Was ist passives Investieren? Informationen und Tipps zu passiven Anlagestrategien

Ein Bild der Entspannung: In einem grünen Feld hochgestreckte Füße.
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Aktivität wird in der Wirtschaft meist positiv bewertet, während Passivität oft schlechter dargestellt wird. Aber gilt das auch bei Geldanlagen? Und wie sieht es beim Wertpapierhandel aus? Ist schnelles Handeln immer besser als geduldiges Abwarten? Schlägt Aktivität Passivität? Hier erfahren Sie, was passives Investieren eigentlich ist – und wie es sich vom aktiven Investieren unterscheidet.

Was bedeutet passives Investieren? Definition

Beim passiven Investieren wird eine Buy‐and‐Hold‐Strategie verfolgt. Das bedeutet, dass es sich um eine langfristige Anlagestrategie handelt. Market Timing, also die Spekulation auf Kursverlust‐ oder Kurssteigerungsphasen (sogenannte Baisse‐ und Hausse‐Phasen) beim An‐ und Verkauf von Aktien, spielt beim passiven Investieren kaum eine Rolle. Das gleiche gilt für Stock Picking, also das gezielte Investieren in einzelne Aktien börsennotierter Unternehmen.

Stellt sich die Frage: Wie funktionieren passive Investmentstrategien, wenn weder Market Timing noch Stock Picking wichtig sind? Beim passiven Investieren wird auf das langfristige Wachstum von Märkten spekuliert. Es geht also im Unterschied zum aktiven Investieren nicht darum „den Markt zu schlagen“, also besser zu sein als der Vergleichsindex, sondern darum, den Markt abzubilden.

Wie funktioniert passives Investment – und in was wird investiert?

Beim passiven Investieren wird in der Regel nicht in einzelne Wertpapiere oder Aktien börsennotierter Unternehmen oder von Fondsmanagern aktiv verwaltete Fonds investiert. Stattdessen wird in sogenannte ETFs (Exchange‐Traded Funds) angelegt und dabei vor allem in passiv verwaltete Indexfonds. Dabei wird auf das langfristige Wachstum der Indizes spekuliert. Hierbei kann es sich sowohl um einen Performanceindex wie den DAX oder um eine Kursindex‐Variante wie den DAXK, den Dow Jones oder den Nikkei 225 handeln.

Was ist der Unterschied zwischen passivem und aktivem Investieren?

Gut zu wissen: Als wichtige Kennzahl für das Verhältnis der Überrendite einer Geldanlage zum jeweiligen Risiko wird häufig die Sharpe Ratio beziehungsweise der Sharpe Quotient herangezogen.

Beim aktiven Investieren wird – im Unterschied zum passiven – darauf spekuliert, in der Performance „den Markt zu schlagen“. Es geht bei aktiven Investmentstrategien also darum, den jeweiligen Index als Benchmark zu übertreffen und eine Überrendite zu erzielen.

Wichtige Methoden beim aktiven Investieren:

  • Stock Picking: der gezielte Ankauf von besonders erfolgversprechenden Wertpapieren
  • Market Timing: der An‐ oder Verkauf zum optimalen Zeitpunkt

Um bereits von geringen Kursschwankungen zu profitieren, ist es wichtig, den Markt und seine Schwankungen (Votalität) genau zu beobachten und schnell zu handeln. So werden beispielsweise beim Daytrading Finanzprodukte in einem oft sehr kurzen Zeitfenster ge‐ und wieder verkauft. Hier spekulieren Anleger auf schnelle Gewinnchancen, müssen aber auch mit einem erhöhten Verlustrisiko rechnen.

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Was sind die Vorteile von passiven Investmentstrategien – und welche Nachteile gibt es?

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Wie bei anderen Geldanlagen gibt es auch beim passiven Investieren Vor‐ und Nachteile. Allerdings gelten nicht alle Pros und Contras im Vergleich zum aktiven Investieren für alle Anleger, da sie abhängig von den jeweiligen Anlagezielen und der Lebenssituation der Anleger sind. Wer zum Beispiel schnelle Rendite sucht und das Risiko nicht scheut, beurteilt aktive Investmentstrategien wahrscheinlich positiver als passive. Die folgende Gegenüberstellung der Vor‐ und Nachteile von passivem Investieren im Vergleich zum aktiven Investieren kann somit nur als Orientierung dienen, muss aber mit der eigenen Anlagestrategie abgeglichen werden.

VorteileNachteile
Weniger Zeit beanspruchend als aktives Investieren: Da keine schnellen An‐ und Verkäufe gefragt sind, muss der Markt nicht permanent beobachtet werden – das spart Zeit.Mehr Zeit einplanen für Gewinne: Anders als beim aktiven Investieren sind passive Investmentstrategien nicht auf kurzfristige, sondern auf langfristige Gewinne ausgerichtet – schnelle Profite sind also eher selten.
Verteiltes Risiko durch Diversifikation: Da beim passiven Investieren in der Regel nicht in einzelne Unternehmen, sondern ETFs investiert wird, verteilt sich das Risiko auf zahlreiche Unternehmen.Risiken von ETFs werden schnell unterschätzt: Vor allem ETFs, die keine Aktienindizes, sondern kleinere Märkte abbilden, können das Risiko für Anleger erhöhen.
Niedrigere Gebühren als beim aktiven Investieren: Bei ETFs sind die Gebühren in der Regel deutlich niedriger als bei Fonds, wo meist 1 bis 5 % Ausgabeaufschlag (ausgenommen sind Fonds ohne Ausgabeaufschlag) plus laufende Gebühren anfallen.Optimale Ein‐ und Ausstiegszeitpunkte lassen sich nur schwer prognostizieren: Da beim passiven Investieren Market Timing in der Regel nicht berücksichtigt wird, können hier für An‐ und Verkäufe optimale Zeitpunkte, also Baisse‐ oder Hausse‐Phasen, verpasst werden. Als Gegenargument wird häufig angeführt, dass die lange Anlagedauer entscheidender ist als der Anlagezeitpunkt.
Die Zeit für sich arbeiten lassen: Bei längerer Anlagedauer sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes. Mehr Information finden Sie auf Aktienrebell.Kurzzeit‐Hochs verpassen: Während aktive Anleger von schnellen Gewinnen (bei höherem Risiko) profitieren können, müssen sich passive Anleger in Geduld üben.
Emotionale Entscheidungen entfallen: Beim aktiven Investieren entscheiden Anleger häufig sehr emotional und unter Zeitdruck – daraus können Fehlentscheidungen entstehen. Beim passiven Investieren sind Adhoc‐Entscheidungen nicht gefragt, sodass emotionsgeladene Kurzschlusshandlungen unwahrscheinlicher werden.Die Spannung fehlt: Beim aktiven Investieren können die Emotionen hochkochen – auch im positiven Sinne, zum Beispiel bei unverhofften Renditen und Dividenden. Beim passiven Investieren geht es ruhiger zu – hier kommen Adrenalin‐Junkies nicht auf ihre Kosten.

Für wen ist passives Investieren in ETFs interessant?

Passives Investieren ist interessant für alle, die eine langfristige Anlagestrategie verfolgen und hohe Risiken scheuen. Zudem können sich Einsteiger in den Aktienhandel hier ausprobieren. Aber auch hierbei bestehen, wie immer bei Wertpapieren, Risiken. Einen guten Einstieg können beispielsweise Sparpläne bieten, bei denen bereits Beträge ab 25 Euro in ETFs investiert werden kann. Anleger, die Gebühren sparen wollen, profitieren davon, dass die bei klassischen Fonds für das aktive Fondsmanagement anfallenden Managemententgelte entfallen.

Infografik: Für wen passives Investieren interessant ist

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