Frau blickt Richtung Meer im Sonnenlicht
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© nicoletaionescu via Adobe Stock

Was ist Ethereum?

Ethereum ist nach Bitcoin die zweitwichtigste Blockchain im Krypto-Space. Hier erklären wir dir, was es mit dem „digitalen Silber“ auf sich hat, wer hinter der Ethereum-Blockchain steht und was man mit Ethereum machen kann. Außerdem erfährst du, wie du Ethereum kaufen kannst und ob sich eine Investition überhaupt lohnt.

Definition: Was ist Ethereum einfach erklärt?

Ethereum ist eine dezentrale Open-Source-Software-Plattform, die auf der Blockchain-Technologie basiert. Als Entwicklerplattform ermöglicht Ethereum die Programmierung und Ausführung dezentraler Applikationen („dApps“). Diese Software-Programme werden ohne zentrale Instanz automatisch mithilfe intelligenter Verträge („Smart Contracts“) ausgeführt.

Ether vs. Ethereum – was ist der Unterschied?

Anders als Bitcoin ist Ethereum selbst keine Kryptowährung – auch wenn die Plattform immer wieder den Kryptowährungen zugerechnet wird. Der Token, der auf der Ethereum-Blockchain und in darauf aufbauenden Apps als Zahlungsmittel für Transaktionen verwendet wird, heißt Ether. Ether (ETH) ist also eine Währung.

Ethereum Mining: Ist Ethereum begrenzt wie Bitcoin?

Die Zahl der Bitcoins, die jemals geschürft werden können, war von Anfang an auf maximal 21 Millionen Bitcoins begrenzt. Ein solches Limit gibt es bei Ethereum derzeit nicht: Die Menge der Ether-Währung ist theoretisch unbegrenzt. Deshalb handelt es sich bei Ether um einen inflationären Token, weil die Menge kontinuierlich steigt.

Wer steckt hinter Ethereum?

Die Ethereum-Plattform wurde vom russisch-kanadischen Programmierer Vitalik Buterin und vom britischen Informatiker Gavin Wood gegründet. Geleitet wird die Entwicklung des Ethereum-Netzwerks von der Ethereum Foundation, einem FinTech mit Sitz in der Schweiz.

Was kann man mit Ethereum machen?

Ethereum ist in erster Linie eine Plattform für die Entwicklung, Ausführung und Nutzung dezentraler Applikationen. Aktuell gibt es 5 wichtige Anwendungsbereiche der Ethereum-Blockchain:

  1. Dezentralisierte Finanzmärkte: Dezentralisierte Finanzmärkte, kurz: DeFi, ermöglichen den digitalen Zugang zu klassischen Bank- und Finanzdienstleistungen ohne Vermittlung zentraler Instanzen wie Banken und Broker.
  2. Non-fungible Token: Viele Non-fungible Tokens (NFTs) bauen auf der Ethereum-Blockchain auf. Als digitale Echtheitszertifikate verbriefen NFTs die Originalität digitaler Objekte und weisen diese über einen Blockchain-Eintrag einem bestimmten Eigentümer eindeutig zu. In diesen Bereich fallen auch Blockchain-Games, die sehr oft auf die Ethereum-Blockchain aufgesetzt werden.
  3. Dezentrale autonome Organisationen (DAO): Eine dezentrale autonome Organisation (DAO) basiert auf der Idee eines Unternehmens oder einer Organisation ohne hierarchische Struktur. Alle Entscheidungen werden gemeinschaftlich von den DAO-Mitgliedern getroffen. Die Steuerungs- und Abstimmungsregeln einer DAO sind in „Smart Contracts“ festgelegt und können nur kollektiv geändert werden.
  4. Dezentrale soziale Netzwerke: Auch dezentrale soziale Netzwerke sollen in Form von dApps auf Ethereum umgesetzt werden. Solche Netzwerke gelten als zensurresistent und offen für alle. Denn anders als bei Facebook und Co. gibt es keine zentrale Instanz, die Beiträge löschen oder Nutzerkonten sperren kann. Zudem werden die Nutzerdaten nicht an zentralen Servern bereitgestellt, was mehr Datenschutz verspricht. Auch Netzwerkausfälle sind unwahrscheinlicher, da dezentrale soziale Netzwerke über das verteilte Rechnernetzwerk aller Teilnehmenden bereitgestellt werden.
  5. Dezentrale Identität: Die Idee hinter der dezentralen Identität ist, dass Personen eine digitale Identität selbstbestimmt erzeugen und verwalten, ohne von zentralen Instanzen abhängig zu sein. Inhaber speichern ihre digitalen Identitätsdaten in Wallets und entscheiden selbst, welche Daten sie preisgeben möchten, um sich auszuweisen.

Was ist das Ziel von Ethereum? Welches Problem löst Ethereum?

An den wichtigsten Anwendungsbereichen der Ethereum-Plattform lässt sich bereits ablesen, worum es den Entwicklern von Ethereum in erster Linie geht: Dezentralität. Damit verfolgt Ethereum ein grundsätzliches Ziel der Krypto-Bewegung. Denn als Bitcoin 2008 als Reaktion auf die globale Finanzkrise entwickelt wurde, ging es darum, ein elektronisches Peer-to-Peer-Zahlungssystem zu schaffen, mit dem sich Nutzer untereinander Geld senden können – ohne zentrale Vermittlungsinstanz, der man vertrauen muss. Ethereum möchte dieses Prinzip der Dezentralität auf alle anderen Aspekte der digitalen Welt übertragen und so Alternativen zu zentralen Internetunternehmen schaffen.

Hat Ethereum Zukunft?

Ethereum ist angetreten, die dezentralen Aspekte des Bitcoin als elektronisches Peer-to-Peer-Zahlungsmittel auf alle Aspekte des Internets zu übertragen. Sogenannte dApps und die ihnen zugrunde liegenden Smart Contracts kommen heute bereits in verschiedenen Bereichen zum Einsatz, allen voran auf dezentralisierten Finanzmärkten. Ob Ethereum zu den Megatrends gehört oder der anfängliche Hype um die Ethereum-Blockchain und die Ether-Währung ebenso schnell wieder nachlässt, wird wohl vor allem davon abhängen, ob sich die Nutzung von dApps in der breiten Masse durchsetzen kann. Darüber hinaus werden laufend weitere Blockchain-Projekte entwickelt, die Ethereum technisch Konkurrenz machen und der zweitwichtigsten Blockchain nach Bitcoin den Rang ablaufen könnten.

Wie kann ich Ethereum kaufen?

Kryptowährungen wie Ethereum bzw. Ether kann man auf speziellen Kryptobörsen kaufen. Möchte man seine Coins nicht bei der Börse liegenlassen, sondern selbst verwahren, benötigt man eine sogenannte Wallet – eine digitale „Brieftasche“. Allerdings gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, ohne Wallet in den Kryptohandel einzusteigen und über Zertifikate an der Wertentwicklung von Bitcoin, Ethereum und Co. zu partizipieren. Man kauft also keine „echten“ Coins, sondern ein Derivat auf die jeweilige Kryptowährung. So bildet das 21 Shares Ethereum ETP die Kursgewinne und -verluste des Ethereum-Tokens Ether nahezu 1:1 ab.

Lohnt es sich, in Ethereum zu investieren?

Tipp

Im comdirect Magazin erfährst du, wie Anleger Zertifikate auf Kryptowährungen zur Diversifizierung nutzen. Eine andere Möglichkeit, dein Geld nicht direkt in virtuelle Währungen anzulegen, sind Investitionen in die Krypto-Infrastruktur.

Seit Einführung des Ethereum-Netzwerks hat der Ether-Kurs eine enorme Wertsteigerung erfahren. Zwischenzeitlich hat der Token aber auch immer wieder massiv an Wert verloren. Generell zählen Kryptowährungen zu den hochspekulativen Anlageformen, die erheblichen Schwankungen unterliegen. Als Anleger sollte man sich deshalb vorher genau Gedanken darüber machen, welcher Anlegertyp man ist und ob man bereit ist, die hohen Verlustrisiken bei Ethereum einzugehen. Denn im schlimmsten Fall droht der Totalverlust des angelegten Kapitals.

Fazit: Ethereum – eine innovative Anlage?

Mit dem Ethereum-Netzwerk wollen die Gründer das Prinzip der Dezentralität auf das gesamte Internet übertragen. Der Hauptnutzen von Ethereum besteht daher in der Entwicklung und Ausführung dezentraler Applikationen – sogenannter dApps. Diese können in verschiedenen Anwendungsbereichen von DeFi bis digitaler Kunst zum Einsatz kommen. Ob Ethereum und ähnliche Blockchain-Projekte eine Zukunft haben, ist derzeit noch nicht absehbar und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Wer in Ethereum und andere Krypto-Projekte investiert, muss sich jedenfalls bewusst sein, dass er sein Geld in eine hochspekulative Anlageform mit hohen Risiken bis zum Totalverlust des investierten Kapitals anlegt

Wenn du noch Fragen zu den Themen Anlegen und Investieren hast, kannst du gerne unsere Kundenbetreuer kontaktieren – per Telefon unter 04106 – 708 25 00 oder über unser Kontaktformular. Unsere Kundenbetreuer stehen von Montag bis Freitag von 8–18 Uhr für dich zur Verfügung.

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