- Futures regeln den Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten in der Zukunft.
- Mit Futures spekulierst du auf Entwicklungen von z. B. Aktien, Anleihen oder Rohstoffen.
- Futures sind hochspekulative Finanzinstrumente für erfahrene Anlegerinnen und Anleger.
Definition: Was sind Futures? – einfach erklärt
Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei einem Future um einen Vertrag, der an der Börse gehandelt wird. Mit diesem Vertrag oder Kontrakt vereinbaren 2 Parteien, einen Vermögenswert zu einem festgelegten Preis an einem bestimmten Termin in der Zukunft zu handeln. Dabei tritt eine Partei als Kaufender und die andere Partei als Verkaufender auf. Da sich die Parteien vorab auf den Zeitpunkt des Geschäfts einigen, nennt man Futures auch „Terminkontrakte“ oder „Termingeschäfte“.
Futures gehören zu den sogenannten derivativen Finanzinstrumenten oder Derivaten. Das heißt, ihr Wert leitet sich davon ab (derivare = ableiten), wie sich der Preis des Basiswertes entwickelt, auf den sich der Future bezieht.
Basiswerte von Futures sind zum Beispiel:
- Aktien
- Anleihen
- Indizes (z. B. DAX, Dow Jones)
- Rohstoffe
- Agrarrohstoffe
- Währungen
- Kryptowährungen (z. B. Bitcoin, Ethereum)

Bei Futures handelt es sich um standardisierte Terminkontrakte. Das bedeutet, dass die Vertragsbedingungen wie Liefermenge, Qualität, Preis und Fälligkeitstermin an der Börse festgelegt sind. Das unterscheidet Futures beispielsweise von Forwards, bei denen die Parteien die Bedingungen individuell festlegen können.


In Deutschland ist das Future-Trading grundsätzlich erlaubt, aber seit 2003 für Privatanlegende deutlich reguliert. Du darfst weiterhin Futures handeln, wenn der Broker sicherstellt, dass keine Nachschusspflicht besteht und dein Verlust auf das eingesetzte Kapital begrenzt ist (Negativsaldoschutz).
Wie funktionieren Futures?
Ein Future ist ein Termingeschäft, bei dem sich 2 Parteien verpflichten, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis an einem zukünftigen Termin zu kaufen oder zu verkaufen.
Beim Future-Handel wird nur ein Bruchteil des Kontraktwerts als Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt. Dadurch entsteht ein Hebel: Die Wertentwicklung des Basiswerts wirkt sich überproportional auf deinen Gewinn und Verlust aus.
Offene Positionen werden täglich zum aktuellen Marktpreis bewertet (Mark‑to‑market) und zum Verfallsdatum durch Glattstellung, Barausgleich oder seltener durch physische Lieferung beendet.

Futures sind unbedingte Termingeschäfte. Das heißt: Die Parteien verpflichten sich zur Vertragserfüllung – also zur Abnahme oder Lieferung des jeweiligen Basiswerts zum vereinbarten Preis und Termin. Das unterscheidet Futures von bedingten Termingeschäften wie z. B. Optionen, bei denen die Parteien wählen können, ob sie von ihrer Option Gebrauch machen.
Exkurs: Die wichtigsten Begriffe zu Futures einfach erklärt
Der Basiswert ist der Vermögenswert, auf den sich ein Future bezieht, z. B. eine Aktie, eine Anleihe, ein Aktienindex, eine Währung oder ein Rohstoff.
Die Kontraktgröße meint die Menge des Basiswerts, die ein Future abbildet, z. B. 1.000 Barrel Rohöl oder 100 Feinunzen Gold.
Als Margin bezeichnet man im Future-Handel die Sicherheitsleistung, die kaufende und verkaufende Partei hinterlegen müssen, damit tägliche Gewinne und Verluste abgesichert sind.
Die meisten Future-Kontrakte werden nicht durch physische Lieferung des Basiswerts erfüllt. Stattdessen wird die Differenz zwischen Kontraktpreis und aktuellem Marktpreis in bar ausgeglichen. Im Englischen spricht man von „Cash Settlement“.
Wenn das Guthaben auf deinem Margin-Konto durch eine negative Kursentwicklung unter die Mindestmarge fällt, fordert der Broker dich auf, Geld „nachzuschießen“, um Verluste auszugleichen. Ansonsten wird die Position automatisch geschlossen. In Deutschland sind Privatanlegende vor einer Nachschusspflicht geschützt, die über das eingesetzte Kapital hinaus besteht.
Beispiele: Welche Arten von Futures gibt es?
Futures lassen sich grob in 2 verschiedene Arten einteilen:
- Financial Futures: Diese auch als Finanztermingeschäfte bezeichneten Futures beziehen sich stets auf Finanzinstrumente wie z. B. Aktien, Anleihen oder Indizes.
- Commodity Futures: Diese auch als Warentermingeschäfte bezeichneten Futures beziehen sich stets auf Waren und Rohstoffe wie z. B. Öl oder Gas, Getreide, Gold, Silber oder Kaffee.
| Financial Futures | Commodity Futures |
| Basiswerte = Finanzinstrumente | Basiswerte = Waren und Rohstoffe |
| Einzelaktien | Rohstoffe (z. B. Rohöl oder Erdgas) |
| Staats- und Unternehmensanleihen | Agrarrohstoffe (z. B. Getreide, Mais, Sojabohnen) |
| Aktienindizes (z. B. Dax oder Dow Jones) | Metalle (z. B. Gold, Silber, Platin, Kupfer) |
| Zinsen | Lebendvieh (z. B. Rinder oder Schweine) |
| Devisen | „Weiche“ Rohstoffe (z. B. Kaffee, Kakao, Baumwolle, Orangensaft) |
Für wen sind Futures geeignet?
Grundsätzlich solltest du für den Future-Handel bereits einiges an Börsenerfahrung mitbringen und spezielle Kenntnisse über Futures, deren Funktionsweise und Risiken haben. Tatsächlich musst du gegenüber deiner Bank oder deinem Broker eine Selbstauskunft über deinen Kenntnis- und Erfahrungsstand abgeben, um deine sogenannte Termingeschäftsfähigkeit nachzuweisen.
Futures werden häufig für sogenanntes Hedging eingesetzt – also der Absicherung von Positionen gegen Verluste. Wenn du bei comdirect Futures handelst, bestätigst du ausdrücklich, dass du die Geschäfte ausschließlich zu Hedging-Zwecken nutzt. Eine ab dem 1. Januar 2023 geltende Regelung der BaFin sieht den Vertrieb von Futures an Kleinanlegende nämlich nur noch zu Hedging-Zwecken oder unter Ausschluss der Nachschusspflicht vor. Ersteres trifft bei comdirect zu.

Bei comdirect fällt der Kauf und Verkauf von Futures in die höchste O&F-Risikoklasse 3. Um die Freischaltung für den Future-Handel zu beantragen, musst du angegeben, über bestimmte Fachkenntnisse und Anlageerfahrungen in dieser Risikoklasse zu verfügen. Bevor du in den Future-Handel einsteigst, solltest du dich gründlich mit deinem Risikoprofil befassen.
4 Schritte: Wie kann ich Futures handeln?
Bei comdirect kannst du in 4 einfachen Schritten in den Future-Handel einsteigen.
- Depot eröffnen: Die Basis für den Future-Handel ist ein reguläres Depot mit Verrechnungskonto.
- Future-Trading freischalten: Im nächsten Schritt beantragst du die Unterlagen für die Freischaltung des Future-Handels, einschließlich des Antrags zur Termingeschäftsfähigkeit. Diese schickst du vollständig ausgefüllt und unterzeichnet per Post, Fax oder als Scan per E-Mail zurück an comdirect.
- O&F-Konto eröffnen: Nach Prüfung der Antragsunterlagen wird das O&F-Konto in deinem Persönlichen Bereich sichtbar. Du bist jetzt für Termingeschäfte im O&F-Trader freigeschaltet und kannst Guthaben auf dein O&F-Konto einzahlen.
- Mit Futures handeln: Über den browserbasierten O&F-Trader von comdirect kannst du jetzt nach Future-Kontrakten suchen, aktuelle Positionen und offene Orders überwachen und vor jeder Order die Margin-Anforderungen simulieren.
Wo werden Futures gehandelt?
Als standardisierte Termingeschäfte werden Futures an speziellen Terminbörsen gehandelt.
Optionen & Futures-Trading
Mit dem O&F-Trader von comdirect handelst du ein umfassendes Angebot an Futures.
Das sind die bekanntesten Terminbörsen:
- Chicago Mercantile Exchange (CME)
- European Exchange (EUREX)
- Chicago Board of Trade (CBOT)
Vor- und Nachteile: Welche Chancen und Risiken bieten Futures?
Pro Futures
- Geringer Kapitaleinsatz:
Beim Future-Handel musst du nur einen Bruchteil des Kontraktwerts als Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegen. So kannst du mit geringem Kapitaleinsatz große Positionen bewegen. - Hohe Gewinnchancen:
Durch den Hebel partizipierst du überproportional an der Wertentwicklung des Basiswerts und kannst theoretisch hohe Gewinne erzielen. - Diverse Basiswerte:
Mit Futures kannst du nicht nur auf Aktien und Anleihen spekulieren, sondern auch auf Rohstoffe wie Öl, Gas oder Agrarprodukte. - Short- und Long-Positionen:
Mit Futures kannst du sowohl auf steigende (Long) als auch auf fallende Kurse (Short) setzen oder komplexe Anlagestrategien wie eine Long-Short-Strategie umsetzen.
Contra Futures
- Kursänderungsrisiko:
Wenn sich der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts gegen dich entwickelt, sinkt entsprechend auch der Wert des Futures. - Hohes Verlustrisiko:
Der Hebel wirkt sich auch auf negative Kursentwicklungen überproportional aus, sodass du mit Futures hohe Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust deines eingesetzten Kapitals eingehst. - Komplexität:
Futures sind komplexe Finanzinstrumente, die spezielle Kenntnisse, entsprechende Anlageerfahrungen und ein ständiges Beobachten der Positionen erfordern.
Fazit: Futures – risikoreiche Termingeschäfte für erfahrene Anlegende
Futures sind standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte, die den zukünftigen Kauf oder Verkauf von Basiswerten regeln. Über Futures spekulierst du nicht nur auf Aktien oder Anleihen, sondern auch auf Rohstoffe wie Öl, Gas oder Agrarprodukte, die für Privatanleger sonst nur schwer zugänglich sind. Da Futures gehebelt sind, kannst du schon mit wenig Kapital große Positionen bewegen und theoretisch hohe Gewinne erzielen.
Futures gehören jedoch zu den hochspekulativen Finanzprodukten mit Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust deines eingesetzten Kapitals. Sie eignen sich daher vor allem für Anlegerinnen und Anleger mit entsprechenden Kenntnissen und Handelserfahrungen. Um bei comdirect den Future-Handel freizuschalten, musst du per Selbstauskunft deine Termingeschäftsfähigkeit nachweisen.
Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.
Wenn du noch Fragen zu den Themen Anlegen und Investieren hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer sind rund um die Uhr für dich erreichbar – 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

