Vom Dow-Jones-Index hat wohl jeder schon einmal gehört. Dennoch mag sich manch Börsenneuling fragen: Dow Jones — was ist das eigentlich? In diesem Artikel erklären wir, was der Dow Jones ist, was er aussagt und wie er sich zusammensetzt. Außerdem stellen wir Ihnen die wichtigsten Dow-Jones-Aktien vor und erklären die Unterschiede zwischen Dow Jones, NASDAQ und S&P 500.
Definition: Was ist der Dow-Jones-Index?
Wer sich für Aktien und den Wertpapierhandel interessiert, kommt an ihm nicht vorbei: dem Dow-Jones-Index. Der Dow Jones Industrial Average Index (DJIA) – wie der volle Name lautet – ist ein US-amerikanischer Aktienindex. Er wurde ursprünglich 1884 vom Verlagshaus Dow Jones ins Leben gerufen, um die Wertentwicklung des US-Aktienmarktes zu messen. Noch heute zählt der Dow Jones zu den bekanntesten und meistbeachteten Wertpapierindizes der Welt. Als internationaler Leitindex beeinflusst der Dow Jones auch den deutschen Aktienmarkt und den deutschen Leitindex DAX.
Was bildet der Dow Jones ab?
Anders als beim DAX handelt sich beim Dow Jones nicht um einen Performanceindex, sondern um einen Preis- oder Kursindex. Der Dow Jones bildet die Kursentwicklung großer und wichtiger US-Unternehmen ab. Anders als bei vielen neueren Aktienindizes erfolgt die Indexgewichtung nicht nach Marktkapitalisierung, also dem gesamten Börsenwert der abgebildeten Aktien. Der Dow Jones ist ein rein preisgewichteter Index: Für die Berechnung werden ausschließlich die Kurse der Einzelwerte herangezogen. Dividenden, Sonderzahlungen und Bezugsrechte der Wertpapiere fließen nicht mit ein.

Neben dem Dow Jones als klassischen Kursindex gibt es noch eine zweite Variante: Der Dow Jones Industrial Average Total Return Index (DJITR) ist ein Performanceindex und bildet auch Kursabschläge durch gezahlte Dividenden ab.
Warum heißt der Dow Jones so?
Namensgeber des Dow-Jones-Index sind der Journalist Charles Dow und der Statistiker Edward Jones, die beiden Gründer des Wall Street Journals und des Verlagshauses Dow Jones. Entwickelt wurde der Index von Charles Dow – damals noch unter dem Namen „Dow Jones Railroad Average“. Der Vorgänger des heutigen Dow Jones Industrial Average setzte sich aus 11 Werten zusammen: 9 Eisenbahngesellschaften, eine Dampfschifffahrtsgesellschaft und eine Bank.
Wie wird der Dow Jones berechnet?
Als Charles Dow und Edward Jones den Vorgänger des heutigen Dow-Jones-Index entwickelten, rechneten sie einfach die Werte der 11 gelisteten Unternehmen zusammen und teilten die Summe durch 11. Auch wenn der Dow Jones noch immer ein rein preisgewichteter Index ist: Ganz so einfach ist die Berechnung des Dow Jones heute nicht mehr.
Heute werden die Kurse der 30 Einzelaktien addiert und durch einen anpassbaren Divisor geteilt. Der Dow Divisor dient als Korrekturwert, der Änderungen in der Zusammensetzung des Dow Jones oder Kapitalmaßnahmen von Unternehmen wie z. B. Aktiensplits ausgleicht, um zu verhindern, dass diese Maßnahmen allein zu einer Indexveränderung führen.
Wie setzt sich der Dow Jones heute zusammen?
In seiner heutigen Form setzt sich der Dow Jones aus 30 US-Unternehmen zusammen, die an der New York Stock Exchange (NYSE) gelistet sind. Über die Zusammensetzung des Dow Jones entscheidet der Herausgeber S&P Dow Jones Indices nach subjektiven Kriterien – feste Regeln, die beispielsweise beim DAX steuern, welche Unternehmen in den Index aufgenommen oder ausgeschlossen werden, gibt es nicht.
Welche Unternehmen sind im Dow Jones?
Im Dow Jones sind 30 große US-Unternehmen vertreten, die an der New York Stock Exchange – also der Wall Street – gelistet sind. Auch wenn die Dow‐Jones‐Aktien nicht die wichtigsten Unternehmen der USA repräsentieren, sind viele weltbekannte Firmen im Dow Jones vertreten, darunter einige Global Player wie:
- Apple
- McDonald’s
- Microsoft
- Coca-Cola
- Disney
Längst nicht alle Dow‐Jones‐Unternehmen sind außerhalb der USA bekannt. In Deutschland etwa kennt kaum jemand Firmen wie:
- Home Depot
- Honeywell
- Travelers
- Verizon Communications
- Walgreens Boots Alliance
Was bewegt den Dow Jones? Wann steigt der Dow Jones?
Der Dow Jones ist ein Kurs- oder Preisindex. Das heißt: Der Indexstand wird ausschließlich durch Veränderungen der Kurse beeinflusst. Legen die Aktienkurse der 30 gelisteten Unternehmen im Mittel zu, steigt auch der Dow-Jones-Index. Umgekehrt verhält es sich bei sinkenden Kursen, die zu einer negativen Indexentwicklung führen. Wer die Entwicklung der Einzeltitel im Dow Jones verfolgen möchte, kann dies anhand einer Top-Flop-Liste tun. Als Anleger hat man außerdem die Möglichkeit, mit einem ETF auf den Dow Jones an der Gesamtentwicklung des US-Leitindex zu partizipieren.
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Was ist der Dow Jones Future?
Der Dow Jones Future ist ein Termingeschäft auf den Dow-Jones-Index. Mit dem Dow Jones Future wetten Anleger auf den Punktestand des Dow Jones zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft. Wie bei allen Terminkontrakten handelt es sich auch beim Dow Jones Future um ein Hebelprodukt: Der Future kann mit bis zu 35-fachem Hebel gehandelt werden. Anleger sollten beachten: Bei Hebelprodukten wirkt sich der Hebeleffekt auch auf Verluste aus.
Was bedeuten die Punkte an der Börse?
Die Punkte oder Zähler an der Börse zeigen die Entwicklung eines Aktienindex an. Am Punktestand eines Index lässt sich also ablesen, ob der abgebildete Aktienkorb im Vergleich zu einem früheren Stand zugelegt oder nachgelassen hat. Die prozentuale Veränderung, die in Charts stets angegeben wird, bezieht sich immer auf den Punktestand des Vortages.
Die Erstnotiz des Dow Jones lag am 26. Mai 1896 bei 40,94 Punkten. Heute liegt er bei über 30.000 Zählern. In seiner über 120-jährigen Geschichte ist der Dow-Jones-Index also um mehr als 74.000 % gestiegen – allerdings nicht ohne erhebliche Schwankungen und historische Kursrückgänge zu verzeichnen.
Was versteht man unter NASDAQ?
Neben dem Dow Jones gibt es noch weitere wichtige US-Aktienindizes, die Anleger kennen sollten. Gemessen an der Zahl der notierten Unternehmen ist der NASDAQ die größte elektronische Börse in den USA. Das Kürzel NASDAQ steht für „National Association of Securities Dealers for Automated Quotation“ und bedeutet „automatisiertes Kursnotierungssystem der Vereinigung der US‐Wertpapierhändler“. Die beiden wichtigsten Indizes der NASDAQ sind der NASDAQ Composite und der NASDAQ‐100:
- Der NASDAQ Composite ist der größte Aktienindex der NASDAQ – mit über 3.000 gelisteten Unternehmen, überwiegend aus dem Technologiesektor. Wie der Dow Jones ist der NASDAQ Composite ein Kursindex. Die Gewichtung erfolgt allerdings nach Marktkapitalisierung
- Im NASDAQ-100 sind die 100 Aktien der Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung gelistet, die nicht aus dem Finanzsektor stammen. Auch hier handelt es sich bei den meisten Firmen um Tech-Unternehmen.
Welche Unternehmen sind an der NASDAQ gelistet?
Die NASDAQ wird auch als US-Technologiebörse bezeichnet. Das liegt darin begründet, dass an der NASDAQ sehr viele kleinere, dynamische Wachstumsunternehmen aus dem Technologiesektor gelistet sind. Vor allem der NASDAQ-100 umfasst sehr viele Internetkonzerne. Die folgende Tabelle führt die Top 5 des Aktienindex nach Marktkapitalisierung auf (Stand: August 2022).
Was ist der S&P 500?
Im Dow Jones fehlen die meisten Tech-Riesen, im NASDAQ‐100 sind wichtige US‐Traditionsfirmen wie McDonald’s oder Walmart nicht vertreten. Als Indikator für den gesamten US-Aktienmarkt blicken deshalb viele Anleger auf einen dritten US-Aktienindex: den S&P 500.
Der Standard & Poor‘s 500 ist ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Aktienindex und listet 500 der größten börsennotierten US-Unternehmen, die an der New York Stock Exchange (NYSE), der NYSE Amex und der NASDAQ gehandelt werden. Der S&P 500 ist wie der Dow Jones und der NASDAQ-100 ein reiner Kursindex.
Fazit: Dow Jones – einflussreich, aber selektiv
Obwohl der Dow Jones nur 30 Unternehmen listet und seine Zusammensetzung keinen klaren Regeln folgt, ist er noch heute einer der meistbeachteten Aktienindizes, der auch die Börsen hierzulande beeinflusst. Um sich ein möglichst vollständiges Bild von der Entwicklung auf dem bedeutenden US-Aktienmarkt zu machen, sollten Anleger jedoch noch weitere Indizes wie den NASDAQ Composite oder den S&P 500 heranziehen.
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