- Mit einer Dividende beteiligen Unternehmen ihre Aktionäre am Unternehmensgewinn.
- Dividendenzahlungen sind freiwillig – einen Anspruch auf eine Dividende hast du nicht.
- Die Dividendenrendite ist der prozentuale Ertrag einer Aktie aus der Dividende.
- Mit der Dividendenstrategie investierst du gezielt in dividendenstarke Aktien.
Definition: Was sind Dividenden aus Aktien?
Wenn du Aktien eines Unternehmens erwirbst, wirst du zum Miteigentümer dieses Unternehmens. Erzielt das Unternehmen dann Gewinne, kann es dich als Aktionär in Form einer Dividende daran beteiligen. Daher spricht man bei Dividenden auch von Gewinnausschüttungen.
Dividendenzahlungen sind freiwillig. Das heißt: Als Aktionär hast du keinen Rechtsanspruch auf eine Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden. Tatsächlich gibt es Unternehmen wie z. B. Google, die noch nie eine Dividende ausgeschüttet haben. Diese Unternehmen reinvestieren ihre Gewinne lieber in das eigene Wachstum. Ob ein Unternehmen eine Dividende ausschüttet und wie hoch diese ausfällt, beschließt die Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstandes.
Wie berechne ich die Dividende?
Die Dividende selbst musst du nicht berechnen. Die Höhe der Dividende wird von der Hauptversammlung beschlossen. Dafür wird die Gesamtdividende durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien geteilt. Die Dividende wird dann in der Regel in Euro pro Aktie angegeben. Interessanter für dich ist die Dividendenrendite und wie sich diese berechnet.
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Wie oft bekommt man eine Dividende?
Dividenden werden üblicherweise in regelmäßigen Intervallen ausgezahlt. Wie häufig ein Unternehmen Dividenden ausschüttet, kann es selbst entscheiden. Deutsche Unternehmen zahlen ihre Dividenden in der Regel einmal jährlich am Ende eines Geschäftsjahres.
In Ländern wie den USA, Kanada oder Großbritannien ist eine quartalsweise Dividendenausschüttung üblich. Wenn du also z. B. US-Aktien in deinem Depot hast, bekommst du ggf. jedes Quartal ein Viertel der Jahresdividende ausgeschüttet. Auch monatliche oder halbjährliche Dividendenzahlungen sind möglich.
Wann bekommt man die Dividende ausgezahlt?
In Deutschland werden die Dividenden am 3. Geschäftstag nach der Hauptversammlung ausgezahlt. Laut dem deutschen Aktiengesetz muss die Hauptversammlung innerhalb der ersten 8 Monate eines Jahres stattfinden. Die meisten Hauptversammlungen deutscher Unternehmen finden zwischen März und Mai statt. Dieser Zeitraum wird deshalb auch als „Dividendensaison“ bezeichnet, weil in dieser Zeit viele Dividenden fließen.

Im Dividendenkalender kannst du dir zu jedem börsennotierten Unternehmen das Datum der Hauptversammlung und die Höhe der zu erwartenden Dividende anzeigen lassen. So kannst du deine Aktienkäufe strategisch besser planen.
Was bedeutet „Ex-Dividende“? Welche Auswirkungen hat die Dividende auf den Aktienkurs?
Wenn die Hauptversammlung eines Unternehmens die Ausschüttung einer Dividende beschließt, wird die Dividende am nächsten Tag aus dem Börsenkurs herausgerechnet, also zu einem niedrigeren Preis gehandelt. Die Aktie wird „ex Dividende“ gehandelt – also ohne das Recht auf die aktuell ausgeschüttete Dividende. Der sogenannte „Ex-Tag“ fällt häufig auf den Tag nach der Hauptversammlung.
Dazu ein Beispiel: Wenn die Aktie am Tag vor der Hauptversammlung – dem „Stichtag“ – bei 100 Euro notiert und die Hauptversammlung eine Dividende von 3 Euro pro Anteilsschein beschließt, dann fällt der Aktienkurs am Ex-Tag um 3 Euro auf 97 Euro – ohne Berücksichtigung anderer preisbildender Faktoren.

Der Ex-Tag ist der Grund, warum es sich für dich als Anleger nicht lohnt, eine Aktie kurz vor der Hauptversammlung zu kaufen, um die Dividende zu kassieren, und die Anteile unmittelbar danach wieder zu verkaufen. Da der Aktienkurs am Ex-Tag um die Höhe der Dividende sinkt, liegst du bei dieser Strategie wirtschaftlich bei 0.
Wie bekomme ich eine Dividende ausgezahlt? Welche Arten von Dividenden gibt es?
Je nachdem, in welcher Form ein Unternehmen seine Gewinnbeteiligung an die Aktionäre ausschüttet, unterscheidet man 5 verschiedene Arten von Dividenden.
- Bardividende:
Die Bardividende ist die übliche Art der Dividende in Geldform. Sie wird direkt an die Aktionäre ausgeschüttet und auf deren Konto gutgeschrieben.
- Sachdividende:
Die Sachdividende wird in Form von Sachwerten an die Aktionäre ausgeschüttet. Bei der Sachdividende handelt es häufig um kostenlose oder vergünstigte Produkte oder Dienstleistungen des ausschüttenden Unternehmens, z. B. Schokolade, Pyjamas oder Uhren.
- Stockdividende:
Der Begriff „Stockdividende“ leitet sich vom englischen Wort „stock“ für Aktie ab. Wie der Name besagt, wird die Dividende in Form von Aktien des Unternehmens ausgeschüttet. Anders als bei der Bardividende bekommst du bei der Stockdividende also kein Geld auf dein Konto, sondern zusätzliche Aktien in dein Depot.
- Vorzugsdividende:
Als Inhaber von Vorzugsaktien bekommst du die sogenannte „Vorzugsdividende“ ausgezahlt. Diese ist höher als die Dividende, die Stammaktionäre erhalten. Darum bezeichnet man die Vorzugsdividende auch als „Überdividende“. Dafür verzichtest du als Vorzugsaktionär z. B. auf das Stimmrecht bei Hauptversammlungen.
- Abschlagsdividende:
Eine Abschlagsdividende ist die Vorauszahlung einer Dividende, die nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgeschüttet wird – unter anderem frühestens nach Abschluss eines Geschäftsjahres. In Deutschland findet diese Art der Dividendenzahlung nur selten Anwendung.
Was ist der Unterschied zwischen Dividende und Dividendenrendite?
Die Dividende bezeichnet den Betrag, den ein Unternehmen pro Anteilsschein an seine Aktionäre ausschüttet. Nehmen wir an, Unternehmen A beschließt, eine Jahresdividende von 3 Euro pro Aktie auszuschütten. Wenn du 100 Anteile dieses Unternehmens besitzt, bekommst du in dem Jahr 300 Euro an Dividende ausgezahlt.
Im Gegensatz dazu gibt die Dividendenrendite den prozentualen Ertrag einer Aktie in Form der Dividende an. Die Dividendenrendite wird stets in % angegeben. Um die Dividendenrendite zu berechnen, wird die ausgeschüttete Dividende ins Verhältnis zum aktuellen Börsenkurs der Aktie gesetzt.
Formel und Beispiel: Wie berechne ich die Dividendenrendite?
Um die Dividendenrendite zu berechnen, teilst du die Dividende pro Aktie durch den aktuellen Aktienkurs und multiplizierst das Ergebnis mit 100. Es ergeben sich also folgende Berechnungen.
1. Allgemeine Berechnung der Dividendenrendite:
Dividendenrendite = Dividende ÷ Aktienkurs × 100
2. Beispiel-Berechnung der Dividendenrendite:
Für unser Rechenbeispiel zur Dividendenrendite gehen wir von folgenden Eckdaten aus:
Aktienkurs: 100 Euro
Dividende: 3 Euro
Dividendenrendite = 3 ÷ 100 × 100
Dividendenrendite = 3 %
3. Berechnung der Gesamtrendite:
Die Gesamtrendite errechnest du, indem du die Dividende und den erwarteten Kursgewinn durch den Kaufpreis der Aktie teilst.
Gesamtrendite = Dividende + Kursgewinn ÷ Kaufkurs
Was ist eine gute Dividendenrendite?
Die Dividendenrendite sagt zunächst einmal aus, wie hoch eine Aktie „verzinst“ wird. Für viele Dividendeninvestoren gilt daher: Je höher die Dividendenrendite, desto besser. Die Höhe der Dividendenrendite allein sagt jedoch nicht unbedingt aus, ob sich ein Investment lohnt.
Zum einen ist die Dividendenrendite eine Momentaufnahme. Denn: In Folgejahren können Dividenden gekürzt oder komplett gestrichen werden. Wichtiger ist deshalb, dass ein Unternehmen über viele Jahre eine konstant hohe oder steigende Dividende zahlt.
Zum anderen steht die Dividendenrendite stets im Verhältnis zum Aktienkurs. Wenn der Aktienkurs sinkt, steigt die Dividendenrendite. Ein sinkender Aktienkurs schmälert jedoch deine Gesamtrendite und kann auf wirtschaftliche Schwierigkeiten des Unternehmens hindeuten. Beides macht eine Aktie – trotz hoher Dividendenrendite – für Anleger unattraktiv.

Neben der Dividendenrendite solltest du weitere Kriterien und Aktienkennzahlen bei der Titelauswahl berücksichtigen. Hilfreiche Informationen und Tipps zum Aktienkauf für Einsteiger und Anfänger findest du ebenfalls hier im comdirect Magazin.
Wie funktioniert die Dividendenstrategie?
Die Dividendenstrategie ist eine Anlagestrategie, bei der du gezielt Aktien von Unternehmen kaufst, die hohe Dividenden zahlen. Maßgeblich für die Titelauswahl ist die sogenannte Dividendenrendite, also der prozentuale Ertrag einer Aktie in Form der Dividende, gemessen am aktuellen Aktienkurs. Ein weiterer Faktor für die Dividendenstrategie ist, dass ein Unternehmen konstant über einen langen Zeitraum hohe oder stetig steigende Dividenden ausgezahlt hat.
Die Dividendenstrategie zielt darauf, ein Portfolio mit dividendenstarken Aktien, Fonds oder ETFs aufzubauen, um durch Ausschüttungen ein regelmäßiges passives Einkommen zu generieren. Beachte jedoch, dass dividendenstarke Titel nicht zwangsläufig eine höhere Rendite bringen. Die Gründe dafür: Dividenden sind nicht garantiert, können in der Höhe schwanken und lassen keine Aussage darüber zu, wie solide ein Unternehmen wirtschaftet.

Als Dividendenaristokraten bezeichnet man Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren kontinuierlich erhöht haben. Dividendenkönige sind Unternehmen, deren Dividendenzahlungen seit über 50 Jahren stetig gestiegen sind.
Dividendenstrategie: Sind Dividenden-Fonds, -ETFs oder -Einzelaktien sinnvoll?
Auch mit der Dividendenstrategie kannst du entscheiden, ob du dein Geld in Aktien, Fonds oder ETFs anlegen möchtest. Wie bei anderen Investments bestehen die Unterschiede in der Natur der Anlageform. In welche Anlageklasse du investieren solltest, hängt unter anderem von deiner Risikobereitschaft ab.
Investierst du in einzelne Aktien, kannst du als Anleger frei entscheiden, in welches Unternehmen du gerne investieren möchtest. Einzelaktien bringen aufgrund der geringeren Diversifizierung ein höheres Risiko mit sich.
Anstatt selbst eine Auswahl von dividendenstarken Aktien zu treffen, kannst du auch breiter gestreut in einen Dividenden-ETF investieren. Dividenden-ETFs verfolgen eine Dividendenstrategie. Sie bilden also gezielt die Wertentwicklung von Aktien ab, die in der Vergangenheit regelmäßig hohe Dividenden ausgeschüttet oder Dividendenzahlungen angekündigt haben.
Mit einem Dividenden-ETF und Dividenden-Fonds kannst du sowohl von Kurssteigerungen als auch von regelmäßigen Ausschüttungen profitieren. Bei einem thesaurierenden Fonds werden die ausgeschütteten Dividenden automatisch in Anteile deines ETFs oder Fonds reinvestierst. Beachte jedoch: Wie Aktien schwanken auch Dividenden-ETFs und -Fonds im Wert, sodass du mit einem Investment Verlustrisiken eingehst. Auch für sie gilt: Dividenden sind nicht garantiert und können gekürzt oder gestrichen werden.
Muss ich Steuern auf Dividenden zahlen?
Erwirtschaftest du Dividenden oder Kursgewinne mit Wertpapieren in deinem Portfolio, dann fällt dafür die Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer) an. Diese liegt bei 25 % (Stand: 02/2024) und wird von deinem Finanzinstitut direkt abgezogen und an das Finanzamt weitergeleitet. Bei Kapitalerträgen aus inländischen Konten oder Depots musst du in der Steuererklärung daher keine Angaben über die Kapitalerträge machen. Dazu kommt noch 5,5 % Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls Kirchensteuer.
Liegen deine Gewinne allerdings unter dem Freibetrag (seit 2023: 1.000 Euro), auch Sparerpauschbetrag genannt, musst du in der Regel keine Steuern zahlen. Dafür musst du deiner Bank einen Freistellungsauftrag einräumen. Gegebenenfalls kann auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung sinnvoll für dich sein, wenn dein Einkommen unter einem bestimmten Freibetrag liegt.
Fazit: Dividende und Dividendenrendite – nur ein Kriterium für die Aktienauswahl
Dividenden sind neben Kursgewinnen eine weitere Möglichkeit, mit Aktien Rendite zu erzielen. Viele Anleger verfolgen deshalb eine Dividendenstrategie: Sie wählen gezielt Aktien aus, die über einen längeren Zeitraum konstant hohe Dividenden ausgeschüttet haben, oder investieren in sogenannte Dividenden-ETFs.
Die Dividende ist jedoch nur ein Kriterium, das du bei der Auswahl von Aktien berücksichtigen solltest. Auch eine hohe Dividendenrendite sagt nicht immer aus, wie ertragreich ein Investment ist. Deshalb solltest du bei der Zusammenstellung deines Portfolios möglichst noch weitere Kennzahlen berücksichtigen.
Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden ab. Die Rechtsgrundlagen für die Besteuerung von Kapitaleinkünften können sich ändern. Die Commerzbank AG übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen auf dem Gebiet des Steuerrechtes. Die zur Verfügung gestellten Informationen ersetzen keine persönliche Steuer- oder Rechtsberatung.
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