen Trick auf dem Skateboard.
© Jacob Lund via Adobe Stock

Investment: Welcher Anlegertyp bin ich?

Du willst an der Börse investieren? Dann ist es sinnvoll, dir vorher Gedanken darüber zu machen, wie risikofreudig du bist. In diesem Artikel stellen wir dir die 4 wichtigsten Anlegertypen und Risikoprofile vor. Außerdem lernst du, mithilfe des sogenannten magischen Dreiecks zwischen defensiven und offensiven Anlageformen zu unterscheiden.

Was für Anlegertypen gibt es?

Zu Beginn eines gründlichen Risiko- und Money-Managements gilt es zunächst einmal herauszufinden, welcher Investment-Typ du bist. Bist du eher der Anlegertyp für Fonds oder setzt du auf den Vermögensaufbau mit Aktien? Dies sind die wichtigsten Punkte, die du dabei in den Blick nehmen solltest:

  1. Risikobereitschaft: Gehst du lieber auf Nummer sicher und willst dein Kapital in erster Linie erhalten? Oder bist du bereit, für höhere Ertragschancen auch mehr zu riskieren und vorübergehende Verluste auszusitzen?
  2. Anlagehorizont: Wann willst du auf dein Investment zugreifen? Spekulierst du auf schnelle Gewinne oder setzt du für solide Erträge auf die Buy-and-hold-Strategie und hast dich vielleicht für die Altersvorsorge mit ETFs entschieden?
  3. Aktuelles Vermögen/Einkommen: Wie viel Geld kannst du an der Börse anlegen oder regelmäßig in einen Sparplan investieren? Wie viel Verluste kannst du dir wirtschaftlich leisten?

Die wichtigsten Anlegertypen in der Übersicht

Um dich selbst besser einzuschätzen, findest du im Folgenden eine Übersicht über die 4 wichtigsten Anlagetypen.

1. Typ: Vorsichtig

Risikobereitschaft:
Das Wichtigste für dich: Sicherheit. Du willst so wenig Risiko und Schwankungen wie möglich und verfolgst wahrscheinlich einen langen Anlagehorizont über mehrere Jahre.

Beispielhafte Anlageformen:

  • Fonds
  • ETFs
2. Typ: Konservativ

Du legst grundsätzlich Wert auf eine robuste Anlage und setzt auf einen risikoarmen Investment-Mix. Aber du bist auch an möglichen Kursgewinnen interessiert.

Beispielhafte Anlageformen:

  • Fonds & ETFs
  • Aktien
3. Typ: Bodenständig

Risikobereitschaft:
Du riskierst etwas mehr als der konservative Typ und setzt auf einen Mix aus Stabilität und Kapitalzuwachs. Dein Ziel sind mittel- bis langfristig solide Erträge.

Beispielhafte Anlageformen:

  • Aktien
4. Typ: Risikofreudig

Risikobereitschaft:

Risiko ist dein zweiter Vorname. Für dich gehören hohe Renditen und Risiko einfach zusammen. Schnellen Gewinnen gegenüber bist du nicht abgeneigt.

Beispielhafte Anlageformen:

  • Aktien
  • Kryptowährungen
  • Rohstoffzertifikate

Was ist ein Privatanleger?

Ein Privatanleger ist eine Person, die ihr eigenes Geld zu privaten Zwecken in Wertpapiere und andere Anlageklassen anlegt. Wahrscheinlich bist du also selbst Privatanleger. Neben den institutionellen Anlegern bilden Privatanleger die zweite wichtige Anlegergruppe im Wertpapierhandel. In Deutschland genießt du als Privatanleger besonderen Anlegerschutz . So hast du beispielsweise die Möglichkeit:

  • über die Chancen und Risiken von Finanzprodukten informiert zu werden
  • bezüglich deiner persönlichen Risikoeinschätzung beraten zu werden.

Was ist das Risikoprofil? Welche Risikoprofile gibt es?

Das Risikoprofil von Anlegern lässt sich im Grunde mit den Anlegertypen gleichsetzen: Auch hier lassen sich 4 Risikoprofile von „vorsichtig“ bis „risikofreudig“ unterscheiden. Bei der Risikoprofilierung kommt es ebenfalls darauf an, wie risikobereit du bist, wie viel Kapital du zur Verfügung hast und ob du dein Geld für Wochen, Monate oder Jahre anlegen möchtest. Nach deinem persönlichen Risikoprofil richtet sich dann auch die Auswahl der Anlageformen und die Asset Allocation – also der Anlagemix in deinem Portfolio.

Was sind Anlageformen?

Als Anlageformen oder Anlageklassen bezeichnet man Gruppen von Finanzprodukten mit ähnlichen Merkmalen. Dies sind die gängigsten Anlageformen:

  1. Aktien
  2. Anleihen
  3. Aktiv gemanagte Fonds
  4. ETFs
  5. NFTs und Kryptowährungen
  6. Zertifikate
  7. Tagesgeld
  8. Immobilien

Vereinfacht gesagt, kann jede Anlageform grob einer bestimmten Risikoklasse zugeordnet werden. Hier reicht das Spektrum ebenfalls von vorsichtig bis risikofreudig. Allerdings solltest du dabei berücksichtigen, dass die Zuordnung lediglich eine Aussage über das durchschnittliche Verlustpotenzial eines Finanzprodukts in der Vergangenheit trifft – nicht über die künftige Wertentwicklung. Um dich grob zu orientieren, wie „sicher“ oder „spekulativ“ eine Anlageform ist, kannst du das sogenannte magische Dreieck der Geldanlage zurate ziehen.

Magisches Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geld- oder Vermögensanlage beschreibt die 3 wichtigsten Kriterien bei der Geldanlage: Rendite, Sicherheit und Liquidität bzw. Verfügbarkeit. Dabei stehen alle 3 Aspekte stets in Wechselwirkung zueinander. Die perfekte Geldanlage ist sicher, wirft hohe Renditen ab und ist zugleich jederzeit schnell verfügbar. Der Haken daran: Eine solche Anlageform gibt es nicht. Tatsächlich konkurrieren bei jeder Anlageform mindestens 2 Ziele miteinander, sodass keine Assetklasse alle 3 Kriterien des magischen Dreiecks erfüllt.

  1. Rendite: Die Rendite ist der Gewinn, den du mit einer Anlage erzielst. Grundsätzlich gilt: Je höher die Renditechance einer Anlageform, desto größer das Risiko. Rendite und Sicherheit schließen sich bei der Geldanlage deshalb in der Regel aus – oder konkurrieren zumindest miteinander.
  2. Sicherheit: Die Sicherheit einer Anlageform trifft in erster Linie eine Aussage über das Verlustrisiko. Je sicherer das Produkt, desto geringer die Gefahr, dass du dein Geld verlierst – wobei du bedenken solltest, dass Sicherheit immer relativ ist und jede Form der Geldanlage ein gewisses Verlustrisiko birgt. So gilt das Sparbuch an sich als sehr sichere Anlageform. Übersteigt die Inflation jedoch die Verzinsung auf dein Erspartes, machst du Verlust.
  3. Liquidität: Die Liquidität einer Anlageform meint die Verfügbarkeit deiner Geldanlage. Das heißt: Wie schnell kannst du dein investiertes Kapital in Bargeld umwandeln? Ein Beispiel: Tagesgeld ist täglich verfügbar. Diese Anlageform zeichnet sich also durch eine hohe Liquidität aus. Dafür musst du Abstriche bei der Rendite machen, da die Verzinsung auf einem Tagesgeldkonto gerade in einem Niedrigzinsumfeld eher gering ist.
Grafische Darstellung der 3 konkurrierenden Ziele bei der Vermögensanlage
Magisches Dreieck der Vermögensanlage

Was ist eine defensive bzw. offensive Anlage?

Um zwischen defensiven und offensiven Geldanlagen zu unterscheiden, kann dir das magische Dreieck als Entscheidungshilfe dienen. Ein defensives Investment legt den Fokus auf Sicherheit und macht dafür Abstriche bei der Rendite. Hier geht es eher um den Vermögenserhalt oder den stetigen Vermögensaufbau ohne starke Kursschwankungen. Defensive Anlagen entsprechen daher den Anlagetypen „vorsichtig“ und „konservativ“.

Bei offensiven Geldanlagen steht das Renditeziel im Vordergrund. Die Sicherheit tritt demgegenüber in den Hintergrund. Denn: Höhere Renditechancen gehen stets mit einem größerem Risiko einher. Offensive Assets zeichnen sich zudem häufig durch eine hohe Liquidität aus. So sind Aktien in der Regel börsentäglich handelbar; Kryptowährungen sogar rund um die Uhr.

Ob eine Geldanlage defensiv oder offensiv ist, hängt nicht immer nur von der Anlageform ab. Zwar gehst du mit einem Investment in Hedgefonds in der Regel ein höheres Risiko ein als beim „gewöhnlichen“ Aktienhandel. Doch auch innerhalb der einzelnen Anlageformen gibt es defensivere und offensivere Werte. So gelten beispielsweise Halbleiter als Wachstumsbranche mit starken Kursschwankungen. Auch eine Investition in Mega-Trends ist unabhängig von der Anlageform eine offensive Geldanlage mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial, aber erheblichen Prognose-Unsicherheiten.

Glühbirne auf gelbem Hintergrund

Gut zu wissen: In Zeiten hoher Inflation steigen auch die Ertragsziele, die du mit deinem Investment erzielen musst, um keine Verluste zu machen. Letztlich kommt es also darauf an, den optimalen Mix aus defensiven und offensiven Geldanlagen zu finden. Auch Investitionen in Infrastruktur können als Inflationsschutz potenziell sinnvoll sein.

Fazit: Den einen Anlegertypen gibt es nicht

Die Einteilung in 4 verschiedene Anlegertypen dient der groben Orientierung und ist nützlich, um eine erste persönliche Risikoeinschätzung vorzunehmen. Auch wenn dein Portfolio zu deinem Risikoprofil passen sollte – am Ende kommt es bei der Geldanlage immer auf einen geeigneten Mix aus konservativen und riskanteren Anlageformen an. Wer ausschließlich auf Nummer sicher geht, unterliegt in Zeiten der hohen Inflation und niedriger Zinsen ebenso Verlustrisiken wie der risikofreudige Anlagetyp.

Wenn du noch Fragen zu den Themen Anlegen und Investieren hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer stehen von Montag bis Freitag von 8–18 Uhr für dich zur Verfügung.

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