- Das Terrassenmodell gibt dir Orientierung für eine sinnvolle Finanzplanung.
- Mit dem Terrassenmodell kannst du systematisch Vermögen aufbauen.
- Kümmere dich zuerst um finanzielle Sicherheit, bevor du renditeorientiert investierst.
Definition: Was ist das Terrassenmodell der Geldanlage?
Das Terrassenmodell der Geldanlage ist – ähnlich wie die 50-30-20-Regel – eine Methode, um deine Finanzen sinnvoll zu planen und systematisch Vermögen aufzubauen. Bildlich ist das Terrassenmodell an die terrassenartig angelegten Felder angelehnt, die man vom Reisanbau kennt. Wie bei dieser Form der traditionellen Landwirtschaft „fließt“ dein Geld – wie Wasser – von einer „Terrasse“ auf die nächste.
Auf diese Weise verteilst du dein Geld nacheinander auf mehrere Ebenen, um alle Aspekte deiner persönlichen Finanzplanung abzudecken – von den laufenden Kosten und finanziellen Rücklagen bis hin zu größeren Anschaffungen, dem langfristigen Vermögensaufbau und der Altersvorsorge. Mit dem Terrassenmodell stellst du deine Finanzen „auf solide Füße“, weil du alle 3 Aspekte des magischen Dreiecks der Geldanlage abdeckst: Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite.
Wofür stehen die einzelnen Terrassen im Terrassenmodell der Geldanlage?
Beim Terrassenmodell der Geldanlage unterscheidet man in der Regel 5 verschiedene Terrassen oder Ebenen. Die 1. und 2. Terrasse bilden gemeinsam dein finanzielles Sicherheitsnetz. Die Terrassen 3 und 4 sind für größere Anschaffungen und den Vermögensaufbau vorgesehen. Für die private Altersvorsorge gibt es eine 5. Terrasse. Wir stellen dir im Folgenden die 5 Terrassen einzeln vor und erklären dir, wofür sie stehen.
Terrasse 1 – laufender Zahlungsverkehr
Die 1. Terrasse des Terrassenmodells ist für deine alltäglichen Finanzen gedacht. Hierzu zählen alle Lebenshaltungskosten wie z. B. Miete, Strom und Lebensmittel. Für die 1. Terrasse bietet sich das Girokonto an. Dort ist dein Geld jederzeit verfügbar und durch die Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro geschützt.
In der Regel wirft das Guthaben auf deinem Girokonto keine Zinsen ab. Deshalb solltest du dort nur so viel Geld lassen, wie du brauchst, um deine laufenden Kosten zu decken und nicht unerwartet ins Minus zu rutschen – denn für einen Dispokredit zahlst du üblicherweise hohe Zinsen. Parke auf deinem Girokonto also maximal ein Monatseinkommen.

Wenn deine Bank ein Entgelt für die Kontoführung oder andere Transaktionen verlangt, solltest du darüber nachdenken, das Girokonto zu wechseln. Wie das funktioniert und was du dabei beachten solltest, erfährst du ebenfalls hier im comdirect Magazin.
Terrasse 2 – Notgroschen
Mit dem Geld, das du nicht zur Deckung deiner laufenden Kosten benötigst, füllst du die nächste Terrasse auf. Die 2. Terrasse dient als dein Notgroschen. Auf diesen finanziellen Puffer kannst du zurückgreifen, um kurzfristige Anschaffungen und unerwartete Ausgaben wie z. B. Reparaturen zu finanzieren, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen. Auch bei der 2. Terrasse stehen Sicherheit und Verfügbarkeit im Vordergrund.
Um dieses Geld kurzfristig anzulegen, bietet sich Tagesgeld an. Geld, das du hier parkst, kannst du jederzeit auf dein Girokonto umbuchen – und es bringt zudem Zinsen. Die Höhe deiner „eisernen Reserve“ hängt von deiner Lebenssituation ab. Generell gilt jedoch: Auf deinem Tagesgeldkonto solltest du maximal 2 bis 3 Monatsgehälter liegen haben.
Terrasse 3 – größere Anschaffungen
Auf der 3. Ebene des Terrassenmodells geht es um größere Anschaffungen oder Träume, die du dir in ein paar Jahren erfüllen möchtest. Sobald du die Terrassen 1 und 2 gefüllt hast und einen Sparbetrag für deine Altersvorsorge festgelegt hast, kannst du damit beginnen, Geld für die kommenden 3 bis 5 Jahre zu sparen und anzulegen.
Für die mittelfristige Geldanlage rücken Sicherheit und Verfügbarkeit erstmals zugunsten einer stärkeren Renditeorientierung etwas in den Hintergrund. Als mögliche Anlageklassen kommen Geldmarktfonds, Anleihen-ETFs oder die Festgeldanlage in Betracht.
Terrasse 4 – langfristige Geldanlage
Auf der 4. Ebene des Terrassenmodells steht der langfristige Vermögensaufbau im Vordergrund. Auf diese Terrasse fließt das Geld, das du weder zur Deckung deiner laufenden Kosten noch als Notgroschen oder für mittelfristige Anschaffungen brauchst. Vielleicht denkst du über einen Hauskauf nach oder möchtest eine Immobilie als Kapitalanlage erwerben.
Auch auf dieser Ebene spielen die Erträge eine größere Rolle als die Sicherheit und Verfügbarkeit deines Kapitals. Du verfolgst einen langen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren und investierst renditeorientiert in Aktien (entweder in Form von Einzelaktien oder – für Anfänger oft besser geeignet – Aktien-ETFs oder Aktien-Fonds). Auch alternative Geldanlagen wie zum Beispiel Gold-ETCs können hier als kleine Beimischung in Frage kommen. Für Terrasse 4 des Terrassenmodells kommt außerdem ein Wertpapiersparplan infrage.

Bevor du auf Terrasse 4 mit dem Portfolioaufbau beginnst, solltest du dich mit deinem persönlichen Risikoprofil auseinandersetzen. Wenn du weißt, welcher Anlagetyp du bist und wie viel Risiko du tragen möchtest, hilft dir das bei der Auswahl der passenden Anlageklassen und der sogenannten Asset Allocation.
Terrasse 5 – private Altersvorsorge
Für die private Altersvorsorge sieht das Terrassenmodell der Geldanlage eine eigene Ebene vor. Denn: Das Rentensystem in Deutschland steht unter Druck. Um deine persönliche Rentenlücke zu schließen und Altersarmut vorzubeugen, solltest du daher frühzeitig beginnen, privat fürs Alter vorzusorgen. Um diese Terrassenstufe solltest du dich deshalb parallel zu Stufe 3 und 4 kümmern.
Mit einem Sparplan kannst du regelmäßig in Wertpapiere investieren. Als Möglichkeiten kommt hier die Altersvorsorge mit ETFs oder Fonds infrage. Je früher du damit beginnst und je länger dein Anlagehorizont ist, desto größer die Chance, dass du vom Zinseszinseffekt profitierst.
Wichtig: Du solltest bei Terrasse 3 nie so großzügig planen, dass für Terrasse 5 (private Altersvorsorge) nichts mehr übrig bleibt. Überlege dir zum Beispiel, ob du auf die eine oder andere Fernreise verzichten oder vorübergehend ein etwas bescheideneres Auto fahren möchtest, um genügend Geld für die Altersvorsorge zu sparen.

Wertpapiere schwanken grundsätzlich im Wert. Daher gehst du auch bei der langfristigen Geldanlage mit ETFs oder Fonds zum Teil hohe Verlustrisiken ein.

| Ebene | Empfohlener Betrag | Geldanlage |
| Terrasse 1: Laufende Kosten | max. 1 Monatseinkommen | Girokonto |
| Terrasse 2: Notgroschen | 2–3 Monatseinkommen | Tagesgeld |
| Terrasse 3: Größere Anschaffungen | Max. der Wert einer für dich größeren Anschaffung (z. B. neues Auto, Fernreise) | Festgeld Anleihen-ETFs Geldmarktfonds |
| Terrasse 4: Vermögensaufbau | Alles, was die Terrassen 1 bis 3 übersteigt | Aktien-ETFs Aktienfonds Rentenfonds Wertpapiersparplan (als Beimischung ggf. Gold-ETCs oder ähnliche alternative Anlagen) |
| Terrasse 5: Altersvorsorge | Alles, was die Terrassen 1 und 2 übersteigt | Aktien-ETFs Aktienfonds Wertpapiersparplan (als Beimischung ggf. Gold-ETCs oder ähnliche alternative Anlagen) |
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4 Tipps für die Geldanlage mit dem Terrassenmodell: Was muss ich beachten?
- Sicherheit geht vor: Am wichtigsten ist es, zunächst die Terrassen 1 und 2 zu füllen, um alle laufenden Kosten zu decken und für unerwartete Ausgaben gewappnet zu sein. So kannst du finanzielle Engpässe überbrücken, ohne einen teuren Kredit aufnehmen zu müssen.
- Parallel fürs Alter vorsorgen: Parallel zu den Terrassen 1 und 2 solltest du dich frühzeitig um die 5. Ebene kümmern: die private Altersvorsorge. Hier kann es sinnvoll sein, einen festen Sparbetrag festzulegen und regelmäßig in einen Wertpapiersparplan einzuzahlen, um langfristig vom Zinseszinseffekt zu profitieren.
- Risikoprofil ermitteln: Jede Anlageklasse birgt Risiken. Achte deshalb darauf, deine Geldanlage an deine persönliche Risikobereitschaft anzupassen und nur Geld anzulegen, das du nicht für dein Sicherheitsnetz aus den Terrassen 1 und 2 brauchst.
- Risiken streuen: Auch wenn das Terrassenmodell von der Sicherheit über die Verfügbarkeit bis zur Rendite alle Aspekte der Geldanlage abdeckt, solltest du deine Risiken auf den Terrassen 3 und 4 streuen und dein Geld auf unterschiedliche Risikoklassen verteilen.
Fazit: Das Terrassenmodell – Orientierung für den systematischen Vermögensaufbau
Das Terrassenmodell zeigt dir, wie du deine Finanzen sinnvoll planen und systematisch Vermögen aufbauen kannst.
Die Terrassen 1 und 2 bilden dein Sicherheitsnetz: Sie sorgen dafür, dass du deine laufenden Kosten decken kannst und schuldenfrei bleibst. Parallel dazu solltest du frühzeitig mit der privaten Altersvorsorge beginnen, um eine mögliche Rentenlücke zu schließen und durch langfristiges Investieren vom Zinseszins zu profitieren.
Bei den Terrassen 3 und 4 geht es im nächsten Schritt um deine persönlichen Sparziele und den langfristigen Vermögensaufbau. Auf diesen Ebenen rücken die Sicherheit und Verfügbarkeit deines Geldes zugunsten einer höheren Rendite in den Hintergrund. Typische Geldanlagen sind Aktien, Aktien-ETFs und Aktien-Fonds. Wichtig, dass du dich zuerst um die anderen Terrassen kümmerst und beim Investieren dein persönliches Risikoprofil berücksichtigst.
Auswirkung von Inflation: Grundsätzlich beeinflusst die Entwicklung der Inflationsrate deinen Anlageerfolg. Ein daraus resultierender Kaufkraftverlust betrifft sowohl die erzielten Erträge als auch dein investiertes Kapital.
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